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STALKER - Printversion
- Rezension: AUDIO CD -


Faith No More

2015-04-29
Titel / Title Sol Invictus 
Label Reclamation/Ipecac/ [PIAS] Rough Trade 
Web www.fnm.com
 
Gesamtspielzeit
Total run time
38 min. 
Vö/Release15 Mai 2015 
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Faith No More – 1998 als Band aufgelöst – sind nun in der originalen Besetzung von 1998 wieder da, seit 2009 auf der Bühne und – 18 Jahre nach der letzten Studioproduktion - mit einem neuen Album „Sol Invictus“ („Die unbesiegte Sonne“). Der Atem geht den Fans schneller: Hat die Band mit „Sol Invictus“ noch die Power überraschender Innovationen wie damals vor zwei Jahrzehnten – diese Frage stellt sich wohl jedem, der das Crossover aus Metal, Rock, Rap, Chanson, Punk in den 80ern und 90ern miterlebt hat…

„Sol Invictus“ beginnt unspektakulär und ruhig; Piano, marschähnliche, verhaltene Drums, pulsierende Basslines, sonorer Sprechgesang gemischt mit klaren Vocals – fast eine Ballade. Das Album nimmt Fahrt auf mit dem als Single im März 2015 erschienenen, aggressiven „Superhero“, eine würzige Punk/Pro-Rock-Mischung in bester Faith No More Tradition.

„Sunny Side Up“ verrät die enorme Begabung der Band, Stilrichtungen zu kreuzen und in eine klare Komposition mit prägnanten Hooks, Spannungsbögen und wechselnden Tempi zu gießen. Doch erst ab „Separation Anxiety“ wird die Platte richtig spannend, verrückter, wilder und düsterer. Wer die musikalischen Projekte in den vergangenen Jahren von Sänger Mike Patton mitverfolgt hat – von Fantomas, Peeping Tom bis zu „Mondo Cane“, der Interpretation italienischer Schlager der 50er – der kann von jetzt an auf „Sol Invictus“ miterleben, wie diese Einflüsse vokal in die Faith No More-Strukturen eingewoben werden. „Separation Anxiety“ beginnt auf einem fast schon gothic-dunklen rumorenden Bassfundament, Patton flüstert, säuselt, singt, der Song beschleunigt und rockt los.



Noch weiter spannt sich der vokale und damit verschmolzene instrumentale Bogen bei dem folgenden Hammersong „Cone Of Shame“. Als introvertiertes Shoegaze mit halligem Gitarrenintro beginnend, von einer Rezitation durchbrochen, knallt der Song als harter Rocker plötzlich los. Independent-Düsternis kopuliert mit Grunge. Und kriegt gleich hinterher mit „Rise Of The Fall“ einen charmanten, melodiösen Reggae inklusive Chansonattitüde ins Genick... und mit kollabierenden Refrains zwischen Punk und Bee Gees. Spätestens hier lehnt sich der Fan der 90er Jahre zurück und kann beruhigt aufatmen: Die Band hat´s nicht verlernt, scharfwürzige Überraschungspakete zu schnüren.

Aber da ist ja noch einiges mehr in der Box: das düster cinematische „Black Friday“ mit Mariachi-Sound wie zu einem Tarantino-Film; dann das schon Ende 2014 als Single erschienene „Motherfucker“, welches sich im Gesamtverlauf der Platte schön integriert und stärker wirkt als solo auf Single. Und dann das auch schon live vorgestellte, seltsame „Matador“, langsam und irgendwie psychotisch im Midtempo als Ballade beginnend und in einen von Schlagzeug und Bass vorwärtsgepumpten, pathetischen Rocksong wuchernd, wieder mit der Mischung von heiserer Sprechrezitation und klarem Gesang durchzogen. Zum Schluß „From The Dead“ ist ein… Schlager. Naja, ein Faith No More-Schlager, aber mit einer Melodie und einem Gerüst wie bei einem 60er Jahre Song.

Fazit: Es wird sicherlich jene geben, die meinen, früher war alles besser und Faith No More ebenfalls, früher wären sie wilder, schneller, chaotischer. Kann sein. Vielleicht sind sie etwas leiser geworden, aber auch weiser, und das chaotische Element hat mehr Konzept, das sogenannte „Crossover“ hat Substanz gewonnen. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte ziehen sich wie ein roter Faden durch die Strukturen – und das klingt einfach nur spannend und ist alles andere als gewöhnlich. Mike Patton zieht mitreissend seine umfangreichen Register. Man hört, dies ist Faith No More, man hört den Anspruch, den sie an sich selbst stellen, den Spaß, neue Ideen zu entwickeln, nach wie vor anzuecken, sich nicht auszuruhen, auch mit den Lyrics einige gesellschaftliche und politische Ansagen zu machen. Der 18jährige Bruch zwischen damals und jetzt wurde geschlossen. Ein würdiges Comeback-Album mit großen Momenten, welches nun auf internationaler Tournee seinen Kurs fortsetzt.


Tracklist:
1. Sol Invictus 2:37
2. Superhero 5:15
3. Sunny Side Up 2:59
4. Separation Anxiety 3:44
5. Cone Of Shame 4:40
6. Rise Of The Fall 4:09
7. Black Friday 3:19
8. Motherfucker 3:33
9. Matador 6:08
10. From The Dead 3:06

Mike Bordin – drums, percussion, backing vocals (1981–1998, 2009–present)
Bill Gould – bass, backing vocals (1981–1998, 2009–present)
Roddy Bottum – keyboard, backing vocals (1981–1998, 2009–present)
Mike Patton – lead vocals (1988–1998, 2009–present)
Jon Hudson – guitars, backing vocals (1996–1998, 2009–present)



Faith No More 2015 in Europa live:

29.05. Nürburging (Deutschland)
31.05. München (Deutschland)
02.06. Mailand (Italien)
04.06 Wien (Österreich)
05.06. Hradec Kralove (Tschechien)
06.06. Berlin (Deutschland)
08.06. Krakau (Polen)
10.06. Bratislava (Slowakei)
12.06. Landgraf (Niederlande)
13.06. Donington (UK)
14.06. Glasgow (UK)
17.06. London (UK)
18.06. London (UK)
20.06. Clisson (Frankreich)
21.06. Dessel (Belgien)
23.06. Hamburg (Deutschland)
26.06. Norrköping (Schweden)
27.06. Seinajoki (Finnland)
28.06. Odense (Dänemark)

Andreas Torneberg


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9/10