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Tuska Open Air 2015

2015-07-07
Stadt / City Helsinki 
Land / Country FIN 
Web www.tuska-festival.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
Suvilahti 
Datum / Date26.-28.6.2015 
Bildergalerie / Picturegalerie Links im Text / linked in the text 
Photos: Tina Solda, Klaudia Weber, Sabine Van Gameren 

Wir hatten uns schon allmählich mit dem Gedanken abgefunden, dass der Sommer 2015 offenbar von höherer Stelle gecancelt worden war, aber dann brach das Tuskawochenende an und brachte doch noch nach alter Tradition die Sonne mit. Vormittags sah es noch nicht so doll aus, aber als wir auf dem Festivalgelände ankamen, stellten wir fest, dass wir viel zu warm angezogen waren. Aber wen stört’s, lieber so als andersrum. Zum ersten Mal in der Geschichte der Tuska nutzte ich den Garderobenservice. Den hat es schon immer gegeben, neu waren dagen in diesem Jahr einige andere Dienstleistungen, auf die ich weiter unten noch zu sprechen kommen werde... (TS)



Freitag
Der erste Tuskatag und zugleich Beginn meines Sommerurlaubs – wie hatte ich mich schon darauf gefreut! Besonders auf diese eine Band aus Australien, Ne Obliviscaris, die ich total genial finde. Da konnte ich ja noch nicht ahnen, dass ich sie nie zu sehen kriegen werde....

Und ausserdem war ich neugierig auf die Briten Krokodil , wo sich Mitglieder von SikTh, Gallows, Hexes, Cry For Silence und Canaya finden und welche die Ehre hatten, die Tuska-Hauptbühne zu eröffnen. Und in der Tat, dieser Trip durch verschiedene Metal-Stilrichtungen – von Doom bis Melodic Death – klang recht angenehm. Es war jedoch nicht das erste Moshpit des Tages, das mich dazu veranlasste, das Ganze aus sicherer Entfernung und im Sitzen zu geniessen... (KW)
Als ich ankam, hatte die erste Band Krokodil gerade etwa etwa die Hälfte ihres Sets hinter sich gebracht. Die Band sagte mir nichts und ihre Show war nicht interessant genug, als dass ich nachträglich das Verlangen verspürt hätte, mehr über sie in Erfahrung zu bringen. Das Auffälligste an ihnen waren die Ansagen des Sängers, der in jeden Satz mindestens drei „fuck“s einbaute. Ich erwarte ja nicht gerade Shakespeare, aber wem so wenig an Rhetorik gelegen ist, der sollte vielleicht lieber einfach nur singen.
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and hier: http://www.eurynomes-photos.com/krokodil_tuska2015.html


Ghost Brigade verschwendeten keine Zeit auf lange Reden und konzentrierten sich stattdessen auf die Musik. Die Konzentration mag notwendig gewesen sein, denn am quasi ersten nennenswerten Sommertag des Jahres eine düster-melancholische Stimmung zu erzeugen, ist gar nicht so einfach. Wobei es mir nur recht war, die Jungs endlich mal im Tageslicht zu sehen. Auch der Sound war super, und Ghost Brigade sind bei aller Zurückhaltund eine ausgesprochen intensive Liveband. Keyboarder Joni Vanhanen, der erst seit letztem Jahr mit von der Partie ist, liefert seit neuestem auch Backingvocals, zum Beispiel in „Electra Complex“. Ein ungewöhnlich langer Song für ein Festival, aber ich fand’s geil. Das Tüpfelchen auf dem i war die Schlussnummer, Ghost Brigades einziger Song auf Finnisch: „Elämä on tulta“. (TS)

Autsch, Metalcore, is der nicht schon hoffnungslos “out”? Tja, ich machte ein paar Bildchen und zog mich dann zurück, denn diese Stilrichtung ist nicht mein Fall. Jedoch scheinen Architects aus GB eine ansehliche Fangemeinde in Finnland zu haben, der begeisterten Menge nach zu schliessen, die sich da vor der Hauptbühne versammelt hatte. (KW)

Als Architects auf die Bühne kamen, fühlte ich mich etwas perplex. Ich hatte Krokodil nur aus der Ferne gesehen – war das jetzt derselbe Sänger? Die kurzen blonden Haare, die tätowierten Arme, und jedes zweite Wort „Fuck“... Bei genauerem Hinsehen sind die beiden Herren dann zwar doch unterscheidbar, aber die Ähnlichkeiten sind nicht zu leugnen. Architects klangen aber immerhin etwas vielseitiger, auch wenn sie ebenfalls nicht gerade mein Ding sind. (TS)
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Wobei ich direkt hinzufügen muss, dass gerade das Anchecken von Bands, die genremäßig jenseits aller Hörgewohnheiten liegen, zu den lohnendsten Festivalüberraschungen führen kann. Siehe Apina: punkiger Rapmetal ist alles andere als meine Baustelle, aber diese vier Nachwuchskünstler aus Oulu waren einfach nur geil. Ich wollte sie eigentlich bloß kurz anchecken und ein paar Bilder machen, blieb dann aber den ganzen Rest des Gigs über da und hatte einen Haufen Spaß. Nicht die Texte konnten eine Menge (vor allem „Isänmaa“), sondern auch die musikalische Seite war in bester Ordnung. Wie schon das Acht-Saiten-Gerät des Gitarristen diskret andeutetete, hat diese Band mit schlichtem Drei-Akkorde-Punk nur sehr wenig am Hut. (TS)
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Die deutsche Band, welche den Play Tuska Wettbewerb und somit den Auftritt auf der Festival Club Stage gewonnen hatte, überraschten mich mit einem ziemlich ausgereiften Sound: Aeons Confer zogen Anwesende mit einer Mischung aus Black Metal und Symphonic Metal Elementen in den Bann, wobei Sänger Bernhard sowohl die Evil Growls als auch die klaren Gesangsteile meisterte.
Wahre Magie aus einer etwas anderen Richtung passierte draussen, wie ich gleich danach herausfinden sollte, und ich schätze mich glücklich, die letzte Hälfte dieses Gigs noch mitgekriegt zu haben. Aber überlassen wir die Lobpreisungen der Expertin: (KW)
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Ebenfalls nicht gerade typisch für Tuska waren Blues Pills aus Schweden. Meine erste Liebe als Teenager vor der Konvertierung zum Metal waren Jefferson Airplane, sodass es eigentlich kein Wunder war, dass die Hippietruppe um Elin Larsson mich schwer beeindruckte. Wobei ich mir die Band vor einiger Zeit auf youtube gegeben hatte und zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht spektakulär gefunden hatte. Live ließen ihre Jam-basierte Show und Elins Megastimme freilich keine Fragen offen. Das einzige, was fehlte, war eine fette Tüte, aber Tuska ist halt nicht Roadburn...


Viele Finnen hatten sich schon auf diesen Gig von Lamb Of God gefreut, kam er doch mit zirka drei Jahren Verspätung... Es schien, dass die Band begierig war, für diese lange Wartezeit zu entschädigen, denn da wurde nicht viel rumgequatscht, sondern so viele Klassiker und Hits wie nur möglich in die Spielzeit gequetscht und gnadenlos durchgepeitscht. Wie einige andere Acts davor, zeigten auch LOG, dass sie die wichtigsten finnischen Wörter gelernt hatten und dankten der enthusiastischen Meute in der Nationalsprache: Kiitos!

Da muss wohl nicht eigens erwähnt werden, dass die Amis abgefeiert wurden wie die Headliner (seht euch diesen Wall-Of-Death Clip an https://www.youtube.com/watch?v=jJ4CzF9Hb1o ). Harte Konkurrenz für Sabaton ...
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Was soll man über Legenden wie Exodus grossartig schreiben? An dem Gig gab es absolut nichts zu bemängeln, die Thrash-Ikonen bewiesen wieder einmal, dass sie ihren Platz in der Metalgeschichte absolut verdienen. Obwohl das Set klarerweise auf das neue Album Blood In Blood Out konzentriert war, durften ultimative Hits wie “Bonded by Blood” natürlich nicht fehlen. Mir gefiel auch, dass diese Show den jüngsten Luftgitarristen, den ich bisher bei nem Festival gesehen hatte, zum Abhotten inspirierte.

Irgendwie fehlte mir zum Mitrocken die Kraft, und mir war kalt, obwohl ich schon 3 Lagen Klamotten trug und das Wetter eigentlich voll OK war... (KW)
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In der Regel sind Pyros der großen Bühne vorbehalten, aber das hielt den Schlagzeuger der auf der Clubstage auftretenden Alfahanne nicht davon ab, als Intro eine abgedrehte Feuerschluckperformance hinzulegen. Der aus dem Rahmen fallenden Einleitung folgte ein hypnotischer Gig mit gutem Groove, etwas eintönig vielleicht - vor allem nach den äußerst melodischen Blues Pills – aber keinesfalls langweilig. Der letzte Song wurde Cisse Häkkinen von der finnischen Rocklegend Hurriganes gewidmet. Long live Rock´n´Roll!(TS)
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Die Beliebtheit der Schweden Sabaton ist in den letzten Jahren im steten Steigen begriffen, und das ist auch verständlich, wenn man die Jungs mal live gesehen hat. Da gibt´s immer so viel Spass auf der Bühne, und dann dieser redselige Frontmann mit seinem riesigen frechen Grinsen und irren Aktionen, da schwappt die gute Stimmung einfach voll über. Und hey, die hatten einen riesigen Panzer als Schlagzeug...

Das Songmaterial mag für meinen Geschmack etwas zu einfach nach Schema F gestrickt sein, aber die Band ist mit Sicherheit eine der unterhaltsamsten in der Szene.
Und ich hätt mir das Spektakel auch etwas länger angesehen, aber ich fühlte mich immer mieser und fing an zu bibbern. Daher entschloss ich mich, das Festival etwas früher als geplant zu verlassen, als die Show eines würdigen Headliners noch voll im Gange war – und später in einem wahren Feuerwerk (wortwörtlich) endete...

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Eigentlich wollte ich an der Aftershowparty mit Black Light Discipline und To/Die/For im Bäkkäri teilnehmen, aber da hatte ich schon Fieber, welches trotz aller Bemühungen am nächsten Tag auch die 40 Grad-Marke erreichen sollte. Als klar war, dass 1.) Tuska für mich gelaufen ist und dass ich 2.) dringend professionelle Hilfe brauche, schleppte ich mich ins Krankenhaus, wo die mich auch gleich die nächsten 4 Tage dabehielten. Diagnose: Lungenentzündung...

Daher kann ich mich hier nur mal bei der Belegschaft des Haartman Spitals für die Fürsorge bedanken, und ein RIESENDANKESCHÖN gilt den “Gastreporterinnen” und lieben Kolleginnen, die uns hier aus der Notlage helfen, denn ein Festival mit drei Bühnen, wobei zwei davon parallel bespielt werden, ist für eine Person alleine doch ein bisschen viel... (KW)



Samstag
Als ich am frühen Samstagnachmittag auf die Bühne zuschlenderte, war das erste, was ich aus deren PA hörte, ein höllisches „... fuckin ´DIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIE!!!!“, unmittelbar gefolgt von einem betont höflichen „Thank you very much.“ Danke gleichfalls, Mr. Holmes, und willkommen zu Hause. Womit ich mich nicht nur auf Tuska als Wohnzimmer unserer Szene beziehe, sondern auch auf die Tatsache, dass der gute Nick endlich wieder growlt wie in alten Tagen.

Der Spaß, den er mit Bloodbath offensichtlich hat, mag einiges damit zu tun zu haben, dass auch das neue Album von Paradise Lost eine Rückkehr zu den Wurzeln darstellt. Letztere dürften übrigens ruhig auch mal beim Tuska erscheinen. Ich selbst habe PL zuletzt mit einem Orchester in den Ruinen eines römischen Theaters erlebt, ein krasser Gegensatz zu Bloodbath, deren blutige Kostümierung dem Bandnamen alle Ehre machte. Laut Holmes war dies das letzte Mal, dass Bloodbath bei Sonnenschein auftreten würden, aber ehrlich gesagt kam der Gig in selbigem wesentlich besser, als er es im nur drei Stunden vorher auf Helsinki niedergegangenen Hagelsturm getan hätte.
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Da meine Kollegin akut krank geworden war und ich die Tagesberichterstattung alleine zu bestreiten hatte, beschloss ich, jetzt schon etwas zu essen, da später garantiert keine Zeit mehr dafür sein würde. Ich verpasste daher das meiste von Bombus, die mit melodischem Rock aufwarteten und mir bei besserer Gelegenheit durchaus zugesagt hätten. Aber diesmal lautete das Stichwort Mahlzeit.
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In den Kaisaniemi-Tagen war Tuska für seine minimale Essensauswahl berüchtigt, aber seit dem Umzug an den heutigen Standort vor 4 Jahren wird das Angebot ständig besser. Dieses Jahr stellte den bisherigen Höhepunkt dar.

Das Black-Dining-Restaurant blieb infolge seines Preisniveaus ungetestet (trotzdem eine coole Idee!), ebenso der Stand, der vergeblich versuchte, Standardfrikadellen für zwölf Euro an die Kundschaft zu bringen, während sein Nachbar Gourmet-Falafelrollen für acht anbot. Die letzteren hatte ich am Tag zuvor probiert und für exzellent befunden, selbiges galt auch für den am Samstag im Biergarten verspeisten Fetaburger.


Die Band, die am weitesten zum Tuska angereist war, waren Ne Obliviscaris aus Australien. Sie waren zum ersten Mal überhaupt in Finnland, aber hoffentlich nicht zum letzten. Ich hatte befürchtet, dass die Truppe hierzulande immer noch ziemlich unbekannt wäre, aber die Menschenmenge vor der Hauptbühne war beeindruckend. Und die Darbietung war absolut fantastisch.

Ungeachtet ihrer Komplexität funktionierten die Songs auf der Bühne hervorragend, und auch fürs Auge wurde einiges geboten. Geiger/Sänger Tim Charles hätte ich sowas von mit nach Hause nehmen können, und sein Growl-Kollege Xenoyr ist auch nicht von schlechten Eltern. Benjamin Baret sagte hinterher, dass er nicht so ganz zufrieden mit dem Auftritt war (er selbst musste wegen einer Handverletzung seine Gitarre in einer unbequemen Position spielen und der Drummer hatte Stress mit seinem In-Ear-System), aber wenn dieser Gig suboptimal war, wage ich mir kaum vorzustellen, wie überwältigend diese Band unter normalen Umständen sein muss.
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Auf das Sextett von Downunder folgte ein Trio aus Norwegen. Ich hatte Einherjer einmal gesehen, 2011 in ihrer Heimatstadt Haugesund, und war nicht ganz überzeugt gewesen, aber die jüngste Scheibe Av Oss, Oss Für war eines meiner Lieblingsalben von 2014, sodass meine Erwartungen trozdem hoch waren. Leider verstärkte sich eher der Eindruck, dass Einherjer keine besonders spannende Live-Band sind. Vielleicht ist Frode Glesnes einfach ein bisschen zu ernst für den Job... Mir gefiel der Gig dennoch, da sie einige meiner alten und neuen Favoriten wie „Nidstorm“ und „Ironbound“ brachten und ich zudem ein sonniges Fleckchen direkt vor dem Mischpult erwischt hatte, aber aus dem Material der Band ließe sich problemlos ein besserer Set stricken.
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Loudness

Die Japaner Loudness kennen nichts, wenn es um die Leidenschaft auf der Bühne geht. Diese Leidenschaft ihrer energiegeladenen Performance überträgt sich sofort auf die Menge, die sich willig von diesem japanischen Fan-Fieber anstecken lässt. Geboten wird hochqualitativer Heavy Metal mit einem Hauch Glam Rock, also kein Plüsch-Gedudel, sondern ansteckende Riffs, die dir noch tagelang im Ohr hängenbleiben. Speed und Aggressivität, jedoch gut ausgewogen, damit beweisen Loudness, dass das Gründungsdatum der Band – 1981 – keineswegs als Ausrede gilt, weniger Gas zu geben. Obwohl es erst der 2. Song im Set war, geisterte mir Like Hell noch Tage später im Kopf rum. (NH)
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Amorphis sind ein regelmäßiger Gast beim Tuska, aber die diesjährige Show war etwas Besonderes: die Band spielte den Klassiker Tales From The Thousand Lakes in voller Länge. Einige der Songs dieses Albums waren zwanzig Jahre lang nicht live gespielt worden, darunter mein persönlicher Favorit „Forgotten Sunrise“.

Jenes Stück hatte seinerzeit die spätere Wende in eine progressivere Richtung prophezeit und das kurze Gitarrensolo hatte erstmals angedeutet, dass Esa Holopainen schon seit der Grundschule ein Fan von Dave Gilmour war. Kam verdammt gut, es endlich mal live zu hören. Dasselbe gilt für die Growls von Tomi Koivusaari, der nach ewigen Zeiten mal wieder einen Mikrofonständer vor sich hatte, auch wenn er nur an einigen Stellen von „Into Hiding“, „First Doom“ und zwei oder drei anderen Songs Vokalbeiträge leistete. Anstatt das Album Note für Note zu reproduzieren, nahmen sich Amorphis einige willkommene Freiheiten, wie etwa das verlängerte Outro von „Castaway“, das neue Keyboardarrangement in „First Doom“ oder die Kingston-Wall-Anspielung in „Magic & Mayhem“. Im Anschluss an Tales gab es noch ein paar zusätzliche Songs aus den frühen Jahren, darunter überraschenderweise sogar „Folk Of The North“ von der Black Winter Day-EP. Ein toller Gig und eine gelungene Referenz an die Bandgeschichte. Glücklicherweise beweist jedoch das demnächst erscheinende Album ( unser Bericht über die exklusive Listening Session HIER ), dass Amorphis noch weit davon entfernt sind, zur Nostalgieband zu degenerieren.
Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/amorphis_tuska2015.html


Der nächste Gig war ebenfalls ein Special: der erste Sologig von Abbath. Oder vielleicht sollte ich schreiben, erster Gig unter eigenem Namen, denn seine „Soloband“ hat mehr Mitglieder als Immortal. Ein großer Teil der Setliste bestand aus Immortal-Songs, was natürlich verständlich ist, da noch nicht viel Solomaterial existiert. In gewisser Weise hatte ich mit Abbath das gleiche Problem wie mit seinen Landsleuten von Einherjer - mein Interesse war groß, aber die Show konnte nicht ganz mit den Erwartungen mithalten. Außerdem war der Sound seltsam breiig – da die anderen Bands auf dieser Bühne sauber klangen, wunderte ich mich zwangsläufig, ob dies Absicht war. Aber schließlich war es der erste Auftritt der Band, insofern ist es schon okay, dass noch Raum für Entwicklung da ist. Und wenn mit Abbaths Solokarriere alles gut läuft, mag ohnehin die Zeit unsere Erinnung an diesen Debütgig verklären.
Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/abbath_tuska2015.html

In Flames

Als In Flames die Bühne beehrten, konnte auch ein technischer Schluckauf die Menge nicht davon abhalten, sich an die Barrikaden zu pressen, loszubrüllen und die Fäuste hochzurecken. Das Tuska-Publikum war ebenso entzückt, die Schweden zu sehen, wie diese Meister des Melodic Death Metal den Anblick eines wahren Meers finnischer Fans genossen. Ich rang mit mir, bei Only for the Weak tatsächlich Fotos zu machen, da es ja auch noch später Gelegenheit zum Headbangen geben würde, aber immerhin sang ich mit, während ich die Kamera auf Fridén, Gelotte, Ewers, Engelin und Svensson gerichtet hielt. Da es im Fotograben kaum Platz gab, sich zu bewegen, war ich an den Barrikaden eingeklemmt, als auch schon bei Everything’s Gone– angefeuert von Fridén – die ersten Crowdsurfer über das Gestänge purzelten. Die FotografInnen wurden dann auch gleich aus dem Pit gescheucht, da ein Surfer nach dem anderen über die Köpfe und Hände des Moshpits getragen wurde und es riskierte, vom Tuskagelände verbannt zu werden. Noch immer nicht zufriedengestellt, wollte Fridén noch mehr Ekstase und feuerte die Circle Pits an, um die Meute in dem Zustand glücklicher Erschöpfung zu halten. Und durch eine gute Auswahl an altem und neuem In Flames Material, gab die Menge auch alles, was sie hatte. Von hochgereckten Fäusten über die Barrikaden bis hin zu den freundlichen, aber energiegeladenen Circle Pits oder den entrückten TänzerInnen am Rand des Geschehens, die Tuska-Meute war hin und weg. (NH)
Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/inflames_tuska2015.html


Sonntag

Mors Subita ist ein aufstrebender finnischer Melodic Death Act, der gerade das zweite Album “Degeneration” rausbrachte und damit auch ziemlich erfolgreich ist. Jetzt eröffnen sie die Hauptbühne am Tuska Sonntag und das mit Bravour. Verglichen mit dem Album, scheinen sie hier etwas zugänglicher und ihre energiegeladene Show tut ein Übriges, die Frühaufsteher beim Tuska zu unterhalten.

Ein aggressiver Song fällt besonders auf, “World Separated”, dessen Energie sofort auf das Publikum überschwappt. Dazu kommt noch Sänger Eemeli, dem oft die Bühne zu klein wird und der jedem den Eindruck gibt, er spreche jeden einzelnen persönlich an. Ein guter Opener des Tages!


Warmen gibt es schon ne ganze Weile und mit 5 Alben im Gepäck hat die Band in der Tat einiges zur Auswahl für das heutige Programm. Im Herbst 2014 kam das jüngste namens “First of The Five Elements” heraus (was bedeutet, da kommen noch mindestens vier weitere Alben?), also gibt es klarerweise was zu promoten.

Mit einigen Gästen haben sich die Jungs schon beliebt gemacht. Alexi Laiho von Children of Bodom ist ein wohlbekannter Name und ein sehr willkommener Gast, der trotz seines Erscheinens für die letzten Songs im Set wirklich auf den Tisch hauen und jene überzeugen kann, die sich bei Warmen noch nicht so sicher waren. Die spielen nicht so oft, aber wenn sie spielen, dann geht da echt eine Party ab!


Die Thrasher Mokoma treten oft beim Tuska auf und da sie eine breite Fanbasis in Finnland haben, immerhin sind alle ihrer Songs in Finnisch gehalten, gibt es gute Gründe, sie immer wieder zu diesem Festival einzuladen. Klarerweise war das aktuelle Album “Elävien kirjoihin”, das im Februar erschien, da auch eine gewisse Hilfe. Mokoma ist nicht unbedingt eine extrem extrovertierte Band. Klar versprühen sie Energie, aber die kommt vorwiegend von der Musik und ihrem Können, auf der Bühne passiert ansonsten nicht wirklich viel. Jedoch präsentieren sie sich ungeheuer professionell. Die Songs sind den Fans wohlbekannt, die daher oft mitsingen und der Band ein bisschen die Arbeit erleichtern, und mit dem gewissen Extra zeigen die Jungs wieder mal, warum sie beim Tuska immer wieder willkommen sind. (SvG)
Sabines eigene Seite: http://tempelores.com/


Der dritte Tag der Tuska begann mit der Entdeckung, dass in der Nacht ein Fahrraddieb meinem Hinterhof heimgesucht hatte (hättest wenigstens das durchgesägte Schloss in den Mülleimer werfen können, Arschloch!). Als indirekte Folge davon verpasste ich obendrein At The Hollow, aber zum Glück ist es unmöglich, sauer zu sein, wenn Anneke van Giersbergen singt.

Sie war diesmal mit dem Vokaltrio Sirens da, bei dessen übrigen Dritteln es sich um die Norwegerinnen Liv Kristine (Theatre Of Tragedy) und Kari Rueslåtten (The Third And The Mortal) handelt. Von den dreien schien Anneke die einzige zu sein, die sich auf der Bühne eines Metalfestivals wirklich zuhause fühlte, zumal auf dem Tuska (ihre hiesigen Duette mit Devin Townsend sind noch in bester Erinnerung). Der Set bestand aus einigen gemeinsamen Songs, sowie Material von den jeweiligen früheren Bands der drei Sängerinnen und deren Soloalben. Zwischen den zu dritt gesungenen Stücken wechselten sich alle drei mit Soloeinlagen ab. Das Trio-Konzept könnte spannender sein, wenn die drei Stimmen sich stärker voneinander unterscheiden würden, aber andererseits harmonierten sie gut miteinander und boten einen angenehmen Kontrast zur den testosterongeladenen Mehrheit der Tuska-Bands.
Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/sirens_tuska2015.html


Opeth hatten seit 2006 nicht mehr auf dem Tuska gespielt und ihr seit damals aufgenommes Material ist weniger von der metallischen als von der progressiven Sorte. Nach der Veröffentlichung von Heritage dachte ich schon, dass der Metal diese Band für immer verloren hätte, und obwohl ich ein alter Progfan bin, konnte ich mit jenem Album nicht allzuviel anfangen. Der Nachfolger Pale Communion war jedoch wieder richtig gut, und in letzter Zeit sind auch ihre Live-Shows wieder etwas härter geworden. Auf dem Tuska boten Opeth eine gut strukturierte Mischung aus alt und neu, bei der von „Eternal Rains Will Come“ bis „Deliverance“ ein Höhepunkt den anderen jagte. Die Konkurrenz von jungen Bands wie Ne Obliviscaris ist auf dem Vormarsch, aber wie es scheint, brauchen Opeth noch nicht ernsthaft Angst zu haben. (TS)
Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/opeth_tuska2015.html

Stratovarius

Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/stratovarius_tuska2015.html
Stratovarius sind den Finnen wohlbekannt, und obwohl nun keine Gründungsmitglieder mehr dabei sind, gelten sie noch immer als einer der führenden Acts im Power Metal Genre. Leider ist Power Metal nicht so ganz meins, und wenn da nicht viel an Action auf der Bühne dazukommt, nutze ich da eher die Gelegenheit, an was zu essen oder aufs Klo zu kommen. Diesmal hatte ich hohe Erwartungen, jedoch schreckten mich eine 08/15 Show und eher unterdurchschnittlicher Live Sound Mix davon ab, eine gründlichere Reporterin zu sein. Kann auch sein, dass mich die tollen Shows von Opeth und Strong Scene Collective davor bzw. der bevorstehende Alice Cooper Gig etwas beeinflussten. Aber da es an solidem, packendem Sound mangelte, mich an der Bühne gebannt zu halten, überliess ich Stratovarius lieber ihrer Fangemeinde. (NH)
Nikkys Webseiten: http://www.facebook.com/nikkyholmes.photography http://www.helrocks.com/photos/tuska-open-air-2015-day-1/

Von den eingangs erwähnten neuen Services auf dem Gelände begeisterte mich vor allen Dingen die kostenlose Sauna. Auch das beste Festival hat seinen Anteil von nervigen Bands, und was könnte ein besserer Fluchtort sein als ein Biergarten mit altem Baumbestand und Sauna?

Es handelte sich um eine große Zeltsauna aus Armeebeständen mit Doppelofen, der für einen angenehm weichen Dampf sorgte. Und obwohl das Aufbrezeln für mich traditionell zum Tuska gehört, war es äußerst entspannend, gewickelt in ein schlichtes Handtuch (natürlich schwarz und bereitgestellt von der zuvorkommenden Festivalcrew) in fröhlicher Runde in der Sonne ein kühles Bier zu genießen. Meine Begleiterin testete derweil eine andere Neuheit, nämlich den Schminkservice. Für 5€ ließ sie sich ein professionelles Corpsepaint verpassen, und das Ergebnis war beeindruckend.



Die von uns mit schwarzweißer Visage, die andere von der Sauna gerötet, fühlten wir uns bereit für den Hauptact. Ich gebe zu, dass mich die Ankündigung von Alice Cooper als diesjährigem Headliner seinerzeit etwas skeptisch gemacht hatte. Immerhin ist der Mann fast siebzig, und im Laufe der Jahre habe ich mehrere deutlich jüngere „legendäre Acts“ langweilige Festivalsets spielen gesehen. Aber meine Befürchtungen hätten unbegründeter nicht sein können – Herr Cooper zeigte den jüngeren Generationen mit Nachdruck, wo der Hammer hängt, und lieferte das spektakulärste Tuska-Finale seit Jahren.

Obendrein war seine Band der erste Tuska-Headliner mit weiblicher Leadgitarrenbesetzung, namentlich der fantastischen Nita Strauss. Ich wünschte, wir hätten ein paar Vorbilder von ihrer Sorte in Finnland, und ihre Leistung am vergangenen Sonntag dürfte zumindest in einigen Köpfen im Publikum eine Einstellungsänderung bewirkt haben. Der Set enthielt eine lange Liste von Alice Cooper-Klassikern sowie am Ende eine denkwürdige Hommage an einige Rocklegenden, deren Blütezeit zeitlich mit dem Aufstieg von Alice Cooper zusammenfiel, die jedoch längst von der Bühne abgetreten sind. Unter diesen Coversongs befanden sich „Revolution“ von den Beatles, „We’re Not Gonna Take It“ von The Who und Jimi Hendrix’ „Foxy Lady“, letzteres aus naheliegenden Gründen eine Paradenummer für Nita Strauss. Und als wir gerade dachten, dass die Show nicht mehr besser werden könnte, kam Alice Coopers alter Freund Michael Monroe auf die Bühne für „School’s Out“, komplett mit Luftballons und Konfettiregen. Die ultimative Zugabe, und ein perfekter Abschluss für ein weiteres großertiges Tuskawochenende. (TS)

Mehr Bandfotos hier: http://www.eurynomes-photos.com/alicecooper_tuska2015.html



Tina Solda (TS), Klaudia Weber (KW), Sabine Van Gameren (SvG), Nikky Holmes (NH)


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9.5/10



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