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- Rezension: AUDIO CD -


Amorphis

2011-05-24
Titel / Title The Beginning of Times  
Label Nuclear Blast GmbH 
Web www.amorphis.net
 
Gesamtspielzeit
Total run time
54:42 
Vö/Release27.05.2011 

Die Erwartungen sind immer extrem hochgeschraubt, wenn eine Legende ein neues Album herausbringt. Es gib vielleicht eine Handvoll an Combos, die noch immer voller Energie und Power arbeiten, und genau das definiert die berühmt-berüchtigten, experimentierfreudigen Finnen Amorphis. Nun 2011 erscheint ihr 10. Studioalbum, und die Fragen, die der Titel “The Beginning of Times” provoziert, sind größtenteils naheliegend: Wie weit zurück reicht die Nabelschau, welche Essenz steckt in diesem dynamischen Erbe nach einigen Stilwechseln? Welche Position wird dieses Album einnehmen, im Vergleich zu markerschütternden Titeln wie “Tales from the Thousand Lakes”, “Tuonela”, “Silent Waters”? Birgt dieses neue Opus in der Tat einen Neuanfang?

Nach ihren protzigen Tagen bastelte sich die Band eine bequeme Nische mit “Eclipse”, “Silent Waters” und “Skyforger”, dank Tomi Joutsen – einer der wandlungsfähigsten Sänger, die du zu hören bekommen kannst. Der lyrische Melancholie und der progressive Einstellung zu der schönsten aktuellen Musik aus dem Land der Tausend Seen wird noch eins draufgesetzt . “The Beginning of Times” ist ein anspruchsvolles Werk, das wohl nicht so leicht zu verdauen ist, ehe die Message durchkommt. Und die ist, wie immer, ziemlich einfach – Amorphis kennen keine Grenzen, nicht mal nachdem ihnen ohnehin ihr Platz im Musik-Olymp gesichert ist. Allgemein gesehen ist dies ihr balladenhaftestes und progressivstes Album bisher – unberechenbarer und elegischer, teilweise berührender als “Silent Waters”, gefährlicher als der Feuergott von “Eclipse” und viel komplizierter als das Schicksal des Skyforger.

Der Protagonist hier ist niemand anderer als Väinämöinen, eine Zentralfigur des finnischen - “Kalevala” Epos. Der ”biblische” Opener “Battle for Light” beschwört den vertrauten Schmied Ilmarinen herauf, die Band beginnt ihre Pilgerfahrt aufs Neue. Massenweise beeindruckende Keyboardkaskaden, atemberaubende Melodien, Folk-Elemente und das gewaltige Organ von Tomi, der sich in 7 von 12 Songs die Seele aus dem Leib growlt – eine fast vergessene Tradition, die nun wiederbelebt wurde. Weibliche Backvocals und ein virtuoses Keyboard (Santeri Kallio) machen aus “Mermaid” einen zukünftigen Klassiker, der mit einem von vielen Pink Floyd-mässigen Solo gekrönt wird. Das kriegerische “My Enemy” beschreibt die Rivalitäten zwischen Väinämöinen und Joukahainen – und wie die legendären Barden hier ihre Kräfte messen, fordern Amorphis ihre Fans heraus im Single-Track “You I Need”, mit der Nixe Aino als Hauptpreis. “Song of the Sage” Power Metal widmet sich der Kantele, gebastelt aus dem Kiefer des Riesenhechts, genau jenes Instrument, mit dem der unsterbliche Barde die Welt neu formt (“Three Words”, “Reformation” und das progressive “Soothsayer” mit weiblichen Backvocals). Die stete Suche nach einer Braut in den Tiefen des Ozeans wird fortgesetzt im elegischen “On a Stranded Shore”, das mit seiner leichten Schönheit direkt vom Skyforger Album stammen könnte. Lebenswille und die Leugnung des Todes wird in “Escape” beschworen, gefolgt von dem symphonischen Fest bei “Crack in a Stone” - majestätisch ausladend und heavy, wo die Vergangenheit und die Gegenwart der Band vereint wird. Mit “Beginning of Time” fällt der Schlussvorhang, Oldschool Prog-Rock gekennzeichnet durch ständigen Wechsel, seien es atemberaubende Keyboards, Gitarren, Gesang oder die Akustik – wie die unruhige See des Vergessens, die den Mythos Väinämöinen umspült... sodass er durch Amorphis´ musikalisches Prisma wiederbelebt werden kann.

Das ist die Geschichte des Jubiläumsalbums der Finnen und auch der Band, die längst lebende Legenden sind. Das ist auch das Privileg der wahren Geschichtenerzähler, die der Verantwortung unterliegen, das Wissensspektrum der gesamten Welt auf eigenwillige Weise zu bereichern und die alten Mythen so frisch und lebendig wie eh und je zu erhalten. Mit “The Beginning of Times” haben Amorphis wieder einmal ein neues Kapitel zu ihrer brillianten Geschichte hinzugefügt, die uns wohl auch noch einige Generationen erhalten bleiben wird.


Dilyana Delcheva, transl. K.Weber


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10/10



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