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GOTTHARD: Im Kreise des Domino-Effekts

Die Veröffentlichung des neuen Albums „Domino Effect“ ist wohl der perfekte Zeitpunkt für ein Interview mit den Schweizer Metal-Veteranen Gotthard. Bassist Marc Lynn steht STALKER Rede und Antwort und erklärt, was es mit dem Domino Effekt auf sich hat.

Stellt doch fürs erste die Bandmitglieder vor, mit Ihren typischen Eigenschaften, Macken etc.
Sänger Steve: Ein Gentleman in Ehren, der sehr erpicht darauf ist, immer 100% zu geben. Leo, Gitarrist: Eine der Lokomotiven in der Band, welche täglich viele Ideen hat. Freddy, Gitarrist: Ein überlegender Typ, welcher immer eine klare Meinung vertritt. Hena, Drummer: Die Rhythmusmaschine, welche ohne grosse Umwege die Sache auf den Punkt bringt. Marc, Bass: Der Wildere, der das Klischee des Rock ’n’ Roll lebt.



Euer Album „Domino Effect“ kam gerade auf den Markt. Hofft ihr damit an den Erfolg von euerem letzten Album „Lipservice“ anknüpfen zu können?
Ob es so deutlich an Lipservice anknüpft, ist eine Entscheidung der Fans. Für uns aber ist es definitiv das Nachfolgeralbum, alleine schon, da es das zweite Album ist, welches wir in diesem Line-up geschrieben haben und das super funktionierte.

Wie kam es zum Titel Domino Effect
Der Titel steht für eine Kettenreaktion, welche durch einen Anstoss entsteht. Das kann vieles bedeuten. Zum Beispiel: Die Entstehung eines Songs aus einer Idee - Gerüchte, die durch eine einzige Aussage entstehen können - Klima Veränderung – Genmanipulation! Eine Band, die über die Jahre immer mehr wächst und immer mehr Fans hat und größere Konzerte spielt, dank der Fans und deren Mundpropaganda.

Welcher Song des neuen Albums ist für euch persönlich der beste?
Ich denke, neben dem Titelsong gefallen uns noch die Ballade „Falling“, aber eigentlich mögen alle „Oscar“ extrem gut.

Wer übernimmt bei euch das Songwriting? Macht ihr das alle zusammen oder habt ihr jemanden der die Songs für euch schreibt?
Das Songwriting machen vor allem Steve, Leo und Freddy. Nebenbei gibt es etliche Freunde und Bekannte, die mit uns Songs schreiben. Einen Song-Input von einer anderen Ecke kann einem manchmal auf erstaunliche Resultate bringen.

Was für Ziele habt ihr vor Augen, gibt es etwas das ihr noch nicht erreicht habt aber gerne würdet?
Och, da gibt es noch einiges was zu tun wäre. Auf unserem Plan stehen doch noch einige Länder, in denen wir noch nie getourt haben und in denen wir unbedingt touren möchten. Gerade an diesen Punkten arbeiten wir mit Hochdruck.

Wofür würdet ihr euch entscheiden wen ihr zwischen Sex, Drugs und Rock `n`Roll wählen müsstet?
Ist das nicht alles ein und dasselbe?(lacht)

Ihr seit ja bereits einige Jahre dabei und hattet viele Erfolge. Woher nehmt ihr heute eure Motivation, weiter zu machen?
Wer einmal mit Freunden zusammen über Jahre solch schöne Momente feiern durfte wie wir, weiss woher man die Motivation bekommt. Es ist die Liebe zu dem was wir machen, welche uns immer wieder die Kraft, die Motivation und die Freude gibt.

Was würdet ihr tun wen es Gotthard nicht gäbe? Welchen Job würdet ihr ausüben?
Ich würde Bass spielen und hätte hoffentlich auch ne coole Band so wie jetzt.

Was war für euch der enttäuschendste/aufregendste Moment in eurer Bandgeschichte?
Der enttäuschendste Moment ist immer dann wenn man merkt, dass es in der heutigen Zeit leider nicht immer nur um die Qualität der Musik geht. Aufregend war sicher als wir das erste Mal im Züricher Hallenstadion spielten. Das Mekka der Schweiz.  An diesem Abend kamen alle, die man kannte, und ausserdem machten wir alle Aufnahmen zu „Made in Switzerland“. Mann, waren wir da nervös.



Was seht ihr als grössten Fehler eurer Karriere an?
Am Anfang haben wir nicht so tiefgründig über alles gesprochen wie heute. Das gab anderen die Gelegenheit Unruhe in die Band zu bringen.  Das ist heute nicht mehr möglich.

Auf welchen Song eurer Karriere seit ihr am meisten Stolz, und warum??
Eigentlich auf alle, weil alle gute waren für Ihre Zeit und ein Teil eines Ganzen waren, einer CD!

Was findet ihr toll am Musikerdasein? Was total beschissen?
Positiv: Nicht in der 08:15 Schiene sein zu müssen und tun zu können was man will. Negativ: Dem Leistungsdruck ausgeliefert zu sein unbedingt jedes Album besser machen zu müssen, da heute leider nur noch zwischen gut und schlecht unterschieden wird.

Wie steht ihr zu Digitalisierung, i-pod, downloads? Glaubt ihr es ruiniert das Geschäft?
Nein – denn dafür wird nicht bezahlt. Es ist nicht ok die Songs gratis runterzuladen, da man in der Form als erstes den Musiker bestiehlt. Sonst denke ich, dass es einfach eine neue Form der Medien ist, welche durch ihre bequeme Handhabung auch leben soll.

In wie weit hat sich in eurer Hinsicht die Musik/Musikszene seit euren Anfängen verändert?
In unserer Anfangszeit war Qualität wichtig. Wie gut ein Song – Text – Sound ist , war das A&O. Heute geht es nicht mehr um Musik, sondern meist nur noch um Geld und Macht. Sehr bedenklich und schade.

Würdet ihr beim Eurovision Song Contest mitmachen?
Nie – das tiefe Niveau haben wir zum Glück nie nötig gehabt (lacht)

Welchen Tipp könntet ihr einer Nachwuchsband auf den Weg geben?
Üben, üben, üben, miteinander sprechen bis die Zunge abfällt, schreibt GUTE Songs.

Ihr könntet in einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen. Welche Epoche wäre das, und was würdet ihr gerne in der Geschichte verändern?
Ich würde mich mit einer XXL Cola und eine XXL Packung Popcorn in die Zeitmaschine setzten und mich damit 10 Min. vor den Urknall transferieren. Da würde ich es mir im „Nichts“ bequem machen, um danach die wichtigste Frage der Menschheit beantworten zu können: Wo kommen wir her.

Habt ihr zum Schluss noch eine Nachricht an eure Fans?
Lasst uns zusammen den „Domino Effect“ der Musik genießen!


Autor: Sandy Mahrer, photos hfr., transl. K. Weber
Eingetragen am: 2007-04-28

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