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Sweden Rock 2005

2005-06-16
Stadt / City Sölvesborg 
Land / Country Sweden 
Web www.swedenrock.com
 
Veranstaltungsort:
Location
 
Datum / Date09-11 Jun 2005 
Bildergalerie / Picturegalerie Sweden Rock 2005 
Photos: Diana Nitschke, Torsten Volkmer, Rebecca Böhning, Guido v. Damme, Caroline Traitler | Translation: K 

Donnerstag, 09. Juni 2005, Tag 1
Das Wetter in Südschweden war im Gegensatz zu Deutschland an diesem 1. Tag einfach nur phantastisch und passend dazu die Stimmung auf dem weiten Gelände genau am Meer. Die Schweden CRYSTAL EYES haben pünktlich um 12.15 Uhr das diesjährige Festival eröffnet und der melodische Power Metal der Skandinavier war mit Stücken der Marke „Confession Of The Maker“ ein durchaus würdiger Anheizer für die musikalischen Hochkaräter, die beim Sweden Rock Festival 2005 noch auftreten sollten.

Wie in den vergangenen Jahren auch, war wieder einmal alles optimal organisiert, die Massen huschten schon zu der relativ frühen Zeit gutgelaunt zwischen den Bühnen und vielen Ständen umher und waren heiß auf die nächsten Stunden. Und sie sollten auch nicht enttäuscht werden.



Um 13.30 Uhr betraten NAPALM DEATH die große Festival Stage und ballerten den Fans einen superben 26-Song-Set vor die Ohren, das neben einigen Nummern der neuen Scheibe „The Code Is Red… Long Live The Code“ auch Gottheiten wie „Scum“, „Deceiver“, „Siege Of Power“, „Nazi Punks Fuck Off“ oder „Life?“ enthielt. Geil!



Nicht nur die Briten sorgten für ein mächtiges „Soundgewitter“, nein, auch die zur gleichen Zeit auf der Sweden Stage rockenden HELLFUELED, übrigens eine der Newcomerbands des letzten Jahres, konnten die Rockfans mit ihren Songs begeistern. Mit ihrem typischen „Black Sabbath meets Stoner Rock“- Sound und den coolen „Ozzy“-Vocals hatten die Schweden in ihrer Heimat alle Trümpfe in der Hand.

Zwei „Ex-oder-doch-noch“ Mercyful Fate-Musiker stellten anschließend unter dem Banner FORCE OF EVIL auf der kleinen Spendrups Stage ihr zweites Studioalbum vor, was auch ganz gut ankam. Während sich viele Fans die Reunion-Show der Milzbrand-Jungs von ANTHRAX auf der Rock Stage nicht entgehen ließ, schaute ich bei den Schweden FREAK KITCHEN, die übrigens vor Motörhead mal die Hausband des Sweden Rock Festivals waren, vorbei. Was die Jungs um Gitarrenhexer und Entertainer Mattias IA Eklundh auf der Bühne zeigten, trug wie gewohnt bestens zur Unterhaltung des begeisterungsfähigen Publikums bei.

Die knusprigen Schweden-Mädels von CRUCIFIED BARBARA waren nicht nur optisch eine Augenweide, sondern boten auch knackige Musik und prügelten rotzigen Rock gut gelaunt und tight auf die Spendrups Stage, so dass die Fans zu Nummern wie „Bad Hangover“ oder dem Motörhead-Cover „Killed By Death“ begeistert mitgingen.



Bei strahlendem Sonnenschein musste auch „Megadave“ Mustaine mit seiner „Soloband“ MEGADETH bereits um 16.30 Uhr auf die große Festival Stage, worunter die Live-Show etwas zu leiden hatte. MEGADETH hatten neben älteren Songs wie „Angry Again“ oder „Peace Sells…“ auch aktuelle Tracks aus dem „The System Has Failed“-Album zu bieten. MEGADETH haben geile Songs und sind live wieder eine feste Bank, nur so mitten am Nachmittag wollte der Funken nicht so ganz überspringen.

Die Niederländer WITHIN TEMPTATION durften danach auf der Sweden Stage ihr Live-Programm präsentieren, wobei die bezaubernde Frontlady Sharon die Fans jederzeit voll im Griff hatte. Mit einem gefeierten „Ice Queen“ endete dieser Auftritt wieder einmal viel zu früh. Zeitgleich sorgten übrigens die Altrocker von SAXON für mächtig Stimmung unter den Rockfans. Zu den zahlreichen Klassikern der Briten wie „Denim And Leather“ oder „Crusader“ konnten sowohl die jüngeren als auch die schön langsam in die Jahre gekommenen Rockfans ausgelassen feiern.

Mit STYX stellte sich auch eine der frühen Megabands im melodischen Hardrock-Bereich in Schweden live vor, während sich zeitgleich die wiedervereinigten MORGANA LEFAY auf der Spendrups Stage vor erstaunlich vielen Fans austobten. Sänger Charles fühlte sich sichtlich wohl, als die Anhänger Nummern wie „Hollow“ oder „Master Of The Masquerade“ abfeierten.



Einen ganz besonderen musikalischen Zweikampf boten sich schließlich MOTÖRHEAD auf der Rock Stage und NAZARETH auf der Sweden Stage. Während Lemmy und Co. wie gewohnt ihre Lautstärkebrecher in den Abendhimmel schmetterten, legten die beiden noch verbliebenen Original-Mitglieder Sänger Dan McCafferty und Bassist Pete Agnew von NAZARETH mit ihren zeitlosen Songs wie „Dream On“, „Miss Misery“ und natürlich „Razamanaz“ viel Wert auf Gefühl. Aber auch MOTÖRHEAD zeigten den Fans, was eine Harke ist und spielten das geniale „Just Cos You’ve Got The Power (That Don’t Mean You Got The Right)“, überraschten mit zwei Nummern vom „Another Perfect Day“-Album und dem geilen Zugaben(!)-Triple „Bomber“, „Ace Of Spades“ und „Overkill“.



Den Schlusspunkt unter diesen ersten sonnigen und perfekten Festivaltag setzten die eigens für die Festivalsaison reaktivierten ACCEPT. Zu den Refrains von „Metal Heart“ und „London Leather Boys“ lässt es sich eben immer wieder gerne feiern und singen, so auch beim Sweden Rock Festival. Viele tausend Schweden folgten dem Ruf der Band aus Solingen und feierten eine friedliche, zwar etwas kühle (zumindest von den nächtlichen Temperaturen her gesehen), aber dennoch geile METAL-Party.

Freitag, 10. Juni 2005, Tag 2
Nachdem der erste Tag bereits einige musikalische Highlights gebracht hatte, lag es an den Schweden von SABATON, den zweiten Tagen mit ihren melodischen Heavy Metal-Klängen der Marke Dream Evil zu eröffnen. Zahlreiche Zuschauer an der Spendrups Stage gingen kurz vor 12 schon begeistert mit und ließen den Gig nach einhelliger Meinung für das Sextett zu einem kleinen Triumph werden.

Die Meinungen gingen bei der Rock Stage, auf der um Punkt 12 Uhr die Schweden MUSTASCH, die für ihre Landsleute von Arch Enemy eingesprungen waren, deutlich auseinander. Während einige Zuschauer hier einen eher statischen Auftritt gesehen zu haben glaubten, fanden die Fans die unverhoffte Show der Herren in schwarz sehr unterhaltsam. Die tighte - Performance, Sänger/Gitarrist Ralf Gyllenhammar machte einen Ausflug ins Publikum und sang sich zeitweise ohne Mikro lauthals die Seele aus dem Leib – gefiel den Fans. Ein Knaller wie das abschließende „Black City“ wurden von ihnen laut mitgesungen. Diese Mischung aus Stoner Rock, Rotzrock und 70er-Einflüssen könnte zwar noch ein bisschen dreckiger geballert werden, aber als Anheizer dieses Tages war es aber absolut okay.

Dreck gab’s bei den parallel spielenden THE LIZARDS nicht zu hören, dafür teilweise endlos lange, gejammten Nummern wie „Dark Angel“, die ordentlichen an die 70er angelehnten, teilweise psychedelischen Rock boten, der von Mundharmonika und Hammondorgel unterstützt wurde.

ROB ROCK legte auf der Spendrups Stage vor einer Handvoll Melodic-Nasen los. Nachdem er schon beim Soundcheck genölt hatte, dass es viel zu früh am Tage sei, merkte man schnell, dass er am Anfang noch etwas müde wirkte und sich mit den hohen Screams zurückhielt. Das legte sich im Verlauf des knapp 40minütigen Gigs etwas und so konnte er bei dem Abba-Cover „Eagle“, dem neuen „Slayer Of Souls“ oder Nummern vom Erstling wie „Streets Of Madness“ punkten und hinterließ wenige, aber zufriedene Zuschauer.

BLACK LABEL SOCIETY durften auf der Festival Stage ran und haben vor die große Bühne bestimmt einige Tausend Leutchen gezogen, die sich den rotzigen Mix aus Rock und Metal von Meister Zakk Wylde in die Lauscher pusten ließen und dort sicher die Reste der Vornacht wegbliesen. Nix mit „Hangover Music“!

Bei LANA LANE wäre es vielleicht nicht mal schlecht gewesen, ein paar Promille im Blut zu haben, denn nüchtern betrachtet war der Auftritt sehr durchwachsen. Der Sound brachte die tolle Stimme der hübschen Sängerin nicht gerade zur Geltung und auch die Band spulte ihr Programm einen Tacken zu routiniert ab. Solide und tight war’s schon, aber von LANA ist man doch ein etwas höheres Niveau gewöhnt. Sicher nicht hilfreich war der teilweise starke Wind, der den Sound ziemlich zerblies. Mit dem hart gespielten „Destination Roswell“ gab es aber einen versöhnlichen Abschluss.

HELIX auf der Rock Stage machten dem Namen ihrer Bühne alle Ehre, denn die Kanadier ROCKTEN! Hammergeil, wie energisch und super eingespielt sie ihre Nummern wie „Freak Out“ oder auch Material der neuen Scheibe mit Spaß in den Backen (und schnuckliger Zweitsängerin) darboten. Klasse und eine nicht erwartete Überraschung wie letztes Jahr an gleicher Stelle Danger Danger!



Auch bei OVERKILL fühlte man sich an das vergangene Sweden Rock erinnert. Wie ihre Thrash-Kollegen von Exodus räumten sie auf der gleichen Bühne ab und wie die Exo-Jungs ließen sie es sich nicht nehmen, einen gelungenen Gig mit einer harten Version des AC/DC-Klassikers „Dirty Deeds Done Done Cheap“ zu beschießen. Klar, dass danach alle Fans auf die Aufforderung von Blitz glücklich grölten „we don’t care what you say – FUCK YOU“. Das dürfte aber nicht auf die Musik von OVERKILL gemünzt sein, denn auch nach mehr als 20 Jahren Bandgeschichte zeigten Blitz und Co., dass sie noch nicht „Rotten To The Core“ und auch noch nicht für die „Elimination“ freigegeben sind.

SYMPHORCE waren dieses Jahr einige der wenigen deutschen Vertreter. Die Jungs durften auf der Spendrups Stage am frühen Nachmittag ran. Die kleine Bühne und eine unglückliche Zeit verhageln ja der ein oder anderen Band die Laune oder wenig vorhandene und noch weniger motivierte Zuschauer tragen meistens noch zur Verschlechterung des Gemütszustandes bei. Aber bei SYMPHORCE war alles anders. Sympathie-Bolzen Andi interagierte mit dem Publikum wie kaum ein anderer. Seine positive Ausstrahlung übertrug sich umgehend auf die Leute vor der Bühne, so dass zu den traditionellen Power Metal-Klängen ordentlich abgerockt wurde. Gut gemacht, Jungs!

Mit KANSAS standen wie im letzten Jahr (Heart) zur besten Kaffee-Zeit leicht alternde Legenden auf der Bühne. Die Amis sollen bis dato noch nie auf dem europäischen Festland live gespielt haben. Für eine Band mit der Historie ganz schön verwunderlich. Dem entsprechend waren auch viele Leute vor der Festival Stage zu finden. Der Heavy Rock mit den permanenten Geigen-Passagen kam grundsätzlich gut an, wobei die richtige Partystimmung nicht aufkam. „Dust In The Wind“ bekamen die Fans natürlich auch zum Schluss geboten und zumindest der letzte Teil traf zu, denn an diesem Tag wehte doch teilweise eine steife Brise und verstärkte die im Vergleich zum Vortag um einiges niedrigeren Temperaturen.

Parallel zu Kansas lärmte die Schweden SATANIC SLAUGHTER und zogen eine ordentliche Menge an Bangern vor die Spendrups Stage. Die wurden von den superschnellen Black Thrash-Hymnen mit sympathischen Titeln wie „Apocalyptic War“, die stellenweise an Kreator im Oldschool Black Metal-Gewand erinnerten, gut unterhalten.



Einen ersten Sensationsauftritt am Freitag bekam die Rock Stage zu spüren als DREAM THEATER selbige enterten und das Publikum zum Kochen brachten. Die Amis gaben dermaßen Gas, wobei sie noch härter als auf ihren Platten rüberkamen. Die Herren um den engagierten Vokalisten James LaBrie und Drum-Dynamo Mike Portnoy brachten sowohl knackige Härte („Panic Attack“) als auch gefühlvolle Momente („The Spirit Carries On“) perfekt rüber. Bei „Pull Me Under“ tickte die Menge dann vollends aus und man sah überall glückliche Europäer und Überseer – es waren auch zahlreiche Amerikaner anwesend – mitsingen. Gitarrist John Petrucci wird allerdings immer leicht unterkühlt wirken, daran wird sich auch in 10 Jahren nichts ändern. Trotzdem – Daumen hoch!



Dass HAMMERFALL in Schweden Volkhelden sind, dürfte jedem von euch mittlerweile klar sein. Die Mannen um Gitarrist Oscar Droniak ließen sich dann auch während ihres Gigs entsprechend abfeiern. So wunderte es nicht, dass die Schweden anfangs behäbig rüberkamen. Aber keine Angst, dass Hammerfall den frühen Charme ihrer jungen Tage verloren haben. Nach einem völlig verunglückten Drumsolo und einem anschließenden Gitarrensolo, besann sich die Band auf ihre Stärken, packte sämtliche Hits aus und feierte mit 10.000 Landsleuten einen netten „Familienabend“.



Als sensationell war der Auftritt der Polen von BEHEMOTH aus Sicht eines Death Metal Fans zu bezeichnen. Was Mastermind Nergal und seine finster geschminkten Burschen auf der Spendrups Stage boten, war einfach perfekt. Die Jungs ballerten ihre technischen Death Metal-Hymnen mit einer beeindruckenden Präzision in die Menge und sind mittlerweile die besseren Morbid Angel mit leichtem Black Metal-Einschlag. Hammer!

Die Füchsinnen von VIXEN zeigten nach einem guten Jahrzehnt Abwesenheit in Schweden wieder Biss und zogen viele Headbanger und Hardrock-Freunde vor der Sweden Stage in ihren Bann. Das war angesichts vieler alter Hits wie „Cryin’“ oder „Edge Of A Broken Heart“ auch nicht schwierig. Das Stimmungsbarometer fiel auch nicht ab, obwohl Vixen einige neue Stücke präsentierten.

STATUS QUO zeigten einmal mehr in Schweden, dass sie auf ihre „alten Tage“ eine Crowd von 10.000 Leuten sicher beherrschen können und brachten alle – ja wirklich alle - Anwesenden zum kollektiven Boogie-Mitwippen und das bis zum Ende ihres regulären Sets, ohne dass sie auch nur einen ihren Riesenhits gespielt hätten. Diese sparten sie für ihre Zugaben auf, so dass erst zum Ende „über die ganze Welt gerockt wurde“. Was Francis Rossi und Co. in ihrem Alter gemeinsam an Spielfreude auf.

Selbige Spielfreude übertrug sich nahezu eins zu eins auf den Headliner des zweiten Tages: SAMMY HAGAR und seine Cabo Wabos. Der mehr als gut gelaunte Performer und seine super tight aufspielende Band (zwei Schlagzeuger!!!) präsentierten einen wohlausgewogenen Ausschnitt der fast dreißigjährigen Karriere des blondgelockten Sympathen aus Amiland. Von Montrose-Nummern über Sammy Hagar-Solostücke wie „I Can´t Drive 55“ bis hin zu Van Halen-Epen wie „Why Can´t This Be Love?“ bot die super aufgelegte Truppe ein „buntes Potpourri“ an knackigen Hardrock Songs und stellte unter Beweis, warum Sammy Hagar in Amerika im Gegensatz zu Europa so angesagt ist. Dieses spiegelte sich leider auch in den sehr mageren Zuschauerzahlen, die eines Headliners nicht würdig waren, wider. Zwischendurch ließ sich SAMMY von hübschen – natürlich blonden – Mädels einige Drinks servieren und zerschlug zu später Stunde als besonderen Effekt mit der Gitarre eine überdimensionale Tequila-Flasche, aus der tonnenweise Konfetti herausregneten. Prost!

Samstag, 11. Juni 2005, Tag 3
Kaum zu glauben, aber leider wahr – der 3. Festivaltag hatte begonnen! Bei strahlendem Sonnenschein – obwohl es rundherum pechschwarz am Himmel war – legten zeitgleich die Schweden THERION und die Schweizer SHAKRA los. THERION bevölkerten die Rock Stage. Neben den Bandmitgliedern hatte Christoffer Johansson auch eine Solosängerin und einen Chor mit 4 Sängern im Gepäck, die Hymnen wie „The 7 Secrets Of The Sphinx“ oder „The Invocation Of Naamah“ veredelten und die zahlreichen Zuschauer begeisterten. Sehr geil war auch das als letzte Nummer gespielte Mercyful Fate-Cover von „Black Funeral“.

Mit derlei Thematik haben die lebensfrohen Schweizer von SHAKRA nichts am Hut und sie legten gleich mit dem Positivklopfer „Why Don’t You Call Me“ los. Superber Melodic Rock und ein dynamischer, gut gelaunter Start in den Tag.

PAGAN’S MIND mochten es im Anschluss an diese beiden Bands progressiver und zogen eine dermaßen große Menschenmenge zur Spendrups Stage, dass auch der davor liegende Hügel eng gefüllt war. Die Musiker boten eine energiegeladene Show und überzeugten mit melodischem Progressive Power Metal. Ein weiterer guter Grund, die vor kurzem erschienene neue Scheibe der Burschen namens „Enigmatic : Calling“ anzutesten.

KIM MITCHELL durfte auf der Festival Stage ran. Die Fans genossen den melodischen und bluesigen Rock des Kanadiers sichtlich entspannt und der wiederum dürfte keinen Freund von melodischem, angebluestem 70er Rock enttäuscht haben, unter anderem „Go For Soda“ und „Rock’n’Roll Duty“ sei Dank.

Ganz anders das schwedische Trio von DEFLESHED. Die 3 Burschen knüppelten ein wahnsinniges Blast Thrash-Brett, das sich gewaschen hatte. Einigen der leider nur spärlich anwesenden Fans war der Hyper-Thrash offensichtlich zu derb, denn sie wanderten während der Dutzend Tracks immer wieder ab. Egal, denn Gustav und Co. prügelten sich fett grinsend durch Perlen wie „Fast Forward“ oder „Return Of The Flesh“. Eine besondere Freude ist es natürlich, Drummer Matte Modin zu betrachten, der lässig lächelnd die heftigsten Passagen klöppelt. Klasse.

Nach den ewig jungen und guten MAGNUM und SEBASTIAN BACH, die eine Menge Klassiker in die gut gelaunten und begeistert mitgehenden Massen klopften (u.a. „On A Storytellers Night“ oder „18 And Alive“), neothrasten sich die Schweden von FACE DOWN über die Spendrups Stage. Obwohl die Schweden engagiert drauflos holzten, konnten sie die Stimmung und die Klasse der Altmeister, die immer Garanten für geile Auftritte sind, nicht erreichen. Durch die Überschneidungen blieben dabei die Grinserocker von GEMINI 5 leider auf der Strecke, die das Zelt gerockt hatten, in dem vorher eine Cover-Show über die Bühne gegangen war.

Diese Shows waren ein Vorgeschmack auf das, was YNGWIE MALMSTEEN anschließend den Burschen und Mädels vor der Festival Stage bieten sollte. Ein spielfreudiger YNGWIE solierte, riffte und fiedelte sich schier ins Nirwana, vergaß aber auch seine Songs wie „I’m A Viking“, „I’ll Be The Light Tonight“ oder Schmusigeres wie „You Don’t Remember, I’ll Never Forget“ nicht. Dougie White schwang die Stimmbänder zu den melodischen Metal-Nummern, dass auch der etwas fülliger gewordene Meister der 6 Saiten eine zufriedene Miene zeigte. Allerdings ließ er keine Gelegenheit aus, seine Künste zu demonstrieren, so dass man auch nach diesem Auftritt wieder vor der Wahl stand, ob man den Schweden liebt oder hasst. Dazwischen gibt’s nichts, was auch die Reaktionen zeigten.

BLACKFOOT ohne die dreckigste Stimme der Szene (Rick Medlocke) zu sehen/hören, ist sicherlich etwas traurig, aber Bobby Barth (AXE) war ein mehr als würdiger Ersatz, als „Good Morning“, „Wishing Well“ oder „Every Man Should Know“ in den schwedischen Himmel gerockt wurden. Jedenfalls legte die Truppe sehr viel Herzblut, Ehrlichkeit und Gefühl an den Tag, nicht zuletzt deswegen, den frühen Tod von Drummer Jakson Spires in einem sehr berührenden neuen Song zu würdigen. Die Überknaller für mich ganz persönlich waren das geniale „Left Turn On A Red Light“ und (für alle) natürlich die Southern Rock-Hymne „Highway Song“. BLACKFOOT haben in knapp 1 ½ Stunden aber nicht den Fehler begangen, sich an der Gitarre kaputt zu dudeln, sondern immer songdienlich zu solieren. Abschließend rocken zu „Dry County“? Aber gerne!



Dass man bei CANDLEMASS nie sicher sein kann, ob die Band nächste Woche noch existiert oder ob sich Messiah Marcolin und Leif Edling mal wieder in die Haare gekriegt haben, steht auf dem einen Blatt. Dass die Schweden begnadete Entertainer auf der Bühne sind, steht auf einem anderen Blatt. Zum Glück wurde beim Sweden Rock Blatt zwei gezogen. Und auch wenn man ehrlich sagen muss, dass die Doom-Könige in Sachen Songauswahl ein paar Klassiker wie „Bewitched“ weggelassen haben, um das neue Album „Candlemass“ zu pushen, war das Konzert wieder ein absolutes Highlight. Mit Messiah als Fronter sähe eh jede Band dieser Welt gut aus. Was der Mann an Spielfreude, Charisma und Power auf die Bretter bringt, ist unglaublich. Sein Doom Dance wird sicher in 1.000 Jahren eine eigene Kultur aufgebaut haben. Zum Glück ist mein Alltime-Fave „At The Gallows End“ vom legendären „Nightfall“-Album nicht der „CANDLEMASS-Streichliste“ zum Opfer gefallen, so dass ich zumindest ein absolutes Highlight hatte.

Auftritte von DIO gehören ebenfalls zu meinen Alltime-Faves, auch wenn ich ihn in den letzten 5 Jahren immer und immer wieder live gesehen habe. Als Co-Headliner hatte der die Rock Stage als „Wohnzimmer“ gebucht. Leider ist diese Bühne nicht ganz so weitläufig wie die gegenüber liegende Festival Stage, so dass es ziemlich eng wurde. Die Zuschauer, die bei SAMMY HAGAR gefehlt haben, hatte DIO eindeutig zu viel, so dass ich das einsetzende Gedrängel durch eine spontane Flucht umging. Letztendlich genoss ich den Hauptteil des Konzertes von den hinteren Plätzen, was zur Folge hatte, dass ich DIO wirklich mit der Lupe suchen musste. Aber Sicherheit geht vor. In DIOs Setlist waren eigentlich alle Knaller vertreten, wobei der „Holy Diver“ schon sehr früh kam. Mit „Rainbow In The Dark“ oder „Heaven And Hell“ hatte sich DIO allerdings auch Megakracher bis zum Schluss aufgehoben. Die Performance von DIO war ganz okay, wobei man ihn stimmlich sicher schon in besserer Verfassung gesehen hat. Trotzdem gehört DIO sicherlich in die Top 5 dieses Festivals.

Um MÖTLEY CRÜE wurde erwartungsgemäß ein Riesenwirbel gemacht. Der Backstage-Bereich wurde doppelt gesichert. Der dicke Van fuhr vor, die Frisuren wurden noch einmal zu Recht gestylt und los ging es. Schon bei der Pressekonferenz platzte das Pressezelt aus allen Nähten, nicht anders sollte es beim Gig sein. Die Herrn Sixx, Mars, Neil und Lee wurden von 20.000 fanatisch schreienden Fans nahezu auf die Bühne gebrüllt. Als erstes kam irgendein Minimonster von der Kirmes auf die Bühne, das von mehreren billigen Stripperinnen begeleitet wurde. Die Show war eröffnet und es hieß Feuer frei. Die heißen Einlagen sollten sich durch den gesamten Gig ziehen, so kamen die Intro-Girls zu „Girls, Girls, Girls“ wieder, um sich bei 8 Grad Celsius die knappen Tops vom Leib zu reißen! Mit Songs wie „Shout At The Devil“, „Too Fast For Love“ und „Looks That Kill“ trafen die Amis wohl den Geschmack der ca. 5.000 MÖTLEY CRÜE T-Shirt-Träger. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Vince Neil nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Da die Band aber der Masse gefiel, waren die Amis ein würdiger Headliner und beschlossen ein Festival, welches sich absolut in der Speerspitze der Metal & Rock-Konzerte in Europa etabliert hat. See ya next year in Sölvesborg! Hej do!!!

Rene Otto, Oliver Vollmer, Thomas Klaner


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8.5/10



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