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Myötätuulirock 2006

2006-07-26
Stadt / City Vantaa 
Land / Country Finland  
Web www.mtr.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
Hakunila Sport Park 
Datum / Date17 - 18 June 2006  
Bildergalerie / Picturegalerie Myötätuulirock_2006 
Photos: Julia Sheremet´yeva 

MTR ist ein verhältnismäßig kleines Event, wenn man bedenkt, dass es so nahe der Hauptstadt stattfindet. Auch wenn es sich „günstiger-Wind-Rockfestival“ nennt, brannte diesmal beide Tage die Sonne runter. Das Programm läuft locker ab, vor Beginn jedes Gigs gibt es einen Publikumswettbewerb mit tollen Preisen, wie etwa Backstagepässe. Weil das berühmtere und größere Festival Provissirock am selben Wochenende den Grossteil der Fans aus Helsinki anzog, war das MTR nicht so überlaufen. Nichtsdestotrotz erregte es auch Aufmerksamkeit im Ausland, da auch viele Touristen hochqualitativen finnischen Metal in Vantaa genossen. Am Areal des örtlichen Sportplatzes gab es zwei große Bars, eine VIP Zone, einige Merchandise-Stände und sogar einen kleinen Kinderspielplatz (!!! bei einem Metalfestival!!!). Und natürlich kein finnisches Sommerevent ohne bunte Heißluftballons, die den Himmel verzierten.


Tag 1 (17. Juni 2006):

Altaria

Der Festivaleinstieg war etwas enttäuschend, denn diese Band klingt auf CD kompakter als live, ausgenommen vielleicht der Track „Unchained“ gegen Schluss, als der Act etwas aufgewärmt war. Altaria spielt typischen Power Metal von ziemlich durchschnittlicher Qualität und wenig Live-Enthusiasmus. Vielleicht ein guter Support-Act, aber ihrer Performance fehlt es noch an Drive und dem gewissen Etwas, das gute Metaller draufhaben sollten.

Viikate

Die beliebten finnischen Vintage-Style Rocker wurden von ihrem Publikum begeistert empfangen, aber gingen es überraschenderweise eher langsam und gemütlich an, um später etwas an Tempo zuzulegen. Ihr nettes „Kuolleen Miehen Kupletti“ war der Höhepunkt ihrer Show, haargenau zu ihrem traditionellen Stil passend. Alles in allem jedoch keine Band, die Stimmung bei einem Rockfestival macht, zu ruhig, statisch und monoton.

Charon

Eine weitere Band, die bei fast jedem Festival heuer vertreten ist (was auch die gleichbleibenden Bühnenklamotten erklärt), und wahrscheinlich deswegen wirken die Jungs gelassen und lassen sich Zeit und Raum für Spontaneität und Improvisationen. Diesmal überraschten eine wesentlich härtere Version von „Little Angel“ und eine atemberaubend schönes Gothic-Ode „Four Seasons Rush“, effektvoll garniert mit Nebelschwaden, die von der Bühne ins Publikum waberten. Lauri mit seinem Back-Growls klang selbstbewusster, und hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so. Live geben Charon immer alles, aber an diesem Abend war es besonders elektrisierend, als der zierliche Gitarrist Pasi loslegte, als gäbe es kein morgen! JP´s Mikrofon allerdings hielt diese geballte Energie nicht aus und gab am Anfang des letzten Songs auf, aber das konnte diese tolle Show nicht mindern: der Sänger sprang einfach in die vorderen Reihen und sang mit Publikumsverstärkung!

Tarot

Die Großväter des finnischen Heavy Metal regieren noch heute, ebenso wie früher. Dieses Jahr feierten die Brüder Hietala & Co ihr 20-Jahr-Jubiläum mit einem Major-Release und einer ausgedehnten Tour durch Finnland. Die Reaktionen des Publikums während des gesamten Sets waren einmalig, aber Höhepunkte blieben „Wings Of Darkness“ und „I Rule“, kraftvoll gesungen von einem ständig Witze reißenden Marco. Beim dritten Song kam auch Keyboarder Janne Tolsa plötzlich zum Singen nach vorne, also war nicht nur die Atmosphäre innerhalb der Band, sondern auch jene zu ihrem Langzeit-Publikum nach wie vor warm und freundlich.

Amorphis

Das unmenschliche Gröhlen von Fronter Tomi schockt! Erstaunlich, welche „animalischen“ Töne eine menschliche Stimme zustandebringt, dabei aber so charismatisch und hypnotisierend wirkt. Die Stärke der Band kann man vielleicht mit den Markenzeichen von KORN vergleichen; ungewöhnlich gestyltes Mikrofon und lange Dreadlocks sorgen bei beiden Bans für sofortigen Wiedererkennungswert. Die Stimmung auf und vor der Bühne entzündete sich ab dem ersten Ton – und hielt an bis zum letzten. Es gefällt sowohl dem Auge als auch dem Ohr, echte Profis auf der Bühne zu sehen, die live stets hohe musikalische Qualität liefern. Mindestens zwei Drittel der Reihen zuckten völlig aus, ebenso Fronter Tomi, der dieser fantastischen Band zweifellos neues Leben eingehaucht hat.

Stratovarius

Für die Metaller im Publikum war dies zweifellos der Headliner des Events. Gleich mit dem Opener „Hunting High and Low“, dessen Text auch der weniger eingefleischte Fan (gibt es die in Finnland?) sofort mitsingen kann, erzeugte mindestens soviel Ekstase wie sonst die Zugabe einer Band. Mit einer einzigen Handbewegung brachte Sänger Timo Kotipelto das gesamte Festivalpublikum zum Toben! Alle Favoriten, von „Forever“, „Kiss of Judas“ bis zur berührenden Ballade „The Land Of Ice And Snows“ waren Bestandteil einer großartigen aber, wie es schien, viel zu kurzen Show. Timo Tolkki, wieder genesen, bot seinen Fans eine tolle und ehrliche Performance. Der aktuellste Neuzugang in den Reihen der Power Metal-Virtuosen, der Bassist Lauri Porra, gab ebenfalls alles, was er hatte, und der knapp einstündige Gig wirkte wie ein Augenzwinkern. Gleich mit den ersten Riffs erkannten die Fans den unsterblichen, klassischen Stratovarius-Abschluss-Song „Black Diamond“ – schade, dass dies heuer der einzige Sommer-Gig der Band war, und das bei so einem kleinen Festival.

The 69 Eyes

Für jene, die hochwertige Musik mögen, war das Festival zu diesem Zeitpunkt bereits gelaufen, für jene, die wegen purer Unterhaltung hier waren, ging der Spaß am Samstagabend mit The 69 Eyes erst richtig los. Die Band hat sich nicht nur ihren Geschmack hinsichtlich Outfit versauen lassen (all diese zusätzlichen und unnötigen Accessoires und absurd unpassende Haarschnitte), sondern haben auch völlig die Orientierung verloren, welcher Musikszene sie eigentlich angehören. Jyrki69 brüllte „Lost Boys-motherfuckers!“, improvisierte Growls und versuchte sich an einem bizarren afrikanischen Tanz, wirkte dabei aber nur lächerlich und gar nicht rockig, egal wie sehr sich der Sänger abmühte. Die Musiker in ihren Röntgen-Skelett-Outfits, in etwa so wie die Misfits (was das Erscheinungsbild betrifft), waren nur Überbleibsel einer einst tollen düsteren Gothic-Band. Ihre älteren Hits „The Chair“ und „Gothic Girl“ wurden schneller (angeblich heavier?...) gespielt und anders gesungen, ein Verrat am Original. Die Eyes versuchten krampfhaft jünger und cooler zu klingen und auszusehen, und auch amerikanischer, was traurig mitanzusehen war – die Finnen als eine Karikatur ihrer selbst, Rockstar-Poser ohne Individualität, nichts als billige Mainstream-Songs: „Gothic für die Massen“ kann prinzipiell schon nicht wirklich gut sein.


Tag 2 (18. Juni 2006)

Heiß-heiß-heiß, und das bezieht sich nicht nur auf die schnuckeligen Boybands an diesem Tag, sondern auch auf die gnadenlose finnische Mitsommersonne. Überall kippten Mädchen um, aber das hauptsächlich wegen des Wetters... Dass einige der jungen Bandmitglieder frei im Gelände rumliefen, brachte auch einiges Chaos in die Menge, auch während andere Bands auf der Bühne spielten. Wenn du Rockmusik allgemein nicht so bierernst nehmen und einfach genießen kannst, war es ein guter Tag, ansonsten gingen dir einige Künstler und ihre Anhängerschar manchmal eher auf die Nerven.

End Of You
Einer der neuesten finnischen Newcomer in der düsteren Szene, und ein höchst vielversprechender; zumindest live klingen sie frisch und ausreichend ernsthaft, besonders im Vergleich zu anderen Künstlern an diesem Tag. Es war allerdings schwierig, ihren „maschinengesteuerten melancholischen Rock“ entsprechend zu genießen, da die Sonne unbarmherzig auf die Schwarzgekleideten niederbrannte. Dennoch lieferte Fronter Jami Pietilä eine tolle Show, und den Publikumsreaktionen nach dürfte sich die Band einen festen Platz in vielen weiteren Gothic Herzen gesichert haben.

Lovex

Ein Newcomer in der finnischen Boygroup/Glam-Szene, der diese Bezeichnung ebenso zu genießen scheint wie all die Aufmerksamkeit und das fanatische Gekreische, das dazugehört. Besonders die jüngeren FestivalbesucherInnen warteten atemlos auf diesen Act, mit „Julian ich liebe dich!“ Bannern im Anschlag. Musikalisch versuchten die Lovex-boys erst gar nicht, den Ursprung ihrer „Inspiration“, des Gesangsstils oder der Mikrofonhandhabung zu verschleiern. Die sind ja ziemlich offensichtlich und präzise von einer älteren und berühmteren Love-Metal-Formation „ausgeliehen“ worden. Etwas überraschend kam ihre Version des Bon Jovi-Klassikers „Runaway“, aber leider wurden die Jungmusiker erst nach Erscheinen der Originalfassung geboren und konnten diese nicht wirklich überzeugend rüberbringen... Dennoch konnte diese Band in den Augen der Mädels nichts falsch machen, und schon beim nächsten Song „Guardian Angel“ wurde volle Lautstärke mitgesungen, und alle Hände waren oben – nicht schlecht für einen Act, den es grad mal ein Jahr lang gibt.

Poets Of The Fall

Die Band, die kürzlich die finnischen Musik-Preise für sowohl „Bester Newcomer 2005“ und „Bestes Debütalbum 2005“ einheimsen konnte, genießt nun jede Menge Aufmerksamkeit der Fans und der Medien. Überraschenderweise klangen die Poets ausgesprochen hart und selbstbewusst, so gar nicht nach dem, was ihr Name suggeriert. Ihre Musik entspricht dem, was man so als „easy listening“ bezeichnet – melodiös und mit Ohrwurmcharakter. Natürlich liebte das Publikum ihre Helden und feierte jede Bewegung des Sängers ab, während er begeistert auf der Bühne auf und ab rannte.

Uniclubi

Verglichen mit ihren Kollegen stach diese Band hervor, da sie über etwas mehr Erfahrung und kompakteren Sound verfügte. Dieses Quintett war ein weiterer Grund für schneller schlagende Frauenherzen, aber seit der Sänger sein Image leicht verändert hat, wäre es von der Band wohl nicht zuviel verlangt gewesen, zumindest den Look auf der Bühne etwas anzupassen. Da Uniclubi nun über zwei stolze Alben verfügt, gab es auch mehr Abwechslung in der Setlist. Eine lustige Überraschung: Als der Sänger plötzlich für eine kurze Pause von der Bühne verschwand, ergriff der Gitarrist die Initiative und bot eine Heavy-Version von „White Wedding“, die alle zum Staunen brachte, nicht nur wegen seiner Gitarrenkünste, sondern auch wegen seines Humors.

Lordi

Die schöne Bühnendekoration, ein verwunschenes Spukschloss, großzügig mit Sprengsätzen und Feuerwerk ausgestattet – alleine der Look brachte die Menge zum Toben, noch ehe die Band erschien. Kinder in Maskerade sind nun nichts Besonderes mehr, sondern eher sowas wie ein finnisches Familienwochenene: ein Picknick mit Lordi-Show. Die umfangreiche Feuerwehr- und Sicherheits-Crew in Bühnennähe störte niemanden. Die Setlist war nicht so lang, enthielt aber alle Klassiker (“Could You Love a Monsterman?”, “Bloodred Sandman”, “The Kids Who Wanna Play With The Dead”) großteils lauter vom Publikum gesungen als vom Sänger... Die Abwesenheit echt harter Riffs wurde durch Feuerwerkskracher, Flammen und bengalische Feuer in rhythmischer Abfolge während der ersten beiden Songs kompensiert. Zum Abschluss des siegreichen „Hard Rock Hallelujah“ erinnerten die Monster daran, dass sie abgesehen von allem anderen noch immer eine Glam-Rock-Band (für mich immer noch ein Rätsel!) ist und bedachten die ekstatische Menge mit einem rosa-gelben Konfettiregen. überflüssig anzumerken, wie sehr sich die Kids auf den Schultern ihrer Eltern darüber freuten.


TikTak

Das Festival ist sicherlich das Geld wert, besonders am ersten Tag, mit 25 Euro für ein derartiges Package gewissermaßen ein Schnäppchen! Da alle Künstler aus der Umgebung und wohlbekannt sind, gab es keine Autogrammstunden; stattdessen liefen alle Bands (bis auf Lordi, gottlob!) frei im Publikum rum und posierten mit glücklichen Fans. Was andererseits besser organisiert hätte werden können waren Chill-Zonen, die besonders bei diesem Wetter dringend nötig gewesen wären. Und obwohl es einige Festivalbusse gab, die nach der Sperrstunde fuhren, reichte es nicht, um sich eine Rückreise ins Zentrum zu sichern, das sollte nächstes Mal besser geplant werden. Die Taxi-Warteschlangen waren endlos, und die dichten Wälder rundum machen es besonders den nicht mehr ganz nüchternen Festivalbesuchern schwer, wieder nach Hause zu finden.

Marina Sidyakina, translation: Klaudia Weber


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7/10



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