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Paradise Lost (Teil 2): Eine der Letzten einer aussterbenden Rasse

Hier kommt der zweite Teil des Paradise Lost Interviews. Den ersten Teil findet ihr hier.

Es gibt dieses Meme im Internet, auf dem gezeigt wird, wie sich die “Dinge”, die Fans bei Konzerten hochhalten, über die Jahre verändert haben – von einer Faust, über Horns zu Handys und nun iPads...
Richtig, richtig...Ich muss sagen, dass es irgendwie die Live-Musik ruiniert hat, es ist seltsam das zu sagen. Wir haben früher Konzerte gespielt, ich kann das aus Erfahrung sagen, vor dem Internet. Und jetzt mit YouTube und Videos mit guter Qualität, die man am nächsten Tag hochladen kann – es zerstört die Spontaneität auf Konzerten, jeder muss zu sehr darauf achten, auf der Bühne cool zu sein und so. Es ist nicht mehr so aufregend und spontan wie früher, als es nur die Show gab und nur die Leute, die auch tatsächlich auf dem Konzert waren, das Konzert sehen konnten. Da konnte alles passieren, es war spontaner, viel aufregender. Jetzt ist es so: man geht auf Tour und sogar zwei Wochen bevor man zu dem Heimatland einer Person kommt, wissen die Fans schon, was auf der Setliste stehen wird, es nimmt die Spannung weg. Für mich als Fan auch, wenn ich mir die Band, die ich mag, anschaue.

Dadurch wird es auch notwendig, ständig die Setliste zu ändern, auch wenn es nur ein oder zwei Lieder sind pro Konzert…
Ja, es löst Diskussionen aus. Das habe ich bei anderen Bands auch gesehen. Eine Person spamt vielleicht das Internet und sagt, dass er oder sie ein gewisses Lied hören will und auf dem Konzert ist es dann tot, weil es nur eine Person gewesen ist, die den Song hören wollte und kein anderer kennt es. Was macht das für einen Sinn? Daher muss man solche Sachen immer mit Vorbehalt sehen, was Leute in Foren und so sagen, weil am Ende des Tages kommen sie um dich und die Sachen, die du machst, zu sehen. Warum würden sie sonst deine CDs kaufen? Manchmal ist es wichtig ein gewisses Lied, das die Fans hören wollen, zu spielen aber man muss vorsichtig sein – uns ist es oft passiert, dass es am Ende nur eine Person gewesen ist, die ein Lied hören wollte.

Wie fühlt es sich denn an, wenn du ins Publikum schaust und Handys siehst? Bemerkst du das?
Ja, tue ich. Ich habe mich daran gewöhnt, aber zu Beginn war es irgendwie nervig, weil es so hell ist. All diese Handys und anderen Dinge, und dann der Blitz...Nick, unser Sänger, hasst den Blitz, aber es passiert halt einfach, da kann man nichts dagegen tun. Komm damit klar (seufzt) .



Ich habe irgendwo gelesen, dass dieses Jahr eine neue Veröffentlichung auf dem Weg ist...
Wir machen etwas, das zum 25. Bandjubiläum passt und etwas seltenes sein wird...Es heißt „Tragic Illusion“, es wird ein neues Lied auf der CD sein, das Lied haben wir speziell für die Platte aufgenommen. Dann gibt es zwei Lieder von unseren alten Sachen, die wir neu aufgenommen haben, ein Lied vom ersten Album und ein Song vom zweiten Album, alles andere sind alte und rare Aufnahmen. Es ist was für Sammler. Das Artwork ist toll, es stammt vom gleichen Künstler, der auch das Artwork für unser letztes Album „Tragic Idol“ gemacht hat: Er hat ein komplett neues Cover und Layout gemacht – vor kurzem habe ich es das erste Mal gesehen, in einem PDF-Dokument, und es schaut wirklich gut aus!

Wie kommt es, dass dieses Album „Tragic Illusion“ heißt, nachdem euer letztes Album “Tragic Idol” auch das Wort “tragisch” (engl. „tragic“) im Titel hatte?
Weil es quasi den Beginn unserer Karriere und das Jetzt verbindet, denn „Tragic Idol“ war das letzte Album und unser erstes Demo, das wir 1988 veröffentlichten, hieß „Frozen Illusion“...
Wir haben es ja schon angeschnitten – Nebenprojekte, Bands und Aktivitäten, die ihr neben Paradise Lost noch macht...– wie funktioniert das denn zeitmäßig?
Es ist wirklich kompliziert, ist es wirklich. Ich genieße es, weil es Spaß macht, aber es ist schwer, besonders wenn jeder in der Band auch noch in anderen Bands spielt, dann ist es schwer zu koordinieren.

Ist das denn hier der Fall?
Nein, nicht wirklich, ich habe nie das Bedürfnis gehabt, großartig etwas anderes zu machen. Adrian ist in vielen Bands, wir haben sie letztens erst gezählt. Er ist in „Vallenfyre“ mit mir, er ist in „At the Gates“, er ist in einer Band aus Kalifornien mit dem Namen “Brujeria”, er ist in “Nemhain” mit seiner Frau, er ist in... (Stille) er ist auch noch in anderen Bands, oh ja, er hat wieder angefangen in einer Band zu spielen, in der er mal war, „The Haunted“, und er ist wieder bei ihnen. Ja, er ist ein sehr beschäftigter Kerl (grinst) . Er ist im Moment in China, deshalb haben wir auch unseren alten Schlagzeuger zurück...es passiert nur ein- oder zweimal, dass die Pläne kollidieren, aber Jeff, unser alter Schlagzeuger, liebt es, weil er wieder zurück im normalen Leben ist, daher ist es für ihn wie Ferien, wenn er wieder mit uns auftritt.

Würdest du selbst auch gerne ein normales Leben führen?
Hm, manchmal. Aber nicht wirklich, ich bin jetzt nicht mehr vermittelbar. Ich hatte keinen normalen Job seit...Ich weiß es nicht.

Und was wäre, wenn es keine Musik und kein Musikbusiness mehr für dich geben würde?
Na ja, ich wäre wohl obdachlos oder so, ich weiß es nicht. Ich bin total unvermittelbar (zuckt mit den Schultern). Das Einzige, was ich je gelernt habe, gibt es jetzt nicht mehr – ich habe eine Ausbildung zum Drucker gemacht, aber noch mit diesen alten Maschinen, die es jetzt nicht mehr gibt, jetzt gibt´s nur noch Computer. Ich habe keine Qualifikationen (lacht).

In all den Jahren, die du im Musikbusiness schon bist, hat sich die Industrie sehr verändert. Was denkst du über all die Veränderungen?
Downloads haben alles verändert, es hat die Musikindustrie zerrissen und es hat alles verändert, was das betrifft. Es gibt kein Geld in der Industrie mehr, weil 98% jetzt Downloads sind, daher ist dein Aufnahmebudget kleiner, das Tourbudget wird kleiner, die Menge an jährlich unter Vertrag genommenen Bands wird kleiner – es hat einfach alles verändert. Aber zugleich wurden Schallplatten wieder populärer, wenn Leute wirklich etwas sammeln wollen, dann wollen sie nichts anderes.

Bist du denn eher ein Fan von MP3s oder Schallplatten?
Hm, vorzugsweise Schallplatten, da sie einfach viel besser als MP3s klingen...aber MP3s haben etwas, das die Industrie verbessert hat, zum Beispiel haben sie das Songwriting leichter gemacht – ich habe die meisten Lieder zusammen mit Sänger Nick geschrieben und es ist so einfach, man schickt sich die Ideen via E-Mail. Davor musste man immer auf eine Probe warten und die Songidee dort bearbeiten, und das war´s. Es war ein sehr langsamer Prozess, jetzt geht es viel schneller.

Aber ist es nicht zugleich negativ, dass alles so viel schneller geht?
Ja, absolut. Ich klinge bestimmt wie ein furchtbarer Miesepeter, wenn ich sage, dass früher alles besser war, als es noch kein Internet gab, auch wenn es viele gute Dinge mit sich gebracht hat. Für die Musikindustrie zumindest war es eine Katastrophe.

Da frage ich mich, was du über Streaming-Dienste wie Spotify denkst...
Ich denke nicht, dass es gut ist, es ist schrecklich. Wir haben ja schon über meinen Sohn geredet, er liebt Musik und ist ein toller Musiker, aber er ist aus der Generation, die keine Liedtitel mehr kennt, er weiß nicht einmal, welche Bands... diese Kinder, sie gehen einfach auf Spotify und klicken auf die Tracks und sagen dann „oh, ich mag das Lied, und das Lied...“ – da gibt es kein Album, es gibt keinen Namen, sie wissen das alles nicht. Selbst wenn man Musik herunterlädt, kann man das Album-Artwork haben, aber es ist nicht das Gleiche wie wenn man die richtige CD in den Händen hält. Für die Generation meines Sohns gibt es kein Artwork, ihnen ist das egal. Sie haben absolut kein Interesse am Artwork, am Design, an den Lyrics, den Liedtiteln, egal was. (schaut frustriert). Immer nur dieses „Oh ich mag das, und das und...“. Das bedeutet, dass Bands wie wir eine der Letzten einer aussterbenden Rasse sind, weil wir noch eine richtige Karriere hatten, weil es jetzt einfach kein Interesse mehr gibt – nur ein „nächstes, nächstes, nächstes“ (schnippt mit Fingern). Das ist traurig für jüngere Bands, die sich als Musiker entwickeln wollen, weil es jetzt so sein wird “na ja, dieses Album hat nicht wirklich funktioniert, lasst uns die Band streichen und eine andere Band ausprobieren”.



Zu den Veränderungen in der Musikindustrie gehört auch die zunehmende Wichtigkeit von Musikvideos. Gefällt dir das und wie stehst du zu Musikvideos generell?
Oh, ich finde sie richtige schlecht, ich mag Musikvideos gar nicht. Als wir als Band angefangen haben, hat sich in unserem Genre niemand dafür interessiert. Wir haben die Band gegründet, um Musik zu machen. Wir fanden es toll und das tun wir auch immer noch. Wir sind keine Models, wir wollen nicht mal fotografiert werden, wieso würden wir dann in einem Video sein wollen? Es scheint so, als ob die Band mit dem meisten Geld das beste Video hat, aber was zeigt das denn? Den besten und kreativsten Director engagiert zu haben? Das Video wird sicher gut sein, aber was ist mit der Musik? Ich glaube, es tut der Musik nicht Gut. Und Metal-Videos sind schlimmer als alle anderen Videos, weil sie alle gleich sind. Ich meine, wir sind da auch schuldig, was das angeht, aber nur, weil wir dazu gezwungen wurden Videos zu machen. Meist ist in solchen Videos ein bisschen Performance und dann eine wirklich schlechte Geschichte und das war es – daher sind 90% der Metal-Videos exakt gleich.

Du hast mal erwähnt, dass ihr nur Videos gemacht habt, weil ihr euch anpassen musstet...
Damals mussten wir das machen, aber in letzter Zeit, in den letzten Jahren, beteiligen wir uns mehr daran. Wenn wir ein Video machen müssen, dann wollen wir, dass es ein kleiner Kurzfilm ist, und nicht etwas über die Band, sondern etwas, das mit den Lyrics verbunden ist. Die letzten paar Videos, die wir aufgenommen haben, sind meine Favoriten von denen, die wir je gemacht haben. Wir haben ein Video für „Honesty in Death“ gemacht, ein wirklich tragisches Video und eines für „Faith divides us“ vom Album davor, das ist auch ein gutes Video...

Es gibt noch ein Video mit Live-Ausschnitten, ich meine es ist vom letzten Jahr...
Ja, Steve, unser Bassist, hat das gemacht. Die Plattenfirma hat gesagt, sie möchte, dass wir ein weiteres Video machen und wir haben gesagt, dass wir “Honesty in Death” gedreht haben und nicht denken, dass wir etwas besseres machen können von diesem Album, da es einfach alles zusammenfasste, was wir tun wollten. Und wir hatten noch kein Behind-the-Scenes Video, daher hat Steve im letzten Sommer einfach alles gefilmt, was wir die ganze Zeit über gemacht haben und hat es zusammengeschnitten. Es ist vielleicht technisch nicht brillant, aber man kann sehen, was hinter den Kulissen passiert und was, wenn wir auf die Bühne gehen...Wenn man etwas macht und man kein großes Budget dafür hat, kann man zumindest etwas machen, was den Fans vielleicht gefallen könnte.

Wie viel Einfluss habt ihr, wenn ihr diese Videos macht oder habt ihr jemanden, der euch diese Geschichten kreiert?
Die Kurzgeschichten? Wir diskutieren sie mit der Person, die wir als Regisseur ausgewählt haben. Meist haben wir diese Person ausgewählt, weil er oder sie etwas in einem komplett anderen Feld der Musik gemacht hat oder weil wir einfach den Stil gut fanden und uns dachten, dass es gut zu unserer Musik passen könnte.

Eine letzte Frage – ich bin mir sicher, dass du so viele Interviews gemacht hast, dass nicht mehr viel ungefragt ist. Aber gibt es etwas, das du schon immer gefragt werden wolltest, aber noch nie gefragt wurdest?
Was ich noch nie gefragt wurde... (denkt nach) Ich wurde schon so einige dumme Sachen gefragt in all den Jahren. Meistens gehen die Sachen in der Übersetzung verloren, weißt du, wir wurden einmal gefragt ob König Arthur taub oder tot sei – ich meine, was bedeutet das denn überhaupt? (schaut ahnungslos) Jemand fragte uns mal “Habt ihr jemals das Bedürfnis Sex zu haben?”...Das ist kein Witz, wir wurden wirklich schon alles gefragt...Ich wäre froh, wenn mich Leute mehr über Tiere fragen würden, weil ich Tierfakten mag. Ich mag Tiere als solche nicht sonderlich, aber die Fakten...


Wie passt das denn zusammen – muss man Tiere nicht irgendwie mögen, um sich für Tierfakten zu interessieren?
Nein, ich finde ein paar Dinge einfach fantastisch. Ein Mensch kann durch die Arterie des Blauwals schwimmen, weil die Arterie so groß ist...es ist so cool. Wie gestern, Hummer sind unsterblich. Es ist fantastisch. (lacht) Tierfakten, hier hast du die Antwort.

Was sind denn die faszinierendsten Tierfakten?
Es ist meistens über den Blauwal, weil er so groß ist. Sein Herz ist größer als ein Auto, ein Familienauto, fantastisch, oder? Kühe haben drei Mägen, und diese sollten nicht existieren, es ist ein evolutionärer Fehler, sie können ihr eigenes Essen nicht verdauen – es muss durch drei Mägen gehen bevor es verdaut werden kann. Nilpferd-Milch ist pink, es ist wahr...Ich bin besessen von Tierfakten, frage mich nicht aus (lächelt und lacht dann) .

Danke, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!
Kein Problem, gerne geschehen.



Ich danke Dario Dumancic von Century Media dafür, dass er das Interview arrangiert hat, Chris Jones dafür, dass er sich vor Ort um das Ganze gekümmert hat und nicht zuletzt Greg Mackintosh für diese angenehme und schöne Zeit!


Autor: Carina Ullmann (+ photos)
Eingetragen am: 2013-09-06

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