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Before The Dawn: Einzelkämpfer mit grünem Daumen

Ein außergewöhnliches Gespräch mit einer außergewöhnlichen Person, nicht nur, weil sich dieser Finne als ausgesprochen gesprächig erweist... Tuomas Saukkonen, Before The Dawn-Mastermind, liefert uns hier überraschende Einsichten hinsichtlich der Verbindung von Musik und Gärtnern sowie des neuen Albums "Deadlight" (inklusive der tollen Metal-Hymne "Deadsong"); er verrät das Problem, das er mit der Bezeichnung "Gothic" hat und löst das Rätsel, warum so eine bemerkenswerte Band bisher unter meinem Radar geblieben ist...




Die erste Frage über Before The Dawn drängt sich ja auf: Ist es nun ein Soloprojekt, eine Band, und wenn ja, wer ist jetzt mit dabei? Ein bisschen verwirrend das Ganze...
War auch für mich verwirrend in den letzten paar Jahren. Eigentlich sollte es ja eine solide Band sein, als wir ins Studio gingen, um das neue Album aufzunehmen, aber wir mussten den Drummer nach einer Woche feuern und nochmal von vorne mit dem Aufnehmen anfangen... einer ging also hier verloren. Dann hatte unser zweiter Gitarrist zu viel mit den Aufnahmen seiner anderen Band zu tun, also spielte ich alle Gitarren ein. Also sind am Album eigentlich nur ich und Lars zu hören. Aber nun ist es eine Band. Wir kriegten den alten Drummer Dani zurück, einen Monat, nachdem die Single veröffentlicht war, und ich hoffe, dass das nächste Album ein solides Line-Up aufweist.

Also sind es vier Mitglieder? Am Foto auf der CD sind es nur drei, auf der Website vier...
Yeah. Ich weiß, das muss für Fans und die Medien verwirrend sein, denn es hat bei jedem Album große Veränderungen im Line-Up gegeben. Wir haben auch die Firma gewechselt, endlich ist es eine finnische (Stay Heavy Records, Anm. d. Red.). Locomotive Music hat in Europa gute Arbeit geleistet, wir hatten einige Tourneen und gute Promotion, aber unsere Alben kamen nie in Finnland auf den Markt. Wir hatten überall gute Rezensionen, auch in Finnland, denn ich habe den Magazinen selbst die CDs geschickt, aber es gab keinen Vertrieb, keine Promo, keine Veröffentlichung... das bedeutete eine Menge Stress in den letzten vier Jahren...

Das heißt, BTD war bisher eigentlich ein Ein-Mann-Projekt... vielleicht kannst du dich und deine Bandmitglieder kurz vorstellen...
Hmmm... ich habe die schlechte Angewohnheit, anderen Bandmitgliedern nicht viel Spielraum zu lassen, wenn es um die Musik oder Entscheidungen geht. Ich bin ansonsten ein netter Kerl, aber wenn es um meine eigene Musik geht, kann ich sowas wie ein Diktator sein. Keine Kompromisse, denn ich weiß genau, wie es klingen soll, und ich weiß genau, wie ich es so hinkriege, das heißt, es kann etwas unhöflich werden... es gibt nur meine Meinung, und falsche Meinungen (lacht). So geht es mir jedesmal, wenn wir im Studio sind, ich kann schwer aus meiner Haut heraus.. aber ich würde trotzdem BTD nicht als Soloprojekt, sondern als Band sehen, denn ich möchte Gigs spielen, so viele wie möglich, ich bin gerne mit den Jungs zusammen, spiele gerne mit ihnen... aber im Studio gab es immer Probleme. Die letzten beiden Alben hab ich im Alleingang aufgenommen, das war einfach (lacht). Aber ich versuche, so locker wie möglich mit den anderen umzugehen.

Die anderen Bandmitglieder sind offensichtlich pflegeleicht, denn sie sind mit mir in einer Band (lacht)... Bei Lars ist es wie ein Lottogewinn, wenn du ihn als Sänger in der Band hast. Er ist ein Norweger, der nun in Finnland lebt, und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet – und ich konnte ihn für meine Band gewinnen! Und er ist auch... naja, ich bin immer ziemlich schnell und hektisch im Studio, ich will nicht so viele Tage verbrauchen, sondern alles so schnell wie möglich fertig kriegen, und für gewöhnlich schreibe ich einen Teil der Musik und die meisten Texte im Studio. Ich will spontan sein und nicht zu viel im voraus planen. Lars ist auch ziemlich fix und sehr talentiert, er kann gut mit mir zusammenarbeiten und kommt auch gut mit der stressigen Situation zurecht. Für gewöhnlich machen wir alle Melodiebögen und Texte im Studio, so eine Stunde vorm Aufnehmen. Ohne Probe oder so, aber das klappt gut, und das ist wichtig für mich, so habe ich nicht so viel an Vorproduktion mit dem Gesang am Hals.



Und Juho, der andere Gitarrist... er ist höchst professionell, und seine Rolle in der Band geht weit über die eines normalen Bandmitglieds hinaus, denn er hat auch die meisten Tracks der letzten beiden Alben aufgenommen. Jedoch hat er dabei selbst kaum Gitarren eingespielt, nur ein paar Solos. Jedoch ist seine Rolle in der Band sehr wichtig, denn ich kenne mich bei Technik, Mischen, Aufnehmen oder sowas überhaupt nicht aus. Und das interessiert mich auch nicht. Ich nehme nie selbst zu Hause Demos auf, ich weiß Null, gerade mal, wie man ein Keyboard anschließt. Daher ist es gut, so professionelle Leute in meiner eigenen Band zu haben. Lars ist ebenso ein sehr guter Produzent, er kann mischen und hat schon ein paar Alben aufgenommen, also kann ich mich auf sie alle voll verlassen. Bandmitglieder wie Juho und Lars geben mir die Freiheit, Musik zu machen, sie schränken mich in keiner Weise ein. Normale Bandmitglieder würden in der Tat so ein Problem erzeugen, denn wenn nur einer die Musik schreibt, muss er alle Details mit allen einzeln durchgehen und ist dann trotzdem alleine für die Aufnahme verantwortlich, also...

Dani ist der Neue Alte, er war bei den ersten beiden Alben mit dabei, dann passierte was und das gesamte Line-Up war weg, und ich war solo. Als er hörte, dass wir den Drummer gefeuert hatten, schickte er mir eine SMS, nach zwei Jahren ohne jeglichen Kontakt... „Wie geht’s wie steht´s, wie sieht es aus, braucht ihr nen Schlagzeuger?“ Das war eine angenehme Überraschung, ich hätte ihn nicht gefragt, da ich dachte, diese Brücke hätte ich schon vor langer Zeit verbrannt. Aber er ist der beste Drummer für diese Art von Musik, es war schlimm, als er ging, und ich konnte keinen Ersatz für ihn finden. Natürlich fand ich Schlagzeuger, aber... meine Art des Komponierens passt sehr gut zu seinem Drumming, er spielt genau so, wie ich es mag, ich muss ihm nichts zeigen... wir können einfach spielen und müssen nichts großartig diskutieren.

Noch etwas zu Lars, seine Stimme klingt irgendwie geschult, nicht so wie Oper, aber doch...
Ich weiß gar nicht, ob er viel Unterricht hatte... ich weiß, dass er seit seinem 15. Lebensjahr oder so singt, und dass er viele CDs aufgenommen hat... schau mal bei seiner Website www.myspace.com/larseikind rein. Das meiste sind norwegische Black Metal Bands, Khold, DawG, Age Of Silence, mit denen hat er den Grammy gewonnen, und heute singt er noch immer für eine Band namens Winds. Ziemlich kompliziertes künstlerisches Zeug, Hellhammer von Dimmu Borgir und ein Typ aus den USA sind mit dabei. Sie spielen nicht live, machen nur CDs. Naja, Lars ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt professioneller Sänger, er hatte auch eine Grunge Band namens Jack in the Box, die in Norwegen ziemlich bekannt war, und er singt auch noch immer für Honcho, eine norwegische Stoner Band.



In der Rezension eurer CD hab ich euch ja tatsächlich mit Norwegern verglichen, mit Goth-Metal-Klassikern der 90er, Tristania und The Sins Of Thy Beloved – also, wie würdest du deine Musik definieren?
Naja, ich würde mich gegen das Wort „Goth“ wehren... das war etwas frustrierend, denn Locomotive Music machte damals, als gerade The 69 Eyes, Stratovarius und HIM angesagt waren, den großen Fehler, unsere Musik in die falsche Kategorie zu stecken, nämlich Finnish Power Gothic Metal, und sie verglichen uns auch mit den genannten Bands, aber sie haben mit uns nichts zu tun... und dann, wenn das Etikett „Gothic“ lautet, geht die CD an den Goth-Rezensenten, denn bei Magazinen spezialisieren sich die Leute... und dann erschienen die Kritiken, die BTD als Gothic Metal bezeichneten. Überall! Und ich kann zwar die Verbindung sehen, denn ich verwende einfache Melodien und diese Struktur, die Pop-Songs haben... normalerweise schreibe ich Songs mit Akustik-Gitarre, und im Rohzustand sind es Pop-Songs, die dann einfach Heavy Sound und Gesang verpasst kriegen, was auch so ähnlich ist wie bei Gothic Metal.

Und in der Mitte der 90er war auch der Kontrast klarer und Growl-Gesang angesagt, ein bombastischer Sound, sehr melodisch und doch sehr heavy...
Und auch melancholisch, yeah, also verstehe ich die Verbindung. Aber von meiner Seite aus war es immer (verzweifelt) „Neiiiin... wir sind nicht Gothic...“

Eigentlich muss ich heutzutage ja bestimmte Bands nennen, denn „Gothic“ hat heute eine völlig andere Bedeutung, bezieht sich auf völlig andere Sounds, also ist das für mich auch schwierig, die richtige Bezeichnung zu finden... Melodic Death Metal... vielleicht ...
Aber „Death“, nein, nein, Arch Enemy ist wohl Melodic Death Metal, und davon sind wir weit entfernt...

... oder Children Of Bodom... also das ist die Frage, wie würdest du es selbst definieren?
Hm. (lange Pause) Dark Metal ist auch nicht ganz richtig... äh... Melancholischer Skandinavischer Metal! Denn wir klingen doch ein wenig finnisch... jedoch ohne Folk-Einflüsse wie Amorphis oder so. Melancholic Scandinavian Metal wäre wohl die beste Definition!

Apropros Finnland, wie sieht die Situation von deiner Warte aus? Finnland ist ja nun, dank Lordi, als Rock´n´Roll-Nation bekannt, und das auf breiterer internationaler Ebene – siehst du das auch so?
(lacht) Tja, das hängt davon ab, von welcher Seite du die Situation betrachtest. Natürlich haben wir jetzt eine Menge großer Bands, die es so vor 10 Jahren nicht gab, Amorphis, Lordi, Nightwish, Children Of Bodom, und es kommen immer mehr nach. Aber die Situation in Finnland selbst hat sich nicht geändert, denn es ist noch immer... naja, jeder spielt in einer Heavy Metal Band, oder jeder kennt zumindest zwei Typen, die in einer Metal Band spielen, aber noch immer gibt es zu kleine Label und nicht genügend Venues, zu viele Bands...



Naja, in Helsinki gibt es jede Menge Venues... völlig abartig...
Yeah, aber das ist die Hauptstadt...

Du stammst aus Lahti, wie sieht da die Lage aus?
Es gibt nur eine ziemlich kleine Rockbar und eine sehr große Halle, wo es im Jahr nur 2-3 Metal-Gigs gibt, und genauso sieht es wohl auch außerhalb von Helsinki aus. Naja, ich würde schon sagen, dass wir eine Metal-Nation sind, denn viele der Bands sind überlebensgroß, aber das scheint nicht positiv zu sein, wenn du in Finnland als Metal-Musiker lebst. Jeder Club ist völlig ausgebucht, es ist so schwierig, Gigs zu kriegen oder einen Plattenvertrag, wo die Leute das Risiko eingehen, auch in Europa was zu machen. Natürlich gibt es eine Menge kleiner Label in Finnland, aber im Land leben weniger Leute als in London, und das ist nur eine Stadt! (lacht) Also gibt es wenig, was eine Metalband in Finnland tun kann, und es gibt offensichtliche Einschränkungen, wie viele CDs du verkaufen kannst, und es ist schwer, einen Lebensunterhalt zu verdienen, fast unmöglich, als Metal-Musiker in Finnland einen Lebensunterhalt zu haben, wenn die CD nicht auch in Europa erscheint...

Aber haben Bands wie The 69 Eyes oder HIM nicht auch viel mehr Medienaufmerksamkeit auf Finnland und die Szene hier angezogen, und so haben Bands nun auch mehr und bessere Chancen, den Markt jenseits der Grenzen anzulocken?
Ja, natürlich hat das geholfen, aber zugleich gibt es diese Probleme in der Plattenindustrie mit Raubkopien und so, was die Firmen viel Geld kostet... und Finnland ist noch immer etwas isoliert, also ist das Risiko für eine deutsche Firma viel größer, denn es ist schwerer, sie für Gigs nach Deutschland zu kriegen, daher ist es einfacher mit einer deutschen Band, die schon in der Gegend Fans, Tourneen, einen Hintergrund hat... Und ich kenne einige Bands, die in Europa einen Vertrag haben, aber ihre CDs erscheinen nicht in Finnland, denn sie würden ohnehin hier nicht viel absetzen. Also hast du die Wahl, etwas bekannter hier und etwas unbekannter dort zu sein... ich musste es mit beidem probieren... also sind wir eine Metal-Nation, aber es ist nicht immer gut, dort auch zu leben, denn die Konkurrenz ist sehr sehr hart.

OK ich verstehe. Eine klassische Frage – woher kommt deine Inspiration?
Ich hab keine Ahnung. Es ist irgendwie... ein Teil von mir, meine Lebensart: Musik machen. Ich hab noch nie etwas benötigt, um Musik machen zu können. Ich muss nicht traurig sein oder glücklich...

... oder besoffen...
NEIN! Ich bin Straight-Edge! (lacht) Das würde mir also nicht helfen... und egal ob Tag oder Nacht... eigentlich mache ich ständig Musik. Ich schreibe 50-70 Songs im Jahr, und ich habe vier Bands mit Plattenvertrag, und ich hoffe, nächstes Jahr mindestens vier CDs zu veröffentlichen. Da gibt es noch dieses Grindcore-Projekt, wo ich hoffe... naja, fünf Alben in einem Jahr zu veröffentlichen, wäre etwas, das ich mal meinen Enkeln erzählen kann. So sieht mein Plan fürs nächste Jahr aus... ich mache einfach Musik, ständig, ich denke nie darüber nach, warum...



Also ist Musik dein Hauptberuf?
Davon wird meine Miete nicht bezahlt, aber ich betreibe das Ganze als Hauptberuf. Ich muss es noch ein Jahr durchhalten als Vollzeit-Hobby, denn ich baue gerade meine eigene Firma auf, ich mache den Sommer über diese Gärtnerei-Jobs und ich produziere einige Bands, ich gebe Schlagzeugstunden...

Aber im Prinzip hat alles mit Musik zu tun?
Yeah, abgesehen vom Gärntnern...

Naja, so weit weg ist das ja auch nicht, denn auch Musik, eine Band, muss wachsen, braucht Zeit...
Yeah, und was ich am Job mag, genauso wie bei der Musik, dass du das fertige Produkt sehen bzw. hören kannst. Es macht mir Spaß, diese großen Höfe bei Sommerhäusern zu kreieren, und ich sehe sofort, was ich da mit meinen eigenen Händen schaffe. Und ich brauch noch etwas Kohle, um meine eigene Plattenfirma aufzubauen, und drei Monate im Studio zu verbringen, die Miete zu bezahlen, die Telefonrechnung...

Das bedeutet jede Menge Gärtnern...
Jede Menge Gärtnern, yeah! Zwei Jahre lang hatte ich gesundheitliche Probleme wegen Schlaflosigkeit, aber so ist es eben... ich glaube, bei jedem, der etwas erreichen will und an die Grenzen geht irgendwann; ich glaube, das ist nur normal.

OK, zu den Texten. Ist es nur meine Interpretation, oder gibt es da religiöse Bezüge, und steckt da was dahinter...
Ja, stimmt! Nicht, dass es mit einer bestimmten Religion zu tun hätte, aber ich benutze diese Kreuzigungs- und Engel-Motive. Es steckt was dahinter, aber nichts hinsichtlich einer Religion, der Bibel, Gott... wenn ich das Wort Gott benutze... ich würde es nie so deutlich in Texten ausdrücken, aber so sehe ich Leben und Tod...

Eher die dunkle Seite des Lebens... siehst du das persönlich so?
Yeah. So sehe ich das, aber du kannst sicher nicht alles herausfinden, wenn du nur die Texte liest. Ich glaube nicht an Gott oder an ein höheres Wesen, ich glaube, dass sowohl Gut und Böse in dir stecken. Also wenn ich über Gott singe, meine ich etwas in dir selbst; auch das Böse - ich würde nie das Wort Satan benutzen, denn es ist nur ein dummes Wort, das eine dumme Sache beschreibt. Sowohl Gut und Böse stecken in dir, du musst damit zurechtkommen. Es ist sehr überheblich zu glauben, dass du ein guter Mensch bist, niemand wurde als guter Mensch geboren, du triffst dein Leben lang Entscheidungen. Und das ist es, ich habe viele Fragen dazu, ich benutze die Worte Kreuzigung, kreuzigen und so, aber es hat nichts mit Jesus Christus oder sowas zu tun.



Gibt es ein Konzept oder eine Geschichte bei „Deadlight“?
Nein, es gibt eine kleine Story in Deadsong, aber nicht für das Album... ich hab eigentlich vergessen zu erwähnen, dass ich ständig Musik schreibe; wann auch immer ich ein Instrument zur Hand nehme, kommt was raus. Ich hab sogar während eines Radio-Interviews einen Song geschrieben, ich hab´s auf Tape...

Wie viele Instrumente spielst du?
Klavier, Schlagzeug, Bass, Gitarre, und ich lerne gerade Saxophon.

Weil du ohnehin nicht genug zu tun hast.
Yeah, yeah... wahrscheinlich...

Welches Instrument benutzt du am liebsten zum Komponieren?
Gitarre und Schlagzeug, alle beide. Wenn ich den Gitarren-Teil im Kopf habe, will ich Schlagzeug spielen, und wenn ich die Drums höre, mach ich mit der Gitarre weiter. Ich kann beides machen, eines in meinem Kopf und eines mit meinen Händen. Und ich brauche alle beide, denn der Rhythmus ist mir wichtig, gemeinsam mit der Musik. Bei den Texten hängt es von der Stimmung ab, da kommt die Inspiration von meinen persönlichen Dingen, es ist sowas wie ein Tagebuch. Und vieles ist verschlüsselt, wie bei „Deadsong“. Sehr gut versteckt... und ich schreibe das meiste im Studio, denn ich will den Moment einfangen, in dem das Album gemacht wird, nicht etwas, was schon ein halbes Jahr her ist.

Meiner Meinung nach ist „Deadlight“ wohl euer bestes Album bisher, mit all den Elementen, die schon vorher vorhanden waren, in nahezu idealer Kombination – ist es auch für dich das beste Album?
Yeah. Abgesehen von der Drummer-Situation, und darum heißt der erste Song auch „Wrath“, mit sehr wütenden Texten, wir verloren eine Woche Studiozeit – es sollte eine entspannte Situation sein, „ich spiele nur Gitarre und singe“, und dazwischen kam Weihnachten und Neujahr, und dann – PENG – musste ich alle Gitarren und Drums machen, ohne Proben, nur drei Tage Zeit fürs Schlagzeug. Glücklicherweise hatte ich drei gute Tage... das passiert nicht oft... ich war im Studio also ziemlich angepisst, aber dennoch... es war wichtig, dass Juho alles aufnahm und Aleksanteri Kuosa mischte, wir haben vorher schon beim BTD „Ghost“-Album zusammengearbeitet und mit meiner anderen Band Dawn Of Solace, also kannten wir uns schon sehr gut, beide sind sehr flexibel mit Zeitplänen und taten viel mehr, als sie von mir oder dem Label bezahlt kriegten.



„Ghost“ war das erste Solo-Album, aber da wusste ich schon, dass ich es auch mit dieser CD nicht schaffen werde, und nach den Konflikten mit den Ex-Mitgliedern wollte ich klarstellen, allen beweisen, dass ich es alleine schaffe, ohne sie. Ich habe nicht erwartet, dass das auch das Ergebnis beeinflussen würde, aber irgendwie tat es das. Und bei „Ghost“ war Lars nur Gastsänger, danach haben wir an die 60 Gigs gemeinsam gespielt, wurden Freunde und Bandkollegen, also war es viel einfacher, mit ihm zusammenzuarbeiten und das beste aus ihm herauszuholen. Es war nicht so, dass er nur ins Studio kam, die Sachen, die ich geschrieben hatte, einsang und dann tschüss...

Naja, eigentlich ist es GENAUSO gewesen, denn wir machten den Gesang in nur einem Tag... aber wir haben vorher schon zusammengearbeitet und einiges vom neuen Material schon live gespielt, also... es war auch das professionelle Line-Up, das wir zum ersten Mal hatten. 2006 war ein arbeitsreiches Jahr, und als ich ins Studio ging, wusste ich schon, dass ich da eine gute Crew hatte, mit der neuen Firma auch gute Promotion. Ich war sehr selbstsicher bei allem, und das kann man am Album hören. Ich riskierte was, wie Blast Beats oder Thrash-Drumming, ich musste nicht zuviel nachdenken, fühlte mich entspannt und machte Songs, die ich selber unterhaltsam finde. Ich würde nichts bei diesem Album anders machen.

Hast du zum Abschluss noch eine verrückte Tourstory?
Hm, weil ich Straight Edge bin, passiert mir ja nie was Verrücktes...

Naja, es macht auch keinen Sinn, dich zu fragen, ob du eher Sex, Drogen oder Rock´n´Roll wählen würdest, denn die Antwort ist schon klar...
Yeah. (lacht)

Also... wen würdest du niemals in einer Sauna treffen wollen?
Hmmm.... (lange Pause, gefolgt von einer noch längeren Pause)
Es gibt da einige Namen, aber ich kann sie nicht nennen, das gäbe eine Menge Probleme...

Schon gut ... danke fürs Interview!

Band-websites:
www.beforethedawn.com
www.dawnofsolace.com





Autor: Klaudia Weber, photos: mike@pakkotoisto.com
Eingetragen am: 2007-04-29

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