Warning: mt_rand(): max(-1) is smaller than min(0) in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/inc/inc-home.php on line 93 Warning: Illegal string offset 'URL' in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/inc/inc-home.php on line 112 Warning: Illegal string offset 'LOC' in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/inc/inc-home.php on line 113 Warning: Illegal string offset 'URL' in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/inc/inc-home.php on line 130 Warning: Illegal string offset 'LOC' in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/inc/inc-home.php on line 131
Home

Das Magazin
Online stalker
Interaktiv
Über Uns
Bannerzone





Slottsfjell Festival 2006

2006-08-14
Stadt / City Tønsberg 
Land / Country Norway 
Web www.slottsfjellfestival.no
 
Veranstaltungsort:
Location
on top of Slottsfjellet 
Datum / Date20 – 22 Aug 2006 
Bildergalerie / Picturegalerie Slottsfjell_2006 
Photos: Melanie Haack 

Ein entspannteres Open Air in einer schöneren Umgebung ist kaum denkbar: Das Slottsfjell Festival in Tønsberg präsentierte am 21. und 22. August die verschiedensten Musikrichtungen von Hip Hop über Pop, Rock bis zu Black Metal auf vier Bühnen, die beginnend mit der größten einen Berg hinauf führten – endend mit der kleinsten Bühne oben auf dem Slottsfjell mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt und den Oslofjord. Und das alles inmitten Ruinen aus dem Mittelalter.

Mit 6750 am ersten und 8000 Besuchern am zweiten Tag, der damit ausverkauft war, vermeldeten die Veranstalter einen neuen Rekord und selbst der angekündigte Regen blieb aus – stattdessen Sonne pur. Der einzige negative Punkt: Der Sound auf der Hauptbühne war nicht immer der beste.



Erst zum vierten Mal hatten die Veranstalter in Norwegens älteste Stadt etwa 100 Kilometer südlich von Oslo geladen und dabei mit zwei großen Namen gelockt, die ohne Frage die Highlights des Festivals waren: Die Black Metaller Satyricon und der unumstrittene Headliner des Festivals Seigmen. So gemischt der musikalische Reigen aus zum größten Teil norwegischen Bands war, so verschieden waren auch die Festivalbesucher: Von Boots mit Stahlkappe, schwarzer Kleidung und Nieten über bunte Sommerklamotten sowie eher dancefloortaugliche High-Heels war alles zu finden – wobei letztere auf dem Gelände arg unpraktisch waren. Die zumeist eher poppigen Klänge auf der Hauptbühne genossen die meisten Festivalbesucher nachmittags entspannt im Gras sitzend, suchten sich nach dem Ende eines Konzerten den nächsten Sitzplatz auf der benachbarten kleineren Bühne, pendelten weiter hinauf zur Birkebeinerscenen, wo eher die Metaller zu Hause waren oder setzten sich an einen der Gartentische oder auf den Rasen vor der kleinsten Bühne ganz oben, wo zumeist Singer/Songwriter das Geschehen bestimmten. Ob nun Liebhaber der metallischen Klänge oder doch eher der poppig-rockigen – bei Seigmen versammelten sie sich am Ende alle.



Wem die Musik auf dem Festivalgelände nicht reichte, konnte bereits am Donnerstag sowie am Freitag und Sonnabend in drei Clubs in der Stadt bei Konzerten aller Art, die jedoch extra Eintritt kosteten, weiter feiern. Keinen Eintritt hingegen kostete eine Attraktion, die von Sonnabendmittag bis Montagmittag in Tønsberg am Hafen lag: The Seastallion of Glendalough, mit 30 Metern Länge die größte Rekonstruktion eines Vikingerschiffes, hatte in der norwegischen Stadt Halt gemacht. Nach dem Stapellauf 2004 erprobt die 65-Mann-Crew gerade die Seetauglichkeit des Schiffes und ihre eigenen Grenzen, um im nächsten Jahr auf große Tour nach Dublin zu gehen. (Mehr Informationen auf www.seastallion.dk)

Samstag

Marit Larsen
„Hjertelig velkommen til Slottsfjell Festivalen 2006!“ Mit diesen Worten begrüßte einer der Organisatoren die Festivalbesucher vor der ersten Band auf der Hauptbühne – um ihnen danach gleich die schlechte Nachricht mitzuteilen: Die Kings Of Convenience mussten bereits vor Ort angekommen, ihren Auftritt kurzfristig wegen einer Lebensmittelvergiftung absagen. Schade drum! So eröffnete erst Norwegens Pop-Sternchen Marit Larsen, die sich aber wohltuend von all dem Einheitspop abhob, um 18 Uhr das Treiben auf der Hauptbühne.

The Gossip


The Gossip sorgten ab 19.15 auf der Birkebeinerscenen für ordentlich Tempo und erspielten sich mit Sicherheit eine Menge neue Fans. Dabei stand das Festival für die Formation unter keinem guten Stern: Der Gittarist hatte sich ein Instrument ausleihen müssen, da seines am Abflughafen liegen geblieben war. Man mochte kaum glauben, dass die Band aus Portland, Oregon, nur zu dritt auf der Bühne agierte, so druckvoll und intensiv klang der Sound. Mit "Standing In The Way Of Control" haben sie in Deutschland gerade erst ihr Debüt herausgebracht, welches bereits die dritte Platte der Band ist. Besonders beeindruckend: Das Stimmvolumen von Sängerin Beth Ditto, die auf der Bühne tanzte, rotzte, rülpste und zu ihrer Musik ausflippte. Das Trio in die Punkrock-Ecke zu stellen wird den dreien mit Sicherheit nicht gerecht, zu viel Groove, Soul und Blues steckt in Beths gewaltiger Stimme.

Serena Maneesh


Nach dem letzten Ton von The Gossip ging es auf der Kongescenen, der Hauptbühne, weiter mit Serena Maneesh. Leichte Kost war es wahrlich nicht, was die Norweger auf der Bühne zeigten. Vielmehr zelebrierten sie ihren ganz eigenen vertrackten Stil, der ungewohnte Ohren zuerst ein wenig verstören könnte. Die Band um Sänger Emil Nikolaisen verdient ohne Frage den Stempel individuell, den heute nicht mehr viele für sich beanspruchen können. Dunkle und eindringliche Soundcollagen, auf die sich aber sicher nicht jeder einlassen kann. Psychedelische Elemente, Noise, Wave Rock – vieles vermischt sich.

Enslaved


Enslaved lieferten den Höhepunkt auf der Birkebeinerscenen. Vor einem Sonnenuntergang und mittlerweile zahlreichen Besuchern war ihre Spielzeit von 45 Minuten definitiv zu kurz. Nicht nur Metaller hatten sich vor der Bühne eingefunden, um die Band um Sänger und Bassist Grutle Kjellson zu sehen – das Publikum war erstaunlich gemischt und feierte den kraftvollsten, lautesten und zumindest für Freunde der härteren Töne sicherlich besten Gig des Tages. Dass die Norweger in ihrer Heimat nicht nur einem Szenepublikum bekannt sind, dürften sie ihrer vorletzten Platte „Isa“ zu verdanken haben, mit der die Viking Metal Band im Februar 2005 den norwegischen Grammy in der Kategorie „Beste Metal-Veröffentlichung“ gewann. Beim Slottsfjell Festival mischten sich natürlich neben älteren Songs auch Lieder der neuen und neunten Scheibe "RUUN" unter die Setlist.

Morten Abel


Headliner des Tages war Morten Abel auf der Kongescenen, der hierzulande sicherlich nur Insidern ein Begriff sein wird und so verwunderte es erst, dass er mit seiner Band Massen vor die Bühne zog und für ziemlich große Begeisterung beim Publikum sorgte. Warum das so ist? Ganz einfach: Morten Abel ist Norwegens Pop-König. Von 1987 bis 1997 brachte er fünf erfolgreiche Platten mit der Formation The September When heraus, bis er entschied, es solo zu versuchen. Und zwar mit gutgemachter, interessanter Popmusik, die nicht abgestanden klingt, oft Hymnencharakter hat und einer Menge Spaß auf der Bühne - wie man beim Slottsfjell Festival sehen konnte.

Sonntag

Christer Wulff


Wie kann man einen Festivaltag besser beginnen, als sich um 15 Uhr entspannt auf eine kleine Rasenfläche inmitten von Bäumen zu setzen, von dort auf eine ganze Stadt und einen Fjord zu blicken und den Klängen von einer kleinen Bühne zu lauschen, auf der ein Singer/Songwriter sein Repertoire vorstellt? Wenn dieser Solo-Künstler dann auch noch so überzeugend ist wie Christer Wulff lohnt es doppelt. Der 25jährige aus Tromsø ganz im Norden Norwegens präsentierte seine Eigenkompositionen ausschließlich an der Akustikgitarre und überzeugte sowohl mit den Liedern, als auch mit seiner markanten Stimme. Einer seiner Songs handelte dabei von Berlin, wo er seit einiger Zeit studiert, in wenigen Tagen aber von dort wieder gen Heimat aufbricht.

Monomen


Zeitgleich begannen etwas weiter unten auf der zweitgrößten Festivalbühne Monomen, ein recht junges Quartett aus Sørumsand. Tanzbar war es, was die Band fabrizierte – aber irgendwie auch nicht so richtig. Elektronisch, rockig, poppig, manchmal ein wenig an den Postpunk der späten 70er in England erinnernd, oft monotone Gitarren – am besten war das Quartett in seinen lauten Momenten, die schon fast ein wenig Richtung Industrial gingen.

Satyricon


Um 21 Uhr war es auf der Birkebeinerscenen Zeit für Satyricon und die Massen drängten sich. Wie auch schon bei Enslaved war es erstaunlich, wie gemischt das Publikum – jedenfalls in den hinteren Reihen und an der Seite – war. Egal, ob derjenige, der die Weiterentwicklung der Band mit der neuen Scheibe „Now, Diabolical“ nicht ganz so mag oder derjenige, der erst jetzt zu Satyricon gefunden hat – das Konzert hätten beide nicht verpassen sollen. Eine ordentliche Portion Black Metal mit einem redefreudigen Sigurd Wongraven alias Satyr auf einem Berg oberhalb der Stadt, so dass der Wind die Haare noch um einiges besser kreisen ließ – besser ging es kaum. Bei den Club-Konzerten wird das zwar schwer zu toppen sein, dafür werden die Jungs dann aber erheblich mehr Zeit haben und somit sollten schleunigst die Herbst-Daten von Satyricon nachgelesen werden!

Seigmen


Keine Frage, sie waren DER Headliner des Festivals: Als letzte Band beendeten Seigmen am Samstagabend mit einem 90minütigen Konzert das Slottsfjell Festival. Und wie sie es beendeten! Satyricon hatten ihren Gig beendet und auch auf den anderen Bühnen war nichts mehr los. Es schien fast so, als waren alle 8000 Festivalbesucher zum Höhe- und Schlusspunkt gemeinsam vor der Kongescenen zusammen gekommen, um Seigmen zu feiern. Neun Jahre war es her, dass die Musiker zuletzt in ihrer Heimatstadt Tønsberg gespielt hatten. Gut, zugegeben, sieben Jahre davon existierten sie auch nicht, denn nach zehn Jahren Seigmen war 1999 Schluss, Sänger Alex Møklebust, Bassist und Songwriter Kim Ljung und Drummer Noralf Ronthi machten mit Zeromancer weiter. Die Reunion-Konzerte begannen im Herbst 2005 und wurden zu einem wahren Triumphzug, der in ihrer Heimatstadt so schien es an diesem Sonntag seinen Siedepunkt hatte. Auch wenn Seigmen in Deutschland nur wenigen bekannt sind – in Norwegen zählen sie zu den ganz Großen und daran ließen weder Publikum noch Musiker beim Slottsfjell Festival einen Zweifel aufkommen. Bereits vor dem Konzert erklangen die ersten „Döderlein“-Chöre bei den Zuschauern und auch während des Auftritts hatte Møklebust keine Mühe, das Publikum zu einem großen Chor zu formieren – Seigmen hatten die Besucher vom ersten Augenblick, vom ersten Ton an im Griff und spielten sich quer durch ihre Bandgeschichte und damit auch quer durch verschiedene Musikstile. Mal eher metallisch, dann rockig-elektronisch oder schon fast hypnotisch und meist mit dem Seigmen-typischen, oft etwas monotonen Gesang von Møklebust – dabei immer atmosphärisch, oft auch sphärisch. Mit Songs von „Slaver av solen“, „Plutonium“ über „Döderlein“, „Lament“ bis zu „Metropolis“ war dieser Gig sicherlich mehr als nur ein Nostalgieauftritt. Am 19. August werden Seigmen jedoch endgültigen ihr letztes Konzert spielen, so dass beim Slottsfjell Festival 2006 vielleicht Zeromancer auf der Bühne stehen.

Melanie Haack


Kommentare lesen: 0                           Kommentar schreiben

8.5/10



Loading




Aktuellste Rezensionen
CDs
Big Wreck
DVDs
Dragonforce
BÜCHER/HÖRBÜCHER
Nofretete – Das Buch der Toten
KONZERTE
Faith No More
FILME
True Detective
English Deutsch STALKER MAGAZINE inside out of rock´n´roll