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STALKER - Printversion
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STALKERs Fresh Act – Juli 2008


Mütter sind schon eine ganz besondere Spezies. In der Vergangenheit hat STALKER schon die Konzertpromoterin Mama Trash und die Uebermutter, Luci van Org, aufgespürt, nun verteilt die Grazy Mama mütterliche Ratschläge und Weisheiten. Ob als Akustikprojekt mit Gitarrist Daddy Ritchie oder mit der kompletten Band (The Sidekixx) Grazy Mama verfügt über ein breites, musikalisches Spektrum mit Einflüssen aus den letzten 5 Jahrzehnten Musikgeschichte. Dabei haben die eingängigen, aber auch melancholischen Songs vor allem ein Ziel, nämlich, zumindest den finnischen, Rock´n´Roll zu retten. STALKER traf Tatta alias Grazy Mama an einem sonnigen Samstag Nachmittag auf Suomenlinna, einer Festungsinsel vor Helsinki.

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Lass uns mal mit deinem Namen, Grazy Mama, anfangen, woher kommt er?
Bei Grazy Mama benutzten wir den Buchstaben „G“, weil wir in Finnland diese sehr bekannte Band haben, die immer alles für das Gefühl gemacht hat –„The Hurriganes“ und da ist das „G“. Das „G“ ist auch, weil man „grazy“ sein kann, das ist anders. Man kann sehr ruhig sein und über Dinge reden, die man fühlt, was man wirklich will und dann kann man auch einfach „crazy“ sein, aber Dinge immer noch verstehen. Es heißt nicht, dass man aus dem Rahmen fällt, aber das „G“ im Namen ist so wie, dass man ausbrechen kann.

Was ist mit dem “Mama” Teil des Namens?
Ja, das war so, ich war 8 Jahre und ich habe eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder und auch einen älteren Bruder, aber wie wir alle wissen, wenn man der ältere Bruder ist, heißt das nicht immer, dass man der ältere Bruder ist, also war ich immer wie eine „kleine Mama“. Und als ich 14 war, hatte ich meine erste Band und dieses „Grazy Mama“ kommt daher, es war dieses Rockabilly Ding, also war ich „Grazy Mama“.

Aber du bist keine Mutter oder doch?
Doch, ich habe einen 6 Jahre alten Sohn.

Würdest du sagen, du bist eher “grazy” oder eher “Mama”?
Ich bin eher „Mama“, aber ich bin in der Tat „grazy“. Ich mag es, verrückt zu sein, weil ich glaube die Leute in Finnland sind einfach zu... Sie sehen in die Zukunft, aber sie fühlen die Dinge nicht wirklich. Es ist so wie, man kann Mutter oder Vater sein und einen Job haben, aber man sollte auch gleichzeitig, die Dinge tun, für die man gemacht ist. Man sollte so leben, wie es sich gut anfühlt. Wenn man lebt, um nur alles andere zu machen, dann ist man nicht wirklich am Leben.



Lass uns über euer Songschreiben reden; denkst du, dass das Muttersein einen Einfluss auf deine Art zu schreiben hat?
Ich glaube, das es mehr Ebenen, mehr Gefühle gibt. Ich hab mich nie bewusst dafür entschieden, Musiker zu werden, aufzutreten und mein ganzes Leben der Musik zu widmen, aber so ist es gekommen. Das ist, wofür ich gemacht bin. Als ich angefangen hab, zu schreiben, wusste ich nicht mal, wie ich einen Stift in der Hand halte, aber die Songs kommen einfach und ich denke, dass wir alle ein bestimmtes Schicksal haben, deshalb sollten wir alle sein und tun, wofür wir gemacht sind. Und wenn man ein Kind hat, gibt´s vielleicht gewisse Emotionen, die man nicht bekommt, wenn man keine Kinder hat. Mein Kind und ich, wir haben denselben Geburtstag und kurz bevor mein Kind geboren wurde, ist ein sehr junger Freund von mir gestorben. Auf welche andere Weise kann einem das Leben zeigen, dass es mehr ist, als nur da zu sein und vor sich hin zu leben. Es hat alles eine Bedeutung und vielleicht tue ich, was ich tue, damit mein Kind in der Zukunft vielleicht mehr zu geben hat als ich.

Es gibt auch eine Band, The SideKixx, wer steckt dahinter und wie habt ihr alle zusammengefunden?
Es hat 2005 begonnen, dieser Gitarrist aus Raahe rief mich an und sagte, dass er ganz neue Musik machen wollte, mit einer etwas anderen Band. Er bat ein paar noch recht unbekannte Musiker in ganz Finnland, drei Songs aufzunehmen und die sind auf unserer ersten EP „Throw me Up“ gelandet. In der Band ist am Bass Ari Savilampi, am Schlagzeug Pete Nash, an der Gitarre Daddy Ritchie, auch bekannt als Riku Keränen. Sie haben mich gefragt, ob ich die Texte für die drei Songs schreiben könnte, also hab ich das gemacht und die Songs sind alle aus verschiedenen Genres, es hab Hard Rock´n´Roll und auch eine Ballade. Also hab ich das gemacht, zuerst in englisch und dann auf finnisch. Ich hab Daddy Ritchie zum ersten Mal 2004 getroffen, damals hab ich in einer Rockabilly Band gesungen, in Pori und Riku war aus Raahe und zwischen den beiden Städten liegen 500km. Wir trafen uns, weil ich eigentlich einen Gig in nem Klub in Pori spielen sollte, aber unser Gitarrist in der Band hatte sich die Hand gebrochen und so konnten wir den Gig nicht spielen. 9 Uhr am gleichen Abend, dachte ich, ich müsste trotzdem zu dem Klub gehen, nur um zu sehen, was dort los ist - ich ging und traf Riku. Riku war dort mit einer anderen Band, sie kamen von weiter her und wir haben uns zwei Stunden lang über Musik unterhalten. Dann sind sie gegangen und Riku sagte „Ich kann dich wieder finden“ und ich habe das nicht geglaubt. Damals habe ich noch nicht mal das Internet benutzt, nie, ich bin nur ein bescheidener Musiker. Es war so lustig, so wie das Spiel „Stille Post“ wenn man seine Freunde, seine Freunde, seine Freunde fragt, ob jemand, etwas gehört hat. Und Riku hat mich tatsächlich wieder angerufen und mich gebeten, diese Songs zu bearbeiten und ich bin 2005 hingefahren und wir haben die Platte „Throw Me Up“ gemacht.

Was war deine Motivation, eine Band zu gründen und Musik zu machen ?
Motivation für mich ist, dass ich Musik liebe und wenn ich über Musik rede, dann stecke ich es nicht wirklich in irgendwelche Kategorien, weil ich fast alles mag. Die 70er oder 80er liegen mir wirklich am Herzen. Ich mache Musik, weil mir danach ist, es ist das Gefühl. Ich habe eine Leidenschaft für Musik, ich liebe Musik.



Was wärest du, wenn du kein Musiker wärst?
Ich glaube, ich würde gar nichts sein. Wenn ich die Musik nicht hätte, würde ich nicht sein. Ich wäre nicht mal am Leben.

Wenn ihr live spielt, dann habt ihr Akustikgigs, aber auch Gigs mit der ganzen Band. Was macht dir mehr Spaß?
Ich mag beides, aber ich mag es natürlich, wenn wir als ganze Band zusammen spielen. Es ist so wie, alle kommen zusammen. Ich liebe das und ich glaube, dass kein Alkohol oder sonst irgendwas mich so berauscht, wie die Musik. Wenn ich singe, wird mir der Inhalt der Lyrics bewusst, ich fühle mich so, als ob ich etwas zu sagen habe. Und ich genieße es wirklich, wenn die ganze Band da ist und wir zusammen spielen. Dann passiert was magisches. So wie eine Spritztour auf einem fliegenden Teppich. (lacht)

Wir läuft bei euch das Songschreiben ab?
Es funktioniert wie „einen Blitzeinschlag“. Wenn der Song kommt, dann höre ich ihn einfach. Ich schreibe nicht, wenn ich das Gefühl habe, ich muss oder wenn jemand sagt „schreib darüber“. Die Lyrics kommen einfach und es sind nur ein paar Minuten und sie kommen und sind komplett. Danach will ich auch nichts mehr weglassen oder hinzufügen. Aber wenn man die Songs live spielt, gibt´s natürlich ein paar Änderungen und man kriegt ein wenig mehr Leidenschaft in die Songs.

Einige eurer Songs sind auf englisch und einige auf finnisch; sind die finnischen vielleicht die etwas melancholischeren?
Vielleicht. Die englischen Songs, sie sind einfacher zu verstehen. Es ist leichter zu sagen „Hey, come on in“. Wenn man das auf finnisch sagt, dann ist es „Hei, tuu mukaa“, das klingt nicht so gut. Also vielleicht, wenn die Songs nicht so rockig sind, dann sind sie besser auf finnisch, weil Finnen schon sehr melancholisch sind. Es funktioniert besser, um den Inhalt der Lyrics zu verstehen. Und ich versuche auch auf finnisch zu schreiben, weil in Finnland zur Zeit nur wenige Leute auf Finnisch schreiben, außer Schlager oder einige Pop/Rock Leute, aber keiner schreibt Rock´n´Roll auf finnisch. Das ist traurig, ich versuche einfach etwas zu retten. (lacht)

Was sind deine musikalischen Einflüsse oder was inspiriert dich?
Das ist eine schwierige Frage, weil sie so umfassend ist. Ich liebe Blues und auch etwas Jazz. Dann mag ich diese finnischen Liedermacher wie Juice Leskinen, er ist schon gestorben, aber er war für mich ein großes Vorbild. Dann mag ich auch Janis Joplin, sie ist großartig. Dann hab ich auch diese andere Seite, ich mag diesen alten Rock´n´Roll und meine erste Liebe war Elvis Presley. Dann liebe ich auch noch Hanoi Rocks, ich mag Mike Monroe´s Charakter.



Vor einiger Zeit hattet ihr einen Gig bei einer Schulmesse hier in Helsinki, aber nicht sehr viele Leute sind aufgetaucht oder waren an den Ständen beschäftigt. Ist es schwer einen Gig zu spielen, wenn euch die Leute nicht wirklich Aufmerksamkeit schenken?
Es war eine Mittagspause (lacht). Nein, es nicht schwer, weil es ein Veranstaltung draußen war und ich hab auch gar nicht erwartet, dass in Finnland um diese Zeit so viele Leute auftauchen würden. Jedes Mal wenn wir einen Gig spielen, dann ist es so, dass die Finnen gegen 9 Uhr noch nicht so richtig dabei sind, weil sie noch nicht betrunken genug sind (lacht). Also in Finnland sollte man erst so gegen 11 oder 12 spielen und dann ist es ganz anders. Vor ein paar Monaten waren wir in Joensuu und die Leute dort haben getanzt, es war toll. Das ist, was ich liebe und darum geht´s auch beim Rock´n´Roll.

Was machst du sonst so neben der Band, wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?
Ich mache fast alles. Ich bin jetzt 24 und ich hab schon sieben verschiedene Jobs gemacht, das sagt schon so einiges. Ich denke nicht wirklich darüber nach, was ich werden will, wenn ich mal erwachsen bin (grinst), weil mir die Musik so wichtig ist, ich will mein ganzes Leben Musik machen. Ich mache einfach alles anderen, um Musik machen zu können; ich putze und mache ein bisschen Marketing. Die Stray Cats haben diesen Song “Ain´t got enough money to pay the rent” und so ist es für mich jeden Tag. Ich gebe mir große Mühe, alles zu machen (lacht). Geld ist eine gute Motivation, aber kein sehr guter Grund.

Ich hab auf eurer Myspace Seite gelesen, dass ihr bei Mama & Daddy Records seid, ist das euer eigenes Label?
Wir haben mehr oder weniger unser eigenes Label. Wir hatten diese Situation, dass wir einen Plattenvertrag von Helsinki bekommen hatten und dann ist jemand von der Firma gestorben und er war derjenige, der mit dem ganzen finanziellen Sachen zu tun hatte. Die Firma gibt´s also nicht mehr und wir mussten wieder von vorn anfangen. Wir haben unsere Gigs selber verkauft und dann haben wir ein Video gemacht und neues Material geschrieben.

Also kommt dann bald ein Album von euch?
Es wird 2009 rauskommen. Die Songs sind schon fertig, aber da ist noch diese Studiosache.

Einer eurer Songs heißt “Punk Girl”, worum geht´s in dem Song?
Der Song ist meiner kleinen Schwester gewidmet. Sie ist ein totales Punkgirl. Es ist so was wie ein Charakter-Song und ich denke, dass in jedem von uns ein kleiner Punk lebt. Die Bedeutung des Songs ist so was wie „years are going to roll you under, so where´s your attitude”. Ich will den Leuten sagen, dass sie einfach weiter machen sollen, was sie machen aber niemals ihre Persönlichkeit verlieren.

Was ist dein persönlicher Lieblingssong, den du auch geschrieben hast?
Hmm, vielleicht ist es dieser finnische Song, ich hab ihn noch nicht übersetzt, aber er heißt „Suru Ansa“. Die Lyrics sind sehr tiefgründig. Es klingt jetzt nicht grad, als ob es der beste Song der Welt ist, aber die Bedeutung ist das beste.



Und was ist die Bedeutung?
Es gibt ein paar versteckte Bedeutungen zwischen den Zeilen, man kann es auf zweierlei Weise verstehen. Aber der Hauptsinn ist, dass wenn man an irgendeinem Scheideweg ist und man will auch anderen verständlich machen, wo man ist. Man kämpft mit seinem eigenen Leben und man weiß selbst nicht so genau, wo man gerade ist. „Suru Ansa“ bedeutet so was wie „seine Traurigkeit wegtragen“, aber man ist stark genug, seine Traurigkeit wegzutragen.

Willst du, dass Leute deine Songs für sich selbst interpretieren oder ist es okay für dich, die Lyrics zu erklären, so wie du´s grad gemacht hast?
Nicht immer, die meisten Leute verstehen die Songs einfach so, aber manchmal werde ich auch gefragt „was willst du mit diesem Satz sagen?“ weil es so viele verschiedene Metaphern gibt und wenn sie es nicht verstehen, dann ist es auch ok. Bei der finnischen Sprache sagt immer jeder, dass man neue Texte finden muss und dann, wenn jemand das macht, dann ist es auch gleich wieder „was bedeutet das?“. Das sind die Leute, die auf der Marketing-Seite der Musik sind, aber die Leute, die sich die Musik anhören, für sie ist es „Ja, ich hab´s verstanden, das ist genial, das ist neu“, aber dann gibt´s auch die älteren Künstler, sie analysieren jedes Wort, sie hören nicht wirklich zu und ich glaube, sie wollen es auch gar nicht verstehen.

Letzte Frage, was ist dein Top drei nervigste Bands?
Nervigste Bands? Oh mein Gott, ich will niemanden dissen. Ich sage keine Namen, aber ich hasse Bands, die nur etwas machen, weil jemand anderes es ihnen gesagt hat oder Bands, die sich mit verschiedenen bekannten Musikern zusammentun und dann wollen sie nur ein Tribut für jemanden machen, das ist schlimm, das ist für Geld. Da geht´s nicht um Ehre oder irgendwas. In Finnland gab´s schon für jeden ein Tribut, mein Tribut ist für die Welt, nicht für einen Künstler.

Abschließende Worte?
Glaube an dich selbst und sei, wofür du gemacht bist!

www.myspace.com/grazymama
www.grazymama.com




Autor: text + photos: Kathleen Gransalke
Eingetragen am: 2008-06-30

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