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STALKER - Printversion
- Rezension: AUDIO CD -


Apocalyptica

2015-04-17
Titel / Title Shadowmaker 
Label Harmageddon Records | OMN Label Services  
Web www.apocalyptica.com
 
Gesamtspielzeit
Total run time
62:39 
Vö/Release17 Apr 2015 
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2 Stalker, 2 Meinungen:

Die finnischen Metal-Cellisten sind mit ihrem neuen Album „Shadowmaker“ zurück. Nach 22 Jahren haben Apocalyptica als Band ein Album aufgenommen, das auch genau nach einer Band im herkömmlichen Sinne klingt. Der Grund hierfür ist recht einfach zu erkennen, denn sie haben als Coverband begonnen, haben sich dann von einem außergewöhnlichen Projekt mit bekannten und, was ihnen noch viel wichtiger war, talentierten Gast-Musikern zum nächsten bewegt. Später fügten sie Schlagzeuger Mikko Sirén der Band hinzu und nun haben sie mit Franky Perez (ehemaliger Gitarrist von „Scars on Broadway“) erstmals einen Sänger, der das ganze Album über der gleiche bleibt und sie auch bei den folgenden Live-Auftritten unterstützt. Die Cellisten, Eicca Toppinen, Paavo Lötjönen, Perttu Kivilaakso und Schlagzeuger, Mikko Sirén bleiben jedoch der eigentliche Kern der Band. Band-Mastermind Eicca Toppinen erklärt diese neue Herangehensweise mit der Tatsache, dass „Gastmusiker und deren Beiträge zu den Songs, zwar in der Vergangenheit viel Spaß gemacht haben, manchmal bedeutet das auch, dass man ein wenig den Fokus verliert, wenn man im Studio ist.“

„Shadowmaker ist ein solides, ziemlich normales und, nicht überraschend, sehr professionell produziertes Album. Soweit es die Strukturen der einzelnen Songs betrifft, findet man immer wieder Elemente, die man schon von vorherigen Alben der Finnen kennt, aber wenn man seinem Sound treu bleiben will und schon so lange dabei ist, wie Apocalyptica, ist es wohl unmöglich sich immer wieder gänzlich neue Riffs, Rhythmen und Akkorde auszudenken. Der größte Unterschied zu allen vorherigen Alben ist der sehr amerikanische Stil in einigen Songs, der vielleicht auf den Einfluss des neuen Sängers zurückzuführen ist.

Ein paar der Songs, wie „Cold Blood“ - welcher gleich nach dem wirklich wunderbaren Intro „I-III-V Seed of Chaos“ folgt –, Titelsong „Shadowmaker“ und „Slowburn“ sind sehr auf Gesang und Schlagzeug fokussiert und die Celli klingen nicht wirklich wie Celli und könnten genauso gut einfach Gitarren sein. Natürlich sind auch in diesen Songs die Celli an der einen und anderen Stelle präsent, kommen aber mehr wie Extras, die den Songs beigefügt worden sind an und nicht wie sonst als Kern aller Songs. Diese Songs könnten auch von jeder anderen US-Alternative-Rock-Band stammen. Die langsameren, balladenartigen Stücke „Hole in My Soul“, „Sea Song“ und „Dead Man´s Eyes“ sind etwas langweilig, da das düstere, melancholische Gefühl, dass die Band wohl beabsichtigte, sich mir nicht entfaltete.

Glücklicherweise ist das nicht bei allen Stücken des Albums der Fall. Es gibt einige echte Apocalyptica-Old-School-Songs in Form der instrumentalen Tracks wie „Reign of Fear“ und „Till Death Do Us Part“ - welcher der stärkste, vielschichtigste und gefühlvollste Song auf „Shadowmaker“ ist. Diese beiden Songs sind fantastisch arrangiert und gehen einem vom Ohr direkt ins Blut, um schließlich in Beinen und Nacken zu landen. Ein weiterer instrumentaler Song ist „Riot Lights“, der mit seinem trancigem-/europoppigem Sound völlig deplatziert wirkt. Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, dass nur die instrumentalen Stücke – außer „Riot Lights“ – es wert sind gehört zu werden, muss ich schnell noch hinzufügen, dass Perez und Apocalyptica ihr ganzes Können auf „House of Chains“ und „Come Back Down“ zur Schau stellen.

Ich weiß nicht, ob Perez von nun an ein permanentes Bandmitglied von Apocalyptica sein wird, aber wenn das der Fall ist, besteht die Chance, dass die Fans nach dem nächsten Album von seiner Stimme gelangweilt sein könnten. Versteht mich jetzt nicht falsch – seine Stimme ist gut und hat genug Vielfalt um als Sänger auf „Shadowmaker“ einen guten Job zu machen, aber ihn als einzigen Sänger auf allen zukünftigen Alben zu haben, würde die Genialität der Band sehr einschränken. Wenn sie sich für einen Sänger pro Album entscheiden würden, wäre das wieder vielversprechender. Aber wer weiß schon, was die Zukunft für Apocalyptica-Fans bereithält.

Fazit: Fünf starke Songs und ein großartiges Intro sind Gründe genug, um zu empfehlen in „Shadowmaker“ reinzuhören. Der Rest des Albums ist der Grund, warum es nicht mehr Punkte bekommen konnte.

Samira Alinto 6,5



Ich kann mich noch gut an die Aussage von Eicca Toppinen erinnern, als er vor knapp zehn Jahren felsenfest der Überzeugung war, dass sie nie wirklich fest mit einem Sänger zusammenarbeiten würden und der Großteil ihrer Musik instrumental bleiben würde. Wie viel sich in eine Dekade verändern kann, das beweist wohl genau dieses Album, denn Apocalypticas aktuelles Werk “Shadowmaker” besteht zum Großteil aus Songs, die mit Sänger Franky Perez zusammen aufgenommen wurden.

Der Einstieg in das Album ist aber dennoch instrumental gehalten - mit “I-III-V Seed of Chaos” beginnt es nicht so chaotisch wie es klingen mag, und auch ist es kein Vorbote für das, was den Hörer im Anschluss noch erwartet.

Weiter geht es dann nun eben nicht mehr instrumental, denn Sänger Franky Perez gibt sein Bestes - Songs wie “Cold Blood” oder “Shadowmaker” wurden schon dem Release des Albums verbreitet, um den Fans einen Vorgeschmack des Albums zu präsentieren. Und mit eben diesen Songs haben sie definitiv ein paar der Stärksten ausgewählt. Kraftvolle Vocals, ein Cellospiel im Hintergrund, welches dank der Melodie gut im Gedächtnis bleibt, und ein stimmiges Bild.

“Slow Burn” beginnt mit dem klang von gezupften Cellosaiten, schwillt dann aber recht schnell zu einem Gesamtwerk aus Schlagzeug und Cello an - bevor dann auch der Gesang einsetzt und das runde Bild vervollständigt. Beschwörerisch klingt die Stimme, diese kann einen durchaus in einen Bann ziehen, wenn man nur die Augen schließt und sich fallen lässt. Der Chorus ist dann rockiger als die Strophen, aber passt dennoch sehr gut in den Song, Brüche oder zu harte Übergänge kann man hier nicht finden.

Komplett instrumental kommt “Till Death Do Us Part” daher - und zeigt wohl noch am Meisten auf diesem Album den “klassischen” Apocalyptica-Stil, auch wenn sich dieser weiterentwickelt hat. Und zwar hin zu längeren Songs, die sie immer weiter wandeln und nicht wirklich einen gewissen roten Faden haben - sondern eher einen, der seine Farbe immer und immer wieder wechselt. Aber genau dies macht den Song aus, die verschiedenen Facetten und die doch abwechslungsreiche Gestaltung.

Ganz am Ende des Album findet man dann auch mein persönliches musikalisches Highlight - “Dead Man´s Eyes”. Dieses Lied trifft das Herz. Eine sehr melancholische Stimmung, ruhig gehaltene Melodien und ein zerbrechlich wirkender aber ausdrucksstarker Gesang. Instrumentale Zwischenpassagen halten diese Stimmung aufrecht, und packen noch ein Schippchen Nachdenklichkeit drauf. Im Verlauf des Songs wandelt sich die Melancholie schon fast in schmerzliche Verzweiflung, und dies wird auch in der musikalischen Veränderung von sanft und leise zu stärker und lauter deutlich. Einziges Manko des Songs ist der zu lang geratene “Abspann”, der nichts Hörenswertes mehr hervorbringt.

Fazit:
Es kann durchaus sein, dass alteingesessene Apocalyptica-Fans erst einmal schlucken werden, wenn sie die Platte in den Spieler legen - denn wirklich etwas mit purem Celloklang hat dies nicht mehr zu tun. Auch Sprüche wie “Das ist Franky Perez feat. Apocalyptica” sind durchaus nachvollziehbar, denn so fühlte es sich teilweise auch für mich an. Im Großen und Ganzen ist es aber - egal wie man es nennt - ein wirklich stimmiges Album voller starker und überzeugender Songs, die hören lassen, dass die Musiker ihr Herzblut hineingesteckt haben.

Anspieltipps: Dead Man´s eyes // Slow Burn  // Till Death Do Us Part

Carina Ullmann 8,5


Ergibt eine Gesamtnote von 7,5/10



Samira Alinto, Carina Ullmann


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7.5/10