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Scream Silence: Ein Spiegelbild der Seele

Seit nunmehr 10 Jahren bereichern uns die Düsterpoeten mit ihren dunklen Klängen und sind indes nicht mehr aus der Gothic-Szene weg zu denken. Jetzt präsentieren uns die Berliner mit ihrem 6. Album, zweifellos dem Höhepunkt ihres musikalischen Schaffens, und werden sich mit „Aphelia“ endgültig einen Spitzenplatz im melancholischen Dark Rock sichern. STALKER sprach mit Mastermind Hardy Fieting und Gitarrist Robert Klausch.




Mit „Aphelia“ widmet Ihr Euch symbolisch der Sonnenferne aus der griechischen Mythologie. Wie seid Ihr auf diese Thematik gestoßen?

Hardy: Als wir kurz nach Veröffentlichung von „Saviourine“ mit den Arbeiten zum neuen Album begannen, dachten wir noch daran, einige der Songs, die es damals nicht auf „Saviourine“ schafften, relativ schnell zu einem neuen Album verarbeiten zu können.
Uns wurde aber schnell klar, dass die neuen Songideen deutlich mehr Tiefe und Emotionalität besaßen als das, was wir an Ideen vom Vorgänger noch nicht umgesetzt hatten. So folgte eine Songidee nach der anderen, die wir zu fertigen Songs produzierten. Ganz unbewusst verpassten wir irgendwie jedem einzelnen Song sein ganz eigenes Gewand, so dass sich fast automatisch all die vielen grundverschiedenen teils poppigen, balladesken, rockigen oder sogar progressiven Songs zu einem homogenen Album verknüpften. Als die Hälfte des Albums fertig war, war es an der Zeit, an einen Plattentitel zu denken.

Robert: Aphelia ist genau wie seine beiden Vorgänger „Elegy“ und „Saviourine“ ein Konzeptalbum und bildet auch den Abschluss dieser Seelentrilogie. Während wir auf „Elegy“ die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit thematisiert hatten, beschäftigten wir uns auf Saviourine hauptsächlich um die inneren Ängste. „Aphelia“ s Songs sollten nun von seelischer Enge und Einsamkeit handeln. Als wir die Lyrics zum Titeltrack schrieben, wollten wir das gesamte Albumkonzept in diesem Song aus der Ego-Perspektive versinnbildlichen. Mir ging irgendwann dieses Wort durch den Kopf und nicht mehr aus dem Sinn - Aphelia – die Griechen beschrieben damit den sonnenfernsten Punkt einer Planetenbahn, kalt , dunkel, und der wahrscheinlich einsamste Ort, den man sich vorstellen kann.


Symbolisiert wird das Thema „fern vom Licht“ durch ein Mädchen (Sinnbild der Zerbrechlichkeit, Einsamkeit etc.) – projiziert ihr diese innerliche Kälte als eine Art „Seelenschwärze“ bei jedem Menschen, auch bei Euch selbst?

Robert: Aphelia wurde von uns bewusst als Mädchen symbolisiert, ein Sinnbild für die Zerbrechlichkeit der menschlichen Seele. Sie wandelt in unwirklichen Welten, scheint nirgendwo hinzuzugehören und findet ihre einzige Heimat letztlich nur am dunkelsten und kältesten aller Orte – tief in sich selbst.

Hardy: Ich denke, vielen Menschen wird dieses Gefühl bekannt vorkommen. Was ich in meinen Texten niederschreibe, ist oft so etwas wie ein Spiegelbild meiner eigenen Seele, oder oft auch eine spontane, gefühlte Reaktion auf Erlebtes oder Durchlebtes.


Wann beginnt für Euch der Prozess der Themenfindung – gibt es einen bestimmten Moment, der euch inspiriert, sich musikalisch mit einer Symbolik, einem Thema zu beschäftigen und das Album konzeptmäßig darauf aufzubauen?

Hardy: Die Idee zum Albumkonzept ergibt sich meist ganz von selbst. Ich bemerke bei mir oft, dass mich über einen längeren Zeitraum ganz bestimmte Themen bewegen, ähnlich vielleicht wie die Epochen einiger Maler. Irgendwann, wenn die ersten Songs entstehen, wird klar wohin die Reise geht. Während des weiteren Kreativprozesses ist dann regelrecht das ganze Studio von dieser Stimmung erfüllt, und die Songs bekommen auch musikalisch eine bestimmte Richtung. Wenn eine neue Songidee geboren wird, wissen wir meist schon vor der eigentlichen Produktion, welchen Platz er später auf dem Album mal haben wird. Ein Album sollte wie eine gute Geschichte immer so etwas wie einen roten Faden haben.



Was war euch inhaltlich, lyrisch und instrumental bei „Aphelia“ besonders wichtig?

Hardy: Diesmal war es für die Thematik des Albums enorm wichtig, eine gewisse Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit, die die Lyrics durchzieht, musikalisch umzusetzen... Also arbeiteten wir mit für uns völlig neuen, recht progressiven Drumlines, und ziemlich harten und oft auch ungewöhnlichen Gitarrensounds, E-Bows etc. um den Schlüsselsongs des Albums die richtige Tiefe zu geben. Außerdem war uns inhaltlich wichtig, dass, anders als auf den ersten beiden Alben der Trilogie, es diesmal keinen Hoffnungsschimmer geben kann. Das Album sollte bewusst den Hörer am Ende mit seinen Gedanken allein lassen. Deshalb auch das überlange Ende des letzten Tracks, der sich scheinbar von Dir entfernt, und dich einsam zurücklässt. Das war uns wirklich besonders wichtig, es war von Anfang an kein anderer Schluss denkbar. In soundtechnischer Hinsicht war wohl das wichtigste, ein gut produziertes Album hinzubekommen, welches möglichst viel „Ehrlichkeit“ und „Emotionalität“ behält.


Das neue Album ist komplett in Englisch eingesungen, fällt es leichter, Emotionen in einer anderen Sprache auszudrücken? Eigentlich sollte man ja das Gegenteil vermuten…

Hardy: Ja, wir werden das sehr oft gefragt, gerade im Ausland, wo man die deutsche Sprache ja gerade als sehr lyrische Sprache schätzt. Und es stimmt manchmal sogar, dass einem im Englischen einige Worte, die man benötigen würde, um das Gedachte richtig auszudrücken, schlicht und einfach nicht zur Verfügung stehen. Das hat aber auch seine Vorteile, denn man verzettelt sich nicht allzu sehr in Metaphern und bringt seine Gedanken dann auch besser auf den Punkt. Wir haben es einige Male versucht, auf deutsch zu schreiben, es hat aber einfach nicht zur Band, und dem, was sie verkörpert, gepasst. Ich denke wir schreiben deshalb eher mal einen Song auf spanisch als in deutsch. Die doch eher harte deutsche Sprache passt einfach nicht zu dem, was und vor allem wie wir etwas ausdrücken wollen. Wir fühlen uns da eher alter englischer Lyrik verpflichtet, was auch im Übrigen recht schwer umzusetzen ist, da vieles nicht der Grammatik des gepflegten Schulenglisch entspricht. Jeder der mal Blake, Byron oder Shakespeare im Original gelesen hat, weiß genau, was ich meine.


Nach nun mehr 6 Studio-Alben entwickelt sich wahrscheinlich auch ein gewisser Druck, noch besser, noch ausgefeilter, noch überzeugender am Vorgänger-Werk anzuknüpfen. Gibt es diesen Druck bei Euch? Wenn ja – wie geht Ihr mit euer eigenen Erwartungshaltung um?

Hardy: Es ist tatsächlich ein kleines Kunststück, mit den „alten“ Platten abzuschließen, um sich selbst bei der Arbeit zu einem neuen Album nicht zu sehr unter Druck zu setzen, weil man das vorangegangene Werk noch im Hinterkopf hat. Ich für meinen Teil ziehe an dem Tag, an dem ich das Master ans Presswerk aushändige, immer einen Schlussstrich unter dieses Album, denn dann ist dazu eigentlich auch alles gesagt. Vielleicht fiel es uns deshalb bis jetzt so schwer, übrig gebliebene Songs für die neue Platte nochmals aufzuwärmen. Erwartungshaltungen kommen doch eher von den Käufern selbst. Wir setzen und da eher weniger unter Druck. Ich würde sagen unser, Anspruch an unsere eigene Musik ist gewachsen. Jeder Song bekommt das, was er benötigt, um einen Platz auf dem Album zu „ergattern“.




Mit den neuen Stücken gibt ihr mehr und mehr auch von euch selbst preis, ist das manchmal ein Problem – sich so seelenoffen zu präsentieren?

Hardy: Auch wenn unsere Texte sehr metaphorisch gehalten sind, hat doch jeder Text einen sehr persönlichen Hintergrund. Aber ich denke, dass unsere Schreibweise sehr viel Spielraum für die Geschichte eines jeden einzelnen Hörers lässt und somit nicht all zu viel von einem selbst preisgibt, aber Songs offenbaren oft mehr von dir, als du eigentlich preisgeben möchtest.


Wie seht ihr selbst die Entwicklung des Dark Rock in der Szene momentan? Habt ihr das Gefühl, als gewachsene Band, euch gegen stark gehypte pop-gotisch angehauchte Bands verteidigen, behaupten zu müssen.

Robert: Als wir Ende der Neunziger Scream Silence gründeten, war der typische Gothic Rock ein eher „angestaubtes“ Überbleibsel aus den späten Achtzigern. Durch damals noch sehr vereinzelte innovative Bands bekam dieser Musikstil in den letzten Jahren als so genannter Dark Rock eine Renaissance und deutlich mehr Zuspruch. Wir haben immer versucht, diesem Musikstil neue Akzente hinzuzufügen und ihn so zu bereichern. Und ich denke auch, dass die Leute innerhalb, als auch außerhalb der Gothic Szene, zwischen innovativen, kreativen Musikern und plakativen „Möchtegerns“ sehr gut unterscheiden können. Gerade von diesen Leuten wird uns immer wieder klar gemacht, wo unser Platz in dieser Szene ist. Es macht dich irgendwann einfach stolz, dass du als Musiker für dein Gesamtwerk wahrgenommen wirst, und nicht für den „einen Single Hit“.


Gibt es ein Credo in der Band, ein Motto, das für Euch steht?

Robert: Uns war und ist immer sehr wichtig gewesen, sich als Künstler nicht in irgendeiner Form anpassen zu müssen. Aus diesem Grund haben wir auch im Jahr 2003 den Plattenvertrag der Columbia/Sony abgelehnt und uns damit gegen den ganz großen Ruhm zugunsten unserer künstlerischen Freiheit entschieden. Stattdessen unser eigenes Label gegründet, um einfach jeden einzelnen kreativen Prozess kontrollieren zu können und ohne Zeitdruck arbeiten zu können. Nichts wäre tödlicher für diese Band gewesen, als irgendein plakatives Image ohne jeden sinnvollen Inhalt.




Euer großer Traum mit Scream Silence?

Hardy: …war es eigentlich immer gewesen, den Leuten etwas mit auf den Weg zu geben, ihre Ansichten und Emotionen zu teilen. Und den träumen wir schon seit geraumer Zeit. Und trotzdem es ist immer wieder ein geradezu überwältigendes Gefühl, wenn man spürt, dass die Botschaft, die man wie eine Art Flaschenpost aussendet, angekommen ist.


Vielen Dank für das nette Interview!!!

Hardy: Wir danken Dir (lacht)

Autor: Jasmin Froghy, photos: Scream Silence, transl. K. Weber
Eingetragen am: 2007-06-02

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