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- Rezension: KONZERTE - CONCERTS -


Amorphis / Leprous / The Man-Eating Tree

2012-01-05
Stadt / City Pratteln 
Land / Country CH 
Web www.amorphis.net
www.leprous.net
www.themaneatingtree.com
 
Veranstaltungsort:
Location
Z7 
Datum / Date31.12.2011 
Bildergalerie / Picture gallery Amorphis11_gal 
Photos: Sandy Mahrer 

Kaum zu glauben, aber auch in der Schweiz herrschen zu Jahreswechsel noch Temperaturen von um die 7 Grad Plus. Etwas Gutes hat das ja: Feuerwerk geniessen, ohne sich Frostbeulen zu holen. Nur haben meine Wenigkeit und ungefähr 800 andere Metalheads heute einen besseren Zeitvertreib gefunden, als irgendwo draussen zu stehen und dem Lichterspiel zuzusehen. Im Z7 spielen nach längerer Abwesenheit endlich mal wieder Amorphis. Man könnte das alte Jahr kaum besser abschliessen.

The Man-Eating Tree
Den Auftakt machen aber ihre Landsleute The Man-Eating Tree. Mit ihrem 2010 erschienen Album “Vine” galten die Finnen schnell als neuer Top-Newcomer in der Metalszene. Kein Wunder denn mit ihrer melancholisch-atmosphärischen Musik und der Stimme von Tuomas Tuominen liefern sie etwas Frisches. Vielleicht sind einige der Songs ein bisschen zu langsam, aber vor allem bei den schnellen Songs kommt Stimmung im Z7 auf und die Leute, von denen der grösste Teil die Band scheinbar noch nicht kennt, mutieren zu neuen Fans. The Man-Eating Tree sind dieses Mal mit einem Ersatz-Schlagzeuger unterwegs. Und das ist auch kein Unbekannter: Aksu Hanttu, der ehemals die Felle bei Entwine bearbeitete, springt für Vesa Ranta (Ex-Sentenced) ein und macht seinen Job gut. Vesa lässt sich vertreten, da er und seine Frau Nachwuchs erwarten (Im Namen der STALKER-CREW gratulieren wir natürlich ganz herzlich und wünschen der Familie alles Gute.) Bei der nächsten Tour wird er aber wieder an den Drums mit von der Partie sein. The Man-Eating Tree waren wie immer ein absolutes Highlight.


Leprous
Eigentlich sahen die Herren von Leprous noch ganz interessant aus hinsichtlich Bühnenpräsenz, Outfit und unterschiedlicher Charaktere. Und auch musikalisch ist das ganze erträglich, allerdings muss ich zugeben, dass es nicht ganz meinen Geschmack trifft. Doch bei den hohen Tönen strapaziert Sänger Einar Solberg die Gehörgänge, denn diese klingen dermassen schief, dass es schon fast weh tut. Wie mir geht es scheinbar auch einigen anderen Besuchern, die auch finden, dass eher The Man-Eating Tree an zweiter Stelle hätten spielen sollen. Jedoch richtet sich das bei Tourneen ja immer nach den finanziellen Mitteln. So tut es mir wirklich leid und es bleibt nur noch eins zu sagen. Sorry - Next.


Amorphis
Mir fällt bald nichts mehr ein zu dieser Band, so viele Male habe ich sie schon Live gesehen. Und immer machen die Herren ihren Job auf der Bühne professionell und gewissenhaft. Heute scheinen sie zwar nicht ihren besten Tag zu haben. Der Sound lässt ziemlich zu wünschen übrig, weder kommen die eingängigen Gitarrenparts richtig zur Geltung noch der Gesang von Tomi Joutsen. Die Setliste war bei vergangenen Besuchen auch um einiges besser, aber die bekanntesten Songs wie “You I Need”, “ My Kantele”, “Sky is Mine” oder “House of Sleep”, welche sie ganz zum Schluss spielen, fehlen trotzdem nicht. Was mich ein bisschen stört ist der Umstand, dass die Jungs alle nur für sich spielen, irgendwie hat man das Gefühl, dass sich 6 Fremde die Bühne teilen. Der übliche Zusammenhalt fehlte zumindest mir, aber vielleicht hatte ich da auch einen falschen Eindruck. Oder sie waren bloss erschöpft von den 5 Konzerten davor. Dennoch wieder ein toller Auftritt der Kalevala-Rocker.

Mein persönliches Highlight waren The Man-Eating Tree an diesem Silvesterabend, weil sie einfach extrem viel Spass haben an dem was sie tun, und weil man ihnen ansieht, dass sie voll und ganz in ihrer Musik aufgehen. Leider ging es mit dem Countdown fürs neue Jahr im Z7 ein bisschen schief und man hat ihn gar nicht richtig mitbekommen. Doch für das leibliche Wohl der Besucher wurde hervorragend gesorgt mit Essen, Getränken und drei weiteren Live-Bands, die nach Mitternacht spielten.

Sandy Mahrer, transl. K.Weber


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8/10



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