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Heaven Shall Burn: Papa Schlumpf und die Weltherrschaft

Heaven Shall Burn machte endlich auch einmal in Helsinki Station, klar war STALKER auch mit dabei (siehe Konzert-Review ) und hatte dort auch Gelegenheit, bei einem Plausch mit Gitarristen Maik Weichert das herrlich warme, etwas enge aber doch gemütliche Innenleben eines Tourbusses kennenzulernen. Was ihr schon immer über die Bandgeschichte, Exilgefühle, US-Auslandspolitik und die Schlümpfe wissen wolltet, könnt ihr in der Folge nun nachlesen:

Wie geht euch? Ich hoffe ihr seid gut angekommen und habt einen guten Flug gehabt?
Ja, wir sind ja mit dem Bus unterwegs, sind nicht geflogen. Wir haben vorgestern in Schweden gespielt.

... in Stockholm
… ja genau und dann sind wir mit der Fähre - wär vielleicht ein bisschen billiger sogar gewesen den Bus irgendwo stehen zu lassen und zu fliegen, aber äh naja, so hat man das ganze Equipment mit auf der Fähre, das ist auch immer lustig. Da kann man mal in die Sauna gehen oder so und mal 11 Stunden relaxen. Das ist auch ganz ok. Dann war das eigentlich ganz smoth, so die Ostsee ist ja auch nicht so das große Gewässer, wo man durchgeschaukelt wird.

Und ihr habt in Finnland ja erst einmal gespielt, vor 2 Jahren. Ist davon noch irgendwas in Erinnerung geblieben, also wie das finnische Publikum euch aufgenommen hat?
Ja das war aber auch schon unser zweiter Anlauf! Als wir das erste Mal fliegen sollten - das war auch bei einer Tour - aber da ist leider unsere Airline pleite gegangen, das hat man uns dann am Schalter gesagt und da mussten wir die Show leider canceln.


... oh, wie nett.
Ja, war eigenartig. Und das war ganz lustig, das war das Ilosaarirock, glaub ich. Das ist so´n gut bunt gemischtes Festival eigentlich, wo man uns ja eher eigentlich auf dem Tuska oder so erwarten, das wir dort spielen. Aber das hat schon gefetzt. Da hat uns auch unser alter Kumpel Janne hier, der Sänger von Endstand, hat uns das verschafft, der unsere ganzen Shows in Finnland immer bucht. Und eigentlich wollten wir danach noch zu so ´ner kleinen Rutsche rüberkommen, wo man so 5-6 Clubshows spielt, aber das hatte sich dann leider nicht ergeben, weil wir andere Tourverpflichtungen dann eingegangen sind. Aber in 2011 wollen wir in Deutschland etwas kürzer treten, aber dafür den Rest Europa´s ein bisschen mehr beackern und da wird Finnland auch wieder mit dabei sein, auf jeden Fall.

Das ist jetzt euer erstes Interview für Stalker... Kannst du mal so ganz kurz erzählen, wie die Band zustande gekommen ist, was ihr für Ziele verfolgt und wie ihr euren Stil selbst einordnet?
Hmmm, was verfolgen wir für Ziele? Wie jede deutsche Band eigentlich, die Weltherrschaft (Gelächter) ... da lacht grad die Österreicherin! Nö, wir haben da relativ motivationslos angefangen Musik zu machen, also einen Rockstartraum hat da niemand geträumt oder so. Ist bei der Art von Musik auch relativ unangebracht, denk ich. Ich habe angefangen Musik zu machen, weil ich schon als Kid immer eine politische Meinung hatte und wollte die halt rausposaunen und an die Leute bringen und hab einfach gemerkt, dass mir mehr Leute zuhören, wenn ich das mit Musik mache, als wenn ich Flyer verteile oder einen Artikel in der Schülerzeitung schreibe. Das war dann einfach so ein Medium, um meine Meinung kund zu tun; das ist eigentlich meine Motivation Musik zu machen. Und bei den andern ist es auch so gewesen, deshalb hat man sich auch zusammengefunden dann auf irgendwelchen Konzerten. Sind ja alles Gleichgesinnte da bei uns in der Band. So hat das eigentlich angefangen - wir waren halt so ein Haufen Kids, die auf den Instrumenten nicht so gut waren, dass sie die tollen Metalbands nachspielen konnten und deshalb ist dann so ´ne Metalcore-Mischung bei rausgekommen. Ein bisschen aggressiver und wütender.

Du hattest ja gerade schon gesagt, dass ihr euch im nächsten Jahr erst einmal mehr auf Resteuropa konzentriert. Ihr habt schon auf eigentlich allen Kontinenten gespielt, außer Afrika und der Antartkis...
Afrika arbeiten wir aber dran!

Ach, macht ihr?
Ja, also da gibt´s 2 Länder, wo´s realistisch ist - das ist Ägypten und Südafrika. Da kann man Metalshows machen, eventuell auch Namibia oder so, aber eigentlich ist Südafrika am realistischsten, wenn wir das hinbekommen. Das fehlt uns noch auf der Karte.


Ihr habt also als kleine Gruppe angefangen und erwartet habt ihr es bestimmt nie, dass es mal so groß wird. Was hat euch am meisten beeindruckt auf dem Weg, den ihr gegangen seid?
Also es ist immer am beeindruckendsten - das kann man jetzt auf kein Land runterbrechen - wenn man da 10-15 Stunden im Flugzeug sitzt, steigt aus, spielt ein Konzert und da schreien die Leute die Texte mit. Da ist es egal ob das in Chile, in Australien, in Singapur oder irgendwo ist - das ist immer Gänsehaut! Auf jeden Fall. Das die so eine globale Wirkung auf ´ne bestimmte Szene hat die Musik. Also man kann da ja nicht von Weltstars reden oder so, aber man ist in der bestimmten Szene überall auf der Welt im Gedächtnis der Leute vertreten. Das macht einen dann schon stolz und das beeindruckt auch am meisten.

Lass uns mal über euer letztes Album sprechen, bzw. über die ganze "Iconoclast"-Trilogie. Welche Idee stand eigentlich allgemein dahinter, eine Trilogie rauszubringen, also die 2 Alben und die DVD?
Also das war von Anfang an keine Trilogie-Idee. Wir haben einfach nach dem ersten Teil gemerkt, da ist noch soviel Potenzial dahinter und so viele Ideen für Texte, dass es da bestimmt einen zweiten Teil geben kann. Eine zweite LP als den zweiten Teil dann gleich zu machen, wäre auch ein bisschen einfach gewesen. Da haben wir einfach in der DVD, die danach kam, das Konzept weitergesponnen und da findet man dann auch so den bilderstürmerischen Gedanken, indem wir da ´ne Fake-Doku draufgemacht haben um zu zeigen, wie manipulativ Medien seien können, was ja auch so eine Art von Bildersturm sein kann. Da haben wir einfach die DVD als zweiten Teil gemacht und jetzt textlich wir das da im dritten Teil der Platte wieder fortgesetzt, das da so alternative Heldengeschichten erzählt werden. Aber von Anfang an war das nicht als Trilogie geplant.

Du hast gerade schon meine nächste Frage ein bisschen angesprochen. Auf Invictus sind die meisten Songs bestimmten Themen gewidmet - historischen Ereignissen oder Personen. Woraus entstand diese Idee.
Ja, das ist ja eben der Grundgedanke, dass da bestimmte Heldenbilder hinterfragt werden oder eben von Helden erzählt wird, die man gar nicht so kennt, die aber trotzdem eine Heldenfigur sein können. Das ist der Gedanke dahinter und in unseren Lyrics war schon immer der Grundgedanke, dass wir uns eher auf geschichtliche Sachen beziehen um Standpunkte klar zu machen. So hier im Jetzt zu argumentieren mit bestimmten Sachen, die immer noch in der Entwicklung sind... da hätte ich vielleicht vor einem halben Jahr in einem Text z.B. Obama hoch bejubelt und jetzt sind die ersten Leute enttäuscht und wer weiß, was er vielleicht nächstes Jahr für Scheiße baut oder so. Da ist man immer auf ziemlich wackligem Boden, wohingegen die Bewertung von ´ner geschichtlichen Person wie Rosa Luxemburg, oder zumindest der Mord an ihr, oder von Nelson Mandela; das sind schon abgeschlossene Prozesse, wo man zumindest was drüber schreiben kann, wo man drüber nachdenken kann und wo man sich auch was rausziehen kann, so ´ne allgemeine politische Haltung, oder um ´nen Standpunkt klar zu machen. Also dieses Argumentieren und Meinung aufzeigen zu historischen Fakten und Geschehnissen.

Und gab es etwas bestimmtes, dass ausschlaggebend dafür war, dass sich z.B. "Buried in forgotten grounds" mit dem chilenischen Diktator Pinochet auseinander setzt?
Das ist eigentlich was, das zieht sich auch schon durch unsere Bandhistory. Schon auf der "Antigone"-Platte hatten wir einen Song "The weapon they fear", der dem chilenischen Sänger Victor Jara gewidmet ist und das setzt so die Thematik ein bisschen fort. Und auch auf der "Whatever it may take"-Platte war "The martyrs blood", wo es um Salvador Allende geht, was ja auch mit dieser Pinochet-Putschgeschichte eng verbunden ist. Ich weiß nicht, vielleicht ist das auch ein bisschen in meiner Kindheit begründet - als 10-jähriger Pimpf hab ich die DDR ja gerade noch so mitbekommen und da hat man ja auch die Verbindung zu dem Land Chile mitbekommen und das es da ja auch Flüchtlinge gab, die da noch gearbeitet und studiert haben und auch wenn man heute nach Chile kommt, trifft man noch viele Leute, die, also für die ist Deuschland quasi die DDR, dankbar sind, weil sie sich so für das Land eingesetzt haben in dieser schweren Zeit.

Chile ist auch ein ganz gutes Beispiel dafür, was da in dieser Zeit, also in den 70er Jahren, auch die USA für eine Auslandspolitik betrieben hat - das war ja auch ein CIA-gesteuerter Putsch und das ist nicht nur in Chile so gegangen, das war auch in Nicaragua genauso, und so soll es jetzt auch in Venezuela losgehen oder in Cuba wird das seit Jahrzehnten probiert. Da ist Chile einfach ein gutes Beispiel um das darzustellen. Da sind so viele Verbrechen geschehen, die heute immer noch nicht gesühnt sind - selbst wo Pinochet hoffentlich in der Hölle schmort - wissen Tausende von Familien immer noch nicht, wo ihre Angehörigen verscharrt wurden, wo die hingekommen sind oder wo sie zu Tode gekommen sind und das ist halt ein unhaltbarer Zustand.

Kommen wir nun zu einem kleinen Themenwechsel und sprechen über eure Musik an sich. Ihr habt schon auf der "Antigone"-Platte in den einen Song "The dream is dead" elektronische Elemente genutzt, aber nun auf der neusten Scheibe bei zwei songs zu richtigen Elektrobeats gegriffen, wo man am Anfang der Titel so gar keinen Metalsong vermuten würde. Wie sind die Reaktionen darauf ausgefallen?
Also das war jetzt bei der Platte schon relativ relaxt und berechnet, das wir das gemacht haben. Wir haben das auf vorigen Platten schon mal angeschnitten und ausprobiert, Beatsachen und elektrische Sachen, aber so ein bisschen versteckt, und da waren die Reaktionen darauf sehr positiv und insofern haben wir uns das dieses Mal viel offensiver getraut. Haben auch nach einem Stilelement gesucht, mit dem wir unseren Sound noch viel aggressiver machen können und irgendwann hat man alle Blastbeats durch und lauter und schneller geht dann nicht mehr ohne, dass es bekloppt wird. Da ist das einfach so einen neue Sounddimension, die wir ein bisschen hinzufügen wollten. Also wir sind immer Riesen Fans gewesen von Bands wie Nine Inch Nails oder Die Krupps. Da wollten wir schon immer mal ein bisschen verbinden. Aber man will ja auch die Leute eben nicht total vor den Kopf stoßen, aber ich denke das ist einfach geschuldet um es noch ein bisschen aggressiver, brutaler zu machen. Da ist eigentlich jedes Mittel recht.

Und was wäre denn dann der nächste Schritt?
Umm, da hab ich noch keine Ahnung, das werden wir sehen.

Habt ihr, das letzte Album ist zwar gerade erst dieses Jahr rausgekommen, für die nächsten Jahre schon irgendwelche Vorstellungen oder Pläne, was ihr in Angriff nehmen wollt?
Also ich denke 2011 wird keine neue Platte rauskommen von uns, also keine neue. Wir sind gerade am Überlegen, ob wir vielleicht diese Iconoclast-Trilogie in ´ner schönen Box zusammen veröffentlichen, aber das muss dann natürlich auch einen Rahmen haben, dass ein Haufen Bonusmaterial dabei ist, ein schönes Artwork; das die Leute eben nicht das Gefühl haben, dass das nur so ein Rip-off ist, sondern, dass man sich auch freut wenn man das kauft. Da denken wir drüber nach... aber so ´ne Platte werden wir vor 2012 sicher nicht angehen, mit schreiben und machen.

Du hast vorhin schon eure Fake-Dokumentation erwähnt...in der gab es am Anfang so die eine Szene, wo man euch hüllen-, sprach- und bewegungslos im Wald stehen sieht. Hat die Natur in dem Sinne irgendeinen Einfluss auf euer Arbeiten als Band?
Das ist ja auch eine Grundfeste unserer Ideologie, das wir uns sehr für Umweltschutz einsetzen - sind ja auch vegan in der Band - und das hat damit auf jeden Fall zu tun, dass man daraus auch eben Kraft schöpft. Am Anfang der Doku da merkt noch nicht, dass das da überspitzt dagestellt ist... das könnte ja auch so ein Jogakreis oder was weiß ich sein, Bäume umarmen um die Kraft da zu spüren, aber wenn man das jetzt nur so isoliert betrachtet, dann ist das auf jeden Fall so.


Um nochmal auf die Lyrics zu sprechen zu kommen - kannst du noch eben was zum Schreibprozess an sich erzählen?
Also das ist ganz ganz unterschiedlich. Manchmal hat man so ´nen Text in 10 Minuten fertig, wenn man sich ´ne bestimmte Stelle in einem Buch angestrichen hat, die einem zu was inspiriert, und manchmal schreibt man ein halbes Jahr an einem Text. Da kann man sich auch gar nicht mehr dran erinnern, höchstens die Inspiration oder der Moment, in dem man die Idee zu dem Text bekommen hat. Aber jetzt den Schreibprozess an sich, das würde ich bei uns nicht als künstlerischen Prozess bezeichnen.

Hast du denn einen persönlichen Favoriten oder einen Text, der dir besonders am Herzen liegt?
Auf der neuen Platte, da liegt mir besonders der "Of forsaken poets" am Herzen, weil er von diesem Schriftsteller Max Hermann Neiße handelt. Als ich da das eine Gedicht von dem gelesen hab, das hat mich da schon sehr angerührt, das da jemand im Dritten Reich ins Exil gegangen ist um sein Leben zu retten und dort quasi für den Rest seines Lebens getrauert hat, dass ihn sein Heimatland so verraten hat und, dass er nicht verstehen konnte, wie die Menschen so einem Diktator folgen können und auch diese Angst von ihm, vergessen zu werden, seine Werke vergessen werden und, dass er mit der Sprache dort im britischen Exil nicht zurecht kommt. Ist ja dann auch Wirklichkeit geworden - ich meine, wer kennt heute noch Max Hermann Neiße? Der war damals eine relativ angesagte Nummer im Literaturbetrieb und da erinnert sich wirklich gar niemand mehr an ihn. Also da hab ich gedacht, vielleicht muss man da mal doch ein bisschen an ihn erinnern. Also diese Ängste, die er in einem Gedicht, einem wunderschönen Gedicht, da offenbart hat, Wirklichkeit geworden sind und wenn man dann die Lebensdaten sieht, dass er da wirklich, von Heimweh geplagt, im Exil gestorben ist und die Heimat wirklich nie wieder gesehen hat - das ist dann schon ziemlich anrührend.

Ihr habt auch diesmal wieder mit dem isländischen Komponisten Olafúr Arnalds zusammengearbeitet. Der hat ja, wenn ich mich recht erinnere, schon auf drei eurer Platten die Intros und Outros komponiert. Könntet ihr euch denn vorstellen die Kombi von Klassik und Metal mal in einem ganzen Song zu vereinen? Oder gibt es irgendwelche anderen Künstler mit denen ihr gerne mal zusammenarbeiten würdet?
Doch, das könnt´ ich mir schon vorstellen, da hatte ich auch schon mit Olafúr darüber geredet, aber das hat zeitlich nie hingehauen, weil sowas wahnsinnig zeitintensiv ist und ich hab auch schon mit ihm in Island im Studio gesessen und wir haben ein bisschen rumgealbert... aber das dann auf so ´ne Qualität hochzubringen, da muss man wahnsinnig viel Geld und Zeit investieren und eigentlich ist da eher die Zeit das Probelm - das Geld haben wir zum Glück im Moment zum Glück mit dem Erfolg, der gekommen ist. Aber sowas in Zukunft mal zu machen, kann ich mir durchaus vorstellen.

Mir kam nur dieser Gedanke beim Hören des Übergangs des klassischen Intros "Awoken" zu "Endzeit", der war echt genial!
Ja, den find ich auch super! Das war Olafúrs Idee.


Und ansonsten, gibt es irgendwelche anderen Künstler, mit denen ihr euch eine Zusammenarbeit vorstellen könntet?
Also das auf jeden Fall. Es gibt in Deutschland zum Beispiel einen wahnsinnig guten Pianisten, der Nils Frahm, der ist jetzt auch mit Olafúr Arnalds auf Tour. Vielleicht quatschen wir den mal an, ob er Lust hat, ein Intro zu machen. Da gibt es im Underground auf jeden Fall riesencoole Leute, mit denen man was machen kann.

Die Band ist ja für euch alle ein Projekt neben euren normalen Jobs, da hat sich nix dran geändert?
Nee, da hat sich nix dran geändert. Wir sind nach wie vor nur 1-2, vielleicht noch mit ´ner Minitour 3 Mal, im Jahr auf Tour und das sieht man auch. Verglichen mit Deutschland, wo wir mit der letzten Platten in den Top 10 waren, ist es im Rest Europa´s zwar ok, aber lange nicht auf dem Level. Um das zu erreichen, müsste man noch mehr Glück haben, als wir sowieso schon hatten und 200 Shows im Jahr spielen oder so... aber wir spielen vielleicht 50 Shows im Jahr.

Aber wenn ihr z.B. gerade die USA betourt, muss das trotzdem relativ schwer sein, alles unter einen Hut zu bringen.
Ja, das kommt auf die Arbeit drauf an. Unser Sänger zum Beispiel ist ja Krankenpfleger, aber der hat ein sehr sehr gutes Kollegenteam, die ihm da den Rücken frei halten, wo er mal ´ne Woche Urlaub nehmen kann. Genauso geht unser Sänger dann mal Neujahr arbeiten und nimmt jemandem dort was ab, oder unser Bassist nimmt unbezahlten Urlaub. Ich bin auf der Universität, schreib da grad an ´ner Arbeit rum... das kann man sich dann schon irgendwie schieben. Das ist halt ein völlig aus den Fugen geratenes Hobby, so ist das nunmal.

Was studierst du jetzt eigentlich? (fragt die Österreicherin im Bunde)
Ich hab´ Jura studiert, ich schreib´ grad ´ne Doktorarbeit in Jura... Verfassungsrecht.

Und wir sind jetzt eigentlich fast schon am Ende des Interviews angelangt; zwei kleine Fragen hab ich noch... mit welchen 3 Adjektiven würdest du Heaven Shall Burn umschreiben?
Hmmm... leidenschaftlich, politisch und ehrlich.

Zum Abschluss jetzt noch etwas leicht off-topic... gibt es einen, sagen wir mal, Disney-Charakter, oder anderen Comic-Charakter, der die Band, die einzelen Personen oder dich selbst widerspiegelt?
Wir könnten ´nen Onkel Dagobert gebrauchen, ja... der soll nix rausrücken, das Geld nur horten für uns... Hmmm, da würden wir bei "Asterix und Obelix" so am ehesten was finden - unser Drummer Mathias wär´ so Obelix, unser Sänger wär´ Trubadix und dann der Gitarrist wär´ Asterix. Was wär´ ich? Ich wär der Häuptling, wie heißt der?

Majestix?
Nee, ne Majestix war der Druide...das könnte unser Bassist sein. Aber keine Ahnung wie der Häuptling hieß. (Anm. d. Red. Majestix stimmt eigentlich, denn der Druide heisst Miraculix) Oder bei den Schlümpfen... da wär´ ich Schlaubi-Schlumpf und Papa Schlumpf wär´ dann unser Sänger oder so, ja genau.

Also dann vielen Dank, dass du dir Zeit für´s Interview genommen hast.

www.heavenshallburn.com

Autor: Ulrike Schneider, photos: Klaudia Weber, Axel Jusseit
Eingetragen am: 2010-12-17

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