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Phillip Boa - zwischen Schizophrenie, Höhenflügen und Downs

Phillip Boa steht mit seinem neuen Album „Decadence & Isolation“ in den Startlöchern. Gut gelaunt, super entspannt und sehr redefreudig traf der STALKER den Überlebenskünstler, der sich immer wieder neu erfindet, zum Interview. Auch dieses Mal gab der blonde Sänger einiges preis.



Nachdem der STALKER den großen Künstler der Indie- und Avantgarde-Musik bereits für den STALKER 03/05 (JUN/JUL) auf die Couch gebeten hat und mit erstaunlichen Enthüllungen, interessanten Ansichten und überraschenden Geständnissen aus dem Talk kam, bot sich jetzt wieder die Gelegenheit das Gespräch noch einmal zu vertiefen.

Gefangen zwischen Erfolgsdruck, Unsicherheit und Selbstzweifel, doch dekadent genug, dem Medienzirkus die kalte Schulter zu zeigen. Das ist Phillip Boa, wie wir ihn kennenlernten. Doch lest selbst, wie Herr Boa damit umgeht, sich zwischen Schizophrenie, Höhenflügen und Downs zu bewegen und trotzdem nicht das Ziel aus den Augen verliert, sondern sich zur Entspannung ein Frühstück „kocht“...




Jetzt ist es soweit. Phillip Boa ist wieder da. Eigentlich warst Du ja nie richtig weg, trotzdem sprechen die Leute gern von einem Comeback. Stört Dich das?
Du, ich hatte in den letzten 20 Jahren 3 – 4 totale Downs und auch 3- 4 Comebacks. Das fällt mir also selber gar nicht mehr auf. Es ist einfach normal, wenn man 20 Jahre Musik macht, daß es Höhen und Tiefen gibt. Ich kann das auch selber nicht so beurteilen. Wenn die Leute von einem Comeback sprechen wollen, ist das ok für mich. Ich finde mein neues Album auch… hmm… gut…

Das kam jetzt ja etwas zögerlich. Wir haben beim letzten Interview darüber gesprochen, daß gerade Deine Erwartungshaltung an die eigene Musik, der ständige Druck noch besser zu sein, etwas ist, das Dich sehr belastet. War das dieses Mal ähnlich und wenn ja – wie bist Du damit umgegangen?
Man trägt immer diese Unmöglichkeit mit sich herum, die Qualität der alten Songs zu erreichen, wobei das eigentlich total absurd ist – das waren nun mal komplett andere Zeiten. Ich weiß auch nicht wie man darauf kommt, diese alten Platten immer mit der Gegenwart zu vergleichen. Für mich ist das Geschichte! Ich bin natürlich stolz, daß ich diese Songs geschrieben habe aber sie sind nun mal Geschichte…



Bist Du denn jemand, der nicht gerne auf seine alten Werke zurückschaut?
Gute Frage… Laß mich einen Moment darüber nachdenken… Es macht mich einfach melancholisch und traurig. Wenn ich zurückblicke, kommen mir in erster Linie die guten Erinnerungen in den Kopf. Es gab natürlich auch viele schlechte Dinge, die passiert sind aber die streicht man viel eher aus dem Kopf. Und die guten Sachen, sind eben auch mit Sehnsucht und Verlust verbunden. Ich versuche deswegen auch nicht in alte Situationen und Orte zurückzukehren…

Aber gerade Deine letzte EP „20 Years Of Indie Cult“ hatte ja einen sehr nostalgischen Charakter! 20 Jahre Indie-Musik, 20 Jahre Phillip Boa… Ein richtiges Jubiläum – wie fühlt sich das an?
Soll ich ehrlich sein?

Ja bitte!
Ich bin froh, daß es vorbei ist (lacht). Es war auch nicht direkt meine Idee. Das Management und jeder andere waren von dieser „Rückblick-EP“ begeistert aber ich hatte Angst mich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Es zählt die Gegenwart und die Zukunft.

Hat sich Deine Einstellung zur Musik inzwischen gewandelt, treffen andere Prioritäten in den Vordergrund?
Es ändert sich alles mit der Zeit und ich habe einfach Angst in einer Richtung gefangen zu sein. Deswegen kündigen sich bei mir im Vorfelde immer schon gewisse Phasen an, in denen ich merke, daß etwas neues, etwas anderes, passieren muß, damit ich mich weiterentwickeln kann. Nichts ist schlimmer als Stagnation…



Wie genau kann ich mir das mit den Phasen vorstellen? Macht es mit einem Mal Klick und Du denkst, so kann es nicht weitergehen oder ist Dir vor einem neuen Album bereits klar, das geht in eine ganz andere Richtung?
Der Prozeß läuft nicht so bewußt und analytisch ab, sondern gleicht einer eher langsamen Metamorphose, die ich zuerst gar nicht so mitbekomme. Es ist eine merkwürdige Schizophrenie, mit ich wohl leben muß (lacht). Als wir uns beim letzten Interview getroffen haben, war ich zu einem Viertel ein komplett anderer Mensch. Der Streß vor dem Gig, die Aufregung… Nun sitze ich hier ganz entspannt und bin wahrscheinlich viel menschlicher als auf Tour, wo man natürlich auch eine Kunstfigur im Medienzirkus darstellt.

Ist es denn ein Problem für Dich, wenn die Leute nur auf die Kunstfigur Boa achten und nicht den Menschen sehen, der dahinter steckt? Oder bist Du froh, den Privatmenschen verbergen zu können?
Ich finde es ist generell… Oh je, schwierige Frage…

Es ist ja so, daß viele Künstler Angst haben, sich zu sehr zu offenbaren und lieber mit dem Künstler verschmelzen, den sie darstellen…
Ja, aber ich habe natürlich auch Ängste wie jeder andere Mensch und die Bühne ist eine komplett andere Welt – da können wohl nur die wenigsten sie selbst sein. Aber es wird dann zum Problem, wenn man das, was in den Medien zur Kunstfigur geschrieben wird, wirklich glaubt und auf die eigene Person projiziert.



Was ist eigentlich aus Deinen Plänen geworden ein Buch zu schreiben bzw. eine Biographie zu verfassen?
Ich würde das nicht direkt als Biographie verfassen, sondern eher als Roman mit vielen autobiographischen Inhalten schreiben. Aber bevor dieses Projekt in Angriff genommen werden kann, muß ich 100% mit der Musik durch sein. Jetzt habe ich noch zu viele Ideen im Kopf und nicht die Ruhe etwas niederzuschreiben. Außerdem bin ich mir nicht mal sicher, ob ich das Potential dazu habe (grinst).

Fällt es Dir schwer, Dich in dem schnellebigen Business zu integrieren? Oder ist das gar nicht Deine Absicht?
Darüber denke ich nicht nach… Ich versuche mein eigenes Ding zu machen und mich von der Masse zu distanzieren.

Wie geht es Dir eigentlich damit, wenn Dich Leute auf der Straße erkennen?
Das kommt immer darauf an, wo ich bin. In der Stadt in der ich momentan am meisten lebe, in Dortmund, ist es mir unangenehm, wenn mich die Leute konkret erkennen und anstarren. Dann werde ich unsicher und setze eine arrogante Fratze auf. Das hasse ich an mir! Aber in Berlin ist es eine ganz andere Situation. Da gehen die Leute viel cooler mit Popularität um.



Was machst Du denn an einem stinknormalen Tag, um Dich zu entspannen?
Wenn es solche Tage mal gibt, bekomme ich meistens Angst vor dem Nichtstun und buche schnell einen Flug nach Malta (grinst). Ich tue das, was andere auch gerne machen. Kino ist eine schöne Sache, wenn mal was Gutes läuft. Ich lese auch sehr gerne, besonders Biographien…

Aber so richtig Faulenzen ist nicht Dein Ding, oder?
Doch aber auch nur 2 – 3 Tage, sonst wird das Aufhören so schwierig.

Gibt es denn Zeiten, wo Dich das Business nur noch nervt?
Ja klar, zum Ende einer Tour habe ich meistens überhaupt keinen Bock mehr auf den ganzen Kram.

Was wäre denn ein Grund für Dich endgültig mit der Musik aufzuhören?
Wenn ich nichts mehr verkaufen würde… Ich lege keinen Wert darauf Top Ten in den Albumcharts zu sein aber ein bißchen respektablen Erfolg braucht man zur Motivation.

Was bedeutet Dir persönliches Glück? Was macht Dich glücklich?
Ich will gar nicht richtig glücklich sein, dann kann ich keine vernünftige Arbeit abliefern…

Das klingt jetzt aber zu vernünftig!
Glücklich sein ist unvernünftig (lacht). Ach, ich weiß es auch nicht…

Manchmal sind es ja Kleinigkeiten – Ein nettes Wort, das Lieblingslied im Radio, ein gutes Essen… Kannst Du eigentlich kochen?
Ich konnte mal Spaghetti…

Sonst nichts???
Doch!!! Ich kann Frühstück „kochen“.

Frühstück „kochen“. Britische Manier?
Ja, so ähnlich, Baked Beans und Wedges, lecker! Das macht mir keiner nach (lacht).


Photo: hfr

Na, das ist doch das perfekte Schlußwort, vielen Dank und viel Spaß beim Kochen!


Autor: Jasmin Froghy, Photos: Melanie Haack, Translation: Sanne Peeters & Kathleen Gransalke
Eingetragen am: 2005-09-13

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