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Pellavarock 2006

2006-09-19
Stadt / City Lammi 
Land / Country Finland 
Web www.pellavarock.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
 
Datum / Date12 Aug 2006 
Bildergalerie / Picturegalerie Pellavarock_2006 
Photos: Julia Sheremet`yeva 

Wenn Hobbits jemals ein Metalfestival im Auenland organisierten, wäre es genauso wie Pellavarock, im Kleinformat, gemütlich und mit soviel Natur wie möglich! Lammi könnte auch kein besserer Ort dafür sein, so schön und wie aus dem Märchenbuch! Es war nahezu grotesk mitanzusehen, wie bizarr Heavy Metaller beim Abrocken aussahen bei so einem klaren Himmel, dem blausten See, den grünsten Bäumen und dem hellsten Sonnenschein. Eine finnische Landschaft wie aus dem Bilderbuch, und frisch aus dem Trubel der Stadt wirst du schon von der frischen Luft ganz beschwipst, und dabei war es sogar gestattet, die eigenen stärkeren Drinks mitzubringen.



Gerade mal 1800 Besucher waren erschienen, um das 10. Jubiläum dieses Festivals zu feiern, es war ziemlich voll, aber bei den meisten Shows konntest du locker durch die Menge kommen, denn die allgemeine Atmosphäre war freundlich und entspannt.
Im vergangenen Jahr ging das musikalische Thema eher in Richtung Folk/Heavy Metal, heuer war es härter, ernster und düsterer. Die meisten Bands stammten aus der Gegend, und wie schon beim letzten Mal blieb es bei einem Auslandsgast aus Schweden.

KILL THE ROMANCE


Niemand will wirklich als erster auf die Bühne, aber diese Romantikkiller waren echt und ungekünstelt froh, hier spielen zu können, sodass sie mit ihrer positive Einstellung in Nullkommanix das Publikum in der Tasche hatten! Und wer sagt, dass Metal schlechte Laune bedeutet? Sänger Ville Hovi grinste so breit und fröhlich wie der Star einer US-Zahnpastawerbung, was der Band jede Menge Charisma und Helligkeit verlieh (ich bin mir zwar nicht sicher, ob sie wirklich dieses Image haben wollen, aber das kam gut rüber!)

Die jungen Metaller kommunizierten intensiv mit dem Publikum, lehnten aber Wünsche hinsichtlich Pantera-Coverversionen ab, denn O-Ton Ville: „Hippies wie wir spielen keinen Metal!“ Danach wurde die Heavy Show fortgesetzt, Romantik mit hartem melodischem Speed Metal gekillt, mit einigen Ausflügen in Nu-Metal. Schon beim sechsten Track machten auch die hintersten Reihen begeistert mit, applaudierten und pfiffen nach mehr, was kann sich eine junge Band mehr wünschen? Dieses Debüt zeigte viel Potential für die Zukunft!

THE MACHETE


Sänger Tuomo Saikkonen betrat mit höchst zufriedener und friedvoller Miene die Bühne, die Haare noch klatschnass, offensichtlich war er gerade erst dem See gleich hinter der Bühne entstiegen, was den Mann in ausgezeichnete Abrocklaune versetzte! (Später, als schon mehr Drinks die Runde gemacht hatten, konnten weitere Musiker im selben See gesichtet werden, wie nicht anders zu erwarten!) Bei so guter Laune legte die Band gleich mit ihren 40 Minuten an kompromisslosem, aggressivem und strikt-maskulinem Metal los. The Machete ist ein Nebenprojekt des Bassisten und Gitarristen der in Finnland berühmten Mokoma, also waren musikalischer Hintergrund, Spieltechnik und Einstellung klar: roh, heavy und voller Energie, um die Menge zu erobern!

BEFORE THE DAWN


Kein guter Einstieg, da die Lösung technischer Probleme einen Teil der Bandspielzeit beanspruchte, also war das Quartett gezwungen, zum Ausgleich ihre ohnehin schon heftigen Songs noch härter und schneller zu spielen. Nichtsdestotrotz plauderte der norwegische Fronter der Band viel mit dem Publikum und trug das seine dazu bei, dass sich das Warten lohnte. Before the Dawn ist eine facettenreiche Band, und jedes einzelne Mitglied unterscheidet sich von den anderen, bringt unterschiedliche musikalische Einflüsse zum Ausdruck und trägt so zur visuellen und akustischen Einzigartigkeit der Band bei.

ZERO NINE


Einer der unbestrittenen Headliner des Events: Die Retro-Helden meldeten sich (nach langer Pause) zurück, mit ebenso viel Energie und Rock´n´Roll Laune wie bei ihren frühesten Shows! Es war berührend, die eingefleischten Fans in den vordersten Reihen so wie damals in ihren wüsten 80er-Outfits zu sehen (enge Fellmuster-Tops, Vakuum-Jeans, toupierte Frisuren und Glitzeraccessoires), damit sie auch die Atmosphäre von damals – den Anfängen der Band – wiedergeben konnten!

SWALLOW THE SUN


... wie machen sie das nur – mit den ersten überwältigenden Doom-Akkorden bleibt die Zeit stehen; mit den ersten Sekunden von Mikkos mächtigen Growls wird alles verschwommen, undeutlich und verblasst, und alles im Einflussbereich der Band bewegt sich nur noch in Zeitlupe. Die Luft bleibt unbeweglich, ebenso erstarrt jegliche Bewegung, und alles was bleibt sind die Musiker auf der Bühne, die ihre Magie wirken lassen. Ein Track geht langsam in den nächsten über, alles Lebendige im Einflussbereich in Hypnose versetzend. Die Sonne wurde nicht verschlungen, sondern langsam gemeuchelt, unglaublich behutsam, ein kleines Partikelchen nach dem anderen, bis die letzten Aschenkrümel durch die Finger rinnen, als das Sextett die Sonne zum letzten Mal in den Schlaf sang...

Das synchronisierte Headbangen, alle Bewegungen im Einklang und alle Musiker so hingebungsvoll, erstaunlich sexy und ausdrucksvoll, mit geschlossenen Augen, und doch so still und hoffnungslos. Alles was mir fehlte, war nur das markante Piano-Intro von „Through Her Silvery Body“...

... als der letzte Song ausklang, murmelte Mikko nur ein schüchternes „Danke“ und verschwand. Der Bann war gebrochen, die Umgebung erwachte und schüttelte die Verzauberung ab, sich wundernd, was nur in den letzten 50 Minuten passiert war...

Überraschungsact: THE VOMIT FULL OF MAGGOTS

Der unangekündigte Auftritt eines „Death-Metal a cappella-Duetts“ (Aleksi Munter von Swallow the Sun und Teijo Hakkola, ihr Soundtechniker) kam für alle unerwartet und sorgte daher für Staunen und Gelächter. Teijo als Rhythmusmaschine „umz-umz“ mit heftiger Gestik und Aleksi dazu mit beeindruckenden Growls – wenn es nur irgendwas musikalisches ist, kennt die Kreativität der Finnen keine Grenzen! Leider hatte das Duo bisher nur zwei Songs in ihrem einzigartigen Repertoire, aber ich kann wohl behaupten, dass das Publikum sehnsüchtig auf mehr von Vomit Full Of a-cappella Maggots wartet – bis dahin haben die Finnen sicher auch das korrekte Headbangen zu dieser neuen Kunstform ausgetüftelt!

THE HAUNTED


Als Vorgeschmack der im Herbst erscheinenden neuen CD gaben die Schweden einige Kostproben ihres neuen Materials zum Besten. Von diesen schwedischen Heavy-Helden hätte ich und viele andere im Publikum ehrlich etwas anderes erwartet, rauer und irgendwie roher. The Haunted ist nicht wirklich mein Fall, also ist es schwierig, ihre Performance objektiv zu beurteilen.

Im allgemeinen hatte ich das Gefühl, dass sich alle Songs sehr ähnelten. Obwohl vor der Bühne alles voll war und der gesamte Gig begeistert bejubelt wurde, schien die Band nicht mit ausreichend Feeling und Inspiration bei der Sache zu sein, um mich mitreissen zu können. Andererseits zeigten die Fans so viel Energie, schüttelten die Matten und brüllten und versuchten ständig, noch weiter nach vor zu kommen – das zeigt sicherlich die Qualität von The Haunted, und dass die Fans offensichtlich zufrieden waren. Sogar Mitglieder anderer Bands konnten gesichtet werden, wie sie vom Backstage Areal nach vor kamen, um sich die Headliner anzusehen.



Fazit: Nur einen Tag weg aus der Stadt und all der Hektik, dem Trubel und den trunkenen Massen (wie es in Helsinki eben so ist), war der Samstag in Lammi im Vergleich das pure Paradies, auch wenn einige Bands nicht wirklich mein Fall waren und das Wetter weniger heiss hätte sein können. Aber sonst kann ich mich über nichts beklagen!

PELLAVAROCK hat auch ein vielschichtiges Publikum angezogen, das ich diesen Sommer nicht mal bei grösseren Events in zentraler gelegenen Gegenden gesehen habe. Da gab es Goth Fans aller Spielarten und viel kreativer gekleidete Metaller, jedenfalls was ich sonst so an finnischer Metalszene kenne, also allgemein viel „farbiger“ und fruchtiger als andere Festivals, in jeder Hinsicht!

Heuer wurde auch der Transport von einer lokalen Buslinie organisiert, die eine sehr günstige Fahrt (5 Euro) von Hämeenlinna direkt zum Festivalgelände anbot, genau rechtzeitig zum ersten Act. Diese „Metal-Party“ Busse waren total voll, also solltest du dir schon vorher einen Platz reservieren!

Marina Sidyakina, translation: Klaudia Weber


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9/10



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