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Survivors Zero: Ein guter Tag zum Sterben

Findest du, dass alles was nur annähernd wie ein Klavier bzw Synthesizer aussieht oder klingt, in einem Genre wie Metal nichts verloren hat? Dann wirst du an diesem Act wahrlich deine Freude haben, der erst unlängst am finnischen Metal-Firmament erschien. Obgleich jung an Jahren als Band, bringen die einzelnen Bandmitglieder viele Jahre Erfahrung mit ein, von Bands wie z. B. Scourger, Deathchain oder Finntroll: Tommi Virranta – voc, Seppo Tarvainen – dr, Sami Jämsén – git, Jani Luttinen – git and Tapio Wilska - bass+voc.. Der letztgenannte dieser Metal-Veteranen fand die Zeit, sich STALKERs neugierigen Fragen zu stellen...

Ein Kumpel aus Österreich war schwer begeistert, dass es endlich eine finnische Band gibt, die KEINE Keyboards verwendet und, wie er es ausdrückte, „richtigen Metal“ spielt. Würdest du auch euren Stil als „untypisch“ für die finnische Metalszene betrachten?
Nicht wirklich. Es stimmt, dass die meisten international beachteten finnischen Bands einen eher Keyboard-lastigen Sound haben, aber das ist keinesfalls repräsentativ für die finnische Szene, oder was es da noch alles gibt. Es gibt hier einige gute Bands, die voll draufhauen ohne Synthiegenudel oder Akkordeon und Elfenohren. Aber es liegt wohl an den Zuhörern, um zu entscheiden, ob unser Sound eher COB oder Ensiferum nahesteht oder als eigenständig hervorsticht. Wir schreiben einfach nur Musik, die für uns relevant und gut ist und versuchen, unsere Musik originell klingen zu lassen und spielen das, was ganz natürlich dabei rauskommt.


Die Band wurde formiert, weil Mastermind Sami Jämsen die Schnauze voll hatte von der finnischen Musikszene, was lief da schief? Wer oder was war schuld?
Ich persönlich brauch keine Schuldzuweisungen. Sami war glaube ich unzufrieden mit dem meisten, was damals aus Finnland kam, was den Stil und die Qualität betraf, und vielleicht ist er es immer noch. Er ist ein ernsthafter und harter Kerl, brutal offen. Meiner Meinung nach ist die finnische Szene eigentlich verdammt gut derzeit, abwechslungsreich, und hat so viele tolle Bands hervorgebracht. Aber Sami hat eben seine eigene Vision, was seine Band bieten sollte, und ich glaube, so langsam mit der Zeit kommen wir da hin.

Da einige der Mitglieder ja nicht wirklich unbekannt in der Metalszene sind, hat die Band gleich vorweg Aufmerksamkeit erregt. Hat das nun mehr Druck verursacht oder die Sache vereinfacht?
In diesem Business bist du grade so gut wie das Letzte, was du gemacht hast. Offensichtlich hat es uns viel geholfen, dass es viel Know-how in der Band gab, was z.b. den Aufnahmeprozess betrifft, und dass alle schon ihre Hörner abgestossen haben, also konnten wir eine Menge von dem anfänglichen Bullshit vermeiden, den andere Bands kaum umgehen können. Und es gab schon vorab ein Netz an Verträgen. Aber wenn du dem ganzen auf den Grund gehst, es spielt nicht wirklich eine Rolle, was du in deinen vergangenen Leben getan hast, es zählt nur das Material, an dem du gerade arbeitest.

Euer Debutalbum CMXCIX kam unlängst raus, und die römischen Ziffern lassen sich als 999 übersetzen – ist das nun so offensichtlich wie die umgekehrte „ number of the beast“, oder steckt da was anderes dahinter?
Die wichtigste Bedeutung des Namens ist ein nettest Stück Geschichte hinter dem Albumkonzept. Das Jahr 999 war das erste, wo es überall in der christlichen Welt die Panik gab, dass Armageddon naht. Überflüssig zu erwähnen, dass es nicht geschah. Alle Religionen, besonders das Christentum, hat seitdem viele mögliche Daten fürs Weltende ausgegeben, Harmageddon, die Entrückung, herausinterpretiert aus den Texten der Offenbarung. Das lässt sich gut in das Thema der Texte einbinden, nämlich die von Menschen geschaffenen Religionen und die modernen religiösen Sekten. Drücken wir es so aus, ich halte sicher nicht bis 2012 den Atem an. Oder vielleicht lieg ich falsch und die Annunaki vom Planeten Nibiru werden WIRKLICH kommen und die Erde erobern, oder die Entrückung tritt ein und nimmt alle bibelschwingenden Texaner und Islam-Hardliner mit sich, und wir bleiben hier zurück.


Die Texte drehen sich ziemlich konsequent um Satan, was war da die Inspiration?
Quatsch. Naja, nicht wirklich... es mag auf den ersten Blick den Anschein haben, dass es sich um satanistische Texte handelt, aber wenn du genauer hinsiehst, verstehst du vielleicht besser, was dahintersteckt. Ich bin definitiv ein Atheist, aber für den Künstler bietet die Bildsprache der dunklen Seite eine Menge an, was ich ausdrücken will. Daher sind die Texte nicht wirklich satanistisch, sondern anti-religiös und anti-dogmatisch. Der Symbolismus des Charakters Satan als Dissident, der gefallene Engel, der Gegner fasziniert mich und hat mich schon immer gefesselt. Ein Grossteil der Lyrics sind sowas wie ein Manifesto von mir und Tommi, was wir von der Welt halten. Du kannst auch politische Kommentare finden, wenn du´s genauer durchliest... Aber um die Death Metal Tradition hochzuhalten, gibt es auch den üblichen Massenmörder-Song, als Hommage an Klassiker wie Macabre oder Obituary…aber in meinem Stil ist es wohl ein bisschen abstrakter geraten. Eher “Henry Lee” als “Fucked With A Knife”.

Glaubst du an eine Hölle, die schon auf dich wartet, wenn du gestorben bist?
Natürlich nicht. Auch nicht an den unsichtbaren Wolken-Papi da oben. Worüber ich mir aber noch nicht ganz im klaren bin, ist die Frage, ob es eine Weiterexistenz der Energie nach dem Tode gibt. Die wahrscheinlichste Möglichkeit ist, dass ich in den grossen Zyklus des Leben und Todes eingehe, und nachdem alle lebenserhaltenden Systeme aufhören, langsam entschwinde. Als begeisterter Naturalist finde ich diesen Gedanken eher beruhigend und wundervoll. Aber diese Idee von personalisierten Gottheiten finde ich ziemlich deprimierend, nach all dieser langen Geschichte brauchen wir noch immer solche spirituellen Krücken. Dieser Einfluss von Wüstenreligionen aus Abrahams Zeiten auf die westliche Kultur macht mich krank und traurig. Ich glaube, wir hätten uns schon weiter über diese patriarchalischen, frauen- und lebensfeindlichen, inhumanen und traurigen Traditionen hinaus entwickeln sollen.

Welchen Einfluss hatte Schnaps auf die Platte? Es gab da sehr viele Anmerkungen im Innencover, was Alkoholgenuss betrifft ...
Wir trinken, um uns zu entspannen, um nach dem Spielen ruhiger zu werden. Wir waren definitiv nicht sturzbetrunken im Studio, und das Album wäre nicht so ausgefallen, wenn wir alle hinüber gewesen wären. Aber Alkiohol ist gut zum Entspannen, wenn die Arbeit getan ist.


Wie wäre das Album ausgefallen, wenn es nur “limsa” (= Limonade) gegeben hätte?
Genau so, denn das war mehr oder weniger der Fall. Es ist ein romantischer Gedanke, dass ein Chaos der Sinne bessere Kunst hervorbringt, aber leider bringt es grade mal langweilige talentlose Musik und Hippiebullshit hervor. Die Burroughses, Bukowskis und Rimbauds sind selten. Derartige Musik zu machen ist physisch anstrengend, also muss der Alkoholkonsum ausserhalb des kreativen Prozesses stattfinden. Aber ich glaube, ich hab da ein paar Texte in ziemlich üblem Zustand verfasst – ich war da ziemlcih betrunken ...

Warum spielt Alkohol im Leben der Finnen generell so eine grosse Rolle?
Die Gene, kulturelles Erbe, wie wir erzogen wurden. Vergiss nicht, dass Finnland bis zu den 80er und 90er Jahren eine ziemlich abgeschottete Gesellschaft mit Lutheraner-Wertvorstellungen war, mit Alkohol als Tabuthema. Andererseits gibt es diesen grossen slawischen Einfluss auf unsere Kultur. Wir trinken, wenn wir glücklich sind, wir trinken, wenn wir traurig sind.

Die Musik lässt sich wohl am besten als Old School Death Thrash Metal beschreiben – ist es al ob ihr musikalisch eher 2 Schritte zurück als vorwärts macht, was Neues entwickelt, was man vorher noch nicht gehört hat?
Nein, nicht wirklich. Ich sehe es so, dass ich meine musikalischen Wurzeln nutze, welche in den 80ern sitzen,und das mit den Death Metal Traditionen zu mischen, um etwas zu erschaffen, was vielleicht nicht total was Neues ist, aber zumindest direkt vom Herzen kommt. Und ich glaube, wir haben wirklich einen wiedererkennbaren Sound erschaffen.

Was ist eigentlich mit dem guten alten Thrash passiert? Einige Dinosaurier haben überlebt (Megadeth, Anthrax, Kreator), es gibt einige Reunions und Re-Releases – aber dann ist da nur noch dieses grosse schwarze Loch... habt ihr vor, selbiges zu füllen?
Eigentlich lustig, dass einige der besten Alben in den letzten Jahren von den alten Bands stammen, die entweder nie aufgehört haben oder die sich wieder reformierten, obwohl sie nie diesen Rock-Superstar-Status erreichten oder tonnenweise Geld machten... da meine ich z.b. Sacrifice, Death Angel, Testament, Exodus…Aber ich finde da noch immer jede Menge Bands, die das Banner hoch halten, sie sind eher Underground abseits der Mainstream Presse oder jenen Leuten, die nur am Wochenende mal die Lederjacke auspacken. Wir sehen uns nicht als Thrashband, auch wenn da unsere Wurzeln sind. Wir wollen einfach gute Musik machen, ungeachtet der Schubladen. Aber ich hab eine Schwäche für alten dreckigen schnellen Speed- und Thrash Metal...


Live covert ihr Kreators “People of the Lie”, warum diesen Song?
Wegen der Liebe für Old School Metal. Als Die-Hard-Fan seit der 80er ist das einfach, was ich und der Rest der Jungs einfach lieben. Diese Perle von Mille hat so ein tolles Riff, tolle Lyrics und ein geiles Feeling – der Song ist dazu geschrieben worden, live gespielt zu werden. Wir wollten zuerst einen Testament Song covern, aber bei diesem Song hat es im Studio einfach gefunkt. Jonas Kjällgren, unser Produzent, hatte diese Idee, dass es dieser Song sein sollte. Aber warten wir mal ab, der nächste Coversong wird wohl was ganz anderes werden. Oder auch nicht. Keine Ahnung. (Klar weiss ich es schon, aber es ist noch ein Geheimnis... ihr werdet sehen...)

Beim Tuska wurde eine geplatzte US-tour erwähnt - was ist da passiert?
Wir sollten im April mit Finntroll, Moonsorrow und Swallow The Sun in den USA touren, aber ein anonymer Bürokrat bei US Homeland Security entschied, dass wir nicht berühmt oder erfolgreich genug wären, in ihrem teuren Land zu spielen, also wurde die Tour ein paar Wochen vor deren Start abgesagt. Die Visa wären OK gewesen, aber wir kriegten keine Arbeitsbewilligung, also war die Tour für uns damit gelaufen. Blöd gelaufen. Aber warten wir ab, was die Zukunft bringt.


Wie war Tuska für euch dieses Jahr? Da gabs ja einige Band, die das gewisse Thrash Revival Feeling brachten... und so viele Kids mit Megadeth-T-Shirts, die noch nicht mal auf der Welt waren, als die wichtigsten Alben dieser Band rauskamen... gibt dir das Hoffnung?
Tuska war toll für uns. Wir hatten einen geilen Slot und viele Leute, die uns sehen wollten, wir alle hatten viel Spass. Gigs und Festivals wie dieses geben mir immer Hoffnung. Aber ich glaube, dass Metal immer da sein wird, unabhängig von allen Trends und Moden. Die 90er waren schlimm für Metal, aber er kam wieder. Ich muss zugeben, dass es mich doch krank machte, Motörhead und AC/DC –Shirts bei H&M zu sehen, verkauft an Teenager, die noch nie was von diesen Bands gehört hatten, aber andererseits werden immer wieder die Kids diese alten Klassiker ausgraben und sich dafür begeistern. Wenn ich mir Kids wie mein Patenkind ansehe, das macht mich sehr stolz, weil sie es sind, die die Underground-Wurzeln des Metal am Leben und am Laufen halten.

Was ist das Schlimmste, das du überlebt hast?
Keine Ahnung…einige nahezu tödliche Autounfälle, fast zu Brei geprügelt zu werden, ein paar SEHR betrunkene Tourneen, die hinterher in schlimme Leidensepisoden endeten... sagen wir mal, das wichtigste ist es, zu überleben und nicht sich selbst oder den Lebensgeist zu verlieren. Du solltest dir immer vor Augen halten, dass heute ein guter Tag zum Sterben ist, ohne Reue, aber dass jeder Tag über der Erde auch ein guter Tag ist.

http://survivorszero.com/
http://www.myspace.com/survivorszero


Autor: Kathleen Gransalke/Klaudia Weber, photos: Surivors Zero, Klaudia Weber
Eingetragen am: 2010-09-27

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