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STALKER - Printversion
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STALKERs Fresh Act März 2010


Robert Polsterer aus Österreich erschafft mit seinem umnachter project eine ruhige Musik im Bereich des Folk, in der neben akustischen Instrumenten eine bizarre Gesangstechnik umgesetzt wird, die sich Obertonsingen nennt. Die Klänge laufen abseits jeglichen Mainstreams und oft genug abseits bekannter Spektren. Daneben ist er auch noch in diversen anderen Bands beteiligt. Ein Träumer auf Reisen zu seinen Kraftorten österreichischer Berge und Wälder…

Deprecated: Function split() is deprecated in /var/customers/webs/stalker/www.stalker.cd/content_module/fresh_acts_show.php on line 37 Hallo, Robert! Hier gehts um dein umnachter project und um deine neue Platte „Schall und Rauch“. Zum Einstieg: Über was für Klänge und Botschaften sprechen wir?
Das Ziel von umnachter project ist es, Bilder in die Köpfe der Zuhörer zu zaubern. Es werden Naturimpressionen und Stimmungen beschrieben. Das Setting ist eine Welt voll Naturgeister und Fabelwesen. Dabei wechseln sich Gitarren- und Gesangsstücke ab. Ein zentrales Merkmal ist der polyphone Obertongesang. Die Musik kann man als „Instrumentalmusik“ bezeichnen, da ich mich der Stimme, auch bei den a cappella Stücken, als Instrument bediene (einzige Ausnahme: „Da Capo“).


Umnachtet zu sein bedeutet ja üblicherweise so etwas wie nicht ganz bei Sinnen… verrückt. Wieso heißt dein Projekt „umnachter“?
Umnachter ist im Grunde eine Wortneuschöpfung. Der Gedanke war, das eher passiv verwendete Wort "umnachtet sein" in eine aktive Form zu bringen, sprich: "umnachten". Das ist grundsätzlich nicht düster gemeint, sondern eher mit einem Augenzwinkern: Mit der Musik umschmeicheln, umhüllen.

Inwiefern unterscheidet sich diese neue Platte von deiner ersten Scheibe „Gedankensplitter“? Hat es etwas wie eine Entwicklung gegeben, sind neue Aspekte dazu gekommen?
Aus meiner Sicht hat das aktuelle Album „Schall und Rauch“ mehr Tiefgang. Ich habe deutlich mehr von meinem inneren Wesen preisgegeben. Während „Gedankensplitter“ noch mehr die Suche nach meinem Stil war, habe ich ihn jetzt, glaub ich, gefunden. Die Scheu musikalische Experimente zu wagen, habe ich soweit überwunden. Mit „Schall und Rauch“ nehme ich den Zuhörer, der sich darauf einlassen will, an der Hand und lasse ihn eine Reise unternehmen. Die CD folgt zwar inhaltlich einem Konzept, es steht aber jedem frei, seine eigene kleine Geschichte zu erleben.

Du spielst neben Gitarre auch Instrumente wie Didgeridoo oder Maultrommel und wendest einen Gesangsstil bzw. eine Gesangstechnik an, die sich Obertonsingen nennt. Bitte erzähl mir was über diese Technik und ihren Ausdruck.
Beim Obertonsingen verstärkt der Sänger, ähnlich wie bei der Maultrommel, die einzelnen Teiltöne der Naturtonreihe. Von einem gesungenen Ton ausgehend, können die einzelnen Obertöne der Naturtonreihe hörbar gemacht werden. Dabei kommt es zu dem Phänomen, dass zu dem Grundton scheinbar auch noch ein weiterer, hoher Ton entsteht. Das ist einer der Gründe, warum das Hörerlebnis „Obertongesang“ oft als so ungewohnt und speziell wahrgenommen wird. Die Frequenzen der Obertöne sind dabei ganzzahlige Vielfache der Frequenz des Grundtons.

Den unterschiedlichen Obertongesangstechniken ist gemeinsam, dass die Schwingung des Obertons, welcher hörbar gemacht werden soll, im Mundraum verstärkt wird. Entspricht dabei die Größe des Resonanzraumes „Mund“ der Frequenz eines Obertons, so „tritt“ dieser aus der Obertonreihe hervor und wird laut hörbar. Die Herausforderung besteht darin, diesen Resonanzraum möglichst exakt und schnell, den Schwingungsanforderungen des gewünschten Oberton entsprechend, zu formen.

Es gibt europäischen Obertongesang und orientalischen wie in Tibet oder der Mongolei. Worin unterscheiden sich diese Arten? Gibt es eine Form regionalen Obertongesangs – in Deinem Fall in Österreich – den du spezifisch ausführst?
In der Mongolei und in Tuva hat Obertonsingen eine lange Tradition. Inspiriert durch Klänge der Natur, wie zum Beispiel das Pfeifen des Steppenwindes, das Rauschen des Wassers, oder die Laute der Tiere, hat sich eine Vielzahl von Stilen entwickelt. Der in Asien gebräuchliche Obertongesang tritt häufig in Verbindung mit Kehlgesang auf. Auch im westlichen Obertongesang, sind einige Sänger mit den Techniken des Kehlgesanges vertraut. Vorwiegend wird hier aber darauf verzichtet und auf der „normalen“ Gesangstimme aufbauend obertongesungen. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der asiatische Obertongesang im Wesentlichen auf einem steten Grundton gesungen wird. In der westlichen Herangehensweise kommt der Grundtonmelodie immer mehr Bedeutung zu.
Österreichischer Obertongesang als solcher, ist mir nicht bekannt. Wohl aber entwickeln manche Sänger spezifische Nuancen in ihrer Technik, die ihren Gesang charakteristisch machen. Das gilt jedoch nicht nur für das Obertonsingen, sondern auch für andere Gesangstechniken.

Ist Obertongesang oder das spielen der Maultrommel archaisch? Welche archaischen Wurzeln stecken in dir bzw. willst du ausdrücken?
Ich betrachte sowohl die Maultrommel, als auch den Obertongesang als archaische Instrumente. Das liegt für mich in ihrer simplen Beschaffenheit und Funktionsweise begründet. Es gibt Hinweise dafür, dass diese Instrumente bereits uralte Vorfahren haben.
Beide funktionieren aus physio-akustischer Sicht, sehr ähnlich, beide basieren auf der Naturtonreihe und für beide haben sich unabhängig auf dem ganzen Erdball verwandte Formen entwickelt. Ich weiß nicht, ob ich mich als archaisch bezeichnen würde, aber mit Sicherheit als ehrfürchtig vor der Schönheit der Natur und als verbunden mit ihr.


Gehört deine Musik in den Bereich „Volksmusik“ – englisch gern als Folkmusic betitelt? Du bist u.a. auch an Bands wie der Folkband Ballycotton und dem akustischen Projekt Fresch beteiligt. Inwieweit stützt du dich auf deine regionale Wurzeln oder beziehst überregionale Elemente mit ein? Was bedeutet Volksmusik für dich?
Folk ist streng genommen ein recht schwierig zu fassender Begriff, ähnlich der Weltmusik dient er eher als Überbegriff oder Zusammenfassung verschiedener Stile (vom Singer-Songwriting bis hin zum Irish Folk) Die Bezeichnung „Fantasy Folk“ passt für mich am ehesten zu der Musik von umnachter project, da sie, ähnlich der Musik von Ballycotton, von denen diese Bezeichnung auch entlehnt ist, zu Fantasiereisen anregen soll. Die Bezeichnung „Volksmusik“ ist für mich einerseits mit purer Spielfreude verbunden und bedeutet andererseits, Musik unter Einbeziehung der umgebenden Musiktradition und Kultur zu schaffen.

Die Übergänge von akustischem Folk zu Musikformen wie Rock und Metal sind oft fließend, aber bei dir liegt eine starke Teilung vor, denn neben „umnachter“ spielst du E-Gitarre in der Deathmetal-Band Final Aphorism – zwei Seiten deines Wesens?
Für mich sind das eigentlich keine Gegensätze. Mit Final Aphorism (FA), haben wir sehr melodiöse Stücke gespielt, die teilweise mit anderer Instrumentierung (und wohl eher ohne Gesang), auch als Folk durchgegangen wären. Umgekehrt habe ich mit dem umnachter project auch einige Ideen, die für FA entstanden sind, aufgegriffen und überarbeitet.

Es sieht allerdings so aus, als wenn die „metallische“ Seite von Final Aphorism seit ein paar Jahren pausiert und du dich mehr zu akustischen, ruhigen Gefilden hingezogen fühlst?
Die Band Final Aphorism (FA) ist seit 2007 nicht mehr aktiv. 2006 haben wir noch ein Album aufgenommen, mit dem Titel: „past and future concentrate“. Diese CD ist sehr gut geworden, aber wir hatten dennoch nicht mehr die Energie weiterzumachen.

In einer Erläuterung zu umnachter steht, es würde sich um melancholische Musik voll Sehnsüchte und Hoffnung handeln. Es ist deine Musik - was sind deine Sehnsüchte und Hoffnungen, die darin stecken?
Ich bin ein Träumer, ein Reisender. So sind meine Gedanken sehr oft an meinen Kraftorten in den Bergen und den Wäldern und mein Herz schwer, weil es ihnen zu selten zu folgen vermag.


Auf deiner Myspace-Seite stößt man auf nebelverhangene, mystische Fotos von Tälern und Berghöhen, ich nehme mal an, aus den österreichischen Alpen. Zeigen diese Fotos besondere Plätze von dir, gewissermaßen wo sich dein Geist zuhause fühlt? Bist du ein Bergmensch, wenngleich du in Wien wohnst?
Die Fotos auf Myspace zeigen das Hochschwabmassiv und die Hohe Veitsch.
Beides Plätze, an die ich mich, so oft ich Zeit finde, zurückziehe, um meine Energiereserven wieder aufzuladen. Auch wenn ich in der Stadt lebe, zuhause bin ich in den Bergen.

Wird es das umnachter project auch live geben oder handelt es sich um reine Studioarbeit?
Grundsätzlich würde ich das umnachter project gerne auf die Bühne bringen.
Im Moment fehlt es mir aber an der nötigen Zeit und die zur Verfügung stehende Energie fließt in meine bestehenden Live- Bands Ballycotton, Fresch und Scharlatöne ein.

Was für Zukunftspläne hast du, konkret oder auch amorph? Wirst du auch wieder zur elektrischen Gitarre greifen oder bleibt es erstmal akustisch?
Ich fühle mich an der Westerngitarre sehr wohl und möchte vorerst bei der akustischen Gitarre bleiben, aber wer weiß was morgen gilt. Zur Zeit bin ich mit meinen Bands Fresch und Scharlatöne im Studio. Ende 2010 werden beide Bands ein neues Album veröffentlichen.
2011 wird die nächste CD von Ballycotton folgen. Die Konzerthighlights heuer sind das Bad Essener Obertonfestival mit den Scharlatönen und das Festival Mediaval III mit Ballycotton.

Vielen Dank für das Interview! Gibt es noch etwas, was du abschließend gern sagen möchtest?
Ich hoffe auf viele feine Konzerte und Begegnungen mit interessanten Menschen.

http://umnachter.com/



Autor: Andreas Torneberg, photos: Umnachter
Eingetragen am: 2010-02-28

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