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Johnnie Rook: Ein paar Prozente Wahnsinn

Split-CDs sind doch ne echt nette Idee, allerdings wohl nicht ganz unkompliziert umzusetzen. Allen Widrigkeiten zum Trotz machten Johnnie Rook aus Berlin auf ihrer neuen EP „3:15am“ mit den Bambix aus Holland gemeinsame Sache. Wie es zu der Zusammenarbeit gekommen ist und was man sonst so als Mitglied einer Punkrockband noch alles erleben kann, erfahrt ihr nun von den beiden Rookies Micha (Gitarre) und Franziska Jentzen (Vocals).



Was macht die Hauptstadt? Und was macht ihr so?
Franziska: Berlin macht, was es immer macht. Lärm und Dreck. Da machen wir natürlich mit.

Eure neue Split-CD, zusammen mit den Holländern von Bambix steht kurz vor der Veröffentlichung. Sorry, Standardfrage: Wie kam´s zu der Zusammenarbeit?
Micha: Ich bin ja schon lange Zeit ein großer Bambix-Fan, und die Bambix sind auch der Hauptgrund, warum es Johnnie Rook überhaupt gibt. Ich hab die Bambix Ende 2000 das erste mal in Berlin gesehen, und Wick [Sängerin der Bambix] hat mich mit ihrer charismatischen Stimme und den geilen Melodien gleich voll in ihren Bann gezogen. Ab diesem Tag habe ich mir gesagt, sowas in die Richtung will ich auch machen und etwas später Johnnie Rook gegründet. 2007 haben wir dann auch endlich mal mit den Bambix zusammen gespielt. Wir haben uns gleich so gut mit Ihnen verstanden, dass uns seitdem eine innige Freundschaft verbindet. Seitdem haben wir etliche Konzerte zusammen gespielt. 2009 hat Wick auf unserem letzten Longplayer „Rabatz“ bei einem Song mitgesungen, und letztes Jahr haben wir dann bei einem gemeinsamen Gig beschlossen, dass wir zusammen eine Split-EP machen.

Ich find ja Split-CDs sind ne gute Idee und haben im Punkbusiness ja auch Tradition. Warum wird das eigentlich nicht häufiger gemacht?
Franziska: Weil das zeitlich und logistisch gar nicht so einfach ist. Ich weiß, man könnte einfach ein paar Lieder aufnehmen und fertig. Aber dann stellst du dir Fragen wie: „Wolln wa nich gleich nen Thema machen, wenn wa schon dabei sind?“ Oder: „Schreiben wir jetzt extra was, oder nehmen wir den alten Scheiß?“ Und dann gibt´s da sehr viele Antworten zu. Du musst das schon wirklich wollen. Songs und Reihenfolgen festlegen, Layoutquatsch, Fotokram, das dauert. Das muss dann –in unserem Fall- 8 Leuten gefallen. Oft kann man sich als Band gut leiden und hat sowas vor, aber du brauchst diese paar Prozente Wahnsinn, die dich das durchziehen lassen.

Auf der Platte gibt´s auch einen gemeinsamen Song mit den Bambix, Oneway Rover. Habt ihr den auch zusammen geschrieben und zusammen aufgenommen?
Franziska: Der Song ist von uns. Die Idee zum Text von mir. Wick hat dann verbessert und umgeformt, was ich extrem toll fand. Wer was wann singt, haben wir im Studio gemeinsam beschlossen. Im Studio haben dann Patrick [Bassist der Bambix] und Wick noch Ideen für den Song gehabt, was Längen, Kürzen, Soli, Abmischung betrifft, die wir auch alle so umgesetzt haben. Und somit ist es ein gemeinsamer Song, was ich super finde.

Eure beiden Musikstile sind ja schon recht unterschiedlich (im Bereich des Punk). Wie würdet ihr denn die Musik der Bambix beschreiben? Und wie, glaubt ihr, würden die Bambix eure beschreiben?
Micha: Ich würde den Musik-Stil der Bambix ganz einfach als melodiösen Punkrock mit Frauengesang bezeichnen. Aber für mich sind die Bambix auch die beste melodiöse Punkrockband mit Frauengesang. Diese Melancholie, die sie oftmals rüberbringen, und das Einsetzen des 2-stimmigen Gesanges können nicht viele so gut wie Wick und ihre Mannen. Ich bekomme sehr oft Gänsehaut bei Ihren Songs, das schafft fast keine andere Band bei mir und das meine ich ganz ernst, ohne zu schleimen. Wie die Bambix unsere Musik beschreiben würden, solltest du sie besser selbst fragen. Das ist für mich jetzt etwas schwierig zu beantworten. Ich weiß jedoch, dass sie unsere Musik mögen und das freut mich sehr.



Was einem natürlich als erstes ins Ohr sticht, sind die kraftvollen Vocals eurer Frontfrau Franziska. Normalerweise, verbindet man mit Punk ja eher schwachbrüstigere Sangeskünstler. Ihr habt ne richtige RocknRoll Röhre :) Wie passt das zusammen?
Franziska: Vielen Dank für das Kompliment. Aber da wir ja grad bei den Bambix waren und Beschreibung… Wick ist eine extrem starke Sängerin. Sehr melodiös, gefühlvoll und rotzig zugleich, das können nicht viele. Sie ist `ne richtige Rockröhre. Und da sind wir auch schon beim Johnnie Rook Knackpunkt. Einige Leute meinen, dass mein Gesang, meine Stimme, mein Gesangsstil eben grad nicht rockig sei, eher zu glatt, und deswegen würde das nicht so gut passen. Manche, so wie du, finden das grade gut. Ich höre da immer auf die Jungs, die sind meine größten Kritiker, wenn es denen gefällt, ist alles schick. Und dann erinnere ich mich an ein Konzert in Dresden. Ich hab mich vorher eingesungen, das mache ich manchmal. Die Jungs waren genervt, weil Gesangsübungen auch nervig sind, da hat Wick gesagt, dass das für sie schon Musik sei, das fand ich schön.

Im Beipackzettel zum PromoPaket hast du geschrieben, du hättest alles selbst zusammenkopiert, getackert usw. Praktisch gefragt, wie viel Zeit/Geld (und Herzblut) investiert ihr in die Band? Lohnt sich all die Mühe?
Micha: Ja, das hab ich tatsächlich alles alleine gemacht, so wie man das früher mit den Demotapes gemacht hat, falls sich daran noch jemand erinnern kann. Nur halt etwas moderner, man kann ja heute mit einem normalen Drucker schon fast alles zu hause selber machen, so dass es auf den ersten Blick aussieht, wie eine Original-CD. Auf jeden Fall hat mich das auch eine Menge Zeit und Herzblut gekostet und ich hoffe natürlich, dass sich die Mühe ein wenig lohnt. Ich erwarte ja nicht, dass wir gleich Weltstars werden, aber wenn unser Bekanntheitsgrad jetzt wieder ein wenig steigt und wir ein paar gute Konzerte dadurch ran kriegen, hat sich die Mühe schon gelohnt. Mal sehen wie die Resonanzen sind.

Habt ihr auch noch normale Jobs?
Franziska: Ja!!! Jobs, die wir leiden können und gerne machen. Jobs, mit denen unsere anstrengenden Aktivitäten gut vereinbar sind. Und ich finde das auch tatsächlich besser so. Nur Band und Bus und Konzert wäre mir zu wenig. Da hat man zu wenig Input, alles dreht sich nur um dich selbst. Das fetzt nicht, da wirst du irre. Und wir können machen, was wir wollen, weil wir grade nicht Angst haben müssen, unsere Miete nicht zahlen zu können.

Wie lange seid ihr überhaupt schon dabei, wie habt ihr angefangen?
Franziska: Johnnie Rook ist bei allen nicht die erste Band. Alle hatten davor zwei oder drei andere Bands, mit denen sie schon mal mehr oder weniger erfolgreich was gemacht haben. Fast alle haben sich ihre Instrumente selbst bei gebracht. Ich hatte allerdings tatsächlich lange Gesangsunterricht. Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie, es war sehr früh klar, dass ich was mit Musik machen werde. Mein Bruder ist auch Sänger, er lebt sogar davon, und mein Papa war Schlagzeuger, auch er hat lange in Bands gespielt und so den Familienurlaub finanziert. Bei uns dreht sich also immer alles um die Musik.
Micha: Wie Franziska schon gesagt hat, haben wir alle vorher schon Musik gemacht. Ich habe mit 13 Jahren in meiner ersten Punkband angefangen, Bass zu spielen, bin später auf Gitarre umgestiegen und hab in ca. 5 Bands gespielt, bevor ich 2001 nach Leuten für eine Band mit Frauengesang Ausschau gehalten habe. 2003 sind wir dann endlich als Johnnie Rook an den Start gegangen.



Ihr habt euch für Deutsch als Sprache entschieden, gibt´s dafür einen besonderen Grund?
Franziska: Ja, ich will verstanden werden. Und ich will mal sehen, wie das so ist, eine Platte lang alles verstehen zu können. Wir haben ja bisher Deutsch und Englisch gemischt. Je nach Lied, je nach Laune. Mir sind Texte wichtig. Ich muss zu jedem Wort, das ich singe, stehen können. Aber mir macht es auch echt Spaß, da tagelang drüber zu grübeln.

In der Release-Info steht auch, dass das Coverfoto um 3:15 aufm Klo geschossen wurde (daher wohl auch der Titel der Platte). Für diese Uhrzeit seht ihr noch ganz schön frisch aus, aber wie kam´s zu gerade dieser Lokalität? Was macht ihr sonst so um 3 in der Nacht?
Franziska: Unter der Woche: Schlafen. Am Wochenende: Konzerte geben. Unser spätestes Konzert, das wir je gespielt haben, war um 3 Uhr. Das war echt schwer. Das wir hier so gut aussehen, liegt an Romans Bearbeitungskünsten. Roman, unser „kleiner Gitarrist“, macht den Layoutkram bei uns. Wir haben das Foto genommen, weil wir sonst echt nicht alle 8 zusammen gekriegt hätten. Das war unsere einzige Chance. Deswegen muss Jan [Bassist von Johnnie Rook] jetzt auch auf ewig mit dem Foto leben, denn er hat gewackelt und ist deswegen nicht scharf. ;)

Wenn man Berlin und Punk hört, dann denkt man natürlich zu erst an Die Ärzte. Ist es denn eher ein Vorteil oder Nachteil im geographischen Schatten der besten Band der Welt zu stehen? Könnt ihr euch auch vorstellen, mit den Herren Doktoren eine Split-CD aufzunehmen?
Franziska: Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Herren mit uns eine Split aufnehmen würden! Wir sind, als Berliner, natürlich Ärzte-Fans. By the way, nur die wahren Ärzte, Farin und Bela, versteht sich, Rod ist nur Assistenzarzt. ;) Aber wenn ich Berlin und Punk höre, denke ich genauso an Nina Hagen, oder dass im Osten Punk verboten war.

Letztens hab ich gelesen, dass Cottbuser Staatsanwälte prüfen, ob der Song „Wir wollen keine Bullenschweine“ der Hamburger Punkband Slime „volksverhetzend“ ist. Was haltet ihr von solchen Indizierungen? Wie weit darf denn eine Punkband heutzutage textlich noch gehen?
Franziska: Zunächst einmal unterliegt alles einer künstlerischen Freiheit. Dann ist meiner Meinung nach schon nachgewiesen worden, dass keine Musik, kein Computerspiel und kein Film Gewalt geschaffen hat. Es sind die Menschen, die das machen. Kunst ist ein Spiegel der Gesellschaft. Und wenn jemand singt, dass er keine Bullenschweine will, dann ist das ein Lebensgefühl, das in Worte gepackt wird. Dieses Lebensgefühl geht nicht weg, weil man das Lied nicht spielen darf. Das verstärkt sich dadurch eher noch. Ich bin grundsätzlich für Gespräche und gegen Zensur. Und was den Inhalt betrifft, ich wähle andere Worte, um ähnliches zu sagen, aber das hat ästhetische Gründe.

Worum geht´s euch hauptsächlich in euren Songs? Spaß oder ne politische Message?
Franziska: Beides. Wir haben Lieder da geht es um den Spaß. „Wellenreiten“ zum Beispiel. Aber nur Spaß wäre mir zu wenig. Wir haben viele Lieder, die eine politische, bzw. eine philosophische Idee transportieren. Aber ich versuche, das auch nicht so penetrant zu machen, und ständig den erhobenen Zeigefinger rauszuholen. Das sind eher Anstöße zum Weiterdenken. Ich will was verändern. Diese „So ist das eben…..“ Einstellung finde ich zum kotzen.

Vielen Dank für die Auskunft :)und rockt on!



Autor: Kathleen Gransalke, photos: band
Eingetragen am: 2011-08-29

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