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Jørn Lande: Es kommt alles von Herzen!

Jørn Lande ist wohl einer der begnadetsten Sänger dieser Zeit. Im vergangenen Jahr überraschte Jorn gleich mit mehreren Veröffentlichungen: nicht nur mit seiner eigenen Band, sondern auch mit einigen Projekten wie Allen & Lande, Avantasia, Masterplan etc. Wir haben den Norweger in Pratteln bei der Avantasia Show im Z7 getroffen und mit ihm nicht nur über seine Rückkehr zu Masterplan gesprochen, sondern auch über sein neuestes Album „DIO“, welches Ronnie James Dio gewidmet ist. Es entstand ein sehr emotionales Interview, das klar macht, in welchem Verhältnis Jørn zum verstorbenen Dio stand.



Hallo Jorn, es ist schon eine Weile her seit unserem letzten Interview, wie ist es dir ergangen?
Wie gewöhnlich, Musik, Musik, Musik und einige Live-Shows.

Sprechen wir über dein Album „DIO“, welches ein Tribut für Ronnie James Dio ist, wann ist die Idee zu diesem Album entstanden?
Das traurige Ableben von Ronnie James Dio hat den Großteil meiner Zeit, diesen Sommer und Frühling und eigentlich auch zum Teil im letzten Winter, in Anspruch genommen. Weil du weißt ja, das ich ein großer Fan war und ihn auch getroffen habe, wir zusammen getourt haben als ich noch mit Yngwie Malmsteen gearbeitet habe, vor 10 Jahren. Also habe ich angefangen, an dieser Platte zu arbeiten und sie kam raus und ich habe auch den Song „For Ronnie James“ geschrieben und habe ihn im letzten Jahr (2009) aufgenommen. Und dann natürlich als ich einen Anruf von Tony Iommi bekam, um ein Konzert im Victoria Park zu geben, um Geld zu sammeln für den Krebsfonds. Und dann war ich ein bisschen beschäftigt damit. Ich war auch sehr dankbar und gestresst gleichzeitig, weil es doch eine sehr besondere Sache war.

Also bedeutete es viel für dich, Teil dieser Show zu sein?
Naja, es war ziemlich unerwartet, weil ich schon einige Sachen mit Tony gemacht habe, einige Jahre zuvor in Birmingham. Wir machten einige Demos zusammen, aber nichts passierte danach und dann haben sie Heaven & Hell gestartet. Ich blieb ein wenig in Kontakt in den Jahren danach, weißt du, ich habe meine Alben geschickt und Zeugs, jedes Mal wenn etwas Neues erschienen ist. Aber yeah, ich habe es nicht erwartet, dass das passiert und natürlich war ich dankbar, weil das Timing des Tribute-Albums „DIO“ war etwas, das die Plattenfirma machen wollte ohne Berücksichtigung der Umstände. Ich wollte alles ein wenig hinauszögern, aber ich konnte nicht wirklich viel tun, um es zu ändern. Also kam es in der Mitte von allem, war es ein wenig heikel, aber es war es eine gute Sache für mich, die Anerkennung dieser Jungs zu bekommen, weißt du. Das half mir auch sehr, weil viele schlechte Sachen abgingen zu Beginn. Wenn ich diese Show nicht gemacht hätte, wäre ich mir nicht sicher, ob ich mich jetzt gut fühlen würde, auch wenn es aufrichtig war und der ganze Gedanke und die Philosophie dahinter, zum Beispiel „Song for Ronnie James“, es kommt alles von Herzen. Du weißt, es ist einfach, weil ich jemanden großartigen würdigen wollte, jemanden wie Ronnie James Dio. Ich meine zu viele Leute sind zu beschäftig mit ihren eigenen Dingen heutzutage, sie versuchen einfach, das Rad neu zu erfinden, aber sie vergessen die guten Sachen und nehmen sie für selbstverständlich hin! Und niemand möchte eigestehen, woher sie ihre Einflüsse nehmen, sie erfinden all diese komischen Namen, oder sprechen über etwas im Jazz oder der Country-Musik zum Beispiel, etwas das total anders ist von dem, was sie machen, weißt du, wenn du zu ihnen sagst:“Ich kann hören, das du dir Richie Blackmore anhörst oder sowas!“ Und Gitarristen würden sagen: „Nein, das habe ich nie getan, ich mochte es eigentlich noch nie wirklich.“ Und dann erwähnen sie ein paar andere Namen. Das war mein Problem mit dem Musikgeschäft im Allgemeinen. Ich hat mich irgendwie frustriert. Ich dachte, dass jemand etwas tun muss, um zu zeigen, dass du ein Produkt von dem bist, von den Leuten, die dich inspiriert haben und dann nimmst du es von da und am Ende bist du dein eigener Künstler, aber du solltest die Großen anerkennen, die dich inspiriert haben, mit Musik anzufangen.



Wie gehst du mit den positiven, aber auch negativen Reaktionen auf das “DIO” Album um?
Naja, am Anfang gab es viele böse Kommentare, aber ich denke auch viele positive. Aber da waren einige fiese dabei. Ich habe nicht viele gelesen, weil ich dachte, es macht meinen Fokus zunichte. Du weißt, ich bin auch nur ein Mensch und ich mag es nicht, wenn ich so was lese. Und, wenn ich etwas investiert habe, mich selbst dafür aufgeopfert habe, dann nehme ich es persönlich (lacht). Also ich kann es nicht lassen, ich möchte das nicht tun, aber ich mache es trotzdem. Vor allem mit einem Song wie „Song for Ronnie James“… weil dieser Song wirklich etwas war, das ich von innen bringen wollte und zur gleichen Zeit wollte ich, dass es sein Song wird. Ich wollte nicht, dass es ein typischer Song wird, der versucht dort hineinzupassen, wo es politisch korrekt wäre, korrekt für das Geschäft. Ich wollte einfach etwas wirklich Tolles machen, ich glaube, dass ist der Grund, warum der Song acht Minuten lang ist, weil Ronnie James Dio ein Epos war. Er war ein kleiner Mann, aber ein großer, großer Kerl! Es ist nicht nur die Stimme, es ist die Person. Wenn es jemals ein „Heiligen“ im Musikgeschäft gab oder im Metal, Ronnie James Dio war der Jesus des Heavy Metal. Er was so besonders, wenn du ihn ein wenig kanntest, ich meine, du brauchtest ihn nicht mal gut zu kennen, einfach nur die Person, der Charakter, er war einfach einzigartig.

Warum hast du gerade diese Songs ausgewählt für das Album?
Ich mag diese Songs einfach und ich glaube auch, dass Dio viele Jahre hart gearbeitet hat und er sich niemals wirklich hat ausverkaufen lassen, so wie es viele andere Künstler taten. Wie ich schon erwähnt habe, er versuchte nie politisch korrekt zu sein, das ist auch ein Grund, warum ich ihn mag. Er hat hart gearbeitet und ich denke nicht, dass es richtig ist von einem Künstler wie mir selbst, in einer ähnlichen Kategorie, was das Genre angeht, einen Song wie „Holy Diver“ oder „Last in Line“ oder „Rainbow in the dark“ aufzunehmen. Vielleicht eines Tages, aber er hat sehr hart gearbeitet in diesem Geschäft. Und es ist nicht einfach, einen Weg zu finden, bei dem man seine Träume verfolgt und Idealist ist. Zur selben Zeit musst du irgendwie auf das Geschäft, die Musikindustrie aufpassen und das musst du irgendwie abstimmen, das ist der einzige Weg. Sonst kannst du es nicht tun, das ist, warum ich ihn respektiere auf diese Art. Das ist der Grund, warum ich die anderen Songs ausgewählt habe, ich dachte auch das es cool wäre, einige Songs zu nehmen, die ich mochte als ich aufgewachsen bin und das sind eben auch Songs, die viele Leute vergessen haben, weil sie normalerweise nur die Compilations kaufen oder einfach die bekanntesten Songs auswählen. Songs wie „Shame on the Night“ sind so plötzlich vergessen. Und wenn du den Song per Zufall wieder hörst, denkst du: „ Oh, diesen Song habe ich vergessen, der ist großartig!“ Also habe ich das gleiche gedacht bei einigen der anderen Songs auf dem Album. „Push“ ist auch so ein Beispiel, ich wollte einfach einige Songs der alten Tage zeigen und einige der modernen Zeit. Einfach um zu zeigen, wie er sich entwickelt hat. Auch diese Songs sind nicht so bekannt und ich dachte, das sei cool. Dann bringst du sein Erbe wieder zurück. Gerade jetzt bin ich glücklich, dass ich mich dazu entschieden habe, nicht die anderen Songs zu machen die sein Markenzeichen sind. Und ich bin sehr glücklich, dass ich „Song for Ronnie James“ geschrieben habe. Es macht Leuten klar, sie können erahnen, sie können sagen, dass dieser Song nicht einfach so aus Spaß geschrieben wurde. Jeder der ein musikalisches Talent oder Verständnis hat, wird die Kraft des Songs spüren, die Energie, die da reingesteckt wurde. Das ist nichts, das du eben jeden Tag schreibst.



Viel ist in deinem Leben passiert, du bist zurück in deiner alten Band Masterplan, was hat dich umgestimmt, bei Masterplan wieder einzusteigen? Wie ist es, zurück zu sein?
Es ist keine große Sache, wir haben abgemacht ein Album zu machen und das ist es. Wir haben nicht darüber gesprochen, was später passieren wird, touren und mehr Alben. Also nicht wirklich. Wir haben einfach dieses Album gemacht. Ich denke das Album war gut, aber bisher haben wir nicht wirklich darüber diskutiert Live-Shows zu spielen. Wir haben früher darüber gesprochen, aber die Umstände sind nicht richtig. Es geht alles um Teamwork und alles zusammen zu bekommen. Manchmal passen die Konstellationen einfach nicht zusammen. (lacht) Ich denke, das ist jetzt genau die Situation, wir sind alle Freunde und es gibt kein Problem, es ist einfach, ich denke wir haben unterschiedliche Philosophien darüber was das Richtige ist und auch im Moment, wo ich diese Tour mit Avantasia mache und mit Jorn Band sind es die gleichen Veranstaltungsorte, es sind die gleichen Leute, mit denen ich arbeite. Ich denke, wenn Masterplan eine Tour machen sollten, sollte es etwas spezielles sein und gerade gibt es kein Team, das daran arbeitet und sicher stellt, dass es ein spezielles Ereignis wird. Du brauchst die richtige Promotion, den richtigen Fokus, das richtige Paket vielleicht. Vielleicht einige andere Bands, die vor uns spielen. Ich denke, es war ein bisschen niedrig, die Ambitionen sind im Allgemeinen runtergegangen im Geschäft, du weißt schon, von den Booking-Firmen, von den Platten Labels. Ich denke, sie investieren nicht so viel wie sie sollten. Manchmal passiert das. Zum Beispiel was jetzt passiert mit Avantasia ist einfach toll, ich meine, viele Leute könnten eine Tour machen irgendwo in der Welt, aber es geschehen zu lassen, so, dass es profitabel ist und eine gute Sache für deine Karriere. Du brauchst einfach Leute, die für dich arbeiten und es auch wirklich machen. Jeder kann eine Band zusammenstellen und spielen, aber tausend, zwei tausend Tickets bei jeder Show zu verkaufen, ist eine andere Geschichte. Und ich denke, das ist das Problem mit Masterplan. Im Moment gibt es nichts das darauf hindeutet, dass die Band den richtigen Push bekommen würde.

Glaubst du nicht, dass die Leute kommen würden, weil du wieder zurück in der Band bist? Weil ich glaube, es wurde ruhiger um die Band, weil sie den falschen Sänger hatten.
Ich weiß es nicht. Es geht nicht nur darum… denn es gibt viele Sänger, die nicht die Besten sind, aber sie ziehen doch viele Leute an. Es spielen auch andere Zusammenhänge im Geschäft eine Rolle. Wenn du ein gutes Team hast, das für dich arbeitet, mit gutem Planen und mit Strategie, kannst du Dinge möglich machen. Ich glaube einfach, das haben wir mit Masterplan jetzt nicht. Weißt du, das Video hätte vor dem Album gemacht werden müssen für „Time to be King“, aber es kam nach dem Album. Ich meine, es ist immer gut ein Video zu haben, egal zu welchem Zeitpunkt, aber du weißt, was ich meine; die ganze Strategie sollte gerade andersrum sein. Es sollte mehr im Vorfeld sein, einfach vorausdenkend. Also das ist es, was ich denke, das bei diesem Album passiert ist. Wenn wirklich etwas besser geplant worden wäre, mit dem Album, hätten wir vielleicht dieses Jahr oder nächstes Jahr getourt, aber ich habe einfach beschlossen, es nicht zu tun und ich denke, oder ich und Roland [Grapow, Gitarrist] haben darüber gesprochen und haben beschlossen, dass es so nichts bringt, so wie die Dinge jetzt sind. Und in meinem Fall, ich kann rausgehen und an den gleichen Veranstaltungsorten spielen wie mit der Jorn Band. Und ich bin nicht sicher, ob es dort viel mehr Leute geben würde, vielleicht weil es lange her ist, dass wir zusammen gespielt haben, so als neue Sensation (lacht) Es sollte einfach ein Unterschied sein, jemand sollte sicher gehen, dass es gut promotet wird, dass es ein großes Event wird, dass die Band zurück ist und eine neue Tour macht. Wie ich gesagt habe, die Konstellationen passen jetzt in diesem Sinne nicht zusammen. Darum habe ich entschlossen, einfach mit meiner eigenen Band zu spielen, dann brauche ich nicht zu üben und eine große Tour zu planen. Ich sehe den Grund dafür nicht, solange es nicht vielleicht einige andere Venues sind, mehr Push dahinter ist und das ganze Zeug. Wie ich sagte, vielleicht ein Paket kreieren, um es möglich zu machen, in größeren Hallen zu spielen.



Um es ein bisschen interessanter für dich zu machen, dort zu spielen.
Yeah, weil wir alle mit unterschiedlichen Dingen etabliert sind. Und ich bin etabliert genug mit meiner eigenen Band und ich muss mit dieser Band nicht so viel machen, um mich vorzubereiten, weil wir bereits seit Jahren spielen. Wir kennen einander und es ist einfach, weil wir ein funktionierendes Team haben, wir haben eine Booking-Firma, Live Nation. Ich gehe lieber und spiele die Songs, die ich kenne (lacht). Viel lieber als das ich nach Hamburg fliege oder irgendwo sonst, um anzufangen die Songs zu proben, an denen ich seit Jahren nicht gearbeitet habe. Und du weißt, nur um das gleiche Geld machen, dass gleiche Level zu spielen. Ich meine, ich liebe es mit den Jungs zu spielen, aber wir leben jetzt in unterschiedlichen Ländern. Mike Terrana lebt in Italien und er spielt mit Tarja und er ist mit anderen Projekten beschäftigt und hat seine Drum Clinics überall. Es ist nicht einfach für ihn zu sagen:“ Ja, für zwei Monate sage ich ‚Nein´ zu allem in meinem eigenen Leben“ und danach ist es vorbei, also wenn er etwas dauerhaftes am Laufen hat mit seinen anderen Jobs. Und ich denke Masterplan ist eine Band, die auf eine längere Tour geht und dann eine lange Pause haben wird. Es ist einfach schwierig, die Zeit dafür zu finden.

Und du brauchst eine gute Plattenfirma dahinter.
Die Plattenfirma ist ok, aber es geht um die Prioritäten. Wie viel du bereit bist, in die Band zu investieren und in die Tour. Die meisten Bands bekommen keinen Toursupport und manche Bands bekommen einen, aber oft ist der Toursupport einfach nicht groß genug. Es hilft ein wenig und das Plattenlabel verkauft ein bisschen mehr. Aber alles in allem, ist es das nicht wert, im Moment. Aber es war cool, das Album zu machen und man weiß nie, vielleicht machen wir ein weiteres. Aber im Moment ist es einfach gut, erst mal eine Weile abzuwarten.

Du hast all die Texte für das neue Masterplan Album geschrieben. Ich habe gesehen, dass du ziemlich oft die Worte „allein“ und „einsam” gebraucht hast, kann es sein, dass du dich einsam fühlst oder haben die Texte nichts mit dir persönlich zu tun und du schreibst nur darüber, was du im TV oder in der Zeitung siehst?
Wenn ich mich mit etwas identifiziere, werde ich inspiriert und schreibe darüber, ich schreibe etwas über das, was ich gesehen oder gelesen habe. Aber ich denke, das Leben ist einsam im Allgemeinen, wir leben und sterben und wir tun es alleine. Ich denke, Einsamkeit ist der größte Teil unseres Lebens, auf eine Art. Es ist der leerste Teil, aber es ist auch etwas, das deinem Verhalten oder deinen Werten Farbe verleiht, was dich zu dem macht was du bist. Es gibt dir auch Hoffnung. Wenn du dich nach etwas sehnst, dann hoffst du auch auf etwas. Ich denke wir beschäftigen uns immer mit der Frage Leben & Tod und warum Dinge sind, wie sie sind. Ich denke, ich bin einfach konservativ mit meinem Denken, aufgewachsen auf dem Lande, ich liebe die Bäume, ich liebe die Berge, wenn es regnet, liebe ich den Geruch danach, ich schätze all diese Elemente. Und ich glaube, wenn ich Dingen Worte gebe, dann ist Einsamkeit ein Teil davon. Viele Leute denken nicht ehrlich darüber nach, wer sie sind auf einer existentiellen Ebene. Sie sind so beschäftigt damit, etwas zu kreieren, das zum Trend passt. Und wie du gesagt hast, man siehst etwas und schreibt einfach über etwas, das man sieht, anstatt sich damit zu identifizieren und eigentlich sein Wahres Ich auszudrücken. Ich bin sehr einfach mit Worten, ich mag es, wenn Leute es verstehen, ich mag es nicht, Worte zu gebrauchen, die komplex oder schwierig zu verstehen sind, einfach nur weil ich originell sein will oder etwas singen oder schreiben will, das noch niemand anderes zuvor getan hat. Ich meine, warum sollte ich über andere komische Namen oder Alternativen für den Teufel, Gott, „unseren Heiland“ reden (lacht) Du könntest viele Sachen sagen aber ich denke es ist wie Himmel & Hölle, warum solltest du nach all den komischen Wörtern suchen, um ein Paralleluniversum zu erklären, nur um originell zu sein. Ich denke es ist wichtiger, dass die Leute gleich verstehen, was ich singe, weil sie dann gleich wissen, worum es geht. Sie müssen kein Wörterbuch aufschlagen, um herauszufinden, was ich meine. Es ist auch anspruchsvoll, mit einfachen Worten zu schreiben. Es ist manchmal ein bisschen schwierig, denn wenn es so einfach klingt, dann ist es vielleicht die Melodie, mit der etwas nicht stimmt, weil eine großartige Melodie kann sehr einfach sein und trotzdem Sinn machen, und dann hast du eine eine starke, kraftvolle Aussage. Aber wenn die Melodie schlecht ist, wird der Text lächerlich.



Wie funktioniert die Zusammenarbeit bei einem Allen & Lande Album? Ich habe gelesen, ihr habt einander noch nie getroffen, stimmt das?
Naja, einmal haben wir uns in Amerika getroffen. Aber wir haben nie physisch zusammen gearbeitet, im Studio. Wir senden einfach Dateien und stellen die auf den Server und senden die Gesangs-Dateien zurück (lacht) Und sie laden es runter und packen meinen Gesang auf den Track, das gleiche mit ihm.

Ihr habt ein neues Allen & Lande Album gemacht “The Showdown”, gibt es Pläne, dass ihr die Songs mal zusammen auf der Bühne performt?
Nein, ich glaube Frontiers [Jorns Plattenfirma] hat bereits gefragt, ob ich gerne eine DVD oder etwas machen möchte in der Zukunft, aber bis jetzt, denke ich, es ist besser, dieses Projekt auf Eis zu legen. Ich denke, es ist reicht mit der Trilogie. Ich denke, drei Alben sollten genug sein für ein Allen&Lande Box-Set oder eine Compilation (lacht). Weil ich glaube, man braucht nicht mehr davon. Ich glaube, von manchen Dingen im Leben brauchst du einfach nicht mehr. (lacht) Drei Alben, das ist genug.

Vielleicht sagst du ja in 15 Jahren:”Lass uns ein weiteres machen!“
Das könnte passieren, das weiß man nie, aber für den Moment, ist es genug. Ich meine es ist anders, wenn du Projekte wie dieses machst, es sind andere Leute beteiligt, Songschreiber, Produzenten und ich bin es gewohnt, alles selber zu machen. Ich meine, es könnte auch ein ganz anderes Ergebnis haben, was eigentlich nicht schlecht ist, es kommt drauf an, wie man es sieht. Du verlierst etwas, aber du gewinnst etwas anderes.

Neue Alben mit Masterplan, Jorn und Allen & Lande, Shows mit Avantasia… viele Sachen sind passiert im letzten Jahr, was sind die Pläne für 2011?
Ich arbeite an einer Schweden Rock DVD von diesem Sommer, wir haben die Shows gefilmt, eine spontane Sache, aber es klingt nicht schlecht. Ich werde alles abmischen, hoffentlich kommt es vor dem Sommer raus, also das ist das. Und ich denke darüber nach, ein neues Studio-Album zu machen, Ende 2011 oder Anfang 2012 mit Jorn. Also das ist es eigentlich. Zuerst die DVD und dann wieder anfangen zu schreiben.

Wie sieht es mit touren aus?
Naja, es kommen ein paar einzelne Shows. Das Z7 möchte uns auch zurück. Irgendwann dieses Jahr spielen wir vielleicht wieder hier. Einige Shows in Schweden und einige Festivals vielleicht. Wir werden mehr darüber nach Weihnachten wissen. Sie werden im Januar, Februar bestätigt. Ich denke, du wirst bald einige Daten sehen.

Ja hoffentlich!
Ja, aber eine ausgedehnte Tour... wir haben keine Pläne dafür, im Moment. Es kommt drauf an, wenn uns das Z7 bucht, werden wir sehr wahrscheinlich einige Konzerte mehr anhängen und plötzlich hast du wieder eine Tour (lacht). Es geht alles darum, der Zeit voraus zu sein. Für gewöhnlich ist es meistens zu spät und du denkst „ Oh Shit, die Konzerte hätten schon seit sechs Monaten promotet werden sollen!“ und es sind nur zwei oder drei. Dieses Mal versuchen wir, uns ein wenig zurückzulehnen und uns nicht damit zu stressen. Wir kümmern uns auch mehr um die Hallen, wo du anständige Backstage-Bereiche hast, anständiges Catering. Wir sind es gewohnt, überall zu spielen sowohl große, als auch kleine Bühnen. Es ist einfach so, dass einige kleine Bühnen nicht das haben, was wir brauchen. Und je älter du wirst, umso mehr willst du es ändern. Du wirst wählerischer sein, wo du spielst und du bemerkst auch die schwachen Stellen im Geschäft. Normalerweise, wenn du älter wirst, fängst du an, dich mehr darauf zu konzentrieren, wo du bist und wohin du gehen willst und die Details werden wichtiger. Als du jünger warst und noch nicht etabliert, da war es dir egal. Du hattest Zeit und du hast Dinge noch ganz anders gesehen. Du warst die ganze Nacht wach und bist in einem Haus oder einer Wohnung geendet, in irgendeiner Stadt (lacht) und der Tourmanager wurde verrückt, „Wo zum Teufel ist Jorn?“ und du hast fast den Gig verpasst (lacht) Das bedeutet, es ging einfach nur um´s spielen und Rock´n´Roll, Frauen und Party. Und dann hat es sich geändert und du beginnst zu realisieren, um was es im Leben geht und versuchst es zu ändern. Und das ist es, was wir heute machen. Wir versuchen mehr auf bestimmte Sachen zu achten. Manchmal funktioniert das nicht, aber das Geschäft ist so, wie es ist und du musst Kompromisse eingehen.

Hast du noch letzte Worte für die STALKER-Leser?
Was ich gewöhnlich sage: Danke allen, dass ihr meine Alben kauft und, dass ihr mir folgt seit so vielen Jahren. Das ist alles, was ich sagen kann. Ich bin dankbar dafür. Ich meine, das ist der Grund, warum ich das hier mache. Es gibt nicht viele andere Gründe, einfach für mein inneres Gleichgewicht, aber andererseits wäre mein inneres Gleichgewicht total durcheinander, wenn es nicht jemanden gäbe, der mir Feedback gibt. Das ist alles, was ich sagen kann: Ich werde noch eine Weile hier sein. (lacht)

Hoffentlich, danke vielmals für deine Zeit und, dass du meine Fragen beantwortet hast.
Danke dir!





Autor: Sandy Mahrer, photos: band
Eingetragen am: 2011-01-26

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