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Emil Bulls - Querdenker ohne Kompromisse

Die Emil Bulls sind in der Stadt. Genau wie sie von ihrer Musik sagen, sie sei eigen, kreativ und vielschichtig, so sind es auch ihre Ansichten über unerfüllte Träume, Politik, den Sinn der Musik, andere Zeiten und andere Bands. Die Emil Bulls, dass sind: Christoph "Christ" von Freydorf (Gesang), Stefan "Fab" Grinauer (Drums), Jamie "Citnoh" Richardson (Bass), Stephan "Moik" Karl und Christian "Chrissy" Schneider (Gitarren). Bis auf ihren Drummer, der leider krank war, stellte sich die ganze Band dem STALKER-Interview.



Was ist für euch das Schönste am Touren?
Christ: Sicher nicht irgendwie das Fahren, sondern einfach das Live-Spielen. ´Ne Tour ist ja sonst nicht so spannend, du sitzt den ganzen Tag eigentlich nur rum, wartest, gibst ab und zu mal ein Interview, dein ganzer Tag, dein ganzes Leben besteht dann eigentlich nur darin, dass du dich auf die Stunde oder die anderthalb Stunden freust, wo du spielst, und die entschädigen dann aber auch komplett für die ganze Warterei und die Langeweile. So seh´ ich das, die anderen gehen ab und zu mal in irgendwelche Läden, z.B. hier in Hamburg.



Ihr sagt in einem Interview, NuMetal sei der „Schwarze Peter“, den sich die Bands gegenseitig zuschieben. Was meint ihr hat dazu geführt, dass NuMetal eine beleidigende Kategorisierung geworden ist?
Christ: Ich seh´ die Kategorisierung gar nicht als beleidigend, es ist nur so, dass das von der Presse auf einmal - von irgendeinem Magazin wahrscheinlich - mal als Beleidigung tituliert wurde. Im New Metal sind die Bands mittlerweile so groß, dass die in fünf oder zehn Jahren immer noch da sein werden, ich kann mir nicht vorstellen, dass Bands wie Korn auf einmal nicht mehr da sein werden. Das einzige Problem, das wir mir New Metal haben, ist, dass wir immer in diese Schublade reingeschmissen wurden, aber unserer Meinung nach gar nichts mit New Metal im klassischen Sinn zu tun haben.
Crissy: Es geht halt darum, dass wenn man Musik macht, es mehr als eine Kategorie ist, gerade bei den Emil Bulls, wir sind ja sehr facettenreich und vielseitig und dann ist es schwierig zu sagen: „Ja, das ist halt ne New Metal Band“. Es geht darum, dass man nicht gerne in Schubladen gesteckt werden will.
Christ: Aber was ist denn jetzt aus New Metal geworden? Sagen wir mal der neue Hype ist jetzt Hate Core? (Nach Zurufen der anderen) Metal Core? Das ist, glaube ich, die furchtbarste Musikerfindung seit … was weiß ich. New Metal war im Gegensatz zu dem einfach sehr kreativ, weil diese ganzen Bands – ich will hier jetzt keine Namen nennen und ich kenn die auch alle gar nicht, aber ich höre das, wenn ich abends in Clubs gehe - die schreiben halt alle einen Song, da gibt es ein Schema F, alles wird geschrien, dann kommt ein schöner Refrain und `ne Double-Bass und das war`s dann. Ich finde das fürchterlich. New Metal muss zurück, weil das noch kreativ und einfallsreich war …
Chrissy: Eigentlich braucht man einfach mehr Rock …
Christ: Ja, mehr Rock, ja, ja.
Chrissy: Ja, Rock ist wichtig. Rock ist unglaublich.



Für wie sinnvoll oder nicht sinnvoll haltet ihr das Schubladendenken generell? Hat es in Bezug auf Musik auch positive Aspekte, oder nervt es die Musiker nur, so kategorisiert zu werden?
Chrissy: Das geht gar nicht für mich. Man schränkt sich halt einfach so ein. Das ist, als wenn man eine Speisekarte hat, und dann gibt es nur eine Sache. Das geht halt nicht.
Christ: Ich glaube Schubladen wurden auch nur von der Presse erfunden, z.B. von Magazinen – das eine ist halt ein Metal Magazin und das andere ein Alternative Magazin – damit sie sich ihre Bands da rein klauben können, und außerdem von Plattenläden, sonst gäbe es ja keine Alternativ Abteilung, keine Punkrock Abteilung, keine Metal Abteilung, da würden wir ja in Teufels Küche kommen, da würden wir ja nix mehr finden (allgemeines Gelächter)
Moik: Ja, in Deutschland muss alles klar geregelt sein.
Christ: Genau in dem Moment, in dem eine Band geboren wird, wird schon entschieden, in welche Kategorie bzw. Kaste du reingeschmissen wirst und da kommst du dann auch nie wieder raus.



Gibt es irgendeine Stilentwicklung bei euch, so dass man sagen kann, eure Musik wird tendenziell härter bzw softer, oder variiert das von Album zu Album oder sogar von Song zu Song?
Chrissy: Ich würde sagen eher von Song zu Song. Ich empfinde das nicht von Album zu Album. Wir sind `ne ziemlich vielschichtige Band, die auch schöne Melodien macht und dann passiert das halt auch mal, dass ein ruhiger Song rauskommt, aber warum nicht. Wenn er gut ist, hat jeder Song seine Berechtigung.
Citnoh: Es fängt ja mit dieser Kategorisierung an, eben wenn man eine Band gründet – wir wurden halt in die New Metal Schublade gesteckt und das heißt natürlich auch, dass wir von vornherein `ne harte Band sind. „Sein müssen“ praktisch. Ich finde es aber scheiß egal, ob ein Song jetzt hart oder soft ist, es ist ein Song, und wenn er geil ist, dann ist er geil. Und so ist eigentlich auch unsere Band, deswegen sind wir einfach auch vielschichtig, wenn wir einen Song haben und der ist geil, diskutieren wir nicht darüber, ob er hart sein muss.

Wovon handeln die Texte auf „The Southern Comfort“?
Christ: Ziemlich viel von der Zusammengehörigkeit in einer Band und einem sehr großen Wir-Gefühl und einem neugewonnenen Selbstbewusstsein der Gruppe.

Habt ihr irgendeinen politischen Text? Wenn nein, warum nicht?
Christ: Wir hatten noch nie politische Texte, werden wahrscheinlich auch nie politische Texte schreiben, oder zumindest werde ich keine politischen Texte im Kontext Emil Bulls schreiben, weil ich meine Musik nicht als Sprachrohr verwenden will oder ich kein Sprachrohr sein will, das anderen Leuten irgendwie `ne Meinung aufdrückt, die Leute sollen, wenn sie Musik hören, einfach fühlen und ihnen soll nichts befohlen werden, dass ich irgendwie sage: „Hey, ihr müsst das und das wählen, ihr müsst das und das gut finden, das und das scheiße finden“, das mag ich einfach nicht. Das machen andere Bands schon zur Genüge und die können das auch sicher viel besser, als ich das ausdrücken könnte. Deshalb lass ich das lieber.



Was denkt ihr, kann man mit Musik alles erreichen?
Christ: Man kann Leben verändern, man kann Leben retten, man kann (zögert einen Moment) Leben zerstören. Hauptsächlich glaube ich, Gefühle kann man herstellen und erzeugen. Man kann Leute auch von einer Sekunde auf die andere aggressiv machen, aber auch im positiven Sinn, dass die sich denken: „Ich war den ganzen Tag gestresst, ich war die ganze Woche gestresst, ich geh jetzt auf ein Bulls Konzert oder auf irgendein Konzert, wo es ein bisschen härter zur Sache geht, und lass einfach mal alles raus.“ Ich hab schon Leute bei unseren Konzerten weinen gesehen. Das ist dann ganz toll. Das finde ich viel geiler, als wenn die sich da unten die Fresse einschlagen. Die sollen lieber alle kollektiv weinen. Ne, echt, das ist geil.



Welche ist eurer Meinung nach die unsinnigste oder skurrilste Band, die überhaupt existiert?
Christ: Woahh, ey woahh, warte mal. Muss man dazu jetzt was sagen, also … ?!

Das wäre schön!
Christ: Dann muss aber jeder eine sagen! Unsinnig im Sinne von nutzlos??


Christ: Alle Bands, die annähernd etwas mit Ska oder Reggae zu tun haben.
Chrissy: Das sagst du jetzt!!!
Christ: Ja, ich sag ja, dass jeder was sagen muss.
Citnoh: Skurril finde ich solche Sachen wie damals in den 90ern, als diese Dance Floor Welle war, z.B. einen Akt, der hieß E-rotic. Die hatten so Songs wie „Max, don`t have sex with your ex“ oder so was. Also, das halte ich für sehr skurril und auch sehr unsinnig (lacht).
Moik: Mir fällt eigentlich nix ein.
Chrissy: Grundsätzlich würde ich sagen: Alles, was nicht gut ist.

Wie definierst du das?
Chrissy: Na ja, es muss einen halt irgendwie ansprechen, und wenn es das nicht tut, dann ist es halt auch unnütz. So würde ich das sagen. Und skurril?! Ich finde halt so wenig skurril und skurrile Sachen find ich dann meist auch gleich geil (lacht).
Christ: Du musst mal Deichkind mit neuem Programm sehen, das ist absolut skurril und völlig wahnsinnig, aber total geil. Also, im positiven Sinne.



Was wärst du von Beruf, wenn nicht Musiker?
Christ: Ich glaube, ich hätte irgendeine Sportlerkarriere eingeschlagen.

In welche Richtung?
Christ: Alles. Ich kann alles. Ich konnte alles (lacht). Vielleicht Fußball oder Snowboarden noch eher. Gott. Weiß ich nicht. Will ich auch gar nicht wissen, weil ich eigentlich auch nur das machen will.
Moik: Jaaa, ich denke entweder Koch oder Kindergärtner.
Chrissy (wie aus der Pistole): Jaaa, Koch!!! (alles lacht). Das hätte ich zumindest versucht, weil ich finde, die wahren Rock`n`Roller auf dieser Welt sind gute Köche.
Citnoh: Ja, bei mir ist es dasselbe wie beim Christoph, ich hätte wahrscheinlich versucht, eine sportliche Karriere einzugehen mit Basketball, das habe ich vor der Musik gespielt.



Du kannst eine Zeitreise machen. Welche Zeit würdest du erleben wollen?
Christ: Ich wäre gerne eine Rock`n`Roll Band der siebziger Jahre, da ging es, glaub ich, voll ab. Da gab es noch Groupies und so was.

Ihr habt in einem anderen Interview gesagt, dass ihr die Groupie Fragen nicht mögt …, weil ihr keine habt?
Christ: Na ja, es gibt keine. Ich hab ja aber auch ne Freundin, da bin ich ganz froh, dass es so was heute nicht mehr gibt.
Chrissy: Ich würde, glaube ich immer einen Tag in jedem Jahrhundert haben wollen.
Moik: Ähhh (auf das allgemeine Drängeln): Ich hab halt auch mehrere. Wilder Westen wäre interessant … ja, der Wilde Westen, der fängt gleich hinter Hamburg an. Ja, schwierig. Also, Wilder Westen auf jeden Fall und vielleicht noch so … (plötzlich): Ritter! Ritter wäre ich auch gern. (langes Gelächter)
Citnoh: Ich würde mich auch gern so in den 70ern aufhalten, aber vielleicht auch so in den 20ern. Damals sah halt alles einfach stylisch aus.



Du kannst einen Tag lang eine Person deiner Wahl in Ihrem Alltag begleiten. Wen suchst du aus?
Chrissy: Dave Grohl, der Foo Fighters Sänger.
Citnoh: Meine Freundin. Aber die ist nicht berühmt.
Moik: Ich würde Franz Beckenbauer gern nächstes Jahr beim WM Finale begleiten.

Was ist dein stärkster Charakterzug?
Christ: Um Gottes Willen. Ich weiß nicht, ob das stark ist, aber ich will, dass alles immer perfekt ist.
Chrissy: Humor.
Moik: Ich nehme auch Humor!
Citnoh: Objektivität.

Wo liegen deine Schwächen?
Christ: Ich komm zuerst und geh zuletzt.
Chrissy: Oaahh … ich wird zu schnell grantig.
Moik: Ich bin jähzornig.
Citnoh: Ich grübele sehr viel.




Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du privat damit machen?
Christ: Ach, da muss man doch sagen, sich was anderes als zu wünschen als gesund zu bleiben und sich selbständig ernähren zu können, kann man sich nicht wünschen.
Chrissy: Eine Insel!
Christ: Toll und dann hast du keine Nahrung und kein Wasser.
Chrissy: Na, ne Insel halt, da ist ja dann alles mit drin. Ne, stimmt gar nicht, am allerliebsten hätte ich die Kneipe „At Fleischberg`s“.
Moik: Ich hätte lebenslänglich gern einen eigenen Koch, der immer da sein muss, wenn ich Hunger habe.
Citnoh: Dass ich glücklich bin.

Gibt es Dinge, die du unbedingt sehen, erleben, ausprobieren möchtest? Habt ihr eine Art Liste im Kopf?
Christ: Ein Soloalbum.
Chrissy: Eine – mehrere Welttourneen. Nur eine ist ja doof.
Moik: Familie gründen.
Citnoh: Nö, ich schau einfach, was passiert.



Engagiert ihr euch für irgendwelche Projekte – musikalischer oder sozialer Art? Oder in Kombination?
Christ: Sozialer Art eher nicht, aber ich habe ein Soloprojekt, das nennt sich Flamingo. Dann hatten wir mal, was wir auch wieder ins Leben rufen müssen eine Stoner Schweine-Rock Band, die sehr geil war, aber leider aus Zeitgründen gerade auf Eis liegt. Hm, Projekte … ja, wir unterstützen gemeinsam einen Fußballverein, den MV Pullach, die spielen mit Emil Bulls Trikots, die wir ihnen gesponsert haben.
Citnoh: Es gibt mehrere Projekte noch, so um die Band herum. Z.B. die Augustiner Puppenkiste, da ist der Herr Moik der Kapellmeister und wir machen schöne, nette, gute Musik, rund um die Einnahme von alkoholischen Getränken.

Gibt es eine bestimmte Musik, die euch immer gute Laune macht?
Christ: Bei mir ist das gerade Sido (allgemeines Gelächter)
Chrissy: Ich kriege immer gute Laune, wenn ich die letzte Morrissey Platte höre.
Citnoh: Bei mir ist es im Moment auch diese neu florierende Welle von deutschem Asi-Hip Hop, die ja gerade extrem erfolgreich ist, aber das beste ist immer noch gleich nach dem Aufstehen erst mal voll laut Meshuggah hören.




Autor: Lisa Bruchwitz, Photos: Kim Gerdes Translation: Kathleen Gransalke
Eingetragen am: 2005-09-15

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