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POWERWOLF: Der Tod des letzten freilebenden Wolfes

Die deutsch-ungarische Kolllaboration Powerwolf hat ein in allen Belangen überzeugendes zweites Album vorgelegt. Dementsprechend ist den fünf Mannen auch zum Feiern zumute. So verwundert es doch wenig, dass Organist Falk Maria Schlegel noch eine zünftige CD-Releaseparty in den Knochen steckt, als er bei mir durchklingelt. Aber kommmen wir zu den Fakten...



Falk, Powerwolf sind eine relativ neue Band und dürfte den meisten Leuten noch nicht so geläufig sein. Deswegen beschreibe dich zunächst bitte selbst!
Ich lebe in Saarbrücken in Deutschland. Natürlich lebe ich Powerwolf zu 100%, haha. Nein, im Ernst: Im wirklichen Leben arbeite ich mit behinderten Kindern. Das hilft einem natürlich auch auf der Bühne. Wenn man im Job schon immer eine Gruppe belustigen muss, dann fällt es einem auf der Bühne leicht, aus sich heraus zu kommen. Ansonsten stecke ich aber sehr viel Zeit in Powerwolf. Ich hänge ziemlich viel mit den anderen aus der Band ab.

Was ist für dich persönlich der Sinn von Musik?
Da muss ich unterscheiden. Wenn ich Musik höre, muss sie mir was geben. Dann brauche ich stimmige Melodien und gute Hooklines. Wenn ich zum Beispiel was von Tool höre, frage ich mich schon, ob ich sowas 6 Minuten lang brauche. Wenn ich Musik mache, geht es mir vor allen Dingen um eine gute Kohärenz. Ich halte nichts davon, ein Riff an das nächste zu klatschen. Mir ist wichtig, dass ein Lied rund wird, dass es einfach passt. Unsere Songs müssen einfach Spaß machen und unterhalten.

Würden sich Powerwolf und eine politische Message vertragen?
Das denke ich nicht. Wir nehmen Musik zwar sehr ernst, aber bei Powerwolf geht es um den Unterhaltungswert. Da passt nichts Politisches oder Sozialkritisches.

Eure neue Scheibe heißt Lupus Dei. Was bedeutet der Titel und in welchem Bezug steht er zu den anderen Songs?
Der Titel ist lateinisch und heißt übersetzt Der Wolf Gottes. Uns geht es sehr stark um spirituelle Erfahrung. So haben wir zum Beispiel das Studio mit unseren Bühnendekos wie Backdrop und Aufstellern dekoriert, damit das Feeling rüber kommt. Der Titel ist dann letztlich entstanden, als im letzten Jahr der letzte freilebende Wolf (in Deutschland, Anm. d. Red.) getötet wurde. Darum geht es auch in dem gleichnamigen Song. Uns ist der Wolf halt sehr wichtig. Wir kehren die Seite des Wolfes sozusagen nach draußen.

Wie stark bringen sich die einzelnen Bandmitglieder ins Songwriting mit ein?
Wir arbeiten Songs immer im Kollektiv bei den Poben aus. Jemand hat eine Idee für ein Riff oder eine Melodie und bringt sie zur nächsten Probe mit. Bei den Proben läuft dannn immer ein Aufnahmegerät mit. So hatten wir, als wir ins Studio gegangen sind, 20 Songs, aus denen wir auswählen konnten. Wir verwenden Songs aber nur, wenn sie so catchy sind, dass man sie bei der nächsten Probe immer noch im Ohr hat. Wenn das bei einem Song nicht so ist, taugt er nicht.



Für das neue Album habt ihr Aufnahmen in einer Kirche gemacht. Erkläre mal, wie es dazu gekommmen ist!
Wenn du mehrere Wochen in einem Studio sitzt, dann kotzt dich die typische Studioatmosphäre irgendwann an. Dann wird aus dem Vergnügen irgendwann nur noch Arbeit. Während den Aufnahmen hatten wir dann die Idee, einen Kirchenchor einzubinden. Wir haben dann auch einen 30-Mann Chor gefunden, der uns helfen wollte. Wir wollten den Chor aber nicht einfach ins Studio stellen, da wäre die Atmosphäre, die ein Kirchenchor ausstrahlt, nicht richtig rübergekommen. Den Hall einer alten Kirche kannst du halt im Studio nicht simulieren. Deswegen haben wir versucht, die Aufnahmen in der Kirche zu machen. Das war dann zunächst ein terminliches Problem, da die Kirche auch für Hochzeiten und so weiter genutzt wird. Die eigentlichen Aufnahmen haben dann im Januar stattgefunden, und das in einer ungeheizten Kirche. Du kannst dir vorstellen, das es dort bitter kalt war. Einige Chormitglieder hatten dann auch derart Angst um ihre Stimmen, dass fünf letztlich das Handtuch geworfen haben. Die restlichen 25 haben aber einen guten Job abgeliefert.

Ich gebe dir nun einige Begriffe. Bitte gib einen kurzen Kommmentar dazu ab! Fangen wir an mit King Diamond.
Ein guter Typ mit einer geilen Band. Am besten finde ich das Album The Eye. Ist auf jeden Fall ein Einfluss von uns.

WASP
Blackie Lawless! Sehr geiler Metal! Ich habe sie 1992 live gesehen. Am coolsten fand ich, in welchem krassen Winkel der Drummer seine Double Bass gespielt hat.

Manowar
Machen auf jeden Fall eine gute Show. Sind aber nicht meine Favoriten.

Horror
Ist das Lieblingsgenre unseres Sängers. Meines aber nicht!

MP3
Für Promo-Zwecke ideal. Ich bin da aber eher klassisch veranlagt. Ich bin immer noch beim Discman.

Heavy Metal
Einfach nur geil!

Zum Schluss: Was sind eure Pläne für die nächste Zeit?
Jetzt müssen wir erstmal die Interviews und so weiter machen. Im Sommer gehts dann zum Summer Breeze und vielleicht noch zu weiteren Festivals. Im Herbst soll dann eine Tour folgen. Da kann ich aber zur Zeit noch nichts genaues sagen. Es laufen halt diverse Vorverhandlungen. Sollte das nicht klappen, würden wir alleine einige Clubshows spielen.

Dann danke ich dir für das Interview, Falk! Viel Erfolg mit eurem neuen Album und man sieht sich auf der Tour!




Autor: Timo Päßler, transl. Kathleen Gransalke, photos: Powerwolf
Eingetragen am: 2007-05-15

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