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Turisas: Kein Bedarf für Glücksunterwäsche

Auf der Bühne kennt man sie nur als wilde Barbaren, die mit ihren mitreißenden Schlachtgesängen das Fußvolk in Blutrausch zu bringen vermögen. Im Backstage des Myötätuulirockfestivals entpuppt sich Warlord Nygård jedoch als ganz umgänglicher Zeitgenosse. Werfen wir nun einen Blick hinter die Kulissen oder was verbirgt sich wirklich hinter den pelzigen Outfits einer der zur Zeit erfolgreichsten Viking Metalbands.



Wir sind hier ja bei nem Festival, also fangen wir mal bei Festivals an. Ihr habt zum Beispiel dieses Jahr beim Rock am Ring gespielt, wie war das?
Es war nett, klar waren Rock am Ring und Rock im Park beides große Shows. Wir haben recht früh auf der dritten Bühne gespielt, aber es war trotzdem schon richtig, richtig voll – beide Shows. Riesenpublikum, aber wir haben nur etwa 30 Minuten gespielt – ziemlich kompakt, vier Songs.

Mochten die Leute euch, denn ich glaube, dass man bei diesen Festivals nicht wirklich viele Metalleute dabei hat?
Sie waren richtig begeistert. Ich glaube, es ist gut, viele Festivals zu spielen, die nicht rein Metal sind, weil man dann zu einem Publikum spielen kann, das einen noch nie gesehen hat, noch nie von einem gehört hat. Es ist anders als, wenn man beim Wacken oder so was spielt, dort ist es so, dass die meisten Leute schon von der Band gehört haben und die Band kennen und kommen, um sich die Band anzusehen. Ich denke, es ist cool, wenn man einfach auf die Bühne gehen und ein Publikum mitreißen kann.

Was macht dir mehr Spaß, Festivals oder Klubshows?
Hmm, da muss ich sagen Klubshows, weil es doch irgendwie deine eigene Produktion ist, deine eigene Show und man hat mehr Kontrolle, wohingegen Festivals, da kommt man einfach irgendwohin und muss dann mehr oder weniger damit leben, was man kriegt, in jeglicher Hinsicht. Natürlich kann man auf Festivals auch ein Publikum erreichen, welches nicht nur für deine Band das ist; in dieser Hinsicht ist es natürlich auch anders. Also es ist toll für Leute zu spielen, die ein Ticket gekauft haben und nur für deine Band gekommen sind, aber auf Festivals zu spielen ist auch gut, weil man da auch die andere Seite der ganzen Sache kriegt.

Das letzte Mal habe ich euch auf der Finnish Metal Expo live gesehen und dort hattet ihr Feuer, Pyro und Tänzerinnen. Habt ihr so was heute/auf Festivals auch?
Heute haben wir ein recht einfaches Setup, nur die Band. Nicht mal Feuer, das würde im Tageslicht einfach nur albern aussehen.

Aber ist es nicht Teil des ganzen Turisas Erlebnisses?
Ja, aber wir wollen nicht...es scheint, als ob es...man macht so viel Zeug und dann erwarten die Leute es und dann wird es irgendwie wie ein Zwang, man muss es überall machen. Wir wollen uns darauf nicht wirklich einlassen, weil ich glaube, dass die Band definitiv stark genug ist, eine Show zu spielen, wie wir es letztes Wochenende beim Rock am Ring oder so gemacht haben, eine Show als die Band selbst zu spielen, ohne jegliche Extras. Das werden wir auch heute machen, bei einigen Festivals im Sommer werden wir etwas mehr haben.



Wie entstehen denn die Ideen für eure Shows?
Es sind immer ein bisschen, mehr oder weniger, spontane Ideen. Ganz klar, haben wir jetzt schon ein paar Sachen ausprobiert, also haben wir ein gewisses Muster, was wir machen, ob wir Pyros und so was machen wollen. Das macht die ganze Sache etwas leichter. Ich denke, weißt du, die Entscheidung, wo wir was machen beruht in erster Linie darauf...ob es logistischen und finanziellen Sinn macht und dann auch, ob wir glauben, dass es etwas zur Show beitragen kann, dass es passt, aber zum Beispiel diesen Pyrokram bei Tageslicht zu machen, wäre ein bisschen Verschwendung. Die Shows, bei denen wir das in diesem Sommer machen, sind eher die Shows, bei denen wir in der Nacht spielen.

Ein weiterer Aspekt eurer Show ist euer eigenes Erscheinungsbild mit all den Kostümen und Make Up. Habt ihr je einen Gig ohne gespielt oder falls eure Koffer auf dem Flughafen verloren gingen, würdet ihr dann den Gig eher canceln?
(lacht) Ich glaube, wir würden wahrscheinlich absagen, wir müssten sehen, was wir noch machen könnten, aber wenn alle Koffer verloren gingen, dann wären wir in einer ziemlich schwierigen Lage. Es ist mal passiert, vor langer Zeit (lacht)...damals hatten wir noch kein Album draußen und unser früherer Keyboarder hatte sein Gepäck zu Hause vergessen oder so. Und wir sollten einen Gig in Helsinki spielen, auf dem Weg fiel ihm auf, dass er seine Sachen gar nicht dabei hatte, also hielten wir an und er machte einen verzweifelten Versuch, so was wie einen (lacht) Hawaiirock aus Bambus [Bast], aber in einer finnischen Version mit Zweigen aus dem Wald zu basteln. Einfach irgendwas genommen und daraus etwas gebastelt (lacht). Na ja, offensichtlich hat es nicht ganz hingehauen und letztendlich spielte er die Show nackt (lacht). Das war an sich schon lustig, aber ich glaube, dass wir wahrscheinlich nicht noch mal so weit gehen werden.

Sind eure Kostüme eigentlich aus echtem Fell?
Ja, zum Großteil.

Von welchem Tier?
Ich weiß nicht, wie der Name auf englisch ist; es ist „supikoira“ auf finnisch. Keine Ahnung, ob es Waschbär ist oder so was, keine Ahnung wie es heißt [es ist ein Marderhund, sieht einem Waschbär sehr ähnlich]



Habt ihr deshalb schon mal Ärger mit Tierschützern gehabt?
Ich bin kein großer Fan von diesem ganzen...Pelz zu tragen, um eine feine Dame zu sein oder so. Aber ich glaube, weiß du, für mich persönlich rechtfertige ich es mehr oder weniger auf die Art, dass wir es getragen haben...ich meine, die Stücke aus echtem Fell, die wir haben oder Leder oder so was sind die gleichen seit dem die Band besteht. Wie wir es gekriegt haben war so, eine Fabrik, die diese Pelzsachen macht, hatte einen Unfall mit einem Leck oder so. Sie hatten also eine große Menge an Material, das kaputt war, sie konnten es nicht mehr verwenden, also haben wir eine Haufen davon bekommen und es war offensichtlich zu diesem Zeitpunkt schon tot und gekillt. Es wäre sonst einfach nur in den Müll geworfen worden. Ich glaube daran, dass wenn man etwas von einem Tier nimmt, dann sollte man es zumindest so gut nutzen, wie es geht und es nicht einfach wegwerfen, nur weil es etwas Wasser abgekriegt hat.

Wie viel Zeit braucht ihr, um euch für eine Show fertig zu machen?
Früher war es mal mehr, weil wir solch katastrophalen Setups hatten. Es ist besser geworden, weil wir jetzt schon so viele Shows gespielt haben, klar lernt man, dass diese Sache nicht so richtig funktioniert, also muss man eine Lösung finden, wie man es besser machen könnte und jetzt ist es etwa, ich glaube 45 Minuten. Es waren mal 1,5 Stunde, also haben wir es um die Hälfte reduziert, aber ich glaube, wenn wir es richtig eilig haben, könnten wir es auf 30 Minuten runterschrauben, wahrscheinlich sogar mehr.

Habt ihr irgendwelche Rituale vor der Show wie zu den Göttern beten oder so was?
Nichts derart ausgefallenes. Ich denke das Ritual [ist] die Kostüme anzuziehen, vor jeder Show. Also wir fangen mehr oder weniger eine Stunde bevor wir auf die Bühne gehen an, uns für die Show vorzubereiten und das ist etwas, das...weil es etwas ist, das wir immer gemacht haben; es ist etwas, das mit allen Shows verbunden ist, auch wenn es nur etwas ist, das man eben macht, aber es ist dennoch mehr oder weniger der Moment, wo die ganze Band zusammen kommt. Es ist nicht so, dass jeder an der Bühne auftaucht und Hallo sagt. Es ist mehr oder weniger ein gutes Ritual in einem guten Sinn. Ich denke, wir versuchen, diese Sache zu vermeiden, die manche Bands haben, diesen Moment kurz bevor man auf die Bühne geht, alle zusammen und bla.

Wie Hände halten…
Ja, Hände halten und so was. Wenn es so weit kommt, dass man seine Glücksunterwäsche dabei haben muss oder so, damit man etwas hinkriegt, dann an dem Tag, an dem du deine Glücksunterwäsche vergisst, nur weil es in deinem Kopf ist, wirst du´s versauen. Ich denke, wir versuchen daher solche Hände-halt-Momente zu vermeiden.



Ihr seid auch außerhalb von Finnland recht erfolgreich, kam das für euch eher überraschend oder ist es alles Teil des Masterplans?
(lacht) Alles ist Teil des Masterplans, du hast bisher nur die Spitze des Eisbergs gesehen, ha. Natürlich, ich meine insbesondere Großbritannien... ich denke, alles ist irgendwie geplant gewesen, es war nicht so „oh, es ist einfach passiert“ weil wir dort viel gespielt haben, wir haben in Großbritannien viel Pressekram gemacht und die Presse an sich ist ohnehin sehr schwierig in Großbritannien. Es war, weißt du, ein langfristiger Plan, aber ich glaube dennoch, der Erfolg in Großbritannien an sich war schon ein wenig überraschend für uns, ich glaube auch, für alle anderen, weil der britische Markt normalerweise doch ein bisschen schwierig ist. Das erste, woran man vor ein paar Jahren sicherlich nicht gedacht hätte, ist, dass eine Band wie diese tatsächlich so was wie Mainstream Erfolg in einem Land wie Großbritannien haben könnte.

Glaubst du, es hatte auch etwas mit dem Erfolg von Lordi zu der Zeit zu tun?
Ich meine, ja, wir haben eine kleine Supporttour mit Lordi in Großbritannien gespielt, kurz nachdem sie den Eurovision gewonnen hatten. Natürlich hat uns das auch Gutes gebracht, aber ich denke, dass Lordi etwas war, was passiert ist und dann weg war. Ich meine, ich hab keine Ahnung, was sie zur Zeit machen, wahrscheinlich in Amerika spielen oder so. Natürlich, war es etwas, das angesagt war und dann ist es einfach verschwunden. Es ist Teil davon, aber ich glaub nicht, ich meine...die Tatsache, dass wir zum Beispiel...in New York haben wir für Rock Sound ein Photoshoot gemacht und sie haben den Fotografen extra einfliegen lassen, um den Photoshoot in New York zu machen – das war sehr beeindruckend. Und in der Lage zu sein in Metal Hammer und Kerrang gefeatured zu werden, ist etwas, womit, glaube ich, Lordi nicht wirklich viel zu tun hat.

Glaubst du, dass Leute, die überhaupt keine Ahnung von Wikingergeschichte haben, etwas mit den Songs anfangen können?
Ich glaube, dass die meisten Kerrang Leser keine verdammte Ahnung von Wikingergeschichte haben (lacht). Es ist nicht so leicht auf diesem Gebiet zu arbeiten, weil es ganz schnell auch zu einem Abtörner werden kann, wenn man auf gewisse Weise zu „geeky“ wird, derart, dass man eine Konzeptplatte hat mit historischen Konzepten und alles ist irgendwie... man muss eine Million Sachen verstehen, damit man überhaupt erst etwas mit der Platte anfangen kann. Aber ich glaube, auf der Platte haben wir zuallererst geplant...ja, es hat ein Konzept und es stecken Ideen dahinter, aber wir wollen dennoch ein Album mit richtigen Songs machen, also funktioniert es auch als Rockalbum als solches. Das ist, denke ich, das Wichtigste, denn sonst wird es zu einer, du weißt schon...25 Track Rockoper mit Konzepten von hier und da und vielen Zwischenstücken und dies und das und so was ist normalerweise einfach nur ein Durcheinander.



Ist es für dich einfacher, über historische Ereignisse zu schreiben, als über persönliche Erfahrungen?
Ich glaube, diese historische Sache ist einfach nur ein Rahmen, mit dem es irgendwie einfach ist, zu arbeiten, aber einen auch auf keine Weise einschränkt. Ich bin in der Lage über so ziemlich alles zu schreiben, im selben Rahmen; es ist nur, weißt du, es ist nur so was wie ein Ansatz, wie man es machen kann, aber alles ist immer noch möglich. Wenn ich zur heutigen Weltpolitik oder so was Stellung nehmen wollen würde, wäre das trotzdem möglich. Mit so was zu arbeiten...ich empfinde es als gute Inspirationsquelle.

Gibt´s Neuigkeiten von eurem verloren gegangenen Akkordeonspieler?
Yeah, das war Anfang des Jahres, im Januar oder so. Der Akkordeonspieler war schon immer eine etwas interessante Gestalt, hehe, sozusagen. Er ist irgendwie abgehauen und wir haben nie wieder von ihm gehört. Wir standen kurz vor dieser Europatour und dann nach der Paganfest Tour in den Staaten mussten wir schnell ein paar Entscheidungen treffen und haben entschieden, dass wir nicht mit jemanden arbeiten können, der einfach abhaut und verschwindet. Also haben wir Netta geholt; sie ist eine junge, blonde, weibliche Akkordeonspielerin und sie ist echt gut und das ganze Team arbeitet jetzt sehr gut zusammen. Ich bin sehr glücklich mit der Situation so wie sie ist.

Schreibt ihr denn schon an neuem Material oder was sind eure Pläne für die Zukunft?
Zur Zeit spielen wir, ich meine, wir haben, glaube ich , dieses Jahr schon 70 Shows gespielt, was schon eine ganze Menge ist, denke ich. Wir haben wohl in diesem Jahr noch in etwa genauso viel vor uns, wir sind also ununterbrochen auf Tour. Jetzt ist grad Sommerfestivalsaison, das ist ein bisschen relaxter, wir spielen nur an Wochenenden und wir haben sogar die Möglichkeit zwischendurch nach Hause zu fahren. Aber im September gehen wir mit DragonForce auf Tour in Irland und Großbritannien und dann haben wir geplant zurück in die USA zu gehen, wahrscheinlich für den Rest des Jahres und ich denke, zur Zeit sind wir so mit touren beschäftigt, dass die neue Platte noch nicht passieren wird. Aber ich bin nicht, weißt du, beunruhigt deshalb, weil es für uns derzeit mehr Sinn macht, zu touren und die Shows zu spielen, die wir kriegen und wir werden am nächsten Album arbeiten, sobald wir Zeit dafür haben.

So, vielen Dank für das Interview!
Danke!





Autor: Kathleen Gransalke, photos: Sandy Mahrer
Eingetragen am: 2008-07-07

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