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Wacken Open Air 2012

2012-08-27
Stadt / City Wacken 
Land / Country Germany 
Web www.wacken.com
 
Veranstaltungsort:
Location
 
Datum / Date01 - 04 Aug 2012 
Bildergalerie / Picturegalerie Wacken_2012 
Photos: Samira Alinto 

Wacken war… nun ja, Wacken eben: Jede Menge Spaß, schon Monate zuvor ausverkauft und Spiele zusammen mit der üblich positiven Atmosphäre. Seit es zum größten Metal-Festival in Europa mutiert ist, scheint es weniger und weniger Metal und mehr und mehr Kommerz zu werden. Die Liste der Bands dieses Jahres ist ein guter Startpunkt – es waren nicht viele große Namen und einige sehr fragwürdige dabei. Ein Festival, das so groß wie das Wacken ist, sollte in der Lage sein das deutsche Gegenstück zu Bon Jovi, die Scorpions, zu vergessen und sich auf die großen Namen wie AC/DC, Rammstein und Metallica zu konzentrieren, die in 23 Jahren Wacken Open Air noch nie aufgetreten sind. Sicher sind sie schweineteuer und schwer zu kriegen, aber wer in früheren Jahren Bands wie Slayer, Judas Priest, Ozzy Osbourne, Alice Cooper und so weiter bekommen hat…

Donnerstag – 02 August 2012

Skyline – Black Stage
Denn wie jedes Jahr eröffneten Skyline wieder das Festival und das garantiert gute Laune. Auch dieses Jahr hatte die Band um Veranstalter Thomas Jensen wieder ein ordentliches Cover-Best-of-Programm zusammengestellt (u.a. „Long live Rock `n Roll“ von Dio, „Doctor Doctor“ von UFO, „Warriors of the World“ von Manowar und „Engel“ von Rammstein). Natürlich durfte auch die deutsche Metal Queen nicht fehlen, die gemeinsam mit Skyline „We are the Metalheads“ intonierte, die Wacken Hymne. Wie immer ein gelungener Start ins Festival! (tp)

Jim Breuer – True Metal Stage

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Für einen Comedian war seine Musik gar nicht mal schlecht. Seine Songs “Heavy Metal Guy” und “It´s 3 AM and I´m all Banged Up” waren grob und simple aber erfüllten ihren Zweck. Das Lächeln im Gesicht, das sie auf die Gesichter im Publikum zaubern sollten, war da und es sollte ja auch nicht mit musikalischem Können beeindrucken. Was Jim Breuer´s Stand-Up-Comedian Können angeht, ist definitiv Platz für Verbesserungen. Auch wenn er nicht der Beste ist, war seine Lars-Ulrich-Imitation auf den Punkt getroffen. Ein Haufen halb betrunkener Metalheads, die selbst gern Witze machen, sollte kein so schweres Publikum sein. Jim Breuer gelang es aber nicht, seine Zuschauer aus der Reserve zu locken und herzlich zum Lachen zu bringen. Nichtsdestotrotz schien das Publikum den Auftritt zu mögen. (oa)

Sepultura – Black Stage

Nach ihrem Triumphzug im letzten Jahr durften Andreas Kisser, Paolo Xisto Pinto jr, Derrick Green und Eloy Casagrande auch dieses Jahr wieder an den Start. Um etwas Besonderes zu bieten, hatten sie aber dieses Mal tatkräftige Unterstützung mitgebracht: Mit Les Tambours du Bronx war eine Trommelgruppe mit am Start, die die tribal-lastigen Songs gut untermalten und den Sound insgesamt noch heavier machten. Songs wie „Refuse/Resist“, „Sepulnation“, „Territory“ und natürlich „Roots“ kamen mit einer brachialen Urgewalt aus den Boxen. So waren Sepultura schon ein frühes Highlight – es sollte sich herausstellen, dass ihnen nicht viele Bands das Wasser reichen können! Hut ab, vor diesem 2. Frühling! (tp)

Vier Ohren – zwei Meinungen:

Es gibt nur eine gewisse Anzahl an Möglichkeiten auszudrücken, wie brillant eine Show war, aber ich versuche es mal: Das Brasilianisch-Amerikanische Quartett wurde von dem französischen Percussions-Ensemble Les Tambours Du Bronx begleitet und diese Kombination passte perfekt zueinander. Der primitive Gröhlbeat von Sepultura wurde von den rauen Beats, die von einfachen Elementen wir dicken Sticks und leeren Öl-Fässern erzeugt wurden, blendend ergänzt. Eins der Highlights war ihr Cover von Prodigy´s “Firestarter”, welches – keine große Überraschung – hervorragend als Heavy-Format funktioniert. Der eigene Song der Pariser „Requiem“ war auch okay und es war superlustig deren Bandleader neben Derrick Green stehen zu sehen. Er wirkte neben der mächtigen Gestalt des Amerikaners wie ein Zwerg. Wie üblich, beschlossen sie ihr Set mit „Roots“ und dank der Anzahl von Drummern gab es eine Menge Drumsticks zum Fangen für das Publikum. Volle Punktzahl! (oa)

U.D.O.
Es ist unglaublich mittlerweile, dass Udo Dirkschneider tatsächlich schon 60 Jahre alt. In diesem Alter bereitet sich manch einer schon auf die Rente vor, nicht so aber „uns Udo“. Stattdessen gibt es eine zünftige (nachträglich) Geburtstagsparty, die leider etwas früh steigen muss und mit gerade mal 75 Minuten auch etwas kurz ausfällt. Egal, so werden wenigstens alle Filler aus dem Programm gestrichen und es gibt nur die Killer zu hören. Neben wenigen aktuellen Sachen („Rev Raptor“ und „Leatherhead“) sind dies vor allen Dingen die mittel alten und ganz alten Klassiker wie „Vendetta“, Princess of the Dawn“ und „Metal Heart“. Zudem hatte Udo Verstärkung von (schon wieder) Doro („Dancing with an Angel“) und Lordi („Break the Rules“). Einige Songs spielte Udo auch mit einer Backingband bestehen aus zahlreichen ehemaligen Musikern sowie seinem Sohn Sven am Schlagzeug. (tp)

Saxon – Black Stage
Wenn Saxon in den letzten Jahren auf dem WOA gespielt haben, dann haben sie in der Regel die Position eines Headliners bekleidet. Heute müssen sie jedoch Volbeat den Vortritt lassen und spielen deswegen schon am frühen Abend. Wie eigentlich bei jedem ihrer Auftritte in den letzten Jahren spielen sie auch dieses Mal eine Art Best of Programm mit einigen neueren Songs. Auch wenn Songs wie „Rock the Nation“, „Crusader“ oder „The Eagle has landed“ immer Spaß machen, scheinen sich doch mittlerweile große Teile des Publikums (mich eingeschlossen) an den Mannen um Biff Byford etwas satt gesehen zu haben. Vielleicht würde eine mehrjährige Pause auf dem WOA oder zumindest ein komplett umgestelltes Programm die Spannung wieder etwas mehr erhöhen. (tp)

MB Chthonic – W.E.T.-Stage

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Black Metal made in Taiwan? Ich muss gestehen, dass die pure Neugier mich in das W.E.T. Tent. Und wie überrascht ich war herauszufinden, dass Chthonic wirklich richtig gut sind in dem, was sie tun. Nach dem griechischen Gott Hades benannt und in Mandarin übersetzt, sindChthonic dafür bekannt politisch aktiv zu sein, und dies in ihre Texte zu integrieren. Diese handeln meist von der Geschichte und Kultur Taiwans sowie deren Legenden. Ich bin wirklich beschämt, dass diese Band unter meinem Radar geflogen ist, denn sie sind längst keine Unbekannten mehr. Sie spielten schon auf dem Ozzfest, Wacken 2007 und tourten als Vorband von Ensiferum durch Europa. Mit diesem Wissen finde ich es eigentlich etwas unfair den anderen Teilnehmern gegenüber, sie im Metal Battle antreten zu lassen – aber wie auch immer: ihre Show war klasse. Als Special Guest war der Violinist von Turisas mit auf der Bühne und spielte den Song “Takao” mit ihnen. Ihr Black Metal klingt schwer nach skandinavischem Einfluss dieses Genres, ist aber mit nationalen Folkloreelementen, in Form des Streichinstruments “Er-Hu” angereichert, welches am ehesten einer östlichen Violine entspricht. Alles in allem war die Show, dank der Bassistin Doris Yeh, etwas für Auge und Ihr. Was Chthonic´s Sänger Freddy Lim´s Stimme angeht, kann ich sagen, dass sie nicht halb so langweilig wie die von Grutle Kjellson (Enslaved) oder so nervig wie die von Dani Filth (Cradle of Filth) klingt. Ich kann nur empfehlen Euch diese Band bei der nächsten Gelegenheit selbst live anzusehen, wenn die Chance besteht. (sa)

Unearth & Circle II Circle – W.E.T. – Stage & Headbanger Stage
Nach Saxon zieht es mich ins Zelt. Dieses befindet sich in diesem Jahr nicht mehr auf dem eigentlichen Gelände, sondern wurde mit der Bullhead Stage zusammengelegt. Herausgekommen ist ein riesiges Zirkuszelt mit zwei benachbarten Bühnen (Headbanger Stage und WET Stage), von denen jedoch nur eine gleichzeitig bespielt wird. Auch einen Wrestling Ring hat man wieder im Zelt platziert. Die Idee des Konzepts ist die Entzerrung des Festivals, die bei den mittlerweile jährlich wiederkehrenden Menschenmassen auch bitter nötig war. Leider ist der Zugang, welcher über das Wackinger Gelände erfolgt, noch optimierbar. Wenn die Wackinger Stage bespielt wird, ist mehr als zeitraubend, sich den Weg vom Infield zum Bullhead Zelt zu bahnen.

Als ich endlich im Zelt angekommen bin spielen gerade Unearth. Der Sound ist unglaublich heavy und unglaublich laut, die Stimmung passender Weise super! Als Unearth ihren Set beenden wird es dann auch prompt deutlich leerer im Zelt. Schade eigentlich, denn nun kommen Circle II Circle. Leider scheint dies den wenigsten ein Begriff zu sein. Würde Frontman Zak Stevens mit seiner ehemaligen Band Savatage (R.I.P.) spielen, so wäre ihnen vermutlich ein (Co-)Headlinerslot sicher. So präsentieren Circle II Circle ihre Songs nur einer relativ kleinen Menge Leute. Wobei hier jedem der nicht geblieben ist was entgeht. Denn statt der üblichen CIIC Songs zu spielen, stehen heute ausschließlich alte Savatage Songs auf dem Programm. Schade, dass Zak und Co damit nicht auf die große Bühne durften… (tp)



Volbeat – True Metal Stage
Die dänischen Giganten waren definitive das Highlight des Festivals. Es gab überhaupt nichts auszusetzen, was die Setlist angeht. Alles von alt bis neu wurde gespielt und das Publikum liebte es. Es war nicht zu übersehen, dass die Musiker eine großartige Zeit hatten. Etwa in der Mitte des Sets kam dann auch die Auflösung, warum alle auf der Bühne aussahen, als hätten sie die Grinsekatze gefressen. Ihr aktuelles Album hatte gerade Platin in Deutschland bekommen. Das zusammen mit einer bei fast jedem Song mitgrölenden und mitsingenden Fangemeinde, kann gar nicht anders als auf und vor der Bühne pure Freude zu erzeugen. Mille Petrozza (Kreator) und Barney Greenway (Napalm Death) stießen dann noch separat in der letzten Hälfte der Show dazu. Es war sehr interessant einen wirklich talentierten Sänger wie Michael Poulsen mit Barney zusammen singen zu hören, dessen Gesang … nicht wirklich als Gesang bezeichnet werden kann. Nichtsdestotrotz ist jeder mit der Show mitgegangen und hatte eine richtig gute Zeit. Es muss noch gesagt werden, dass bei Volbeat vieles sehr ähnlich klingt und sie deshalb, aus meiner Sicht, nicht so gut auf dem Album rüberkommen, aber ihre Live-Qualitäten sind so energiegeladen, dass man sie einfach mögen muss. Außer man ist ein elender Emo, aber fuck Emos, Emos stinken. (oa)

Freitag – 03 August 2012
Was für ein stinkender Matsch. Okay, wir kennen das ja von anderen früheren Wacken Open Airs, aber diesmal blieb es matschig und wurde nur von Stunde zu Stunde schlimmer. Na dann, Frohes matschen!



Henry Rollins (Spoken Word) – Headbanger Stage
Nicht sehr viele Leute hatten eine Vorstellung davon, was man erwarten darf, wenn Mr. Rollins auf die Bühne kommt. Wird es eine Art Stand-Up, oder was unplugged? Die, die es besser wussten, klärten die anderen schnell auf. Es handele sich um einen rhetorischen Vortrag, der sich um Anekdoten und generelle Erlebnisse des Sir Rolling selbst dreht, die er in den Jahren des Tourens sammelte. Es war wirklich erstaunlich zu hören welch ergiebige Texte von einem amerikanischen Punk-Sänger kommen. Die Vielfalt seines Vokabulars und die Allegorien und Gleichnisse waren verblüffend. So malte er Bild für Bild in die Köpfe seiner Zuschauer. Am Ende gab es auch eine Moral zu der Geschichte: Wie er selbst sagte, war jede Begebenheit eine Lektion – vielleicht keine angenehme, aber der Punkt war, dass man davon lernt. Er verpackte das Ganze, indem er uns insofern vereinte, dass wie alle frei denkende Individuen seien, die sich nicht davor fürchten sollen, zu sagen, was sie denken. Deshalb sind wir alle im Fadenkreuz, denn es gibt viele Leute in Politik und Unternehmen, die nicht mögen was wir denken, sagen oder tun, egal wie berechtigt und richtig es ist. Es war ohne Frage, ein wirkliches Erlebnis. Je gehaltvoller seine Texte wurden, desto größer wurde die Anzahl von Nicht-englisch-Muttersprachlern, denen man ihr Unverständnis am Gesichtsausdruck ablesen konnte. Wie auch immer, sobald er endete, brauste ein Applaus auf. Am Ende hatte sich all die positive Energie, die er in das Publikum gepumpt hatte, in fette, strahlende Lächeln in den Gesichtern der Leute verwandelt. (oa)

Oomph! – Party Stage

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Wenn man sagen würde, dass Oomph! Pop machen, läge man richtige. Sie haben schon zuvor auf dem Wacken gespielt und jetzt übernehmen sie wieder den Party Stage. Ihr Publikum war recht zahlreich erschienen, aber in Sicht auf das diesjährige Line-Up verwundert es auch nicht wirklich, dass so viele Fans der Band da waren. Angezogen wie Matrosen und mit Sänger Dero Goi als Joker geschminkt bot die Band einen witzigen Anblick. Ihr Set bestand aus einem Potpourri aus Werken ihrer Karriere und beinhaltete ihre größten Hits wie „Augen auf!“ und das kontroverse Stück „Gott ist ein Popstar“. Sie boten eine gute Show mit einer Menge Interaktion und Animation mit dem Publikum, welches ausblendete, dass dort ein massives Soundbrett vom Black Stage rüber schwappte. Nicht schlecht. (sa)

Overkill – Black Stage

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Overkill stehen ebenso wie andere übliche Verdächtige mal wieder auf dem Wacken Programm. Bobby „Blitz“ Ellsworth und seine Mannen versorgen ihr Publikum mit gewohnter Show und viel offensichtlichen Spaß dabei. Auch wenn sich Blitz selbst über das Wetter aufregte und mit „Fuck this Scheißwetter“ allen Anwesenden aus der Seele sprach, machte Overkill das nervige Nass mit Klassikern wie „Hello From The Gutter“ und „Ironbound“ vergessen gemacht. Auch vom aktuellen Album The Electric Age wurden drei Songs zum Besten gegeben. Das obligatorische „Fuck You“ am Ende durfte natürlich ebenso wenig fehlen, wie die dementsprechende Gestik aus dem Publikum. Etwas Neues, etwas Altes und viel immer Bewährtes ließen keine Wünsche offen. Solide Show. (sa)

The Boss Hoss – True Metal Stage

Der Witz ist alt und verbraucht und nur die Leute mit einem schlechten Sinn für Humor lachen noch. Das Hauptproblem mit dieser Band ist, das es auf Humor basiert und wenn der Witz nicht weiterentwickelt wird, ist er irgendwann alt. Nichtsdestotrotz haben The Boss Hoss eine beachtliche Menge vor ihrer Bühne versammeln können, was nicht allzu schwer war, da die Leute bis zur Unterkante mit Bier und guter Stimmung gefüllt waren. Diejenigen, die die Band nicht kannten, gingen auch recht bald wieder, denn die Berliner Möchtegerncowboys legten mit ihren eigenen Songs los anstatt ihrer geliebten Cover-Songs. Um ehrlich zu sein, ihre eigenen Songs passen einfach nicht zum Wacken – es ist schließlich immer noch ein Metal Festival und kein Country-Treff. Einfach gesagt: Popsongs verarschen ist akzeptabel, Popsongs im Countryformat spielen nicht. (oa)

Opeth – Black Stage

Ich mag Opeth – das sei schon einmal vorausgeschickt. Dieses Mal, konnten Mikael Åkerfeldt und seine Mannen mich aber nicht wirklich in ihren Bann ziehen. Es mag zum Teil daran gelegen haben, dass pitschnass eine Untertreibung meines Zustands gewesen wäre, zum Teil an Mikael´s zu gewollt lustigen Ansagen und seiner viel zu routinierten Art, die langweilig wirkte. Ich kann nicht mal bestimmen, was mir den Auftritt am meisten vergrätzte. Ähnlich „aufregend“ war im Übrigen auch das Interview, welches ich mit Drummer Axelrot führte. Wer Interesse hat, kann gerne mal hier vorbeischauen und lesen, was er zu erzählen hatte. Musikalisch haben Opeth wieder bravouröse Arbeit abgeliefert, also muss ich objektiv sagen, dass der Auftritt - von den Ansagen abgesehen – alles hatte, was er sollte. Drei neue Songs und vier Klassiker unter denen besonders "Demon Of The Fall" und "Deliverance" Begeisterung auslösten. (sa)

Hammerfall – True Metal Stage
Ich traue mich am Freitag tatsächlich erst zu Hammerfall aufs Gelände. Der riesige Schlammsee schreckt mich doch etwas ab und anscheinend bin ich da nicht der einzige. Verglichen mit den letzten Jahren ist das Gelände relativ schwach bevölkert. Sie verpassen die meisten den Wandel von Hammerfall. Ritterrüstungen scheint man mittlerweile komplett eingemottet zu haben, ebenso wie Hämmer und Schwerter. Stattdessen warten die Schweden mit martialischen Lederklamotten, brachial lautem und dabei beschissenen Sound und vor allen Dingen neueren Songs auf. Die Alltime-Classics „Heading the Call“ und „Let the Hammer fall“ bilden hier die Ausnahme. Die Songauswahl finde ich zwar ganz gelungen (vor allen Dingen „Renegade“ und „Any means necessary“), aber irgendwie geht mir Joacim Cans hohe Stimme dann doch recht schnell auf die Nerven. Also nehme ich dies als Vorwand erstmal die Verkaufsstände etwas näher zu betrachten und Hammerfall nur noch aus der Entfernung zu genießen. (tp)

Dimmu Borgir & Orchestra – Black Stage

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Die fast schon legendären Norweger brachten ihren gewohnt bombastischen Sound mit Hilfe des tschechischen Nationalorchesters zu neuen Höhen. Diese seltsame Kombination wurde durch einige Orchestermitglieder noch verbessert, die sich selbst mit Corpse Paint verschönt hatten. Der wohl einzige Minuspunkt war die verdorbene Überraschung. Wenn sie das Orchester geheim gehalten hätten, wäre der dramatische Effekt doppelt so groß gewesen. Da das jedoch nicht der Fall war, waren die Erwartungen dementsprechend hoch angesiedelt und die Show konnte den viel zu hohen Erwartungen nicht vollends gerecht werden. Nichtsdestotrotz war die Show gut und Songs wie „Mourning Palace“ in dieser Version mit Orchester ein Erlebnis. Es war auch recht amüsant Shagrath bei den Bemühungen zu beobachten sein Mikrofon von dessen Hülle zu befreien, welches sehr dramatisch nach vorne abfiel als die Show losging. (oa)

In Flames – True Metal Stage

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Es gab Jahre, in denen haben In Flames alles weggeblasen, das WOA geradezu pulverisiert. Heute scheint es jedoch etwas anders zu werden. Das Gelände ist zwar gut gefüllt als die Schweden ihren Set mit „Cloud Connected“ und „Trigger“ beginnen, aber der Funke will noch nicht so richtig überspringen. Anders scheint vor der Show etwas tief ins Glas geschaut zu haben, denn er bewegt sich stellenweise etwas sonderbar und quasselt sinnloses Zeug dazu. Auch der Rest der Band wirkt etwas leidenschaftslos, eher routiniert. Die Setlist konzentriert sich auf die eher neueren Sachen (vom 98er Hammeralbum „„Clayman“„ wird nur „Only for the weak“ gespielt, noch älteres wird gar nicht gespielt), die meiner Meinung nach deutlich schwächer sind als alte Großtaten à la „Colony“ oder „Pinball Map“. Auch der Show Aspekt kommt heute etwas zu kurz, denn die aufgefahrene Pyrotechnik wird dem Namen der Band nicht gerecht. Alles in allem ist die heutige In Flames Show die langweiligste, die ich je gesehen habe und allenfalls als durchschnittlich zu bewerten. Und für Durchschnitt waren eigentlich andere Bands zuständig... (tp)

Athonite – Party Stage
Kollaborationen von Metal Bands mit Orchestern sind nichts Neues. Relativ selten ist aber der Ansatz von Athonite. Hier ist die Idee, klassische Kompositionen in ein ansprechendes Metalgewand zu packen. Auch wenn klassische Komponisten und ihre Werke ein weißer Flecken in meinem Wissensatlas sind, find eich die Idee trotzdem interessant genug, um mich nachts um 0:30 Uhr durch den ganzen Schlamm zur Party Stage zu wühlen. Hier stelle ich zunächst fest, dass es nur wenige mir gleich getan haben und insgesamt so wenig hier los ist, wie schon seit Jahren nicht mehr. Athonite, eine klassische Metal Band ohne Sänger, dafür verstärkt durch eine Streichersektion und einen Flügel, lassen sich davon aber nicht beirren und posen als würde das Gelände aus allen Nähten platzen. Dazu gibt es eine amtliche Licht- und Pyroshow. Die Anwesenden reagieren trotzdem recht reserviert und lassen das Treiben auf der Bühne einfach auf sich wirken. Interessant ist dieses Projekt allemal, aber mangels Party- und Mitsingfaktor wohl eher wenig für große Bühnen geeignet. Trotzdem ist es ein bunter Farbtupfen im diesjährigen Programm. (tp)

Samstag – 04 August 2012

Die Hoffnung, dass die Organisatoren mit ihrer Crew das Gelände weitestgehend über Nacht mit Stroh oder ähnlichen Hilfsmitteln wieder begehbar machen, blieb unerfüllt. Um weitere Erkundungstouren zum Wackinger Village, Trash of the Titans Field oder sonst wohin zu machen war es schlicht und einfach viel zu matschseeig und daher ist hier noch eine Aufnahme vom Vortag zu der ungewöhnlichen Installationsausstellung.


Gamma Ray – True Metal Stage
Gamma Ray sind eine Institution des deutschen Metals und eigentlich muss man über sie nicht mehr viele Worte verlieren. Sie müssen (wieder mal) sehr früh auf die Bretter, schaffen es aber, eine ordentliche Anzahl Headbanger in den Schlamm vor die True Metal Bühne zu locken. Ihr recht kurzer Set besteht – wie nicht anders zu erwarten – aus einigen neuen Songs („To the Metal“ und „Empathy“) und sonst vornehmlich älterem Material und Helloween Covern. Es wäre in Zukunft mal schön, ein ausgefallenes Set der Hanseaten zu hören. Dann auch am liebsten mit besserem Sound als heute… (tp)

Napalm Death – Black Stage

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Die Birminghamer Urgesteine und Grindcore-Pioniere Napalm Death zum Mittag, das hat was. Sänger Mark „Barney“ Greenway mit seiner schon krankhaft wirkenden Intensität und irren Gestik enttäuschte auch dieses Jahr keinen seiner Fans. Wer sich am Donnerstag die Volbeat-Show angesehen hatte, wusste bereits, dass er zwar nicht singen kann und es nie konnte, aber dafür mit Inbrunst und Leidenschaft einem den Boden unter den Füßen wegbrettert. Mit genialem Sound und einem gewohnt routiniert grimmigen Shane Embury an der Gitarre, fuhrwerkten sich Napalm Death durch ihr Set, welches mit Songs wie „Instinct of Survival“, „Deceiver“ und dem One-Liner „You Suffer“ jedem Fan genüge tat. (sa)

Paradise Lost – Party Stage
Die englischen Gothic Metal Urväter, Paradise Lost, sind bislang an mir vorbei gegangen. So nutze ich den Auftritt auf dem diesjährigen WOA um festzustellen, ob ich bislang was verpasst habe. Und, um es vorweg zu nehmen, habe ich nicht, zumindest nicht was die Live Auftritte anbelangt. Selten habe ich eine Band so unmotiviert aufspielen sehen. Logische Konsequenz: Auch im Publikum ist tote Hose. Zudem ist es mehr als ärgerlich, dass die ruhigen Passagen in den Songs durch Napalm Death, die zeitgleich auf der Black Metal Stage spielen, zugeshreddert werden. Auch die Ansage von Nick Holmes in Richtung Barney Greenway auf der Hauptbühne ändert nichts an diesem Umstand. Insgesamt ein Auftritt wie Flasche leer. (tp)



Axel Rudi Pell – True Metal Stage
Ähnlich wie Gamma Ray spielt Axel seit Jahren immer zur gleichen Zeit nachmittags. Auch dieses Jahr ist er wieder am späten Nachmittag dran. Der Platz vor der Bühne ist gut gefüllt als die Band um den Wattscheider mit „Ghost in the Black“ vom aktuellen Album in ihr Set einsteigt. Die Stimmung (und auch das Wetter) ist von Beginn an gut und steigt sogar noch bei den folgenden „Strong as a Rock“ und „Before I die“. Johnny Gioeli ist heute richtig gut bei Stimme (hat ihn eigentlich schon mal jemand an einem schlechten Tag gesehen?) und auch der Rest der Band ist gut aufgelegt. Dies zeigt sich aber leider auch in ausufernden Soloteilen, die angesichts der knapp bemessenen Spielzeit doch eher überflüssig sind. Trotzdem ein eindeutiger Lichtblick am heutigen Tage. (tp)

Six Feet Under – Black Stage

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Chris Barnes, Gitarrist Steve Swanson und ihre neuen Mitmusiker und Gebeinpoeten haben den frühen Samstagnachmittag, um dem Wacken einzuheizen. Mit „Hammer Smashed Face“ und dem Cover „Stripped, Raped and Strangled“, aus Barnes Zeit bei Cannibal Corpse, beweist die neu zusammengestellte Band, dass Sie nicht nur aufeinander eingespielt sind, sondern sogar besser klingen als Six Feet Under mit seiner Altbesetzung. Ohne Regen, in viel Matsch und mit guter Laune werden alle alten Hits und neuen Perlen frenetisch abgefeiert. Einen Minuspunkt, für den die Band allerdings nun wirklich nichts konnte, war das akustisch konkurrierende Konzert von Sick Of It All auf der Party Stage, das immer wieder störend rüber schwappte. Als Zugabe gab´s das AC/DC-Cover „T.N.T.“, nochmals in schönster Bock-Manier gemeckert, bildete den Abschluss. Hut ab! (sa)

Testament – True Metal Stage

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Die Bay Area Thrash-Dinosaurier Testament sind zurück und haben neben In Flames und Amon Amarth das beste Bühnenbild des diesjährigen Wackens. Die vier Songs vom neuen Album Dark Roots of Earth machen ein Drittel des Sets aus und wurden gut aufgenommen. Besonders der Opener ihrer Show, „Rise Up“, hat Potenzial zum Klassiker, wenn man nach der Stimmung im Publikum geht. Natürlich wurden die Hölle bei Krachern wie „The Preacher“, „Practice What You Preach“ und D.N.R. losgelassen. Dass Chuck Billy die Show von Anfang bis Ende genießt, sieht man ihm an und diese gute Laune überträgt sich spielend auf alle nassen, voll gematschten Fans, die auch eine Auszeit vom Regen genießen können. Eine rundum gelungene Show. (sa)

Dark Funeral – Party Stage

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Leid tat es mir dieses Jahr um die Düsterheimer von Dark Funeral. In der prallen Sonne auf dem Party Stage und gegen Cradle of Filth´s bombastischen Sound anzuspielen ist schon echt fies. Auch wenn die Pyros viel und heftig die Bühne in höllisches Licht tauchten, Outfits und Make-Up wie eine Eins saßen, machte der schöne Sonnenschein die Atmosphäre gleich wieder kaputt. Für diese Band hätte ich mir fast Regen gewünscht. Nichtsdestotrotz machte die Band optisch und mit ihrer Show viel her. Na ja, mit Ausnahme der quietschblauen kleinen Drums von Dominator, der etwas kindlich dahinter wirkte. Mit einer Soundwand von links vom Black Stage, viel es allerdings nicht nur mir schwer mich auf Dark Funeral zu konzentrieren. Nachtgarm, der seit 2011 Emperor Magus Caligula am Mirko ablöste, ist kaum noch wegzudenken und Das Set war gespickt mit, vom Publikum gefeierten Songs, wie „The Secrets Of The Black Arts“, „An Apprentice Of Satan“ und „Open The Gates“. Das obligatorische Ende mit „My Funeral“ wurde leider fast gänzlich von Cradle´s Schlusshymne „From the Cradle to Enslave“ getötet. Mann war Cradle laut! Die Black Stage und zu dunklerer Stunde wäre für Dark Funeral der passende Rahmen gewesen. (sa)

The Scorpions – True Metal Stage
Es soll die letzte Open Air Show der Scorpions ever werden. Was von derartigen Ankündigungen zu halten ist... na ja, wir werden es sehen. Zur Feier des Tages lassen die Scorpions die ungehaltene Menge dann auch ohne erkennbaren Grund fast 20 Minuten länger als vorgesehen warten. So als wäre dies normal starten sie dann doch unbeeindruckt mit „Sting in the Tail“ in ihr Set. Der Sound ist von Beginn gut und bei der unbändigen Spielfreude fällt es leicht den Hannoveranern diese Verzögerung nachzusehen. Was folgt ist logischerweise eine Reise durch die History der Band: „Make it Real“, „The Zoo“ und „Lovin you Sunday Morning“ - alles keine Überraschungen, aber trotzdem schön zuhören. Etwas überraschender sind da schon eher „Speedies Coming“ (uralt) oder das geniale „Raised on Rock“ (neu). So weit ist also alles im grünem Bereich. Etwas albern finde ich jedoch das Verhalten von Klaus Meine, der in längeren Instrumentalpassagen immer an Schellenkranz und Kuhglocke wechselt, diese mit einer ganzen handvoll Drumsticks gleichzeitig bearbeitet, nur um kurz darauf die Sticks -einen nach dem anderen- in die Menge zu werfen. Zu „Tease me Please me“ gab es dann einen richtigen Wolkenbruch und große Teile des Publikums - mich eingeschlossen - versuchen sich ins Trockene zu retten. Respekt wer bei diesem Wetter noch vor der Bühne ausharrt! Die finalen „Blackout“ und „Big City Nights“ erlebe ich nur noch aus der Entfernung, ebenso wie die Zugaben „Coming Home“ und „Still loving you“. Zum finalen „Rock you like a Hurricane“ traue ich mich dann wieder hervor und werde Zeuge, wie die Scorpions alles verfeuern was In Flames am gestrigen Tage vergessen habe. Fontänen, Explosionen und Raketen: es wird noch mal so richtig geklotzt statt gekleckert bevor der finale Vorhang fällt. Ganz langsam beschleicht mich die Befürchtung, dass die Band tatsächlich an ihrem Plan festhalten wird und zum letzten auf einem Open Air aufgetreten ist. (tp)

Amon Amarth – Black Stage

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Die Viking Metaller (den Titel hassen sie) lieferten ihre übliche Show mit Unmengen an Pyro und Party. Im Prinzip kann man sie mit Iron Maiden vergleichen: eine tolle Live-Band, aber zu repetitive. Sie sind in dieser Hinsicht nicht so schlimm wie die Briten, da sie tatsächlich ab und an ihre Setlist ändern, aber trotzdem, wenn man sie öfter gesehen hat und kein wirklicher Die-Hard-Fan ist, wird es etwas langweilig. Die Fans hat es allerdings nicht gestört, denn die feierten Hits wie “The Fate of Norns”, “Twilight of the Thunder God” und “Guardians of Asgaard”. Abgesehen von dem schön erwähnten Wiederholungsfaktor gab es nichts zu meckern. (oa)

Vier Ohren – zwei Meinungen:
Die Ankündigung von Amon Amarth für das diesjährige WOA hat 2011 wahre Begeisterungsstürme hervorgerufen. Trotzdem müssen die Schweden aufgrund einer spontanen Rochade mit den Scorpions schon im Tageslicht antreten. Bei beste, Sommerwetter ist der Platz vor der Bühne heute zum ersten Mal richtig proppevoll. Begleitet von massiven Pyros steigen Amon Amarth mit „War of the Gods“ in ihren gut 75 Minuten langen Set ein. Was folgt ist ein wahrer Triumphzug. Egal ob „Runes to my Memory“, „Cry of the Black Bird“ oder „Fate of Norns“, jeder Song wird vom Publikum abgefeiert und die ersten Crowdsurfer des Tages segeln über die Köpfe. Da stört auch der anfangs sehr bescheidene Drumsound nicht. Bei „Pursuit of the Vikings“ verwandelt sich das ganze Gelände in ein einziges Händemeer. sehr beeindruckend! Zu den finalen „Twilight of the Thundergod“ und „Guardians of Asgard“ feiern Johann Hegg und seinen Mannen noch mal alles raus und stellen damit sogar In Flames in den Schatten. Für mich gehören Amon Amarth zumindest in die Top 3 der diesjährigen Konzerte. (tp)

Machine Head – True Metal Stage
Nach einem schleppenden Intro starten Machine Head mit Blastspeed in ihren Set („I am Hell“). Dabei entfesselt Drummer Dave McClain ein Drumgewitter wie es dieses Wacken noch nicht erlebt hat! Weiter geht es mit „Old“ und „Imperium“ etwas old schooliger, aber nicht minder heavy. Es scheint fast so, als wollten Machine Head einen neuen Härterekord auf dem WOA aufstellen. Der Menge gefällt es und bangt, pogt und moshed willig mit. Hinter mir steht ein mobiler Kippenverkäufer, der, wenn er gerade mal keine Packung verkaufen muss, ebenfalls seine Rübe schüttelt und das Teufelszeichen in den Himmel reckt. Anders aber anscheinend in der ersten Reihe. Hier steht anscheinend ein junger Mann, der Rob Flynn anscheinend nur mit offenem Mund staunend zusehen kann. Mr. Flynn gefällt dies gar nicht und fordert ihn schließlich nach dem „A Thousand Lies“ auf, endlich seinen "god damn head" zu schütteln, sonst würde er durch die neben ihm stehenden Damen durch einen Griff in die Weichteile bestraft. „Locust“ und „Aesthetics of Hate“ sind weitere Nackenbrecher, bevor die Show erwartungsgemäß mit „Halo“ und „Davidian“ endet! Hammerharter Auftritt! (tp)



Ministry – Black Stage
Die Menge scheint nach der rasanten Machine Head Show größtenteils platt zu sein. Außer den schon gespielten Shows kostete vor allen Dingen das ständige gestapfe durch den Matsch enorm viel Kraft. Dementsprechend herrscht vor Ministry fast gähnende leere vor der Hauptbühne. Ohne große Anstrengungen zu unternehmen marschiere ich einfach bis in 3. Reihe vor. Ministry haben zu ihrem Auftritt dann eine coole, teilweise auch sehr krasse Videoshow mitgebracht, verzichten dafür aber auf eine Übertragung auf den Leinwänden. Angesichts des geringen Zuschauerzuspruchs ist dies aber nicht wirklich von Nachteil. Al Jourgensen, der mittlerweile echt fertig aussieht, lässt sich aber nicht aus dem Konzept bringen und fackelt ein Feuerwerk aus einigen alten („NWO“ und „Thieves“) und vorwiegend neueren Tracks (u.a. „No W“, „99 Percenter“ und „Relapse“) ab. Im Verlaufe des Sets füllt sich das Gelände dann auch wieder leicht. Auch wenn es unterm Strich nicht perfekt ist, war es doch zumindest schön diese Band noch mal in Deutschland zu sehen. Wer weiß wie oft es diese Gelegenheit noch geben wird. (tp)

Fazit: Das fetteste Minus in der Bewertung ist etwas, für das die Organisatoren nun wirklich nichts konnten – das Wetter. Es regnete so ziemlich jeden Tag und man konnte sich entscheiden darüber zu meckern, oder es einfach zu ertragen. Es gab dann noch die Möglichkeit eines Schlammbads oder einer Schlammballschlacht. Es war nicht das erste Mal, dass Wacken Land unter war, aber es war das erste Mal, wo fast nutzlose Aktionen dagegen gestartet wurden. Die Holzschnitzel saugten das Nass nicht auf, wie sie sollten und trieben auf den Pfützen, was den Eindruck erweckte, dass es begehbar ist – was aber nicht der Fall war. Der Beweis, in Form von verlassenen, im Matsch steckenden Schuhen und Sohlen war schon ein ungewöhnlicher Anblick. Stroh hätte wahrscheinlich dem Zweck viel besser gedient, wie es das schon in all den Vorjahren tat. Vielleicht hatten die Organisatoren Angst davor, dass es trocknen würde und wie in 2007 ein Feuer ausbricht. Nun, die Matschseen hielten uns nach dem zweiten Tag davon ab das W.E.T. Tent/ den Headbanger Stage zu erreichen und Bands wie die Leningrad Cowboys und Moonspell zu rezensieren.



Dieses Jahr haben die Organisatoren das W.E.T. Tent weiter weg von den Hauptbühnen und außerhalb des eigentlichen Geländes platziert, was die Navigation zwischen den Bühnen erheblich erschwerte. Wie schon erwähnt war es unmöglich für nicht Gummi-Schuh-Träger nach Freitag zum W.E.T. Tent zu gelangen. Auch der Party Stage schien etwas dichter als sonst zu den Hauptbühnen zu stehen, was den unglücklichen Bands, die das Pech hatten, auf der Party Stage zu spielen eine Soundwand von der Band, die gleichzeitig auf der Black Stage spielte. Davon abgesehen haben sie die unnötigen und albernen Oil Catching Girls und Wet-T-Shirt Wettbewerbe abgeschafft: Daumen hoch dafür! Hinzu kam viel mehr visuelle Kunst in Form von Statuen und Installationen auf dem Trash of the Titans Feld.

Es tut uns sehr leid, dass wir dieses Mal nicht zu all unseren Reviews Fotos haben und einige der Fotos nicht die gewohnte Qualität aufweisen, die Ihr von unseren Festival-Reportagen gewohnt seid. Wie schon im Vorjahr hatten wir einige Schwierigkeiten einen Foto-Pit-Pass zu bekommen und konnten nicht so arbeiten wie gewohnt. Wir hoffen, dass wir dieses Problem nächstes Jahr lösen können.

Die generelle Problematik mit Wacken ist der Kult-Status, der sich über die Jahre entwickelte. Dieser bringt nämlich Leute mit sich, die nur zum Festival kommen, um sagen zu können, dass sie da waren und plötzlich auch schon seit Ewigkeiten hingehen. Das Traurige daran ist, dass die Wacken-Booker weiterhin solche Bands buchen könnten und die Leute trotzdem hingehen würden.

Ozzy Aikas (oa), Samira Alinto (sa), Timo Pässler (tp)


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6.5/10



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