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Rock Hard Festival 2014

2014-07-09
Stadt / City Gelsenkirchen 
Land / Country GER 
Web www.rockhard.de/festival
 
Veranstaltungsort:
Location
 
Datum / Date06. - 08.06.2014 
Bildergalerie / Picturegalerie RH14 
Photos: Björn Schmiterlöw 

Freitag

Ich glaub im nächsten Jahr, sofern ich Gelegenheit dazu habe, werde ich mich bereits Donnerstags auf den Weg ins Amphitheater nach Gelsenkirchen machen. Trotz vermeintlich rechtzeitigen Aufbruchs komme ich, aufgehalten durch mehrere Staus und den nervtötenden Ruhrpottfeierabendverkehr, erst viel später als geplant aufs Gelände des RHF und bekomme so grade noch die letzten drei Stücke der Apokalyptischen Reiter mit. Nocturnal und Midnight verpasse ich leider zur Gänze. Verdammt!

Triptykon sollte jedoch ein mehr als würdiger Headliner für den relativ hart gestalteten Freitag sein. Das Intro "Crucifixus" leitet "Black Snow" vom aktuellen Album ein. Erwartungsgemäß passiert bei dieser schwerfälligen, sperrigen Art Metal erstmal nicht allzuviel vor der Bühne. Erst bei Titel Nr. 3, dem allseits wohl bestens bekannten "Circle of the Tyrants", regt sich hier mal etwas mehr Leben im Publikum als einige vereinzelte Fäuste gen Himmel, könnte am deutlich höheren Bekanntheitsgrad des Titels liegen. Jedenfalls kommen der Security hier auch vereinzelt ein paar Crowdsurfer entgegen. Hiernach lässt sich Tom G. Warrior es sich nicht nehmen, das Publikum zu begrüssen und versieht den Triptykon Auftritt mit einer Widmung - allerdings nicht dem, wie einige aus dem Publikum skandieren, kurz zuvor verstorbenen Künstler H.R. Giger, sondern dem kurz zuvor ausgestiegenen Chefredakteur Götz Kühnemund. Sowas nennt man Chuzpe! Mit "Tree of Suffocating Souls" folgt ein weiterer pechschwarzer Brocken vom Melana Chasmata Album und mit "Abyss within my Soul" ein Titel vom 2010er Album Epaistera Daimones. Mit unsterblichen schwarzmetallischen Großtaten "Visions of Mortality", "The Usurper" und dem abschließenden Hellhammer Vorschlaghammer "Messiah" geht der erste Festivaltag auch schon zu Ende. Naja, gut - er wird ins Partyzelt verlagert.

Samstag

Bei brütender Mittagshitze können die, ähhm Schweden sind das - glaub ich, Dead Lord als quasi Thin Lizzy Tribute mit eigenen Titeln bereits so einiges an Publikum vor der Bühne versammeln. Kein Wunder auch - die sind einfach gut, machen dem Original alle Ehre und zeigen den Herrschaften mit Titeln wie "Hank", "No Prayers can help you" und "Onkalo" dass auch anno 2014 noch Musik fabrizieren kann, die ohne weiteres auf jedem "Chinatown" oder "Johnny the Fox" einen wertigen Platz hätte.


Screamer, ebenfalls aus Schweden haben, oder hatten, das Problem, dass ihnen nur wenige Monate vor der Festivalsaison der Sänger weggelaufen ist. Nun ja, der Ersatzmann schlägt sich einigermassen passabel, die Stimme wackelt hin und wieder, aber die Instrumentalsektion macht das durchaus wieder wett. Ordentlicher Heavy Metal mit starker NWOBHM Kante, kann man nix falsch mit machen.


Die Icelandic Heathen Bastards Sólstafir werden bereits heiß erwartet. Heiß vielleicht deswegen, weil man sich evtl. etwas nordmännische Abkühlung erhofft. Nunja in musikalischer Hinsicht erstmal. Irgendwas scheint mit den Verstärkern nicht zu stimmen und Sólstafir fangen mit einer kleinen Verzögerung an, dafür gibt´s dann allerfeinsten Post Metal auf die Ohren. Vor allem Fjara wird entsprechend abgefeiert. Allerdings hätte ich doch etwas mehr Leute bei Sólstafir erwartet. Wenn ich da an das brechend volle Party Bühnen Zelt letztes Jahr auf dem Summer Breeze denke. Danach gibt´s von den Pretty Maids wesentlich traditionellere Kost.


Obituary legen hier auf dem RHF einen wahnsinnstighten Auftritt mit einer Setlist, die kaum einen Wunsch offen lässt, hin. Auch sieht man erstmals die Haare so richtig in Massen fliegen. Sänger John Tardy bewegt sich wie ein wütender eingesperrter Löwe über die Bühne, ständig von einem Ende zum anderen, und lässt dabei seine nicht mehr ganz so langen Haare bei jeder sich bietenden Gelegenheit wie ein Besessener durch die Gegend wirbeln, und Trevor Peres kann immer noch dermaßen böse durch seine Haare gucken, dass man meint, tot umfallen zu müssen, sollte er einen direkt anschauen. Die Setlist beschränkt sich hierbei, wie auch schon vorher angekündigt, weitgehend auf die ersten vier Alben, Titel braucht man hier wohl kaum zu nennen - die üblichen Verdächtigen sind bekannt.


Sacred Reich ist halt einfach eine Bank, denen es ohne Weiteres gelingt, das Stimmungsbarometer auf der vorgelegten Höhe zu halten, was unter anderem auch an der regen Interaktion eines bestens aufgelegten Phil Rind mit dem Publikum liegt. So lobt er gleich nach den ersten beiden Titeln "Independent" und "One Nation" die Auftritte von Obituary und Solstafir, bevor es mit "Love....Hate" vom American Way Album weitergeht. Dafür gibts ordentlich Applaus - zu Recht! Beim folgenden "Ignorance" wird die Crowdsurferdichte dann relativ hoch und Phil lässt sich zu einem kleinen Singspielchen hinreissen, bei dessen Ende er gerne Titten gesehen hätte. Hat er? Ich hab leider keine gesehn, aber der Phil hatte ja auch die bessere Position, um welche zu entdecken. Es folgen noch die üblichen Klasse Kracher "State of Emergency", Death Squad", das Highlight "Who´s to blame", dessen Text selbstversändlich von annähernd jedem anwesenden Metaller mitgesungen wird. Phil Rind ist offenbar ernsthaft ergriffen von soviel Enthusiasmus. Mit einem angespielten "Ain´t talkin bout Love" das in ein "Paranoid" überleitet, ist der Auftritt auch schon wieder etwas zu früh zu Ende. Für mich der Gewinner des Tages!


Dass sich Carcass dazu entschieden haben, nach ein paar Wir-versuchen-das-mal-und-schauen-was-draus-wird Auftritten in 2008 wieder voll einzusteigen, war wohl eine besten Entscheidungen, die je im Death Metal Kosmos getroffen wurden. Der Auftritt der englischen Grind/Death Institution macht den Samstag erst zu richtig runden Sache. Diese Virtouosität, gepaart mit maximaler Aggression und intelligenten Texten, findet man in dieser Form heutzutage im Metal leider nicht mehr sehr oft. Der Carcass Auftritt gleicht einem Verwirrspiel aus angespielten Titeln, ungewohnten Titelverbindungen und Jeff Walkers ureigenen sehr britischen Humor. Der Schwerpunkt liegt erwartungsgemäß auf dem aktuellen "Surgical Steel" Album. Doch die Klassiker wie "Buried Dreams", "No Love Lost" und "Heartwork" vom gleichnamigen Album und "Incarnated Solvent Abuse" und "Coropral Jigsore Quandry" vom Necrotism Überwerk sollten dem Publikum an diesem ohnehin schon heißen Tag noch viel mehr einheizen.

Sonntag

Am geheiligten Sonntag die Messe verpasst, dafür Orphaned Land gesehn. Naja die letzten drei Stück davon. Reisst mich jetzt nicht grade vom Hocker, aber viele schauen sich die Band aus dem heiligen Land, in dem zum Zeitpunkt des Schreibens mal wieder ein so gar nicht heiliger Krieg tobt, allein schon wegen deren Exotenstatus an.


Insomnium aus Finnland sind eine Band, die gar nicht mal so neu sind, aber in den letzten Jahren immer komplett an mir vorbeiliefen. Jedenfalls habe ich mir erst ein oder zwei Wochen vor dem RHF erstmalig etwas von denen angehört. Auf dem RHF funktioniert der Melodic Death Metal jedenfalls prächtig und Insomnium haben ja auch mit ihrem neuen Album "Shadows of the Dying Sun" die deutschen Charts im vordersten Fünftel knacken können. Die melancholischen Titel, in erster Linie natürlich vom aktuellen Album, gefallen jedenfalls, so mancher Headbanger lässt in der Nachmittagshitze die Haare fliegen, in den meisten Fällen ist aber wohlwollendes Kopfnicken angesagt. Man will sich ja nicht überanstrengen. Nur das etwas überambitionierte Posing hat irgendwie nicht so recht dazu gepasst.


Danach gehts mit Schweinespaceerock der Marke Monster Magnet in die Vollen. Ein prächtig aufgelegter Dave Wyndorf zelebiert einen schweißtreibenden Auftritt unter einer gnadenlos sengenden Sonne, und dabei sollte er sich mit seiner schweren, schwarzen Lederjacke vorsehen, dass er nicht aus den Latschen kippt, denn als er die Sonnenbrille abzieht, sieht man ihm seinen jahrelangen Rock´n Roll Lifestyle schon ziemlich an. Anyway - den Titel als die coolste Sau des Tages gebührt ihm jedenfalls, schon alleine, weil er dem Publikum solche Groover wie "Superjudge", "Dopes to Infinity", "Powertrip" und natürlich den unsterblichen "Spacelord" um die Ohren haut.


Annihilator sind mir persönlich am meisten in Erinnerung geblieben, dabei kenne ich mich mit den Veröffentlichungen von Jeff Waters gar nicht mal so gut aus. Es lag hier ganz eindeutig an der Spielfreude und der Agilität des Kanadiers, der den kompletten Auftritt grinsend und Gitarre schrubbend oder Soli spielend über die Bühne rannte, und das alles mit einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Die Songauswahl setzt sich klarerweise aus einem Best of zusammen, wobei auch Titel von nicht so wirklich zu Berümtheit gelangenen Alben zum Zug kommen, was ja auch schon wieder sehr sympathisch ist. Ohnehin ist der Unterschied Annihilator auf Konserve oder live zu hören wesentlich größer als bei anderen Bands. So einige Alben von Annihilator haben mich in der Vergangenheit recht kalt gelassen, live machen die aber richtig Spass, was man an der Crowdsurferdichte recht gut ablesen kann.

Tesla lassen mich heute wie damals immer noch kalt.


Da Megadeth ja recht kurz vor dem Festival wegen eines Todesfalls in der Familie von Basser Dave Ellefson abgesagt hatten, gab es natürlich erstmal ein Riesenproblem, einen gleichwertigen Ersatz in so kurzer Zeit zu finden. Diesen fand man aber recht schnell mit Testament. Für den Zeitdruck, unter dem man stand, mag das ja angehen, aber als „gleichwertigen Ersatz“ würde ich Testament nicht unbedingt bezeichenen, und das sollte sich auch leider nach diesem Auftritt bestätigen. Es lag mitnichten an der Setlist, die war mit alten wie neuen Krachern wie "Rise up", "Native Blood", "Into the Pit", "Practice what you preach", "Over the Wall" und "Disciples of the Watch“, um nur einige zu nennen, eigentlich völlig bon. Aber bei diesem Auftritt hat bei aller gegebenen Mühe irgendwie nichts so richtig hingehauen. Der Sound war dabei noch das größte Ärgernis - und das bei einer Band mit solchen Musikern! Ein Steve DiGiorgio, ein Alex Skolnick, meine Fresse! Ein Gene Hoglan! Da kann man doch eigentlich ein hochvirtuoses Thrashbrett erwarten. Aber das was hier abgeliefert wurde verdient weder den Namen Testament, noch den Titel Headliner. Viel zu laute, getriggerte Drums (Gene Hoglan, getriggerte Drums??), praktisch kein Bass, zwei Gitarren auf der Bühne, von denen aber nur eine einigermassen präsent ist, und zu laut abgemischter Gesang vom Häuptling, der dazu noch diverse Einsätze verhaut. Gut - man hat nicht viel Zeit zum Proben gehabt, aber hey - Testament gibt´s jetzt schon wie lange? Also das war nix!

Ansonsten gilt mal wieder, astreines Festival! Ich hatte zwar Freitags noch einen recht angespannten Eindruck von Crew und Rock Hard Indianern, was ich damit begründet habe, dass nicht allzu lange vor dem RHF einige langjährige Redakteure inklusive Chefredakteur das Rock Hard verlassen haben, oder mussten - da wurde natürlich viel spekuliert. Davon war aber berits am Samstag nichts mehr zu spüren und wahrscheinlich hab ich mir das ohnehin nur eingebildet. Es war mir mal wieder ein Fest.


Björn Schmiterlöw


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8/10



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