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ICELAND AIRWAVES FESTIVAL – part 1

2014-11-13
Stadt / City Reykjavik 
Land / Country Island / Iceland 
Web www.icelandairwaves.is
 
Veranstaltungsort:
Location
verschiedene Venues / different venues 
Datum / Date05.11. – 09.11. 2014 
Bildergalerie / Picturegalerie Iceland_Air14_1 
Photos: Stefanie Oepen (K.Weber) 

Es gibt eine Menge Dinge, die ich über Iceland Airwaves sagen könnte, und diese Festival ist auch schon auf genau so viele Arten beschrieben worden, aber es ist trotzdem noch schwierig herüberzubringen, wie es sich anfühlt dort zu sein, für fünf Tage (und Nächte) die Luft des Festivals zu atmen und sich einfach treiben zu lassen. Da war natürlich die Musik, jede Menge davon – insgesamt 219 Bands, die neben 13 offiziellen Veranstaltungsorten auch noch unzählige (kostenlose!) Konzerte in Bars, Geschäften und Hostels spielten, aber da war noch so viel mehr.


In ganz Reykjavik geht es für eine Woche nur um Airwaves, und obwohl ich gehört habe, es gäbe auch noch „normale Touristen“ in der Stadt, die es tatsächlich fertigbrachten, zum Hotelfrühstück schon wach zu sein, habe ich von diesen seltsamen Menschen nur wenige gesehen. Statt dessen traf ich Menschen, die hektisch von Veranstaltungsort zu Veranstaltungsort liefen, um so viele Bands wie möglich mitzunehmen und solche, die ihre ursprünglichen Pläne längst aufgegeben hatten und einfach da hin gingen, wo es gerade passend erschien. Manche waren schier betrunken von der ganzen Aufregung, andere von Bier, manche versuchten noch, regelmäßig gut zu essen, während andere längst beschlossen hatten, dass Essen, genauso wie Schlaf, bestimmt völlig überbewertet ist. Es gab nur eins, was sie alle gemeinsam hatten: Sobald man sie fragte, wie Airwaves bisher gelaufen sei, bekamen sie diesen erfreuten Glanz in die Augen und erzählten Geschichten über all die unglaublichen Bands, die sie schon gesehen hatten.

Für die Festivalgäste, die tatsächlich noch das „Tourismus-Ding“ durchziehen und mehr als nur Bands sehen wollte, gab es mehr als genug Möglichkeiten, liegen doch einige von Islands spannendsten Naturwundern nicht mal eine Tagesreise entfernt. Alles was es dafür brauchte war, die kostenlosen Konzerte während des Tages dranzugeben und erst Abends zu Konzerten zu gehen, und schon war genug Freiraum für den Besuch eines Geysirs oder Gletschers da. Reykjavik selbst hat auch genug zu bieten und selbst diejenige, die gar nichts geplant hatten, bekamen am Samstagabend direkt über der Stadt noch die Nordlichter zu sehen.


2014 war des 15. Jahr von Iceland Airwaves. Es fing 1999 als Talentshow für ausländische Plattenbosse an und ist seit dem zu einem der interessantesten und am besten bewerteten Vorzeige-Festival für neue Musik geworden. Klar, in jedem Jahr gibt es ein paar große Namen, sowohl aus Island als auch dem Rest der Welt, aber der Fokus liegt darauf, neue Talente vorzustellen. Und glaubt mir: hier lässt sich eine Fülle neuer Talente aus unterschiedlichen Genres entdecken. Die Auswahl muss schwer gewesen sein für die Organisatoren – für jede isländische Band die auftrat (insgesamt 41) wurden 4 abgewiesen (insgesamt 200). Für internationale Bands habe ich keine Zahlen, aber ich hatte den Eindruck, die Auswahl sei gut durchdacht.

Abgesehen von der wunderbaren Musik ging es besonders um Gemeinschaft, Kommunikation und den Aufbau von Beziehungen. Nach einer Weile fallen dir immer wieder dieselben Gesichter auf – sowohl auf der Bühne als auch davor. In Island, besonders in Reykjavik, scheint jeder jeden zu kennen (besonders unter Musikern) und alle spielen in mehr als einer Band. Wenn du also das Gefühl hast, diesen Drummer oder jene Gitarristin vor ein paar Konzerten in einer ganz anderen Band gesehen zu haben, dann hast du wahrscheinlich Recht. Falls du Menschen kennenlernen möchtest, kannst Du mit fast allen reden, die dir über den Weg laufen – fang einfach bei der Musik an und dann geht es schon weiter. Die meisten Menschen siehst du wahrscheinlich nie wieder, aber genau diese Zufälligkeit und das Sammeln von Musiktips fand ich besonders interessant.


Ich bin kein Festivalmensch. Große Open Air Festivals, bei denen auch noch gezeltet wird, sind überhaupt nicht mein Ding, aber ein Festival mit vielen Veranstaltungsorten so wie dieses funktioniert gut für mich. Ich habe eine große Auswahl an Bands gesehen, jede für 30 – 40 Minuten und konnten dann leicht zur nächsten übergehen. Die meisten Veranstaltungsorte waren bequem zu Fuß zu erreichen und das Festival insgesamt war gut organisiert. Natürlich gab es kurzfristige Änderungen der auftretenden Bands und auch lange Schlangen, aber das war zu erwarten und schmälerte den Spaß nicht im Geringsten. Insgesamt habe ich es geschafft, über die fünf Tage 34 verschiedene Bands an 17 Veranstaltungsorten zu sehen, habe über 3000 Fotos gemacht und jede Menge Spaß gehabt.

TAG EINS (5. NOVEMBER)

Als Festivalneuling fühlte ich war ich Anfangs ein wenig überwältigt ob der vielen Möglichkeiten. Bewaffnet mit meinen Armbändern und einem groben Plan, wen ich vielleicht gerne sehen würde, machte ich mich am Mittwochnachmittag auf den Weg, um vor den Konzerten am Abend einige der kostenlosen Konzerte in den Kneipen, Läden und Hotels der Stadt mitzunehmen. So weit, so gut. Als ich nach Mitternacht wieder im Hotel ankam, hatte ich gelernt, dass man bei den kostenlosen Konzerten keine Pünktlichkeit erwarten darf, während die Abendkonzerte genau zeitlich abgestimmt sind und dass es sich bezahlt macht, sich einfach treiben zu lassen

Am ersten Tag sah ich die ebenso erstaunliche wie gefühlvolle Una Stef, hörte verträumte Melodien von Klassart, genoss feien Popmusik von 1860 und ein wunderschön orchestriertes Set von Ásgeir. Ich probierte ein paar elektronische Sounds von Mr. Silla, hörte melancholischen Pop von Lára Rúnars und verliebte mich in die Musik von The Anatomy Of Frank.

VERANSTALTUNGSORT: AURORA REYKJAVIK

Der Tag begann im Aurora Reykjavik, dem Zentrum für Nordlichter, wo ich noch rechtzeitig ankam, um das Ende von Jakobssons Set im Café mitzubekommen. Es waren nur zwei Lieder, nicht viel, um sich ein Urteil zu bilden. Konnte man sich gut anhören, aber ich habe keine Ahnung, welcher Kategorie ich die Band zuordnen soll.


Klassart, die Band für die ich gekommen war, spielte in dem Raum, in dem die Nordlichter im Zeitraffer gezeigt werden. Sie sind eigentlich eine neunköpfige Big Band, spielte aber hier nur als Duo, bestehen aus den Geschwistern Smári Guðmundsson an der Gitarre und Fríða Dís Guðmundsdóttir als Sängerin. Ihre traumhaften Melodien, getragen von Fríðas schöner Stimmen und Smáris feinfühlig gezupfter Gitarre, passten gut zu den auf die Leinwand hinter ihnen projizierten Nordlichtern. Die Musik lud die Zuhörenden ein, die Augen zu schließen und sich für einen Moment tragen zu lassen. Die meisten Texte waren auf Englisch verfasst, aber es gab auch isländische Songs. Sie beschreiben sich selbst als Blues Band, aber ich habe auch Folkelemente in ihrer Musik gehört. Wie dem auch sein, mir hat’s gefallen und war den Weg durch die windigen Straßen wert.

VERANSTALTUNGSORT: BUNK BAR

Eine Bar auf dem Laugavegur (die Haupt Einkaufsstraße von Reykjavik) war mein nächster Halt. Geplant hatte ich, das Konzert um 17:40 zu hören, aber als ich ankam, stimmte der Zeitplan schon nicht mehr und ich kam in den Genuss der letzten Songs von Árný. Ihr Stime gefiel mir gut und ich hätte sie gerne noch einmal gehört, aber dazu kam es nicht. Die Indie Jazz Band Milkhouse waren als nächste dran. Da Jazz nicht unbedingt mein liebstes Genre ist, hatte ich sie nicht eingeplant, aber sie waren eine gute Live Band. Sie spielten eine unterhaltsame Show, die das Publikum zum Mitmachen bewegte, und waren durch ihre venezianischen Masken auch visuell interessant. Alle Bandmitglieder beherrschten ihre Instrumente sehr gut und sie hatte so viel Spaß, dass es ansteckend wirkte.


Singer/Songwriter Una Stef war diejenige, die ich eigentlich hatte sehen wollen und sie hat mich nicht enttäuscht. Sie sang sich die Seele aus dem Leib mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Pop und Soul. Schon bald klatschte das Publikum mit und groovte zur Musik. Die Band spielte in reduzierter Besetzung ohne Drummer und mit ihrem Trompeter an der Gitarre. Sie gab an nicht wirklich zu wissen, was sie täten und dass alles etwas improvisiert sei, aber sie rockten. Unas unglaubliche Stimme trug den Auftritt genauso wie das Spiel und der Enthusiasmus der anderen. Sie spielten eine großartige Show, die mich so beeindruckte, dass ich beschloss, sie später noch einmal in voller Besetzung zu sehen.

VERANSTALTUNGSORT: HLEMMUR SQUARE

Weiter ging’s die Straße rauf zum Hotel/Hostel beim zentralen Busbahnhof. DerPlan, war, dort Var zu sehen, eine Band, die ich bereits kannte und mochte, aber statt dessen hörte ich die letzten paar Lieder von The Anatomy Of Frank und wünschte mir sofort, ich hätte ihr komplettes Set gesehen. Die liebenswerte Poprock Band aus den USA spielten ihre Musik auf ruhige Art, aber zogen das Publikum sofort in ihren Bann. Ihre Instrumente reichten von Gitarre und Drums zu den ungewöhnlicheren Banjo, Xylophon und Akkordeon, alles gewürzt mit ein paar guten Geschichten und schönen Harmoniegesängen. Sie waren so gut, dass ich völlig vergaß, welche Band ich eigentlich hatte sehen wollen. Ich beschloss sofort, herauszufinden, ob sie nochmal spielten.


VERANSTALTUNGSORT: HARPA


Die Indie Pop Band 1860 bildete für mich den Anfang der Abendkonzert,e und zum ersten Mal an diesem Tag wurde mir richtig bewusst, wie international das Publikum war, denn dort hörte ich nicht nur Isländisch und Englisch, sondern auch noch mehrere andere Sprachen, und das nur in der ersten Reihe. Die Band spielte eingängige Songs, die uns einluden mitzuwippen, und sie hatten Spaß dabei. Von Anfang an machten sie Witze – wie etwa die Ansagen des Sängers auf Isländisch oder die Vorstellung des Bassisten als „Gunnar, euer Übersetzer“. Es war ein solider Auftritt bestehend aus Pop Songs mit einigen Folk-Rock Elementen, gespielt von einer Band, die während ihres einzigen Auftritts bei Airwaves guter Stimmung war, und einem Publikum, das den Auftritt genoss.

Mr. Silla war einer der Namen, an den ich mich nach dem Lesen eines Artikels in der Reykjavik Grapevine (Islands alternatives, kostenloses englischsprachiges Magazin) erinnerte. Daher beschloss ich, sie mal anzuhören. Sie begann ihre Show alleine, eingetaucht in spärliches blaues Licht. Es passte gut zu den sphärischen Klängen, die sie als Samples benutzte und ihrer sanften Stimme. Später griff sie dann zur Gitarre und wurde von einem Gitarristen begleitet. Das Licht wurde nie wirklich heller und passte zur Musik. Ihre Songs waren reduziert, aber nie langweilig, ihr Laptop spielte elektronische Klänge, die sich mit den live gespielten Gitarren mischten. Zum Ende ihres Auftritts ließ sie die Haare herunter und alles wurde etwas relaxter. Es war ein starker Auftritt, wenn auch nicht unbedingt mein Stil.

Ich wechselte von der Harpa Silfurberg Halle in die Norðurlós Halle für Lara Rúnars. Sie sang sanften, melodischen und melancholischen Indie Pop, der mir gefiel, und wurde dabei von einer vierköpfigen Band unterstützt. Ihre Texte wechselten zwischen Isländisch und Englisch, wobei ausdrucksvolle Bewegungen die oft düsteren Songs unterstrichen. Ich mochte ihren Sound, besonders die Melancholie, und war froh, sie mir angesehen zu haben.


Ásgeir war eindeutig der angesagteste Künstler im Harpa Silfurberg an diesem Abend. Die Halle war mit Fans vollgestopft und einige von ihnen harrten schon seit Beginn des Abends in der ersten Reihe aus. Die erste Überraschung? Die Menschenmenge auf der Bühne. Während des langen Intros gingen sie nacheinander auf die Bühne und es waren viele, unter anderem ei Streichquartett. Das hatte ich nicht erwartet. Besonders nachdem sein erstes Album auch auf Englisch veröffentlicht wurde, ist seine Musik auch außerhalb von Island recht bekannt. Mir gefallen jedoch die isländischen Versionen der Songs besser und ich war froh, dass ich die zu hören bekam. Die Melancholie in seiner Musik kam gut rüber und wurde von den vielen verschiedenen Instrumenten in der Band schön unterstrichen. Ásgeir spielte Gitarre und Keyboards, während seine Stimme viele Gefühle transportierte so dass man sich fragt, worum sich die Songs wohl drehen mögen. Er sang wirklich gut und die Fans jubelten nicht nur lautstartk, einige sangen sogar mit. Es war herrlich.

VERANSTALTUNGSORT: FREDRIKSEN

Mein erster Festival Tag endete in der Bar Fredriksen, wo ich Una Stef noch einmal sah, diesmal mit der kompletten Band. Kurz gesagt: sie rockten! Sie ist nicht nur eine großartige Sängerin, sie hat auch eine unglaubliche Band hinter sich, inklusive einer Bläsergruppe. Sie hatten ganz offensichtlich genau so viel Spaß wie das Publikum. Ich sah Menschen glücklich tanzen, ganz in der Musik versunken. Der insgesamt gefühlvolle Auftritt, Unas starke Stimme und die ungewöhnliche Mischung aus Pop, Soul und R’n’B war perfekt, um mich gefangen zu nehmen und ein breites Lächeln auf mein Gesicht zu zaubern. Ich hatte das Gefühl, danach könne es nicht mehr besser werden, und machte mich direkt im Anschluss auf den Heimweg.

ZUSAMMENFASSUNG
Ich gebe zu ich war überwältigt von der Vielfalt der Musik, den kurzen Auftritten und den unterschiedlichen Stimmungen, Klängen und Beleuchtungen in den Veranstaltungsorten. In meinem Kopf mischte sich alles zu einem verschwommenen Ganzen und ließ bei mir ein glückliches, aber auch leicht verwirrtes Gefühl zurück. Ich kann unmöglich jede einzelne Band bewerten, aber insgesamt bekonnt der Tag 8 Hirsche von mir.

Mehr Fotos von den Bands in der Galerie, Link oben!


TAG ZWEI (6. NOVEMBER)

Am zweiten Tag hatte ich das Gefühl eine Ahnung davon zu haben, wie das Festival läuft und was ich tat und so plante ich entsprechend – die Idee war, diesmal nicht so viel zwischen den Veranstaltungsorten hin und her zu laufen. Ich machte zwischen den kostenlosen Konzerten und denen am Abend eine längere Pause und hatte Zeit, um Freunde zu treffen. Als ich an dem Abend spät wieder in meine Unterkunft zurückkehrte, hatte ich gelernt, dass es der beste Weg ist, etwas entspannter zu sein und auf jeden Fall nicht den Bands nachzutrauern, die man verpasst hat.

Tag zwei bescherte mir zwei Konzerte der immer wieder wunderbaren Árstíðir, die überraschend coolen Júníus Meyvant und die großartige Stimme von Rachel Sermanni. Ich hörte mir die Singer/Songwriter Marius Ziska und Dísa, rockte mit The Town Heroes und träumte zu den Pop Melodien von Ylja.

VERANSTALTUNGSORT: KEX HOSTEL


Während der ersten vier Tage des Festivals hatte sich KEXP, ein Radiosender aus Seattle, im Kex Hostel niedergelassen und sendete / streamte täglich fünf oder sechs Konzerte. Jedes davon dauerte ungefähr 25 Minuten mit langen Pausen dazwischen. Ich war früh gekommen und doch überrascht, dass sich eine Stunde vor Árstíðirs Auftritt schon so viele Menschen um die Bühne drängten. Alle, die schon früh da waren, bekamen vor dem eigentlichen Konzert noch den Soundcheck mit und bis es los ging, war der Raum gerappelt voll. Die Band spielte hauptsächlich Songs von bald erscheinenden neuen Album „Hvel“, darunter auch die Live Premiere der aktuellen Single „Things You Said“. Ich muss zugeben, dass mir die Drums der Studioaufnahme ein wenig fehlten, aber es war nichts desto trotz eine sehr schöne Version. Das gesamte Set war gut ausgewählt und gekonnt gespielt, diesmal mit Unnur Jónsdóttir am Cello, die wunderbar spielte. Die Zeit verging viel zu schnell und niemand wollte die Band gehen lassen, nachdem die letzten Töne verklungen waren. Der Moderator von KEXP war voll des Lobes und ich kann ihm nur zustimmen: es war ein wunderschönes Set.

Júníus Mayvant und seine Band waren danach dran, eine Folk Pop Band, über die ich schon Gutes gehört hatte. Neun Menschen drängten sich auf der Bühne, inklusive Bläser, Geige, Keyboards, Klavier, Drums, Basss und zwei Gitarren. Ihre Musik nahm mich sofort gefangen, sie hatten sichtlich Spaß daran, auf der Bühne zu stehen und alle von ihnen sind außerdem gute Musiker. Nach der Reaktion des Publikums zu urteilen, ging es allen anderen im Raum genauso und als sie den letzten Song beendet hatten, wurde so viel applaudiert, dass sie sogar eine Zugabe spielen durften. Es war ein gefühlvolles und freudiges Konzert. Sie haben noch kein Album veröffentlicht, aber ich werde sie sicher im Auge behalten.

VERANSTALTUNGSORT: FREDRIKSEN

Nach einer langen Pause, um meine Batterien wieder aufzuladen, begann mein Abend im Fredriksen, wo ich genau so ankam, dass ich noch das Ende von Marius Ziskas Set hören konnte. Ich bedauerte sofort, nicht eher losgegangen zu sein. Der Singer/Songwriter von den Färöer Inseln spielte schöne Melodien und mir gefiel seine Stimme.


Das US Alt Rock Duo The Town Heroes brachten dann den Abend richtig in Schwung. Mit nur Drums und Gitarre hatte ich einen solch hymnischen Sound nicht von ihnen erwartet. Sie spielten und sangen sich die Seele aus dem Leib, steckten ihre gesamte Energie, Kraft und Leidenschaft in die Musik. Der Auftritt war mitreißend und hinterließ bei mir den Wunsch nach mehr. Als sie fertig waren, waren beide Bandmitglieder schweißgebadet, aber sahen so aus, als hätten sie noch viel länger spielen können. Leider liess der enge Zeitplan dies nicht zu. Es war eine Show, die Spaß machte und die willkommenen Gelegenheit zwischen den ruhigeren Gigs des Abends einmal richtig zu rocken.

So ziemlich das Gegenteil was Lautstärke und rockige Songs anging, war dann die Schottische Folk Sängerin Rachel Sermanni, die uns einlud, genau hinzuhören. Ihre schöne klare Stimme war über die komplizierten Melodien auf Gitarre und Klavier immer gut zu hören. Die Musik war ruhig, aber nie zu sehr im Hintergrund, sondern perfekt auf den Gesang abgestimmt. Mir gefielen besonders die ruhigeren Songs, wo Rachel ihre Stimme besonders gut zum Ausdruck bringen konnte. Es war ein beeindruckender Auftritt, der bei mir noch länger nachklang.

VERANSTALTUNGSORT: HARPA


Bald schon war es Zeit, wieder ins Harpa, Reykjaviks Opern.- und Konzerthaus, zu übersiedeln, um dort den Rest des Abends zu verbringen. Diesmal lieb ich in einer der Hallen dort. Ylja war die erste Band, die ich sah. Ihre verträumten Pop Melodien waren genau das Richtige zu diesem Zeitpunkt. Sanft genug, um die ruhige und friedliche Stimmung, in der ich mich gerade befand, nicht zu stören, aber aufregend genug, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Faszinierende Klanglandschaften und Welten wurden erschaffen, und ich durchwanderte sie mit weit offenen Ohren.

Singer/Songwriter Dísa wirkte sich danach leider ein wenig als Stimmungsdämpfer aus. Ihre Stimme wird öfter als „engelsgleich“ beschrieben, aber funktionierte für mich so gar nicht. Sie ist sicher eine gute Sängerin, aber ihre Musik ist einfach nicht mein Stil, mit zu vielen „modernen“ Elementen, um noch als Pop durchzugehen und mich anzusprechen. Es war aber gut, um mir bis zu dem Konzert, auf das ich wirklich wartete, die Zeit zu vertreiben.


Zum zweiten Mal an diesem Tag und als letztes Konzert des Abends sah ich noch einmal Árstíðir, diesmal auf einer wesentlich größeren Bühne. Ich bin immer noch nicht sicher, wie das überhaupt möglich war, aber dieses zweite Konzert war sogar noch schöner und beeindruckender, als das erste und das nicht nur, weil es fast doppelt so lang war. Von den ersten Klängen von „Someone Who Cares“ bis zum letzten Ton von „Kill Us“ passte alles zusammen. Die Jungs erschienen entspannter als während des Radio Auftritts und redeten auch etwas mehr. Es war schon nach Mitternacht als sie anfingen, aber falls sie müde waren, dann zeigten sie das nicht. Der Klang und die Beleuchtung waren wunderbar und schafften eine Atmosphäre, in der alles möglich schien. Nachdem ich während der ersten Hälfte des Konzertes noch Fotos gemacht hatte, fand ich mich danach ganz vertieft zuhörend am Bühnenrand wieder. Mein persönliches Highlight war die unglaubliche Version von „Silfurskin“, die mich zu Tränen rührte. Es war das einzige Abendkonzert der Band in diesem Jahr und es war eine Punktlandung.

ZUSAMMENFASSUNG

Tag zwei fühlte sich weniger überwältigend an als der erste, da ich inzwischen wirklich beim Festival angekommen war und mich mit den kurzen Auftritten und vielen Möglichkeiten mehr zu Hause fühlte. Der Tag machte mich neugierig auf den weiteren Verlauf. Meine Erinnerungen sind klarer und ich habe ein besseres Gefühl für jede Band. Dennoch, keine Einzelwertung, aber der Tag bekommt insgesant 9 Hirsche.

Mehr Fotos von den Bands in der Galerie, Link oben!
(Landschaftsfotos: K.Weber)


Stefanie Oepen


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8.5/10



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