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Helsinki Metal Meeting 2011

2011-03-04
Stadt / City Helsinki 
Land / Country FIN 
Web www.fme.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
Kaapelitehdas & Virgin Oil Co 
Datum / Date17.-19.2.2011 
Bildergalerie / Picturegalerie siehe Text/see Text 
Photos: Grit Kabiersch, Tina Solda 

Vor zwei Jahren wurde die jährliche Finnish Metal Expo erstmals als erweitertes Format unter dem Namen Helsinki Metal Meeting vermarktet, wobei die eigentliche Expo um mehrere Clubgigs ergänzt wurde. Dieses Jahr gab es kein derartiges Rahmenprogramm am Wochenende selbst, aber die Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend im Virgin Oil Co. lockte mit einem attraktiven Line-up. [TS]

Avatar
kamen zwar nicht von einem anderen Planeten aber dafür immerhin aus Schweden. Der Sound war allerdings sehr irdisch und bestach vor allem durch sehr gut aufeinander abgestimmte Gitarren, Bass und Drums.

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Originell fand ich die Stimme von Johannes Eckerström. Er schaffte es Grölen und Kreischen zu kombinieren. Einige in meinem Umfeld fanden das grenzwertig. Mir schrie er in dem Moment den ganzen Stress aus der Seele, der sich im Laufe der Woche in mir angestaut hatte. Außerdem hätte ich zu gerne einen Schluck von dem Zeugs aus dem Benzinkanister genommen, mit dem der Frontmann seine Stimme zwischen den Songs ölte, die im Laufe des Gigs immer besser wurden. (GK)

Auf die Schweden folgten Verenpisara, die sich aus fast fünfjähriger Versenkung zurückmeldeten. In leicht veränderter Besetzung, da Originalbassist Niclas Etelävuori die Band vor einiger Zeit verlassen hatte.

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An seine Stelle getreten war Toni "Atoni" Laroma, den ich zuletzt Ende 2006 gesehen hatte, auf derselben Bühne und zusammen mit demselben Leadgitarristen und Schlagzeuger, aber in einer anderen Band, nämlich Ajattara. Jener Abend war eine Katastrophe epischen Ausmaßes gewesen, in deren unmittelbarer Folge alle Mitglieder bis auf Sänger Ruoja die Band verlassen hatten. Im Vergleich zu dieser Erinnerung grenzte der Verenpisara-Gig an Perfektion, auch wenn in Wirklichkeit - wie nach so langer Pause zu erwarten - durchaus einige Fehler zu hören waren. Insbesondere der Anfang von "Syntyminen" verlief nicht ganz nach Plan, aber ich hatte nicht den Eindruck, als würde es irgendeinen Fan im Publikum stören; es tat viel zu gut, Verenpisara endlich wieder in Aktion zu sehen. Obendrein mit frischem Material, drei der neun Songs ("Kohtalon määräämä", "Suunta" und "Kuinka usein") waren vom brandneuen Album und funktionierten live auf Anhieb. Und gerade als wir dachten, der letzte Song - "Aamunodottaja" sei am Ende angelangt, kam der beste Teil in Form eines grandiosen dreiminütigen Gitarrensolos. Es sei hiermit ein für allemal festgestellt, dass Tomi Koivusaaris Ähnlichkeit mit David Gilmour nicht beim Aussehen endet.
Setlist: Sinun tyyneytesi vie voiton kaikesta / Nuoli / Kohtalon määräämä / Suunta / Syntyminen / Irtileikattu / Kuinka usein / Arvetkin kauneuspilkuiksi /Aamunodottaja [TS]


© Tina Solda.
Before the Dawn
Nach einem halben Jahr standen Before the Dawn endlich wieder auf der Bühne. Sie starteten mit “The First Snow” und “Winter Within” vom neuen Album “Deathstar Rising”, spielten dann eine Reihe uralter Songs wie “My Darkness”, “Scar” und “Away”, aber auch viele Songs aus den Alben von 2007 und 2008. Ein weiterer Höhepunkt war der Titelsong vom aktuellen Album. Es war sofort Stimmung, die Fläche vor der Bühne voll und die Tische leer. Der Drummer (Atte Palokangas) legte sich besonders in Zeugs, wirbelte zwischendurch mit seinen Sticks herum und gab den Beat vor für die Typen im Publikum, die intensiv für die nächste Luftgitarrenweltmeisterschaft trainierten. BTD wurden erst von der Bühne gelassen, nachdem sie mit “Deadsong” eine Zugabe geliefert hatten. (GK)
Setlist: The First Snow / Winter Within / The Black / My Darkness / Scar / Away / Disappear / Deathstar / Monsters / Wrath / Dying Sun / Encore: Deadsong


Freitag, 18.2.2011
Das grundlegende Layout der Messehalle (Kaapelitehdas) hatte sich gegenüber dem Vorjahr nicht geändert, und auch die meisten Aussteller waren wieder an denselben Plätzen zu finden. Die Besucherzahl schien jedoch deutlich unter der des Vorjahres zu liegen, was teilweise auf die neue Eintrittskartenpolitik zurückzuführen sein mag. Bisher hatte es die Alternative gegeben, für eine Handvoll Euro ein Ticket zu erwerben, das zum Besuch der Messebereiche (Stände, Clinics und Bar) berechtigte, aber nicht zu den Liveshows auf der Hauptbühne. Dieses Jahr waren nur die teuren All-inclusive-Karten im Angebot, und am Vorabend im Virgin Oil Co erwähnten gleich mehrere Leute, dass sie sich aus diesem Grunde die eigentliche Expo schenken würden. Es werden wohl nicht die einzigen gewesen sein.


© Tina Solda.
Den originellsten Stand hatten Kypck zu bieten, die neben ihrem mit allerlei mehr oder weniger sowjetisch anmutenden Gegenständen (darunter auch Sami Lopakkas Kalaschnikow-Gitarre und der einsaitige Bass von J.T. Ylä-Rautio) beladenen Tisch ein gewaltiges Motorrad geparkt hatten, eindeutig älteren Jahrgangs und vermutlich aus russischer Produktion. Die größeren Autogrammsessions fanden wie gehabt am EMP-Stand statt, aber auch an den Ständen der einzelnen Plattenlabels waren zugehörige MusikerInnen anzutreffen. Bei Century Media beispielsweise gab´s ein Meet&Greet mit Triptykon, die abseits der Bühne nicht ganz so düster und geheimnisvoll wirkten wie später abends bei ihrer Show.

© Tina Solda.
Auf coolen Gitarren herumzudilettieren ist auf der FME Pflichtprogramm und natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, längere Zeit am Stand von Modulen Music Group - ein Neuzugang, oder zumindest im letzten Jahr definitiv nicht dabei gewesen - abzuhängen und auf einer passend rotschwarz lackierten (und mit blutroten Saiten versehenen...) Mayones Verenpisara-Riffs zu verwursten.

© Tina Solda.
Auffällig war dafür das Fehlen von Musamaailma. Der Grund hierfür war, wie ich hörte, Zeitmangel aufgrund der bevorstehenden Eröffnung der neuen Lagerverkaufshalle, aber ich hoffe auf eine Rückkehr 2012. Womit ich nicht nur den Stand meine, sondern insbesondere die unterhaltsamen Clinics. Dieses Jahr wurde die Clinicbühne am Samstag von dem noch zu erwähnenden Bandwettbewerb in Anspruch genommen, am Freitag war jedoch F-Musiikki für das Programm zuständig und glänzte nicht gerade mit Ideenreichtum. Abgesehen von einem Auftritt von Radar, den ich verpasste, teilten sich lediglich zwei Gitarristen die Bühne, die abwechselnd oder zusammen (plus Bassist & Drummer) auftraten.

© Tina Solda.
Zwar ist das technische Können von Mr. Crab und Mr. Fastfinger zweifelsfrei beeindruckend, aber ihr "Ultimate Guitar"-Überschallgenudel war leider einfach nur langweilig. Sorry, aber mich interessiert nicht, wieviele Noten in eine Sekunde passen, solange sie keine erkennbare Melodie ergeben... [TS]


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Deathchain
Zu Deathchain kam ich leider etwas zu spät und bekam auch gleich das Kontrastprogramm zum grellen Sonnenschein draußen geboten: sehr düsterer Black/Trash Metal. Leider versanken auch die Fotos überwiegend in Nebel und Düsternis. Außer mir waren ebenfalls erst eine Handvoll Leute angekommen. Aber die erste Reihe schüttelte bereits die Fäuste und auch in der zweiten Reihe hatten sich bereits die Headbanger versammelt.


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Zeroscape
spielten eine sehr interessante Mischung aus Rap-Metal kombiniert mit Reggae-Elementen. Zuerst wurde man locker in den Knien und beim Refrain wurden die Nackenmuskeln gefordert. Der Gig war überraschen kurzweilig und sehr gut. Allerdings waren auch hier nur wenige Leute da. Deshalb kam Sänger Binski kurzerhand über die Absperrung geklettert und suchte Kontakt zum Publikum. Auch nach dem Gig ließ er sich von Fans umarmen und mit ihnen fotografieren.


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Dreamshade
Die schweizer Melodic Death Metaller Dreamshade legten sofort kraftvoll los. In ihrer Setlist waren unter anderem “Miles Away” und “Wide Awake” vom aktuellen Album “What Silence Hides” vertreten. Auch hier war es wieder offensichtlich, dass es zum frühen Freitagnachmittag überwiegend die Fans der Band in die Kabelfabrik gelockt hat. Aber genau die wurden von Sänger Iko ganz besonders angeheizt, so dass vor der Bühne Bewegung in den Pulk kam. (GK)

Unter den einheimischen Bands des Tages war ich in erster
Linie auf MyGrain gespannt.In der Vergangenheit habe ich dieser Band zugegebenermaßen keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, aber das neue Album ist facettenreich und lässt weder Wünsche offen noch Langeweile aufkommen.

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Das Gleiche kann ruhigen Gewissens auch über ihren Gig gesagt werden. Von der Bühnenaufstellung her fühlte ich mich an Swallow The Sun erinnert: mit Ausnahme des Schlagzeugers bildete die ganze Truppe einschließlich Tastenfrau Eve eine einheitliche Frontlinie. Die Keyboards waren gut zu hören - in der Kaapelitehdas nicht immer selbstverständlich - und setzten definierende Akzente inmitten der Dampfwalzenattacke. Vielfalt ist auch ein Charakteristikum von Sänger Tommy, dessen Stimmumfang im Cleanbereich an drei Oktaven heranreichen dürfte, von den bissigen Growls ganz zu schweigen. Besonders gut traten seine Fähigkeiten in "Trapped in an Hourglass" zutage, das auch in gitarristischer Hinsicht bestach, aber leider bereits der letzte von insgesamt nur fünf Songs war. Hätte gerne mehr gehört.
Setlist: Into The Parallel Universe / Dust, Devils And Cosmic Storms / Of Immortal Aeons / ? / Trapped In An Hourglass [TS]


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For The Imperium
spielten soliden gitarrenlastigen Rock. Die Gitarristen griffen sehr energetisch in die Saiten und wirbelten über die Bühne. Das nicht sehr zahlreiche Publikum stand dagegen eher abwartend vor der Bühne – ich auch – und versuchte sich vermutlich eine Meinung zu bilden. Der Funke sprang allerdings nicht über. Songs mit Growlgesang waren ganz in Ordnung, aber von den eher melodischen Stücken war ich gesanglich nicht überzeugt. (GK)

Im kommenden Sommer jährt sich Tuska für mich persönlich zum zehnten Mal, doch in all diesen Jahren hat mich kaum eine Band so tief beeindruckt wie Celtic Frost 2006. Damals sah ich sie zum ersten und letzten Mal live, denn die Trennung erfolgte relativ bald danach. Jetzt ließ sich Tom G. Warrior erstmals mit Triptykon in Helsinki blicken, aus meiner Sicht ohne Frage der Hauptgig dieses Freitags.

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Das gebotene Spektakel erfüllte die Erwartungen mehr als reichlich - eine einstündige unheilige Messe, zelebriert vom Hohepriester der hypnotisch-finsteren Klänge und des bombastischen Minimalismus in einer Weise, die keinen Widerspruch zuließ. Überraschenderweise war das Triptykon-Debüt von 2010 nur mit zwei Songs vertreten, "Goetia" und "The Prolonging". Mit dabei war auch das Werk, das mich 2006 am stärksten gepackt hatte, "Synagoga Satanae", aber die übrige Hälfte des Sets huldigte den achtziger Jahren mit zwei Songs der Morbid Tales/Emperor´s Return-Ära und sogar der Hellhammer-Nummer "Messiah". Zeitlos.
Setlist: Crucifixus [intro] / Procreation (Of The Wicked) / Goetia / Circle of the Tyrants / Messiah / Synagoga Satanae / The Prolonging

Mich nach Triptykon zu beeindrucken, wäre für so gut wie jede Band eine schwere Aufgabe gewesen. Dieser jedoch ganz bestimmt nicht gewachsen waren Symfonia. In Anbetracht meiner deutsch-italienischen Abstammung sollte mir die Liebe zum Powermetal eigentlich im Blut liegen, doch glücklicherweise blieb mir dieser genetische Defekt erspart.

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Obwohl, Moment - als ich 1996 zum ersten Mal "Episode" von Stratovarius hörte, dachte ich für kurze Zeit, eigentlich nicht übel. Der Eindruck verflog jedoch schnell, und als sich sämtliche danach meine Gehörgänge erreichenden Strato-Songs weitgehend identisch anhörten, entwickelte ich in dieser Hinsicht recht schnell eine ernsthafte Allergie. Um´s kurz zu machen, Timo Tolkkis neues "Symfonie"orchester hörte sich auch nicht anders an, so dass ich nach knapp drei Songs in Richtung der am anderen Ende des Gebäudes liegenden Bar entfloh. Hinterher erfuhr ich, dass Tolkki am Ende der Show auch noch seine Gitarre zerDeppert hatte, und war erst recht froh, mir den Anblick erspart zu haben. Absichtlich ein vollkommen funktionstaugliches Instrument kaputtzuhauen war noch nicht mal zu Zeiten von Jimi Hendrix besonders cool. Sorry. [TS]


Sabaton
wurden in einer stark gefüllten Halle mit Sprechchören heiß erwartet. Joakim Brodén bedankte sich gleich zu Anfang bei den finnischen Fans. Sabaton sind derzeit auf Welttournee, kommen aber im Sommer zum Ruisrock Festival das nächste Mal nach Finnland. Dass die Schweden diesen Gig den finnischen Fans widmeten, merkte man daran, dass nach ein paar Songs eine Finnlandfahne auf die Bühne geholt wurde und auch der Sabaton-Schriftzug in der Finnlandfahne erschien.

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Während der Show ging es heiß her. Flammenwerfer begleiteten die stampfenden Beats und die Hei Hei-Rufe der Fans. Fotos direkt vor der Bühne waren aus diesem Grund leider nicht möglich. Aber wir haben trotzdem einen Weg gefunden, die unglaubliche Stimmung visuell einzufangen (siehe Fotogalerie). (GK)


Samstag, 19.2.2011


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Turmion Kätilöt
Trotz der frühen Stunde hatten am Samstagnachmittag erstaunlich viele Metalfans bereits den Weg in die Kabelfabrik gefunden. Und sie wurden mit einem sehr guten Konzert belohnt. “Verta ja lihaa” gehört ja zum Standardprogramm. Aber auch die neue Single “Ihmisixsixsix” wurde gespeilt. Die Stimmung war von Anfang an großartig. Die Show ebenfalls, aber – leider – der Uhrzeit angemessen. Speziell Spellgoth trug für meinen Geschmack deutlich zu viele Kleidungsstücke und zog nach ein paar Stücken lediglich seine Jacke aus. Dieser Umstand lenkte zumindest nicht vom imposanten und blutrünstigen Make-up von MC Raaka Pee und Co ab.


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Corroded
Als die Schweden die Bühne betraten, war weit weniger Publikum anwesend. Corroded spielten sehr guten Gitarrenrock, der von der kräftigen Stimme von Jens Westin verstärkt wurde. Nach dem zweiten Song wäre für ihn bereits Zeit für ein Bier gewesen, aber stattdessen stimmte er “Time and Again” an. Auch Songs vom aktuellen Album “Exit to Transfer” waren im Programm, z. B. “Forget About Me”. Aber vergessen sollte man die Jungs nicht. Alle die nicht da waren, haben wirklich etwas verpasst. (GK)

Wie bereits erwähnt, fand am Samstag auf der Clinicbühne ein Bandwettbewerb statt. Veranstalter war Century Media, und der Siegercombo winkte ein Vertrag mit dem deutschen Label. Da ich am Vortag auf der letzten Seite meines Notizbuchs angelangt war, ging ich mir am Samstagnachmittag zunächst in der Innenstadt ein neues kaufen. Von dem Laden aus gab es eine direkte unterirdische Verbindung zur nächsten U-Bahn-Station - so dachte ich und lag leider falsch. Nach einer längeren Odyssee durch die weitverzweigte Unterwelt unserer geliebten Hauptstadt gelangte ich zwar irgendwann tatsächlich zur U-Bahn (wenn auch nicht dort, wo ich vermutet hatte), aber als ich endlich in der Kaapelitehdas ankam, hatten zwei von vier Wettbewerbsteilnehmern bereits gespielt.

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Als drittes an der Reihe waren Avathar (nicht zu verwechseln mit der fast gleichnamigen Anheizband vom Donnerstag), die aussahen wie eine etwas unfertige Kopie von Turisas oder Battlelore, aber sehr angenehm überraschten. Sowohl das Songmaterial an sich als auch die Vokaldarbietungen von Sängerin und Sänger lagen qualitativ deutlich über dem klischeetriefenden Orks+Elfe-Rollenspielmetal, den ich aufgrund der Outfits zugegebenermaßen erwartet hatte.

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Auch die Jury schien meinen positiven Eindruck zu teilen, denn Avathar wurden mit deutlich mehr Lob bedacht als die vierte und letzte Band, Oddland. Das allgemeine Urteil - dem ich mich unterer besonderer Würdigung der stimmlichen Leistung des Sängers anschließen möchte - lautete in deren Fall: technisch brillant, aber leider etwas steril & in Sachen Bühnenpräsenz nicht gerade spannend (wozu freilich auch die unästhetische Klamottur beitrug). Die Songs waren vollgepackt mit coolen progressiven Hooks und Melodien, aber so ganz rund erschien mir das Ganze noch nicht. Century Media erkannte in dem Quartett jedoch offenbar einen ungeschliffenen Diamanten, denn Sieg und Plattenvertrag gingen letztendlich an Oddland. Glückwunsch!


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Auf der Hauptbühne starteten in der Zwischenzeit The Man-Eating Tree, deren Debütalbum zwar schon einige Monate alt ist, mir aber erst einige Tage zuvor in der gewünschten Vinylform in die Einkaufstasche gekommen war. Besonders gut kannte ich die Songs daher noch nicht, doch der soweit bereits gewonnene positive Eindruck wurde durch diesen Gig massiv untermauert. Tuomas Tuominen hatte sich mit einer gut gefüllten Thermoskanne gegen seine Grippe gewappnet und sah auf ärztliche Anweisungen von Bühnenansagen ab, doch sein Gesang wirkte praktisch nicht beeinträchtigt. Die Setliste enthielt ein neues Stück, "Vultures", das augenscheinlich bereits als sog. Digi-Single erhältlich ist, aber auch auf dem nächsten Album vertreten sein soll. Leider verschwanden MET bereits nach einer halben Stunde - genauer gesagt nach "Amended", das übrigens um einiges härter rüberkam als auf Platte - von der Bühne, aber mit einem erkälteten Sänger wäre eine längere Show wahrscheinlich ohnehin keine gute Idee gewesen.
Setlist: Lathing a New Man / Out of the Wind / Vultures / Instead of Sand and Stone / Of Birth for Passing / Amended

Danach war es Zeit für die Sakara Awards (die offiziell immer noch unter der Bezeichnung Finnish Metal Awards gehandelt werden), aber schockierenderweise verpasste das normalerweise unschlagbare Plattenlabel in einer der möglichen Kategorien - bester Instrumentalist - den ersten Platz, und es dürfte ihnen auch nicht so schnell gelingen, den besten Newcomer und die beste Demoband unter Vertrag zu bekommen. Dumm gelaufen!

Hier die Gewinner für 2010 nach Kategorien: Bestes...
Album: 1. Stam1na - Viimeinen Atlantis 2. Mokoma – Sydänjuuret 3. Black Sun Aeon - Routa
Band: 1. Stam1na 2. Mokoma 3. Before The Dawn
Newcomer: 1. Barren Earth 2. Pressure Points 3. The Man-Eating Tree
Albumcover: 1. Mokoma – Sydänjuuret 2. Stam1na - Viimeinen Atlantis 3. Black Sun Aeon - Routa

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InstrumentalistIn: 1. Tuomas Saukkonen 2. Pekka Olkkonen 3. Alexi Laiho
SängerIn: 1. Antti Hyyrynen 2. Marko Annala 3. Tomi Joutsen
Demoband: 1. Frosttide 2. Bob Malmström 3. Disease Of The Nation

War die Preisverleihung - abgesehen von dem historischen Moment, als der bekennende Abstinenzler Tuomas Saukkonen seinen Sieg mit einem Schluck Bier feierte - eine eher langweilige Angelegenheit, so kann dies von der nächsten Band definitiv nicht behauptet werden. Ich stehe eigentlich weniger auf Mainstream-Metal à la Achtziger und könnte daher normalerweise nicht viel mit Battle Beast anfangen, aber Nitte Valo mit ihrer Megawattstimme und unwiderstehlichen Bühnenpersönlichkeit muss man/frau einfach mögen.

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"Enter The Metal World" demonstrierte, dass die Kriegerkönigin bei Bedarf auch zartere Töne draufhat, aber am stärksten ist sie dort, wo´s richtig zur Sache geht. Das abschließende Statement war zwar "Show Me How To Die", aber lebensmüde wirkte die Band ganz und gar nicht. Der programmatische Sieg bei der Wacken Metal Battle 2010 war jedenfalls nicht unverdient.
Setlist: Justice And Metal / The Band of the Hawk / Armageddon Clan / Cyberspace / Enter the Metal World / Victory / Show Me How To Die [TS]


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Kverlertak
Bei den Norwegern ging es von Anfang richtig heiß zur Sache. Sie spielten mindestens zwanzig Minuten hintereinander weg und ohne Zwischendurch-Gelaber. Auch auf der Bühne ging es wild zu. Frontmann Erlend Hjelvik zog bereits nach zwei Songs sein T-Shirt aus. Vermutlich war ihm danach immer noch zu heiß, weshalb er kurzerhand in den Fotograben sprang, über die Absperrung sprang und seine Show im Publikum abzog. Dort war die Stimmung kurz vorm Überkochen.


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Accept
Accept waren eine der Headliner des Abends, und sie waren einfach großartig an den Gitarren und am Bass. Auch die Reibeisenstimme von Mark Tonillo überzeugte mich. Das war Rockmusik mit großartigem Körpereinsatz, so dass schon das Fotografieren einfach nur Spaß gemacht hat. Auch die Fans waren mit vollem Körpereinsatz dabei. Sie waren extremst textsicher, auch bei uralten Songs wie “Restless and Wild”. Und ich bin sicher, dass mindestens die Hälfte von ihnen einfach einen der Gitarristen, den Bassisten oder den Schlagzeuger hätten ersetzen können … falls es nötig gewesen wäre.
Setlist: Teutonic Terror / Bucket Full Of Hate / Starlight / Breaker / New World Comin' / Restless and Wild / Son of a Bitch / Metal Heart / Neon Nights / Bulletproof / The Abyss / Aiming High / Princess of the Dawn / Up to the Limit / Burning / Fast as a Shark / Pandemic / Balls to the Wall (GK)


© Tina Solda. Mehr Fotos hier
Eigentlich hatte ich überlegt, etwas früher zu gehen als der Rest des verbleibenden Messepublikums, um nicht wieder wie letztes Jahr bei ungefähr -18°C endlos auf ein Taxi warten zu müssen. Verlässliche Quellen teilten mir jedoch mit, dass ich Ghost keinesfalls verpassen dürfte, also blieb ich, ohne zu wissen, was ich zu erwarten hatte. Bereits das Intro überzeugte mich jedoch von der Richtigkeit meiner Entscheidung. Wo bereits Triptykon am Abend zuvor kirchliche Assoziationen geweckt hatten, setzten die Schweden nochmal eins drauf und kamen direkt als Bischof bzw. als Mönche gekleidet auf die Bühne. Musikalisch hatte das Ganze jedoch wenig mit Schwarzkittelei zu tun, als Einfluss machten sich eher Blue Öyster Cult bemerkbar. Die reichlich dosierten Playback-Passagen störten mich anfangs ein wenig, doch abgesehen davon war es eine durchweg faszinierende Show und bestens geeignet als feierliche Abschlusszeremonie eines mal wieder sehr hektischen, aber auch sehr genialen Expo-Wochenendes.
Setlist: Con Clavio Con Dio / Elizabeth / Death Knell / Satan Prayer / Stand By Him / Prime Mover / Ritual [TS]


Grit Kabiersch (GK), Tina Solda (TS)


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8.5/10



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