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- Rezension: AUDIO CD -


Enslaved

2012-09-18
Titel / Title Riitiir 
Label Nuclear Blast  
Web www.enslaved.no
 
Gesamtspielzeit
Total run time
67:22 
Vö/Release27.09.2012 

Enslaved ließen bereits in den Neunzigern traditionelle Black-Metal-Strukturen hinter sich, um vielseitigere und melodischere Ausdrucksformen auszuloten, aber obwohl ich die Band seit einigen Jahren mit Interesse verfolgt und ein paar ihrer Alben im Regal stehen hatte, war ich in keinster Weise auf die Wucht vorbereitet, mit der mich Vertebrae umhaute, als das Album vor vier Jahren erschien. Nicht alle Fans der ersten Stunde waren mit der immer progressiveren Richtung der Norweger glücklich, aber in meinen Ohren war das Epos von 2008 schlicht perfekt, und ist es immer noch. Entsprechend übermächtig waren meine Erwartungen an Axioma Ethica Odini (2010), aber egal wie oft ich mich durch die vier Seiten der Doppel-LP hörte, und ungeachtet durchaus einiger Highlights, kam sie für mich nie an ihren Vorgänger heran. Die zur Abwechslung mal wieder auf norwegisch gesungenen Songs der EP Sleeping Gods (2011) waren wieder mehr mein Fall, fuhren allerdings musikalisch auf einer etwas anderen Schiene. Dies traf auch auf die wenig später erschienene Single Thorn zu, deren zwei Songs auf keinem Album zu finden sind. Und nun ein neuer Longplayer – in welche Richtung mag die Reise diesmal gehen? Da von Enslaved die Rede ist, empfiehlt es sich, das Unerwartete zu erwarten.

Der 9 ½-minütige Opener, „Thoughts Like Hammers“, ist schon seit einiger Zeit auf Youtube zu begutachten, komplett mit Text. Als Teaser eine gute Wahl, da der Song alle Hauptelemente des Albums in sich vereint. Das kakophonische Intro mag Zaghafte abschrecken, aber nach einer halben Minute weicht es einem Killer-Riff und dem mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen Wechsel zwischen Klar- und Kreischgesang. Von überraschenden Breaks und ungewöhnlichen Taktarten zu göttlichen Melodien und archetypischer Poesie mit viel Raum für persönliche Interpretationen – alles da. Und dieses Stück ist erst der Anfang…
Die zweite Nummer, „Death In The Eyes Of Dawn“ startet mit einer interessanten Melodie und enthält eines der besten Gitarrensolos des Albums, vor allem aber macht sie deutlich, wie sehr Keyboarder Herbrand Larsens Gesang zu einem definierenden Faktor geworden ist und wie effektiv er mit den brutaleren Vokaldarbietungen von Grutle Kjellson und Arve „Ice Dale“ Isdal kontrastiert. Ebenfalls in diesem Song zu finden ist einer der abgefahrensten Breaks, aber bevor alles auseinanderfällt und sich in Freejazz auflöst, setzt der Gesang wieder ein und führt die losen Enden zusammen. Das akustische Outro kommt ebenfalls überraschend, bildet aber eine perfekte Überleitung zum ruhigeren „Veilburner“. Für einen Vertebrae-Fan wie mich ist dieser Song auf Anhieb ein Volltreffer, zumal sein Refrain zu Enslaved’s mitreißendsten überhaupt zählt. Unterstrichen – um nicht zu sagen verstärkt – wird die pure Schönheit seiner Melodie durch die Growls im Hintergrund, und das abrupte Ende mit übergangslosem Wechsel zur ungezügelten Aggression des folgenden Intros ist verdammt brutal.
Besagtes Intro gehört zu „Root Of The Mountain“, einer kraftstrotzenden Symbiose aus der hymnischen Grandiosität von Vertebrae und der kühnen Experimentierfreude von Axioma Ethica Odini. Das dynamische Meisterstück präsentiert die ganze instrumentale Bandbreite der Band, von treibenden Doppelbassatacken zu weichen Mellotronklängen, eine triumphierende Leadgitarre hier, ein funkiger Solobass dort, und nicht zu vergessen die akustischen Gitarren, die mal wieder einen neuen Part einleiten, als der Song gerade zuende zu sein scheint. Was er wahrhaftig noch nicht ist, stattdessen folgen noch einmal zwei tolle Minuten.
Alsdann ist das Titelstück an der Reihe, dessen altnordisch klingender Name in Wirklichkeit ein von der Band erfundenes Wort ist, das in etwa „Riten des Menschen“ bedeuten soll. Der Song ist der kürzeste des Album und näher an herkömmlichen Strukturen als die übrigen, aber das „Hail the flames inside you“-Mantra unter dem Growl-Refrain ist nur einer von mehreren Hinweisen darauf, wie weit sich das Quintett aus Bergen vom konventionellen Metal abgedriftet ist. Auf der anderen Seite dürfte das Blastbeat-Outro auch den eingefleischtesten Oldschool-Fan versöhnen.
Auf bislang reiner Hörbasis wage ich nicht allzuviel über die Texte zu sagen, aber die innere Flamme ist ein in unterschiedlichen Bedeutungen wiederkehrendes Motiv, und auch das Album als Ganzes ist offenbar eine direkte Fortsetzung von Enslaveds langjähriger Beschäftigung mit dem menschlichen Geist und unserer Rolle in der kosmischen Kontinuität, in der Leben und Tod nicht mehr sind als Bestandteile desselben endlosen Zyklus. Von früheren Alben her bekannte Themen und Metaphern werden in neuem Zusammenhang aufgegriffen, so beispielsweise das Leuchtfeuer („Beacon“, Titel eines der besten Songs auf Axioma Ethica Odini) in „Materal“, dem siebten Song des Albums. Auch hier haben wir wieder ein Werk vor uns, das die ganze breite Palette der Stärken von Enslaved summiert, sogar noch eleganter als das etwas kantige „Thoughts Like Hammers“. Er beinhaltet außerdem das meines Erachtens schönste Gitarrensolo des Albuns (keine leichte Wahl) und einen weiteren eindrucksvollen Refrain, obwohl der nächste noch besser ist.
Womit ich sagen will, dass auf einem vor Hammer-Refrains nur so strotzenden Albums derjenige von „Storm Of Memories“ nur noch von „Veilburner“ übertroffen wird. Es dauert freilich eine Weile, bis wir in seinen Genuss kommen: Das Intro wächst sich zu einem dreiminütigen Gitarre-Bass-Jam über treibenden Drums aus, verziert mit space-igen Synthie-Effekten und einigen nahezu geflüsterten Growls. Dieser Song braucht definitiv mehrere Durchgänge, bis er sich der Hörerin bzw. dem Hörer erschließt, was im Übrigen auch für das Album insgesamt gilt. Aber nicht abschrecken lassen, es ist die Mühe absolut wert. Das abschließende „Forsaken“ macht diesen Punkt noch einmal auf unwiderstehliche Weise deutlich – schon an seinem Klimaxpunkt nach knapp sieben Minuten ist das Verlangen groß, die gesamte Scheibe direkt nochmal von vorne zu hören. Aber es sind die noch verbleibenden mehr als vier Minuten der ganz leisen Töne, die den krönenden Abschluss dieses außergewöhnlichen Albums bilden. Die letzten Verse rezitiert Larsen nahezu a capella. Nach mehr als einer Stunde Dauerspannung zeigt ausgerechnet dieses vollkommen ruhige, ohne jegliche Eile dahinfließende Ende die intensivste und packendste Seite von Enslaved. Und betont ein weiteres Mal, wie gut die Entscheidung war, Herbrand Larsen mehr Spielraum zu geben als je zuvor. Die Bandbesetzung ist seit fast zehn Jahren stabil, aber bei soviel Talent die richtige Balance zu finden, muss eine kontinuierliche Herausforderung sein. Auf Riitiir stimmt das Gleichgewicht in jedem einzelnen Song.

Das einzige, was mich davon abhält, diesem Album volle zehn Punkte zu geben, ist Vertebrae, das in meinem persönlichen Universum noch nicht einmal von diesem brandneuen Meisterwerk übertroffen wird. Aber wenn unsere Bewertungsskala eine größere Differenzierung erlauben würde, bekäme Riitiir mindestens 9,8 Punkte. Zuzüglich besonderer Erwähnung für das großartige Cover, gemalt von Enslaveds langjährigem Vertrauenspartner Truls Espedal.


1. Thoughts Like Hammers
2. Death in the Eyes of Dawn
3. Veilburner
4. Roots of the Mountain
5. Riitiir
6. Materal
7. Storm of Memories
8. Forsaken


Tina Solda


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9.5/10



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