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Sole Remedy: Blutige Finger

Die finnische Musikszene ist ja eher für ihre Gothic-Pop oder Death Metal Bands bekannt, aber es muss doch auch was dazwischen geben, oder nicht? Nach langer Suche wurde STALKER eher zufällig fündig, Sole Remedy heißt die Band, die sich eher dem progressiven Metal verschrieben hat. Mit ihrem zweiten Album „Apoptosis“ konnten sie überall gute Kritiken einheimsen, sogar Vergleiche mit Tool oder Katatonia wurden heraufbeschworen. Dem STALKER schüttet Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jukka Salovaara per E-Mail sein Herz über die Härten des Musiker- und Produzentdaseins aus; klärt über die biologischen Hintergründe zum Album auf und schmiedet Pläne für die musikalische Welteroberung.



Die Leute, fast überall auf der Welt, haben ja vor kurzem Halloween gefeiert. Daher mal meine erste Frage: welches (gespenstische) Kostüm wäre das passendste für jedes Bandmitglied?
Jukka (das bin ich!, Sänger und Gitarrist) wäre wohl der Penner aus Mulholland Drive. Henry (Schlagzeug) wäre der gut aussehende „Hello, Ladies“ Typ aus den Old-Spice Werbespots mit nichts als einem Handtuch an und Jeans drunter. Eetu (Gesang-Keyboard) wäre Jessica Rabbit mit dem Kopf von Roger Rabbit. Artturi (Bass) wäre ein sadistischer Dalai Lama. Mikko (zweite Gitarre) wäre Marilyn Monroe mit ganz viel Lippenstift, einer weißen Perücke und 3-Tage-Bart. TOTAL UNHEIMLICH!

Aber lass mal etwas mehr über eure Musik reden. Euer zweites Album „Apoptosis“ („programmierter Zelltod“) ist im September erschienen. Als Biologe frage ich mich natürlich, wie ihr auf den Albumtitel kamt?
Henry hatte die Idee schon vor Jahren, aber damals hat es irgendwie nicht gepasst. Mir ist es dann später wieder eingefallen, als wir das Album zusammengestellt haben und anfingen, die Story dazu zu schreiben. „Apoptosis“ war ein geeigneter Titel, weil sowohl die biologische als auch die griechische Bedeutung (=“abfallen“ von Blütenblätter oder Blättern von Pflanzen oder Bäumen) zur Story passte. In diesem Fall, ist „Apoptosis“ eine Metapher.

Wie hängt denn genau der Selbstmord einer Zelle mit eurem Album/eurer Musik zusammen?
Der ganze Prozess der Apoptose hängt mit der Geschichte des Albums zusammen. Es geht um einen Menschen, der Veränderungen durchmacht und versucht, zu verstehen, was grad passiert.

Das erste, das ich dachte, als ich euer Album in den Player gelegt hab, war Lena “Satellite”. Was ist dein Kommentar dazu?
Das musste ich erst googlen…okay…niedliches Mädel und eine einzigartige Stimme. Hmm…Eurovision? Ganz klar, jetzt bin ich etwas verwirrt, haha! Also…du denkst wir haben eine einzigartige Stimme, eingängige Song und wir sind niedlich? Und, dass wir beim Eurovision auftreten sollten? Wow, das ist total METAL! ;D

[Na ja, eigentlich hab ich gemeint, dass die ersten Sekunden sehr ähnlich klingen, aber lass mal gut sein!]



Später hat es mich auch eher an Ghost Brigade erinnert. Wie dem auch sei, es klingt auf jeden Fall sehr anders, als das, was normalerweise so aus Finnland kommt…
Yeah, Ghost Brigade ist ein passenderer Vergleich als vielleicht Lena, hehe. GB haben grad gut was am laufen und ich habe auch beide Alben bei mir im Regal. Ich hab es bisher allerdings immer noch nicht geschafft, sie live zu sehen. Es ist gut zu hören, dass du Sole Remedy für etwas Besonderes hältst. Es ist immer schwer, seine eigene Musik zu beurteilen oder zu kategorisieren, deshalb denken wir auch nicht wirklich darüber nach, was die Leute vielleicht über uns denken. Ich glaube, wenn Musik wirklich aus Herz und Seele kommt, dann wissen es die Leute vielleicht eher zu schätzen und verstehen es besser. Ich weiß, dass es für „normale“ Metal/Rockfans etwas schwieriger ist, diese Art von progressiver Musik zu verdauen. Aber auf der anderen Seite, was ist heute eigentlich noch „normal“ und was ist „anders“?

Wie seid ihr denn beim Label Aftermath Music NORWAY gelandet?
Wir haben ein paar Promos überall in die Welt geschickt und haben ein paar Antworten von verschiedenen Labels bekommen. Wir wollten nicht gleich einen kleinen Deal mit einer großen Company, wo wir wahrscheinlich ganz unten in der „Hackordnung“ gewesen wären. Aftermath Music schien grad gut zu laufen, und so sind wir aufgesprungen. Sie haben so eine erdige Qualität, die wir sehr schätzen.

Wenn man diese Art von Musik spielt, ist es dann schwieriger einen Plattendeal in Finnland zu kriegen. Ich glaube, Ghost Brigade sind bei einem US-französischen Label…
Es ist überall schwer, einen Plattendeal zu kriegen! Es gibt so viele Bands heutzutage und Plattenverkäufe sind jetzt schon seit einiger Zeit im Keller, weil es den Anschein hat, also ob die Leute ihre Musik für lau haben wollen. Sie verstehen die ganze Maschinerie nicht und, was es kostet, ein Album zu machen, das von guter Qualität ist. Alles kostet etwas! Das Studio, die Tontechniker, der Produzent, das Mixen, das Drucken, das Maschinisieren, die Promotion etc und diese Liste beinhaltet nicht mal das Equipment der Musiker selbst. Oder vielleicht wissen es die Leute doch, aber ihnen ist es scheißegal. Das klingt vielleicht etwas herablassend, aber ich bin auch ein bisschen traurig darüber, dass die CD vielleicht irgendwann verschwinden und vollständig von dem digitalen Format ersetzt wird. Ich kaufe immer noch CDs und werde es auch weiterhin tun. Ich weiß, es gibt noch viele andere, die Musik kaufen und ich habe auch gehört, dass LP Verkäufe innerhalb weniger Jahre wieder langsam angestiegen sind. Aber egal, zurück zum Thema. Für Plattenfirma ist es ein riesiger Schritt, Bands zu signen, die noch keine lange und umfassende Karriere gehabt haben. Und obwohl es uns schon seit 12 Jahren gibt und „Apoptosis“ unser zweites Album ist, sind wir immer noch eine „neue“ Band.

Ich hab gelesen, dass du das gesamte Album selbst aufgenommen, gemischt und produziert hast. Was steckt hinter dieser do-it-yourself Einstellung?
Ich hatte die Möglichkeit, es zu machen und ich wollte beweisen, am meisten mir selbst, dass ich es kann. Ich hatte eine gewisse Vorstellung davon, was wir wollten und in welche Richtung unsere Musik gehen sollte. Außerdem hatten wir zu der Zeit auch keinen Plattenvertrag oder irgendwelche bestimmten Deadlines. Also, hatte ich/wir das Gefühl, dass es richtig wäre, es selbst zu machen.



Es wurde auch erwähnt, dass es eine sehr stressige Zeit für dich war…hast du also vor, die nächste Platte auch wieder im Alleingang zu produzieren?
Es war stressig…ich war fast zwei Monate im Studio und hab von 9 Uhr morgens bis 20 Uhr abends gearbeitet. Ich hatte grad Crib45´s Album „Metamorphosis“ fertig und bin dann nahtlos vom Mastern zum Schlagzeug Einrichten mit Henry übergegangen, um dann „Apoptosis“ aufzunehmen. Natürlich ist es auch das, was mir Spaß macht. Aber niemand versteht wirklich, wie viel Stress man hat, wenn man ein Album selbst macht (=aufnehmen, mischen und produzieren, dazu kommt noch Gitarrespielen und singen und und und) außer natürlich, man hat das mal selbst durchgemacht. Ich glaube, wir nehmen vielleicht auch unser nächstes Album selber auf, weil ich und auch Eetu dafür qualifiziert sind. Auch Artturi hat mal bei Aufnahmearbeiten mitgearbeitet, das haben wir also ziemlich gut abgedeckt. Vielleicht produziere ich es auch wieder selbst, aber ein Fremd-Produzent ist natürlich auch eine Möglichkeit. Mir schweben da schon ein paar vor…

Kannst du ein bisschen was über das Konzept des Albums erzählen?
Es ist eine Geschichte über eine Person, die durch Veränderungen geht und versucht, herauszufinden, was überhaupt passiert. Die Geschichte ist ausgedacht, obwohl es von wahren Begebenheiten aus dem Leben verschiedener Leute inspiriert wurde. Ich will hier nicht zu viel verraten, weil ich will, dass sich der Hörer selbst Gedanken über die Geschichte/die Lyrics machen soll.

Das Album wurde schon im Sommer 2009 fertiggestellt, aber jetzt erst veröffentlicht. War es schwierig so lange zu warten, bis die Leute endlich euer Werk hören konnten?
Eigentlich ist die Zeit ziemlich schnell vergangen. Ich glaube, es war gut, zwischendurch eine kleine Auszeit zu haben, obwohl die Band nachdem das Album fertig war eigentlich nicht so richtig auf Eis lag. Wahrscheinlich wäre es auch nicht so gut gewesen, wenn wir das Album direkt veröffentlicht hätten, weil Toni (unser ehemaliger Bassist-Sänger) sich im herbst 2009 entschieden hat, die Band zu verlassen. Er hatte das Gefühl, dass er nicht genug Zeit für die Band hatte. Wir hätten womöglich ganz schön in der Patsche gesessen, wenn wir die Dinge überstürzt hätten. Dennoch, alles ist gut geworden! Wir hatten fast eine Woche, nachdem Toni seinen Abschied verkündet hatte, einen neuen Bassisten. Und wir hatten Glück, jemanden zu finden, wie Artturi, den wir alle schon vorher sehr gut kannten und wussten, dass er sehr viel Talent hat. Wir hatten nur noch ein Problem; wer sollte der zweite Sänger sein? Wir überlegten auch, dass es großartig wäre, wenn wir bei unserem Live Setup auch Keyboards dabei hätte; also suchten wir einen Sänger-Keyboardspieler. Ein paar Leute kamen zum Vorspielen und in der allerletzten Minute rief mich Eetu an und fragte, ob der Job noch zu haben sei. Wir entschieden uns, es zu probieren, spielten einen Gig mit ihm und es hat wunderbar geklappt.

Gibt´s etwas, was ihr jetzt an der Platte ändern würdet?
Nein. Es ist genauso geworden, wie wir es geplant haben. Ich glaube, es ist eine sehr mutige Platte! Sie ist sehr roh, fast schon analog, aber dennoch groß. Es gibt kein Autotune bei den Vocals, die Drums sind 98% authentisch in der Bearbeitung, Gitarren wurden solange gespielt, bis Blut aus unseren Fingern kam…na ja, nicht wirklich, aber es war manchmal schon schwer.



Ihr werdet ja oft mit Tool, Opeth und Katatonia verglichen. Das muss ein ziemlich große Ehre sein…oder ist es eher ein Fluch?
Ich persönlich denke, dass es eine wahnsinnig große Ehre ist. Diese drei Bands hatten eine enormen Einfluss auf uns und ich bin mir sicher, dass kann man unserer Musik auch anhören. Obwohl, unsere Wurzeln liegen jenseits von Opeth und Katatonia, und sogar Tool. Wir haben diese Bands erst in 2003, 2004 und 2001 entdeckt, also hat uns schon vor dieser Zeit ne Menge anderer Kram beeinflusst.

Die Band als solche wurde ja schon 1998 gegründet, wie sehr habt ihr euch als Band in der Zeit verändert, und wie sehr eure Musik?
Es hat sich total viel verändert, aber die Grundelemente gibt´s immer noch. Wir haben damals als Band angefangen, die sich ein oder zweimal die Woche traf, um zu jammen, normalerweise unseren eigen Kram zu improvisieren, und das machen wir auch immer noch…allerdings nicht mehr so oft, aber vielleicht einmal im Monat jammen wir einfach nur. Am Anfang war unsere Musik sehr progressiv und fast ausschließlich Instrumental. Ich glaube, es war irgendwann 2002-2003, als wir anfingen, in etwas düstere und härtere Dimension zu driften. Natürlich haben uns auch die Line-Up Neuerungen letztes Jahr verändert. Aber ich glaube, dass es in eine sehr gute Richtung gegangen, denn sowohl Eetu als auch Artturi sind großartige Jungs und auch sehr talentiert. Also war es irgendwie das beste beider Welten. Wir sind auch alle gut miteinander befreundet, daher sind wir auch mit dem persönlichen Leben eines jeden vertraut. Gegenseitiges Verstehen und eine gute Chemie sind die wichtigsten Punkte bei Sole Remedy.

Zurückblickend, gibt´s etwas, das ihr anders machen würdet, wenn ihr die Möglichkeit dazu hättet?
Wir können die Vergangenheit nicht ändern. Sie hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Lebe nicht in der Vergangenheit, sondern blicke in die Zukunft und konzentriere dich auf das Hier und Jetzt.

Habt ihr auch schon Gigs außerhalb von Finnland geplant?
Klar. Die meisten Sachen sind allerdings erst noch in der Planungsphase, obwohl für Finnland schon einiges am brodeln ist für nächstes Jahr. Hoffentlich kriegen wir dann auch die Möglichkeit, an verschiedenen Orten in Europa zu spielen, und vielleicht auch in den USA und später vielleicht Asien? Vielleicht ein paar Sommerfestivals, eine kleine Warm-Up Tour mit einer Band, die wir bewundern und viele kleine Klub-gigs, wer weiß? Mein Traum wäre eines Tages eine Tour mit Porcupine Tree, Anathema, Katatonia, Opeth, Devin Townsend Project/Band, Tool oder Dream Theater. Oder vielleicht gleich alle zusammen auf einer Tour? Eine legendäreTour! Das wäre Wahnsinn! Wir würden natürlich als erstes auftreten…und dürften auch nur einen Song spielen, haha!

In der Pressemitteilung zu “Apoptosis” stand “es ist an der Zeit, dass sie der Welt zeigen, woraus sie gemacht sind…” woraus seid ihr denn gemacht?
Aus Fleisch und Blut, Ehrlichkeit und sehr viel Gefühl!

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und Alles Gute für die Zukunft.
Danke für das tolle Interview!





Autor: Kathleen Gransalke, photos: Kimmo Sipilä
Eingetragen am: 2010-11-18

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