Traurige Neuigkeiten: Die Musikwelt hat nun auch den Verlust von Ray Manzarek (74), Gründer und Keyboarder von The Doors, White Zombie-Schlagzeuger Phil Buerstatte (44) sowie Uriah Heep- Bassist Trevor Bolder (63) zu beklagen. R.I.P.!
Die deutschen Hard Rocker BERSERKER werden der Berliner Krebshilfe: Kinderhilfe e.V. am 25. Mai in Berlin 18.000€ spenden. Im November 2011 wurde beim BERSERKER Frontmann Schröder Krebs diagnostiziert. Momentan ist er vom Krebs befreit. Die Spenden wurden 2012 in ganz Deutschland auf BERSERKER-Konzerten gesammelt – die Band wird das Sammeln von Spenden auf ihren zukünftigen Konzerten fortführen. Jeff Hanneman von Slayer ist tot: Er starb am 2. Mai gegen 11h vormittags nahe seines Wohnorts in Südkalifornien an Leberversagen. Er hatte sich nach einem Spinnenbiss mit Nekrotisierender Fasziitis infiziert. R.I.P. Jeff!
Das Siberian Jay Musikvideo "I´m Holding" mit Mikko Sirén (Apocalyptica Drummer) - siehe dazu unser "1h with" Special von den Dreharbeiten - könnt ihr hier ansehen: http://youtu.be/C-hSNurZVcs
"Keine Sekunde Schweigen", der Titelsong der gleichnamigen CD des deutschen Duos Schneewittchen, startet nachdenklich aufbegehrend und ein wenig wütend, als wenn eine Prise vom ehemaligen Nina Hagen-Punk auf die kabaretthaften Klänge von Kurt Weill stoßen würde. Ein kraftvoller Song - einmal gehört kriegt man ihn kaum aus dem Ohr. Ein musikalischer Holzschnitt - pur, hart, auf das Wesentliche reduziert.
Die Härte wird mit "Fürchte dich nicht" elektronischer und begibt sich auf eine spannende Gratwanderung zwischen EBM, Punk und den Melodien deutschen Schlagers - Marianne Iser zwischen hartem Sprechgesang und süßlichem Singen; paralysierend, Aufmerksamkeit erregend. Wenn man nun auch anhand des folgenden "Töte mich ganz" meint, die halb theatralische, rau gesungene Lyrik wäre durchgehendes Rezept, wird mit den nachfolgenden Liedern in eine ganz andere Musiklandschaft geleitet.
Hier finden wir uns in einem klar gesungenen Musical wieder, orchestral, melodisch, romantisch - die provozierende Rotzigkeit der ersten Lieder wird abgelöst durch emotionale Phrasen, die seit den seligen 60er Jahren abgespult wurden: "ich will die nächsten 100 Jahre nur mit dir...". Achja, ist das schön schnulzig. Wer klangvollen, schön dargebrachten Schlager mag, der sich in "Zwischen-den-Welten-Tänzerin" auch noch mit dem Ambiente der Neuen Deutschen Welle mischt, darf sich hier weich gestreichelt in unterhaltsamem deutschen Kuschel-Pop wohlfühlen.
"Jenseits von Gut und Böse" ist ein Dance-Track, aber auch hier haben Texte und Musik nicht mehr die Brisanz wie beim spannenden Beginn der Platte. "Ist das schon alles gewesen?" fragt man sich beim selbigen Stück, das sich für die schunkelnde Sonntagnachmittagparty im Seniorenheim eignen könnte; harmonisch, lakonisch, melancholisch. Zum Glück gibt es da noch "Der Ring an deinem Finger", was vom Titel zunächst auch Kitsch vermuten lassen könnte und auch sehr zahm beginnt, aber dann doch aufschäumt und die vermisste Spannung wiederkehren lässt. Ein wenig Chili im Zucker-Milchkaffee. Auch "Verbissen" schafft den Spagat zwischen elektronisch gefärbter Schärfe und schmalziger Melodik. "Genialer Augenblick" macht den behutsamen Hinausbegleiter.
Eine Platte, die sich keinem eindeutigen Genre zuordnen lassen möchte. Dabei fällt sie stilistisch und auch von den Texten auseinander. Die Bandbreite des Ausdrucks, die interessant sein könnte, wird durch den überwiegend schmalzigen Mittelteil der Platte dermaßen glatt poliert, dass Stücke wie der starke Titelsong entweder darin untergehen oder deplatziert wirken. Eigentlich schade, da Marianne Iser über eine vielseitige und interessante Stimme verfügt und das gesamte musikalische Songwriting mehr hergeben könnte.
Tracklist:
1. Keine Sekunde Schweigen
2. Fürchte dich nicht
3. Töte mich ganz
4. Zwischen Bauchnabel und Brust
5. Ja, ich will
6. Du musst an dich glauben
7. Zwischen-den-Welten-Tänzerin
8. Jenseits von Gut und Böse
9. Ist das schon alles gewesen?
10. Der Ring an deinem Finger
11. Wunderbar
12. Verbissen
13. Genialer Augenblick