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Silentium - Verführung in finnischen Frostnächten

Die Mai-Feiern in Finnland – sowie die Kater hinterher - sind echt Hardcore, im wahrsten Sinn des Wortes! Daher kamen nur die zähesten und anhänglichsten Fans zum On The Rocks in Helsinki, um die Melancholie von Silentium zu genießen. Für STALKER plauderten die verbliebenen Gründungsmitglieder Matti Aikio und Sami Boman über Bandgeschichte, Veränderungen und das neueste Album.

Seit 1996 hat die Band einige Veränderungen durchgemacht, im Line-Up ebenso wie in Musikstilen, und den Wechseln von einem Label zu einem kleineren – die Finnen aus Turku mögen Herausforderungen! Gesunde Einstellung und Schönheit der Musik blieben erhalten, und Silentium erwarten nur das Beste von ihrer Zukunft.



In der Vergangenheit, als Silentium gerade geboren wurde, was war der Hintergrund für diese neue Band?
Matti: Die Grundidee war, sowas wie eine langsame Version von My Dying Bride zu spielen, und das aus zwei Gründen: einfach aus Spaß und um den Proberaum reservieren zu können, einfach um was zu trinken abzuhängen und Musik zu hören, aber das ging in die Hose. Schon am ersten Abend wurde die Band gegründet. Aus purem Zufall. Der zweite Gitarrist Juha kam dazu, und schon während der ersten Proben spielten wir zwei schon bekannte Songs, also haben wir die alte Idee einer Coverband wiederbelebt.

Im Lateinischen bedeutet Silentium “Stille”. Wieso habt ihr diesen Namen für eine Heavy Metal Band gewählt?
Matti: Also will unser Publikum eigentlich nur, dass wir die Klappe halten (lacht) My Dying Bride war der Grund, einen lateinischen Namen zu wählen. Naja, und mein Unfall war ein weiterer Grund (Matti fehlen drei Finger an der rechten Hand), also brauchten wir ne langsamere Band, damit ich lernen konnte, Bass ohne diese Finger zu spielen (Daumen, Zeige- und Mittelfinger). Ansonsten ging es bei den Proben nur darum, sich zu betrinken und My Dying Bride-Covers zu spielen. (lacht)
Sami: Ein weiterer Grund war das My Dying Bride- Album “The Angel and the Dark River” (1995), das gerade erschienen war und auf das wir abfuhren, und wir wollten sowas Ähnliches machen...

Die hatten wirklich großen Einfluss auf euch, offensichtlich...
Matti: Damals auf alle Fälle. Die Grundidee war, eine Geige mit dabei zu haben, die weibliche Stimme kam später dazu.

Euer Stil hat sich im Vergleich zu damals ja stark verändert.
Sami: Richtig, wir haben gelernt, schneller zu spielen!

Wieso haben so viele eurer Alben lateinische Titel?
Matti: Naja, der Bandname ist Latein, und ich bin ein Geschichte-Freak, ebenso wie Toni, unser zweiter Gitarrist.
Sami: Das kam einfach so, wir machten es nicht aus Absicht.

Aber beim neuen Album ist das nicht Latein, was bedeutet es?
Matti: Das war meine Idee. So eine Art Insider-Witz, denn manchmal kann ich mich nicht wirklich in Englisch ausdrücken und kreiere dann meine eigenen Wörter, wie etwa „Sufferion“ oder „Seducia“, einfach eine Kombination englischer Wörter (lacht) eine schlechte Angewohnheit.

Naja, das macht Sinn.
Matti: Ja. Als ich das erste Mal Riina singen hörte, war es mit einer anderen Band, Paralax, und es klang wie so eine Art von seducia, kraftvoll und auch sexy oder so, zusammengenommen.

Wie steht es mit dem Artwork für „Seducia“?
Matti: Die Grundidee war, eine schöne Frau, engelsgleich, zu zeigen, im Hintergrund eine Art Paradies, das dem Verfall preisgegeben ist oder so...

Es sieht wie eine finnische Landschaft aus!
Matti: Stimmt, aber es war nicht die Band, die dafür verantwortlich ist, und irgendwie ist das Ergebnis sogar besser als meine ursprüngliche Idee.
Sami: Wir haben das mit jemandem vom Plattenlabel diskutiert, Markus, und wir versuchten festzuhalten, was wir mit dem Wort „Seducia“ assoziieren, und das war eine Art verführerische Frau, und was Schräges, etwas das vielleicht nicht dazupasst.
Matti: Ich glaube, der Künstler hat sich sehr oft den Track Frostnight angehört, denn wenn ich es mir recht überlege, ist dieses Bild ungefähr das, was mir so im Kopf rumschwirrte, als ich diese Texte schrieb, eine schöne Frau oder die Erinnerung an sie, ein Hauch des Bösen, und du bist grade kurz vorm Erfrieren...

„Wir haben gelernt, schneller zu spielen!“

Alles in allem, seid ihr zufrieden mit dem neuem Album?
Beide: YEAH!!!
Matti: Da gibt es ein paar Kleinigkeiten, die wir nächstes Mal verbessern wollen, denn es ist Riinas erstes Album mit uns, und sie war noch etwas schüchtern.
Sami: Sie hat schon vorher im Studio gearbeitet, aber nicht so viel. Ich selbst bin mit dem Album und ihrer Stimme sehr zufrieden, es hat einfach gefunkt, weißt du.
Matti: Das erste Mal, dass ich sie fertig auf Band singen hörte, war „Unbroken“, und die Texte hier betreffen mich sehr persönlich. Ich hab sie eigentlich als Gesangspart für mich selbst geschrieben, aber Sami überzeugte mich, es zumindest mal zu probieren. Und als ich sie das erste Mal diesen Song singen hörte, machte ich mir fast in die Hose, ich wusste nicht, soll ich weinen oder mir einen ansaufen, oder womöglich beides.

Gibt es noch einen Song auf dem Album, den ihr hervorheben wollt?
Matti: Empress Of The Dark...
Sami: Ich glaube, Empress Of The Dark! Sowas haben wir vorher noch nicht gemacht, der Song ist viel schneller als ein normaler Silentium-Song.
Matti: Viel mehr Up-Beat und toll live zu spielen.
Sami: Er ist sehr dramatisch und enthält alles, wofür Silentium bekannt ist, unsere Stärken, die Power, die Leidenschaft für die Musik, glaube ich, sind hier besser als jemals zuvor in Empress Of The Dark zusammengefasst.



Wie komponiert ihr eure Musik, was inspiriert euch?
Matti: Meine Inspiration ist Geschichte, Literatur, Poesie
Sami: Diese Frage wird mir so oft gestellt, und jedesmal versuche ich was zu finden, das mich inspiriert... ich ich konnte nie auch nur eine Sache finden. Meistens ist es die Musik, die ich gerade höre, denn jeder einzelne Takt von Musik, die du hörst, beeinflusst dich auf gewisse Weise, und wenn du deine eigenen Sachen schreibst, ist alles an dieser Musik mit dabei, und unterschwellig fließt das ein oder andere mit ein.
Matti: Ich glaube nicht, dass irgendwelche Künstler was völlig Neues von sich aus schaffen, sie saugen einfach alles auf, was sie hören, sehen, fühlen
Sami: Und dann machen sie was daraus, das ihre eigene Handschrift trägt. Manchmal werden wir gefragt, „habt ihr euch jemals an dieser oder jener Musikrichtung versucht“, und ich glaube, das klappt nicht. Wenn die Inspiration kommt, erschafft sie etwas aus sich selbst, du kannst nicht daran beliebig rumbasteln, es ist was es ist.

Hört ihr selber viel Metal?
Sami: Yeah, sehr viel! Im Moment fahr ich besonders auf Opeth ab, aber auch auf Katatonia ... die Norweger Dimmu Borgir oder Arcturus, da gibt es so viele! Und natürlich die Altmeister, Metallica ist immer ein Klassiker...
Matti: Ich war so 7 oder 8 Jahre alt, und meine Mutter, schon immer ein großer Metal-Fan, gab mir das erste DIO Solo-Album und Rainbows „Long Live Rock´n´Roll“, und das war es dann für mich, ich war rettungslos verloren. Im Moment sind auch diese Norweger angesagt.
Sami: Ja, ich versuche ihn zu bekehren!

Worum geht es in Silentium-Texten?
Matti: Ich versuche es zu vermeiden, dass ich an einer Idee hängenbleibe, nicht besonders erfolgreich! Im Moment haben mich drei Ideen gefangengenommen: ein Teil ist tatsächlich persönlich, die kann man leicht aussortieren, ein Teil ist Geschichte, für mich ein Schnappschuss von einer Sache, ein Bild in meinem Kopf, so wie Hangman´s Lullaby. Ich weiß gar nicht, wo ich es gesehen habe, ein Bild der Französischen Revolution, mit diesem hocharistokratischen Pärchen, direkt von einer dieser Parties, noch mit Masken und diesen geknöpften Hemden bekleidet, neben der Guillotine liegt, und das ist das Bild, das ich vor mir hatte.



In „Frostnight“ wird ja gezielt ein bestimmtes Mädchen angesprochen, gibt es da wirklich jemanden oder ist das eher abstrakt?
Matti: Eigentlich spielt es keine Rolle, es geht eher darum, was der Hörer daraus macht.

Wie hat der Wechsel der Plattenfirma eure Arbeit beeinflusst?
Sami: Es hat der gesamten Band einen Energieschub gegeben
Matti: Und einen Riesenkater.
Sami: Anfangs war es etwas einschüchternd, Spinefarm ist ein ziemlich großes Label, und wir sind zu einem kleineren gegangen. Aber dann überzeugte mich der Erfolg von Machine Men und dass Dynamic Arts echt was weiterbringen, sie haben sich mehr um uns gekümmert als Spinefarm. Vom neuen Label kriegen wir sehr viel Aufmerksamkeit.
Matti: Der Grund ist, dass Spinefarm an eine große ausländische Firma verkauft wurde und die Spinefarm-Leute also im Grunde für jemand anders arbeiten, wohingegen die bei Dynamic Arts für sich selber arbeiten, rund um die Uhr, wenn es notwendig ist, und das macht für uns den Unterschied.

Habt ihr irgendwelche Videos in Planung, oder habt ihr schon welche gemacht?
Sami: Da gibt es Verhandlungen, und sobald die Finanzierung geklärt ist, machen wir es sofort. Wir haben entschieden, wenn schon Video, dann eine 100%ig perfekte Produktion...
Matti: Oder zumindest 50%ig (lacht)

Ihr habt mit Tuomas von Nightwish gearbeitet, er hat euer Vorgängeralbum „Sufferion“ produziert. Hat er viel Einfluss gehabt?
Sami: Ein wenig, nicht so sehr bei den Kompositionen...
Matti: Aber er hat einige Akkorde ab und zu geändert, wenn du bei „Flame Still Burns“ reinhörst, kannst du definitiv die drei Akkorde von Tuomas erkennen. Er hat da und dort nur einige Details verändert, nicht viel.
Sami: Er meinte, das die Details die Musik ausmachen, also...
Matti: Und ich glaube, dass sein Einfluss im Studio groß war, und dass wir alles, was wir dort gelernt haben, im aktuellen Album umgesetzt haben. Wir haben bei Tuomas angefragt, ob er wieder als Produzent mit uns arbeiten würde, aber er war mit anderen Projekten viel zu beschäftigt, konnte diesmal also nicht.

„Was macht uns – uns?“

Wenn du mit so einer Persönlichkeit zusammenarbeitest, ist es wohl nicht zu vermeiden, dass du beeinflusst wirst und vielleicht später auch mit seiner Originalband verglichen wirst...
Matti: Nicht mit uns, wir sind zu stur!

Was ist es dann bei Silentium, das Persönlichkeit und Charakter der Band ausmacht?
Sami: Schwierig, darauf zu antworten. Du weißt, dass unsere Musik immer was einzigartiges hat, aber was macht uns – uns? Hm... vielleicht sollte eher einer gefragt werden, der unsere Musik schon lange angehört hat, aber nicht am Erschaffen der Musik beteiligt war. Wenn du mittendrin bist, hast du nicht den Abstand, um etwas zu erkennen.
Matti: Unter den finnischen Bands ist das so eine Sache mit der Melancholie, das ist noch aus unseren früheren Tagen, als wir My Dying Bride coverten. Der Unterschied zwischen Nightwish und Silentium ist hauptsächlich, dass wir nicht diese fröhlichen Akkorde haben, Upbeats und Gitarrensoli, volle Akkorde. Wir spielen die melancholischen verminderten Akkorde.
Sami: Die Mischung von verschiedenen Metal-Stilen: ein wenig Gothic, Progressive, Death, viele Stile.

Zum Abschluss, kannst du die einzelnen Bandmitglieder vorstellen?
Sami: Ich bin Sami, spiele Keyboards, und im Privatleben bin ich Musikstudent an der Universität von Jyväskylä, bin also der Komponist...
Matti: Ich heiße Matti... und was bin ich eigentlich? Ich bin der Sänger und Bassist, schreibe die Texte und studiere Geschichte an der Uni Turku. Mein zweiter Job ist es, beeinträchtigten Menschen zu helfen, um Brot am Tisch zu haben. Musik is da was zum Luftholen...
Sami: Dann gibt´s noch Juha, den Gitarristen, ein lustiger kleiner Blonder aus Tampere, er hat seinen eigenen Humor, den kein anderer versteht, und er redet wirklich viel, die ganze Zeit!
Matti: Wenn er anfängt zu reden, weiss er selber nicht, wie es enden wird
Sami: Toni ist der zweite Gitarrist, und er organisiert die Konzerte und all das für die Band...
Matti: Wir sind nicht so organisiert, besonders ich und Sami, und Toni kümmert sich auch um die Website, die Kontakte zur Plattenfirma, er ist das Gehirn der Band. Jari (Drums) und Riina (Vocals), die neuesten Mitglieder aus Helsinki, obwohl Jari auch bei Gründung der Band dabei war, aber er hatte einige Probleme, konnte nicht so viel proben, wie wir eigentlich wollten, also mussten wir ihn rausschmeißen – er war sehr traurig darüber und daher hocherfreut, als wir ihn zurückholten.
Sami: Jari ist Leutnant der finnischen Armee, so klingt auch sein Takt, und wir müssen mithalten!
Matti: Und Riina, die Vollblut-Künstlerin, hat am Theater gearbeitet und schon viel mit Musik und Gesang gemacht, auf der Bühne ist sie in ihrem Element, sie wird sicher irgendwie mal ein großer Star, ob nun mit Silentium oder ohne.
Sami: Ihre Theaterausbildung und ihr musikalisches Können machen aus ihr eine tolle Künstlerin!
Matti: Sie ist die Härteste von uns allen.


Band Website: www.silentivm.com
Autor: Marina Sidyakina, translation: Klaudia Weber, photos: Silentium
Eingetragen am: 2006-05-06

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