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Doom Shall Rise IV 2006

2006-04-15
Stadt / City Göppingen 
Land / Country Germany 
Web www.doomshallrise.de
 
Veranstaltungsort:
Location
The Chapel 
Datum / Date07 - 08 April 2006 
Bildergalerie / Picturegalerie Doom_Shall_Rise_2006 
Photos: Micha Klimczak 

Das DOOM SHALL RISE Festival ist - so wurde bestätigt - das weltweit größte Ereignis seiner Art. Die Tatsache, dass es in einem kleinen süddeutschen Städtchen namens Göppingen unter Anwesenheit von 500 bis 600 zahlenden Gästen stattfindet, zeigt sehr deutlich, dass der Doom weit nicht mehr so bedeutend ist wie irgendwann... Ende der 80er Jahre. Die Veranstalter des Festivals jedoch geben ihr Bestes, holen alte Legenden des Doom auf ihre Bühne und ermöglichen es jungen Bands ihre modernere Vorstellung von Doom Metal näher zu bringen. Das Festival wirkt von Jahr zu Jahr besser organisiert und seit der Gründung 2003 nahm auch die Zahl der anderen Doom Metal Veranstaltungen deutlich zu. Dies alles beweist, dass man sich hier auf dem richtigen Weg befindet. Der Doom ist wieder auf dem Weg nach oben! Und man bedenke, auch andere große Veranstaltungen haben einmal ähnlich klein begonnen.




----- Freitag -----

Low Man´s Tune

Um 19 Uhr - als das Festival eigentlich beginnen sollte - war von der ersten Band LOW MAN´S TUNE weit und breit nichts zu hören und zu sehen. Weder trafen sie auf dem Festivalgelände ein, noch hatten sie in ihrem Hotel eingecheckt. Im Nachhinein erfuhr man schließlich, dass der Bassist der Band an Lungenentzündung litt und die Band an diesem Wochenende nicht spielen konnte. Die E-Mail die sie geschickt hatten erreichte den Veranstalter schlicht und ergreifend nicht rechtzeitig um in irgendeiner Weise auf die Situation reagieren zu können. Wenn alles gut geht, holen LOW MAN´S TUNE ihren Auftritt auf dem Festival im nächsten Jahr nach.


Iron Hearse



Ursprünglich als zweite Band für diesen Abend vorgesehen, war die Chapel bereits gut gefüllt, als IRON HEARSE die Bühne betraten um das Festival zu eröffnen. Die Band machte ihren Job gut, nicht zuletzt da der sehr traditionelle Klang einen mehr als passenden Auftakt für die vierte Ausgabe des DOOM SHALL RISE bot. Mit ihren langsamen, schweren Stoner-Riffs und ihren klassischen Heavy-Metal- bzw. Hard-Rock-Soli konnte das Trio aus Wiltshire ihr britisches Erbe keinen Song lang verheimlichen. Nachdem ein Fan den ganzen Auftritt lang lautstark nach "Ruins Of Doom" verlangte, beendete die Band schließlich ihren Gig mit eben diesem Song von ihrem dritten Demo, der wohl ihr stärkstes Stück darstellt.


Ahab



Durch AHAB wurde eine ganz andere musikalische Richtung, die am besten als Funeral Doom beschrieben werden kann, repräsentiert. Langsame, schwere Riffs, gefolgt von eingängigen Gitarrenmelodien und den Grunts von Frontmann Daniel charakterisierten den Sound dieser Kombo. In anbetracht der Tatsache, dass der Gig auf dem DOOM SHALL RISE erst ihren zweiten Auftritt darstellte lieferten die Jungs eine wahrlich sehenswerte Show ab, was durch die große Resonanz im Publikum unter Beweis gestellt wurde. Lediglich das Schlagzeug wirkte ein wenig improvisiert, vermutlich weil AHAB ohne festen Drummer zu Werke gehen und sich hier auf Session-Musiker verlassen. Wie einige - aufgrund des Bandnamens - vielleicht schon vermutet hatten erzählten AHAB Herman Melvilles Geschichte über Moby Dick in einer erstaunlich düsteren Art und Weise. Diese ist in selbiger Form auch auf dem Demo zu finden, welches im Vorjahr auf dem DSR veröffentlicht wurde. Daneben spielte man noch einige Songs vom kommenden, noch unbetitelten Debut, das demnächst auf Napalm Records erscheinen wird.


Dantesco



Mit DANTESCO legte man dann deutlich an Geschwindigkeit zu. In Mönchskutten und Talar boten die Puerto-Ricaner eine überraschend erfrischende Epic Doom Metal Show mit spanischen Texten. Anhand der Songs von ihrem Debut - und bislang einzigen Album - "De La Mano De La Muerte" wurde schnell klar, dass diese Band live weitaus stärker ist als auf Platte. DANTESCO warteten mit einem kraftvollen Gitarrensound auf und vor allem Sänger Eric machte seinen Job gut, sowohl stimmlich, als auch in Sachen Show. Die vorangegangene Tenorausbildung ist auch in den Songs der Band noch deutlich zu erkennen und das Stage Acting erinnerte mehr als nur einmal an Messiah Marcolin (Candlemass). Der treibende Rhythmus, der den DANTESCO-Sound dominierte, wurde hin und wieder durch Soloeinlagen und langsamere, akustische Passagen aufgelockert. Eine angenehme Abwechslung zu den bisher sehr melancholischen Klängen wurde hier dargeboten und das Publikum nahm sie dankbar an. Die geforderte Zugabe musste leider ausbleiben, da man bereits ein ganzes Stück hinter dem Zeitplan lag. Dennoch, man konnte sehen und hören wieviel Spaß die Jungs auf der Bühne hatten, und die Fans ebenso.


Dawn Of Winter



Im Anschluss schlug man wieder melancholischere und depressivere Töne an, als DAWN OF WINTER die Bühne betraten. Die Band, von Sänger Gerrit Mutz ins Leben gerufen und später durch Gitarrist Jörg Knittel bereichert, wurde etwa zur selben Zeit gegründet wie das wahrscheinlich weitaus bekanntere Projekt der Beiden: Sacred Steel! Nicht ohne Grund erreichte man mit Sacred Steel größere Bekanntheit! Gerrit´s Gesangsvortrag schien sich nicht so recht in die langsamen bzw. mid-tempo Doom Songs einzupassen und seine "Pussy Metal" Ansage mag ja auf einem posigen True-Metal-Gig durchgehen, ist aber auf einem derartigen Doom Metal Event eher unangebracht. Zwar gab es einige im Publikum, denen DAWN OF WINTER gut zu gefallen schien, so gefeiert wie DANTESCO zuvor wurden sie aber bei weitem nicht. Der Live-Auftritt steht hier den Studiowerken in einigem nach.


Solitude Aeturnus



Der Auftritt des Freitags-Headliners - SOLITUDE AETURNUS - ist schwierig zu bewerten. Die US Doom Metal Legende musste die Reise nach Göppingen ohne ihren Sänger antreten, da Robert Lowe Probleme mit seinen Papieren hatte und Texas nicht rechtzeitig verlassen durfte. Dennoch entschloss man sich die Show nicht einfach abzusagen. Mit der Unterstützung einiger Gastsänger spielten SOLITUDE AETURNUS ein Best-Of Set ihrer bisherigen Veröffentlichungen. Da man bereits ein paar Tage im Voraus von den Problemen wusste konnte sich Timmy von DOOMSHINE darauf vorbereiten einen Teil der Show zu übernehmen. Desweiteren sangen Gitarrist John, Eric von DANTESCO und Gerrit Mutz einige der Lieder. Ein Ausnahmesänger wie Rob ist schwer zu ersetzen, aber vor allem Gerrit lieferte nach der Vorstellung mit DAWN OF WINTER eine überraschend überzeugende Interpretation der Songs. Timmy verpasst regelmäßig den Einsatz, Eric traf auch die höchsten Töne, passte stimmlich allerdings nicht optimal in das Klangbild von SOLITUDE AETURNUS und John schien es nicht gewohnt zu sein gleichzeitig zu spielen und zu singen. In anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit lieferten jedoch alle Sänger einen guten Auftritt ab. Die Meinungen des Publikums nach der Show reichten von katastrophal bis absolut brillant, der einhellige Konsens war jedoch - und dem stimme ich zu - das man das beste aus der unglücklichen Situation gemacht und sich erstaunlich gut aus der Affäre gezogen hatte. Einerseits ist es Schade für alle, die - mich eingeschlossen - den geplanten SOLITUDE AETURNUS Gig sehen wollten, andererseits erlebte das DOOM SHALL RISE Publikum eine einzigartige Show, die es in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr geben wird und die sich wohl mit keinem bisherigen Auftritt der Band vergleichen lässt. All diejenigen, die die Band noch in Reinform bewundern wollen, können noch immer zum diesjährigen KEEP IT TRUE Festival fahren, wo die Band in voller Besetzung antreten wird.


Versus The Stillborn-Minded



Der letzte Gig des ersten Abends wurde VERSUS THE STILLBORN-MINDED überlassen. Der doch recht ungewöhnliche Sound war sicher nicht jedermanns Sache und so machten sich während der ersten paar Minuten bereits einige aus dem Staub. Diejenigen, die blieben und gefallen an der Musik fanden, wurden - wie später behauptet - mit einem der bisher besten Auftritte der Band belohnt. Ihr Stil zeichnet sich durch langsame, schleppende und schwere Gitarrenmelodien aus, die sich von Zeit zu Zeit in Wohlgefallen bzw. Rückkopplungsgeräusche, Rauschen und tiefe, brummende Frequenzen auflösen. Die Show spiegelte den Klang optimal wieder: Rotes, statisches Licht, langsame Bewegungen und Frontmann Boris, der den sterbenden Schwan mimte, während er über die Bühne kroch und hier und da zusammenbrach. Am Ende einer seltsam anmutenden aber nicht minder sehenswerten Darbietung ließen VERSUS THE STILLBORN-MINDED schließlich die Hosen fallen um dem übrig gebliebenen Publikum ihre nackten Hintern zu präsentieren und schließlich die Bühne zu verlassen.


Die Pause bis zum Samstag Nachmittag lässt an dieser Stelle etwas Raum, um ein paar Worte über das "Drumherum" des Festivals zu verlieren. Die Auftritte finden in der sogenannten CHAPEL, der Kirche eines ehemaligen US Militärstützpunktes statt. Dadurch wird sowohl eine hervorragende Akustik, als auch eine für ein Doom-Event mehr als passende Atmosphäre geboten. Eine Reihe von Händlern verkaufen die einschlägigen Platten und alles was der Doom-Fan sonst so braucht. Außerdem gibt es zwei Bars - eine in der Haupthalle, eine in den Räumen darunter - und warmes Essen, im Wesentlichen eben alles, was man von einem gut organisierten Festival erwartet... Lediglich Übernachtungsmöglichkeiten können vor Ort nicht geboten werden, dafür stellt man aber auf der Homepage eine Liste der nahegelegenen Gasthäuser und Hotels zur Verfügung, in denen die DOOM SHALL RISE Fans günstig nächtigen können. Ein paar Leute ziehen es allerdings vor eine kalte Nacht im Zelt oder einfach im Auto zu verbringen.


Etwas Besonderes für ein Festival dieser Größe ist sicherlich auch die internationale Beteiligung. Bands aus der ganzen Welt, wie z.B. DANTESCO kommen nach Deutschland um vor einem Publikum zu spielen, dass zumindest aus den verschiedensten Teilen Europas - von Irland über die Niederlande bis Spanien - anreist. Das DOOM SHALL RISE ist einfach jedes Jahr wieder eine Besonderheit!



----- SAMSTAG -----

Doomraiser



Am Samstag Nachmittag ging es dann wenige Minuten nach drei weiter, als DOOMRAISER aus Italien auf den Brettern standen. Was erwartet man bei So einem Bandnamen? Jeans, Leder und traditionellen 80er Jahre Doom-Sound. An sich nichts besonderes, dennoch zögerte das bereits versammelte Publikum nicht, der Band zu zeigen, dass man trotzdem Spaß hatte.


Beehoover



Anschließend spielte die wahrscheinlich größte Überraschung des Wochenendes auf: Das deutsche Doom-Duo BEEHOOVER. Als Bassist Ingmar Petersen - mit Hut - nach dem Soundcheck auf einem Stuhl hinter dem Mikrofon Platz nahm, kam ein bisschen ein Gefühl von Alleinunterhalter auf. Es wirkte ein wenig leer, mit nur ihm und seinem Schlagzeuger Claus-Peter Hamisch auf der Bühne und alle waren gespannt ob da noch mehr kommen würde, Gitarren zum Beispiel, oder ein Sänger. Als die beiden jedoch schließlich zu spielen begannen waren alle Zweifel schnell zerstreut, denn der Auftritt war schlicht brillant! Durch eine große Anzahl verschiedenster Effektgeräte gelang es Ingmar seinem Instrument unglaublich variable Klänge zu entlocken. Diese reichten von typischen, cleanen Basspassagen über tolle Soli bis hin zu verzerrten Leads und Riffs, wie man sie eigentlich nur von der Rhythmusgitarre gewöhnt ist. Es ist wahrlich kaum beschreib- und erst recht nicht vorstellbar, zu was dieser Musiker mit nur fünf Saiten in der Lage ist! Claus-Peter lieferte am Schlagzeug und als Hintergrundstimme ebenfalls eine exzellente Vorstellung ab. Der melodische Gesang Ingmars war noch um einiges klarer als auf der Veröffentlichung "A Mirror Is A Windows End" und rundete das Klangerlebnis gelungen ab. Mit ihrem ganz eigenen Stil und den sozialkritischen Texten hinterließen BEEHOOVER einen bleibenden Eindruck auf dem DOOM SHALL RISE. Jeder, dessen Interesse jetzt hiermit geweckt wurde, sollte getrost mal ein Ohr riskieren, den auch auf Platte kann die Band durchaus überzeugen.


Heavy Lord



Etwas konservativer ging es danach bei HEAVY LORD zur Sache. Mit viel Gepose und erstaunlich vielseitigem Klang zogen sie das Publikum schnell auf ihre Seite und können sicherlich als eines der Highlights des diesjährigen DOOM SHALL RISE betrachtet werden. Das Quartet aus den Niederlanden verließ sich zwar hauptsächlich auf langsame, schwere Riffs à la Black Sabbath und den typischen, klassischen Doom-Gesang, doch lockerten sie ihren Sound durch Soloeinlagen und thrashige Passagen mit viel Geschrei angenehm auf. Viel mehr lässt sich über diese tolle, junge Band nicht sagen, nur eins noch: Die Konzerte sind definitiv einen Besuch wert!


Glow



GLOW aus Spanien sahen sich mit einem wesentlich kleineren Publikum konfrontiert, da es einen Großteil der Besucher gegen sechs Uhr zum Essen nach draußen zog. Dennoch gab die Band ihr Bestes um den Dagebliebenen eine überzeugende Show zu liefern. Man kann ohne weiteres sagen, dass sie ihre Sache gut machten, doch mit dem ziemlich typischen, rockigen Sound und dem leichten Stoner-Einschlag kann man sie kaum als eine Besonderheit der Festivals bezeichnen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass das DOOM SHALL RISE nicht nur von den einzigartigen und außergewöhnlichen Bands lebt, sondern eben so sehr von den traditionellen Klängen, wie sie von Bands wie GLOW dargeboten werden. Kein Highlight, aber definitiv eine Band die gut auf das DOOM SHALL RISE passte.


Bunkur



Wiederum etwas komplett Anderes wurde dann durch die zweite niederländische Band BUNKUR präsentiert. Das Publikum war ähnlich klein wie zuvor, aber die Musik, die hier gespielt wurde, schien ohnehin eher etwas für eine Minderheit zu sein. Mit zwei Viersaitern und ohne Gitarren klang man noch ein ganzes Stück schleppender und monotoner als VERSUS THE STILLBORN-MINDED am Vorabend. Viele Pausen, Rückkopplungseffekte und der abgehackte Gesang waren die Wesentlichen Merkmale dieser Band. Lediglich das letzte Stück war das komplette Gegenteil des vorangegangenen Sets - das im übrigen nur aus zwei endlos langen Stücken bestand. Einer der Bassisten Griff zur Gitarre, man holte einen Sänger auf die Bühne und legte zum Abschluss eine Burzum Coverversion hin.


Jack Frost



Ein weiteres Highlight des Wochenendes waren JACK FROST. Ihre gelungene Mischung aus langsamem, melodischem Doom und einer guten Portion Rock´n´Roll Feeling klangen live ein ganzes Stück dreckiger als auf den Platten, vor allem der Gesang. Der Sound schien genau den Nerv des Publikums zu treffen und so hätten die vier Jungs aus Österreich gut auch als Headliner spielen können. 50 Minuten Rock´n´Roll und eine großartige Show mit der besten und dynamischsten Bühnenpräsenz des Wochenendes waren dem Publikum einfach nicht genug. So ließ man sie ob des großen Erfolgs eine Zugabe spielen, obwohl man bereits hinter dem Zeitplan lag. Nachdem die Band schließlich die Bühne verlassen und sich etwa die Hälfte des Publikums zum Abkühlen nach draußen begeben hatte, ebbte der Applaus immer noch nicht ab. Also entschied man, die Jungs sogar noch ein weiteres Stück spielen zu lassen. Trotz der geringeren Zuschauerzahl war auch hier kein Abnehmen der Stimmung zu spüren.Welchen Eindruck JACK FROST wirklich beim Publikum hinterlassen hatten, sieht man an der Tatsache, dass bereits kurz nach dem Auftritt alle JACK FROST Alben auf dem Festival ausverkauft waren! Definitiv eine großartige Band, die hier eine unglaubliche Show ablieferte.


Against Nature



In den 80ern unter dem Namen Revelation bekannt, entschlossen sich ein paar der Musiker - nach 13-jähriger Pause - als AGAINST NATURE weiterzumachen. Daher bekam man natürlich eher traditionellen US Doom-Rock zu hören. Optisch wirkte die Band zunächst allerdings etwas fehl am Platz. Gitarrist John hätte aus jeder zweitklassigen irischen Folk-Rock Kapelle stammen können und Bert erinnerte eher an einen Bassisten einer Blues Big-Band. Und irgendwie konnte man tatsächlich ein gewisses Blues-Feeling vernehmen, was an sich ja nicht ungewöhnlich ist, wenn man in Betracht zieht, woher der heute gängige Rock-Sound eigentlich kommt. AGAINST NATURE spielten einen guten Auftritt, wurden aber bei weitem nicht so abgefeiert wie JACK FROST zuvor.


Veni Domine



Denkt man an Schweden und harte Musik, dann ist einer der ersten Gedanken die man bekommt unweigerlich... Power Metal! Und das ist ziemlich genau das, was man von VENI DOMINE dann auch zu hören bekam. Bei dem vielen Gepose und den deutlich schnelleren Riffs erinnerten nur noch sehr wenige Momente an ein Doom Metal Festival. Daher war es eigentlich keine große Überraschung, dass der größte Teil des Publikums nur mäßig begeistert war. Als man nach dem 75-minütigen Set von der Bühne ging blieben die Forderungen nach einer Zugabe aus, was für einen Headliner wohl ziemlich bitter sein muss. Mit bereits fünf veröffentlichten Alben ist VENI DOMINE ohne Zweifel keine schlechte Band, es handelte sich wohl mehr um einen Fall von "zur falschen Zeit am falschen Ort." Das ganze passte einfach nicht so richtig ins DOOM SHALL RISE Billing!


Debris Inc.



Mit DEBRIS INC. betraten zwei wahre Doom-Legenden die Bühne. Dave Chandler (ex Saint Vitus) an Gitarre und Mikrofon und Ron Holzner (ex Trouble) am Bass. Daher dürfte es nicht schwer fallen zu erraten, was das Publikum hier zu erwarten hatte. Zwar bin ich nicht mit dem ganzen Zeug von Pentagram, Vitus oder Sabbath aufgewachsen, dennoch war es eine großartige Zeitreise! Bester US Doom-Rock mit allem was dazu gehört. Langsame Schlagzeugpassagen, die einfache aber effektive Verwendung von Powerakkorden, ein klein wenig Hardcoreeinfluss und, ja, Dave Chandler spielt nach wie vor diese großartigen, absolut verrückten Soli, die man noch aus seiner Zeit bei Saint Vitus kennt. Auch Ron trug große Teile zum Erfolg der Band auf dem DOOM SHALL RISE bei, nicht zuletzt durch die Solo-Improvisationen die er einschob, während Dave mit der Batterie seines Effektgerätes zu kämpfen hatte. DEBRIS INC. zogen das komplette Publikum auf ihre Seite, es war viel Bewegung in der Menge und es gab sogar den ersten und einzigen Crowdsurfer des Festivalwochenendes. Mit einer großartigen Show bot man den krönenden Abschluss für ein Wochenende, das die meisten Fans nicht so schnell vergessen werden.

Um es nun auf den Punkt zu bringen, die diesjährige Ausgabe des DOOM SHALL RISE war ein voller Erfolg! Viele verschiedene Bands, viele verschiedene Stilrichtungen, einige sehr düster, einige weniger. Selbstverständlich kann man kaum an allen Bands die auftraten gefallen finden, aber zum einen war sicher für jeden etwas dabei, zum anderen gab es eigentlich keine Band, die wirklich schlecht war oder ihren Auftritt verpatzte. Abschließend möchte ich noch meine persönlichen Highlights des Wochenendes Näher bringen (ohne bestimmte Reihenfolge): Die junge Band AHAB, der außergewöhnliche Gig von SOLITUDE AETURNUS, die große Überraschung BEEHOOVER, der Publikumsliebling JACK FROST und das "Grande Finale" DEBRIS INC. Ich freue mich schon auf´s nächste Jahr...


Micha Klimczak


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9/10



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