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Sauna Open Air 2010

2010-06-25
Stadt / City Tampere 
Land / Country FIN 
Web www.sauna-open-air.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
Eteläpuisto  
Datum / Date10.-12.06.2010 
Bildergalerie / Picturegalerie siehe Text / see text 
Photos: Stefanie Singh & Tina Solda 

Das Sauna Open Air Festival 2010 lockte 23 000 Besucher für drei Junitage nach Tampere, und da durfte STALKER natürlich nicht fehlen. DIE Headliner des gesamten Festivals waren unumstritten KISS, ansonsten ging im verflixten siebten Jahr leider einiges schief. Vor Ort im Eteläpuisto waren Stefanie Singh (Donnerstag und Freitag) und Tina Solda (Samstag)
(hiezu gleich ein Dankeschön an die Festivalleitung und besonders Jaana, welche diese Arbeitsteilung ermöglichten!)

Donnerstag, 10.Juni 2010

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"Glam-Kinder", das ist das Wort des Tages. Wohin man vor den noch verschlossenen Eingangstoren auch sieht: Überall hier auf der grünen Wiese sitzen bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel süß zurecht gemachte Glam-Kinder, alle unübersehbar hier wegen KISS, DEN Headlinern an diesem Tag und des gesamten Festivals. Das Supersommerwetter, die malerische Lage direkt am Wasser und die trotz aller Aufregung angesichts des großen Besuches aus Amerika keineswegs hysterische Stimmung steigert auch bei mir die Vorfreude auf das Sauna Open Air 2010, welches nebenbei erwähnt auch mein erstes Open-Air-Festival überhaupt in Finnland sein wird.

Meine Vorfreude weicht leider bald einer gewissen Irritation, denn wir Medienmenschen gelangen schon vor dem offiziellen Einlass aufs Festivalgelände und kriegen noch den The 69 Eyes Soundcheck mit. Danach Blicke auf Uhren und in Richtung Einlass: Wo bleiben denn die Festivalbesucher? Da setzt das Intro "Cry, Little Sister" von Gerard McMann aus dem "The Lost Boys"-Soundtrack ein. Noch ein Soundcheck? Endlich kommen die ersten Glam-Kinder angerannt, denn auf der Bühne steht schon die komplette Band und rockt mit "Back In Blood" los! Ich bin sprach- und vor allem fassungslos. Eine Band auf die Bühne zu stellen und losrocken zu lassen, ehe der Grossteil der Festivalbesucher überhaupt auf dem Gelände ist?? Auch wenn 95% aller Festivalbesucher an dem Tag nur wegen KISS da sind: Es ist den The 69 Eyes-Fans gegenüber, die genau soviel Geld für ihre Festivaltickets bezahlt und stundenlang in der Sonne gewartet haben, absolut nicht fair, wenn sie vielleicht nur noch das Ende vom Auftritt ihrer Lieblingsband mitbekommen. Ganz zu schweigen davon, wie respektlos es der Band selbst gegenüber ist.

The 69 Eyes

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Wie die Band selbst es empfindet, weiß ich natürlich nicht, jedenfalls spielen sie ganz professionell ihre Show und lassen ein paar Klassiker wie "Gothic Girl" weg, um auch Nicht-Singles ihres aktuellen Meisterwerks "Back In Blood" wie "The Good, The Bad & The Undead" zum Besten zu geben - Sehr zu meiner Freude! Das nenne ich Selbstbewusstsein, wenn man lieber mit Album-Tracks seine neueste Platte promotet anstatt mit altbewährten Klassikern auf Nummer Sicher zu gehen. Vorbildlich! Vor allem Sänger Jyrki69 ist deutlich anzumerken, welch Freude und Ehre es ihm ist, vor Steel Panther und KISS als Opening Act auf der Hauptbühne performen zu dürfen. Mit einer Energie, als sei er erst 15 und keinen Tag älter, fegt der Helsinki Vampire über die Bretter... Angesichts dieser Fitness ist dies bestimmt nicht die letzte Gelegenheit gewesen, bei der The 69 Eyes als Warm-Up für die ganz Großen im Musikbusiness fungieren dürfen. Top! 10 Punkte.

Steel Panther

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Bei Steel Panther bin ich mir bis zum Schluss nicht sicher, ob sie wirklich auf dem Sauna Open Air auftreten werden, hatten sie doch im Vorfeld schon ein paar Festival-Auftritte in Europa abgesagt, aber: Thank God, die Jungs aus dem fernen Los Angeles lassen ihre Fans in Finnland nicht im Stich! Steel Panther, mir selbst auch erst seit diesem Festival ein Begriff, stellen mehr eine Glam Metal Parodie dar als eine tatsächliche Band. Wenn man das weiß, dann sieht man die tuntigen Outfits, die sexistischen Texte und ihr albernes Auftreten mit ganz anderen Augen, und dann mag man es entweder oder eben nicht. Ich für meinen Teil liebe es! Sich wie Sänger Michael Starr in Leggings zu quetschen, die so eng sind, dass sie die Männlichkeit eher noch betonen statt verhüllen... Hut ab, das traut sich nicht jeder! Von den Zebra-Leggings von Gitarrist Satchel und den Eitelkeitsanfällen des Bassisten Lexxi Foxxx, der sich immer wieder im Handspiegel betrachtet, an Haarspray nachlegt und den zartrosa Lippenstift nachzieht, einmal ganz zu schweigen. Nur von Drummer Stix Zadinia kommt diesbezüglich nicht viel, aber der muss ja auch für die Smash-Hits wie "Death To All But Metal" und "Party All Day" die Felle verdreschen. Herrlich! Später gibt es als Zugabe noch eine sehr gelungene Coverversion des Guns`n`Roses-Klassikers "Paradise City". Wow, ich bin beeindruckt! Und wieder ein Gig mit 10 Punkte-Bewertung.

KISS
Und dann ist es soweit: Zeit für DIE Band der Bands auf dem Sauna Open Air 2010 - KISS! Zumindest wenn es nach dem Großteil der heutigen Festivalbesucher geht. Natürlich spart man bei der Bühnenshow nicht an Bombast: Hebebühnen, große Screen im Hintergrund, Pyro-Effekte, Konfetti- und Nebelmaschinen, Feuerwerk... Und zugegeben: Auch auf mich, die erstmals in den Live-Genuss dieser lebenden Legenden kommt, wirkt die Eröffnung der Show mit "Modern Day Delilah" ziemlich beeindruckend. Die Menge jubelt gar frenetisch, als das Quartett mit Hilfe einer der Hebebühne auf die Hauptbühne gehievt wird und so erstmals in Erscheinung tritt.
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Bei mir weicht das Beeindrucktsein jedoch schnell langer Weile. Woran es genau liegt, lässt sich schwer sagen. Vermutlich daran, dass KISS zwar eine Mega-Bühnentechnik auffahren lassen, der Entertainment-Faktor von der Performance her aber für meinen Geschmack zu wünschen übrig lässt. Jedenfalls können KISS den Spannungsbogen, den The 69 Eyes und Steel Panther bei mir aufgebaut haben, nicht mehr halten. KISS, da geht es vor allem um Gene Simmons und Paul Stanley. Von der ständigen Zungen-Performance Gene Simmons` bin ich recht schnell gelangweilt, irgendwann sogar ein wenig genervt. Kult hin oder her: Besonders einfallsreich ist das auf die Dauer auch nicht. Als er später eine Blutkapsel zerbeisst und an Seilen zur Bühnendecke hochgezogen wird, jubelt das Publikum wieder frenetisch. Ich kann das alles nur sehr schwer nachvollziehen und empfinde es als albernes Kasperletheater. Die Interaktionen Paul Stanleys mit dem Publikum gefallen mir da weitaus besser. Alles in allem wirkt das auf mich auch alles zu professionell und zu routiniert. Da fehlt einfach die gewisse Magie, als dass da irgendwelche Funken auf mich überspringen könnten. Die Hits wie "Detroit Rock City", "I Was Made For Lovin` You" und "Crazy Crazy Nights" funktionieren natürlich wie von selbst, auch bei mir, aber zusammenfassend muss ich sagen: Wenn man KISS nur nebenbei hört und kein wirklicher Die-Hard-Fan von ihnen ist, dann sollte man sich den kostspieligen Besuch eines ihrer Konzerte wirklich zweimal überlegen. Vielleicht wäre die Bühnenshow auch im Dunkeln besser zur Geltung gekommen, aber im finnischen Sommer wird`s nun mal nicht wirklich dunkel. 8 Punkte.

Etwas unbefriedigend endet also der erste Sauna Open Air Tag. Meine Stimmung wird dann ganz unverhofft auf der offiziellen After-Show-Party mit einem Konzert von Reckless Love im "Jack - The Rooster" wieder gehoben. Hier sei Euch die separate Live-Review dazu ans Herz gelegt. So kommen dann doch noch 10 Punkte für den gesamten ersten Festivaltag zusammen.


Freitag, 11.Juni 2010

Nach einem meiner bislang besten Festivalerlebnisse am Tag eins steht Tag zwei unter keinem guten Stern. RATT, eine meiner "Must see"-Bands, hatte gerade mal drei Tage vor Festivalbeginn abgesagt. So bleibt als einzig nennenswerter Act nur Danzig übrig, sein größter Hit "Mother" wird auch an sämtlichen Verkaufsständen rauf und runter gedudelt, um die Vorfreude auf den Headliner des Tages zu steigern. Die Festivalorganisatoren können für diese Absage natürlich genauso wenig und sicherlich ist es auch schwer, wenn nicht sogar unmöglich, in der kurzen Zeit noch einen gleichwertigen Ersatz zu finden. Jedoch die Band gar nicht zu ersetzen, halte ich dann doch für fragwürdig, gerade Finnland hat so viele talentierte Bands zu bieten, da hätte sich ganz sicher jemand gefunden, der als Ersatz für etwas Stimmung gesorgt hätte. Diese wäre schon wegen des Wetters nötig gewesen: Es regnet nahezu ununterbrochen und es ist kalt und windig. Die niedrige Anzahl an Festivalbesuchern vor der Hauptbühne (Eine Reihe plus vereinzelte Leute dahinter) tut ihr übriges, um das Bild des Trauerspiels zu perfektionieren.

Glamour Of The Kill

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Trotz all dieser Widrigkeiten betreten Glamour Of The Kill als erster Act des Tages um 15:00 Uhr die Hauptbühne und machen nach einem spannungsaufbauenden Intro dem Titel ihres Openers alle Ehre: Sie sind "A Hope in Hell"! Als hätten sie Massen an Fans zu beglücken, so kraftvoll rocken sie los und so motiviert bleiben sie auch bis zum Schluss bei der Sache. Mehr noch: Als Sänger Davey Richmond bei "Rise From Your Grave" die Zuschauer zum Mitsingen auffordert und das Ergebnis eher dürftig ausfällt, sagt er gerade heraus "That was fucking shit!" und lässt nicht locker, ehe ihm das Feedback passt. Das nenne ich "einen Arsch in der Hose haben"! Auch wenn ich persönlich eigentlich kein Freund des Metalcores bin und Davey`s Stimme teilweise gewöhnungsbedürftig finde: Von ihrer Performance her haben die Jungs aus UK mindestens 9 Punkte verdient!

Danach verlasse ich das Gelände, um ein trockenes Plätzchen zu finden – das Line-Up (Whitechapel, Death Angel, August Burns Red, Tarot, Anvil) überzeugt mich nicht wirklich, und leider werden überdachte Stände teilweise abgesperrt, um einen zum Kauf eines Regencapes für 2 € zu nötigen...

Danzig

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Pünktlich zurück zum Auftritt der Headliner - jedoch Danzig selbst sind leider alles andere als pünktlich. Mit knappen 45 Minuten Verspätung geht`s los, nach weiteren 45 Minuten ist schon wieder Schluss. Warum der Auftritt so spät beginnt und warum die Festivalveranstalter auch hier wieder wenig Flexibilität beweisen und die Menge strikt nach Zeitplan um kurz nach 22:00 Uhr wieder hinaus treibt, das werden wir wohl nie erfahren. Jedenfalls bleiben neben Hits wie "Her Black Wings", "Thirteen" und natürlich "Mother" andere großartige Stücke wie "She Rides" völlig auf der Strecke. Irgendwie fühlt man sich nach dieser Nummer nur noch komplett abgefertigt, nach dem Motto: "So, das waren Danzig, und jetzt ab nach Hause mit Euch!" Die Stimmung ist schon den ganzen Tag so am Boden gewesen, dass selbst der Headliner nichts mehr retten kann. Und wenn Danzig es doch noch gekonnt hätten, dann auf jeden Fall nicht mit einer so großen Verspätung bei solch einem Mistwetter und einer eher dürftigen Performance. 4 Punkte für den Gig und 0 Punkte für die nicht vorhandene Festival-Atmosphäre allgemein heute.

Alles in allem wünschte ich, ich hätte den zweiten Festivaltag nicht auch noch mitgemacht, denn dann wären`s 10 volle Punkte gewesen, so bleiben im Schnitt leider nur noch 5 übrig. Schade! (SS)


Samstag, 12. Juni 2010
Den Headliner eines dreitägigen Festivals gleich am ersten Abend auftreten zu lassen, kann leicht zu mangelndem Interesse an den restlichen Tagen führen, und beim Sauna Open Air war dies definitiv der Fall. Regen und Kälte machten die Sache nicht besser, und die Besucherzahl am Samstag entsprach wohl kaum der Hälfte des KISS-Publikums vom Donnerstag. Selbst von dieser reduzierten Menge erschien nur ein Bruchteil rechtzeitig für die erste Band - verständlich, aber verdammt schade, denn
Suburban Tribe
können nicht nur live eine Menge, sondern haben obendrein gerade ihr bislang bestes Album herausgebracht. Die Setliste bestand zur Hälfte aus Neuheiten, und der Titelsong kürzlich erschienenen Scheibe "Now And Ever After" bildete den emotionalen Höhepunkt.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Sänger Ville Tuomi war outfitmäßig auf alles vorbereitet und trug Parka und Sonnenbrille, doch letztere erwies sich bald als überflüssig, obwohl es ihm nach "While The World Awaits" fast gelungen wäre, das Tagesgestirn hinter der Wolkendecke hervorzulocken. Immerhin war der Wind zu diesem Zeitpunkt noch nicht so stark, wodurch der Sound besser war als bei den späteren Bands. Dennoch waren die Umstände insgesamt leider gegen Suburban Tribe, zumal das spärliche Publikum überwegend nur deshalb so früh erschienen war, um sich gute Plätze für Grave Digger oder Sonata Arctica zu sichern.

Die kleinere Bühne wurden von Doom Unit eröffnet.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Der Himmel weiß, wie diese Combo auf ihren Namen gekommen ist, mit Doom Metal haben sie jedenfalls nicht viel am Hut. Ihr melodischer Power-Rock klingt durchaus sympathisch, hinterläßt aber beim ersten Hören keinen bleibenden Eindruck. Selbst das als Tribut an Black Sabbath deklarierte Stück war eher leichte Kost. Insgesamt war der Set sehr kurz; nach den ersten Songs war mir so kalt, dass ein Schal her musste, aber als ich von den Verkaufsständen zurückkam, hatte die Band bereits aufgehört.


Von allen Bands des Samstags entsprachen Grave Digger am ehesten dem Profil von Sauna Open Air - eine ausländische Powermetalband mit langer Geschichte, die ihre größten Erfolge in den Achtzigern gefeiert hatte. Darüber hinaus spielten die Veteranen aus Deutschland ihren ersten Gig in Finnland überhaupt und waren damit wohl eine der am meisten erwarteten Gruppen des Tages. Eine spätere Spielzeit wäre insofern gerechtfertigt gewesen, denn Grave Digger hätten ein größeres Publikum verdient gehabt.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Die echten Fans waren leicht zu erkennen; Keyboarder Hans-Peter Katzenburg wurde sogar von einem Doppelgänger-Sensenmann aus der ersten Reihe begrüßt. Die Band spielte wie vor ausverkauftem Haus, und auch wenn ich eigentlich nicht auf diese Sorte Metal stehe, war es unmöglich, die Jungs nicht zu mögen. Besonderer Respekt gebührte dem neuen Gitarristen Axel, der als krank angekündigt wurde und die ersten Songs im Sitzen bestritt, jedoch bald eine Roadie beauftragte, den Stuhl zu entfernen und den Rest der Show unverzagt im Stehen spielte. Die Songs umfassten die gesamte Bandgeschichte, beginnend mit dem neuen "Ballad of a Hangman" und rund eine Stunde später endend mit "Heavy Metal Breakdown"; die größte Rarität des Sets war sicherlich "Killing Time".


Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Als nächstes war eine finnische Band an der Reihe, die noch länger - genauer gesagt seit 1976 - aktiv ist, freilich eine ganz andere Stilrichtung repräsentiert: Peer Günt, deren musikalische Heimat irgendwo zwischen klassischem Bluesrock und Motörhead liegt. Nach Grave Digger fand ich sie zugegebenermaßen etwas langweilig. Ihr Kultstatus ließ sich jedoch am deutlichen Publikumszuwachs erkennen, dem allerdings auch die Nähe des Schankbereichs zur kleinen Bühne zuträglich war.

Dem Anschein nach gibt es in Finnland mehr Festivals mit Stam1na als ohne. Woran im Prinzip nichts auszusetzen ist, denn diese Band funktioniert am besten auf einer sonnigen Festivalbühne. Ohne Sonne dagegen stimmt irgendetwas nicht.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
In gewissem Sinne war der Regen gar nicht so unpassend, denn das aktuelle Album - für welches das Quintett gegen Ende seines Auftritts goldene Schallplatten erhielt - spielt inhaltlich auf den Untergang des mythischen Atlantis an, aber ich habe nie zuvor bei einem Stam1na-Gig ein ähnlich verzagtes Publikum gesehen. Immerhin kam ein Moshpit zustande, aber der übliche Enthusiasmus fehlte einfach, selbst bei alten Hits wie "Kadonnut kolme sanaa" und "Paha arkkitehti". Erwähnung als cooler Blickfang verdient Kaikkas neuer ESP Custom-Bass - hat irgendwer sonst einen Bass, den das Konterfei und der Name des eigenen Drummers zieren?

Wie lässt sich Windstärke bei einem Festival messen? Keine Ahnung, ob es dafür offizielle Methoden gibt, aber wenn du im Anstand von knapp 20 Metern der Bühne gegenüberstehst und das Flattern des neben dir befindlichen Absperrbandes die aus der PA kommende Musik übertönt, kann ohne Zweifel von einer steifen Brise die Rede sein.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Bei Poisonblack war dies der Fall, und die Wellen neben der Bühne ließen eher an das Meer denken als an den See, um den es sich eigentlich handelte… Was die Band angeht, war sie in eindeutig besserer Form als letztes Jahr beim Nummirock. Gespielt wurden überwieged rockigere Songs, doch das Highlight war meiner Ansicht nach "Invisible", eine stilsichere Ballade, deren Refrain ein Stück weit an Anathemas "Fragile Dreams" erinnert.


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Die weitaus meisten Musiker traten an diesem Tag in langärmligen Klamotten auf, doch Amorphis trotzten dem Wetter - die Hälfte der Bandmitglieder kamen in ärmellosen Hemden auf die Bühne. Wenn sich keiner der Jungs bei diesem Abenteuer eine Grippe einfing, kann das eigentlich nur an der puren Energie und Wärme liegen, die ihre Musik ausströmt - sowie im Fall von Sänger Tomi Joutsen an ständiger Bewegung. Erwartungsgemäß bestand die Songauswahl zur Hälfte aus den alten Radiohits, die praktisch bei jedem Amorphis-Gig zu hören sind, wenn auch immerhin teils mit interessanten musikalischen Variationen aufgefrischt. Für willkommene Abwechslung sorgten einige seltener gespielte Songs, insbesondere das seit langem nicht mehr live gehörte "Perkele" - einer der besten Live-Songs von Amorphis überhaupt - sowie "Song Of The Troubled One" und "Skyforger". Ein solider und lückenloser Gig, nach dem mir in der Tat deutlich wärmer war als vorher.

Die Abfahrtszeit meines Zuges machte es mir unmöglich, Sonata Arctica zu sehen, wodurch Hail! für mich zur letzten Band des Abends wurden.

Foto: Tina Solda; mehr Fotos hier!
Sänger Tim "Ripper" Owens ist vor allem durch seine undankbare Rolle als zeitweiliger Lückenbüßer bei Judas Priest und Iced Earth bekannt, und seine Hail!-Kollegen Paul Bostaph und James LoMenzo blicken auf ähnliche Erfahrungen mit Slayer bzw. Megadeth zurück. Möglicherweise handelt es sich bei Hail! in erster Linie um eine Therapiegemeinschaft, zumal die Band (ebenfalls dabei: Andreas Kisser von Sepultura) nur Coversongs spielt, darunter auch von den genannten Ex-Bands. Aber wen kümmert's - geboten wurde gute Rock'n'Roll-Unterhaltung zum Mitsingen, und alle hatten Spaß. Für "Neon Knights" kam Marco Hietala mit auf die Bühne (Foto), und jawoll, sie brachten sogar "Paranoid"!

Fazit des Tages: schlechtes Wetter, aber gute Bands - nicht perfekt, aber letztendlich lieber so als umgekehrt. Bewertung: 7,5 (TS)
Gesamtnote:

Stefanie Singh & Tina Solda


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7.5/10



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