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End of Green: Bono hat noch nicht angerufen

Sie sind bekannt für ihre düsteren Songs, die direkt aus ihren Herzen sprechen. Die Doom-Rocker von End of Green übertreffen sich mit jedem neuen Album selbst. Die tiefe Stimme von Michelle Darkness ist unverkennbar und spiegelt so viel Gefühl wider, das man die Texte nicht zu kennen braucht, um den Inhalt zu verstehen. Ihr letztes Album „High Hopes in Low Places“ schaffte es sogar auf Platz 17 der Deutschen Album Charts. STALKER hat den End Of Green Gitarristen Sad Sir vor ihrem Konzert in Pratteln getroffen.


Es ist lange her seit eurem letzten Besuch im Z7, wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen?
Ja, wir waren viel unterwegs und haben sogar wieder ne Platte gemacht (lacht). Nein ich glaub das letzte Mal waren wir hier mit Subway to Sally, und Crematory waren auch mit dabei, ja. Das war ein wunderschöner Abend, wo ich glaub am Vortag viel zu viel getrunken hatte und selten so verkatert war bei ´nem Konzert, aber pünktlich zum Konzert war ich wieder richtig fit, das weiss ich noch (lacht)

Zum Glück (lacht)
Wir mögen den Laden, wir waren das erste Mal hier, glaub ich 2003 oder so was, da war, wie hiess das nochmal?- „Metal Dayz“ da haben wir gespielt, das war super. Es sind ja auch wahnsinnig nette Leute hier, die den Laden betreiben, wir kommen immer wieder gerne hierher

Man sagt ja, es sei sehr familiär im Z7
Ja, man kommt rein und kennt noch die ganzen Leute und sagt „Hei, du wieder!“ (lacht) und so, ne das ist echt schön. Da kann man sich nicht beschweren.

Ist das bei anderen Orten auch so, oder ist es hier speziell?
Es gibt immer wieder Orte zu denen man zurückkehrt oder bei denen man angefangen hat, wo man die ersten Konzerte gespielt hat, und meistens kennt man dann den Veranstalter und sagt, „ Hei, sag mal hast du uns nicht damals in dem Jugendzentrum hier organisiert?“ und das ist echt schön. Wir waren gestern in Karlsruhe, da ist es auch wunderschön, Substage, und die Leute kennen wir halt einfach schon sehr lange. Es ist immer wieder so ein tolles Gefühl, hin zu kommen und zu sehen, ach denn kennen wir, denn kennen wir, und es gibt ein paar so Orte bei denen freut man sich dann, wenn man sie auf Tour sieht. Ist immer so „ Oh, geil da waren wir ja schon“ und, „Die waren voll nett“ und, „Hoffentlich ist der noch da“, und, “Hoffentlich haben die noch die Köchin, die das letzte mal da war, weil es so lecker war“ (lacht) So was ist da immer wieder bei uns mit drin.

Dann ist es fast so wie eine zweite Familie?
Ja also bei vielen Leuten ist es echt so, dass du dich echt drauf freust und denkst „Endlich seh ich die wieder“, irgendwie. Weil als Band hat man eh nur meistens die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen, wenn man unterwegs ist. Und dann ist es aber umso schöner, wenn du so weit weg bist von Zuhause, dass es überall gleich familiär ist.

Ihr habt am 20.08.2010 euer neues Album “High Hopes In Low Places” veröffentlicht, wie waren die Reaktionen darauf?
Em, sehr gut, also wir waren wirklich sehr gespannt, weil ich glaub, dass es die sperrigste Platte ist, die wir bislang gemacht haben, das ist keine Platte, die man sich anhört und dann sofort sagt „Ahja (schnipst mit dem Finger) So hab ich verstanden um was es da geht, oder was da passiert“. Sondern es sind sehr viele Lieder drauf, die glaub ich auch ne Zeit brauchen um zu reifen, wenn man es sich anhört. Und da waren wir echt sehr gespannt und die Reaktionen waren echt super. Also klar, es gab immer wieder Leute, die sagen - das was immer wieder hören ist (mit einer tiefen Stimme) „Ihr solltet wieder zurück zu euren Wurzeln kehren“. Und ich denk dann immer „Äh, welche Wurzeln?“ Wir haben so viele grundverschiedene Wurzeln, da können wir nicht zu allen zurückkehren, die sind in unserer Musik eigentlich immer enthalten – es hat nie Sinn gemacht und es wird nie Sinn machen, zu versuchen was nach zu machen, dass wir schon Mal gemacht haben, weil das haben wir ja schon mal gemacht dann brauchen wir das nicht noch mal hin turnen. Und deswegen waren wir eben gerade bei der Platte extrem gespannt was passiert.

Da gab es echt extrem viele Leute, die zum Beispiel meinten „Ok, jetzt gefällt´s mir.“ Wo es Leute gab, die zum ersten Mal gemeint haben „Ah ja, ok, jetzt find ich´s gut.“ Und handherum gab´s wieder solche, die gemeint haben „Oh ne, also puh, bisschen düster die Platte.“ Die anderen fanden sie zu poppig (lacht) Also wie gesagt, der sicherste Weg durch zu drehen ist, wenn man versucht, es allen Leuten recht zu machen, denn dann wird man irgendwann wahnsinnig. Wir haben auch bei der Platte einfach unseren Dickkopf durchgesetzt und haben gesagt „Wir machen das so, wie WIR das für richtig halten.“ Und im Nachhinein ist man natürlich froh, dass es von sehr vielen Leuten so gut angenommen wurde. Weil wenn´s nur wir geil finden, haben wir ein Problem (lacht)

Schreibt ihr eure Texte nach Dingen, die ihr erlebt, oder..
Ja, Leben! Das ist bei uns glaub das oberste Gebot – alles das du bei uns hörst, das sind wir. Das sind wir wirklich in hundertprozentiger Präsenz. Wir können nicht über Dinge singen, an denen wir nicht Teil genommen haben, wir können musikalisch nicht so tun, als ob wir jemand anders wären als wir eigentlich sind. Unsere Musik ist echt sehr nah am Herz bei uns, und deswegen ist jede Platte natürlich ein Stück anders - du fasst das aktuelle Leben, mit dem Wissen von dem alten Leben in der neuen Platte zusammen. Und so ist es für uns spannend und hoffentlich für den Hörer auch, und man merkt auch recht schnell, was wir für ne Zeit hatten, als die Platten rauskamen. (lacht) Also „Sicks Sense“ zum Beispiel, war für mich ne extrem Wütende, ne „Aufs Maul hau“ Platte, die auch immer so einen Mittelfinger vor sich her geschoben hat. Die neue ist wesentlich in sich gekehrter, wesentlich ruhiger und auch ein bisschen düsterer als die letzte Platte, und so waren halt die Monate dazwischen. Ich find es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man bei ner Band hört, was mit ihnen passiert oder mit ihnen passiert ist.

Das Album ist auf Platz 17 der deutschen Album Charts eingestiegen, wie war das für euch? War das bis jetzt euer grösster Chart Erfolg?
Irre! (lacht) Also unsere erste Berührung mit den Deutschen Charts war Platz 99 und da haben wir gedacht „Eh, wow, Super!“ Das war die „Dead End Dreaming“, wo alle Witze gemacht haben „Oh, habt ihr euch grad noch rein gemogelt!“ Und „The Sicks Sense“ War dann Platz 21, und da haben wir gedacht „Wow, was ist denn hier los?“ Bei diesem Mal kam dann nur der Anruf von Achim, unserem Label-Chef, der meinte, „Sitzt du gerade?“ ich meinte „Ja!“, und er „17“ und dann hat er aufgelegt (lacht) Es war also echt völlig abgefahren, da bist du zuerst mal sprachlos weil, ich hab das schon ein paar mal gesagt, aber ich wiederhol mich da echt gern. Die Charts haben glaube ich nichts mit musikalischer Qualität zu tun, aber es ist ein schöner Gradmesser, beziehungsweise Auszeichnung an Fans, die einfach gesagt haben „Ich will die Platte, jetzt!“ Und „Ich will sie kaufen!“ Und das find ich schön da dran, es sind so viele Leute, die uns die Treue halten und wahrscheinlich auch neue Leute, weil´s ja mehr wurde, aber das ist das schönste an den Charts. Klar es ist ein Poster, das du dir irgendwo hinhängen kannst, aber wenn du ein Platz hinter Hansi Hinterseer und drei Plätze vor ner Best of U2, (lacht) das heisst noch lange nicht, dass du drei Plätze erfolgreicher als U2 bist. Also Bono ruft immer noch nicht an, Beyoncé hat nicht angerufen und Lady Gaga auch nicht. Deswegen ist es alles ein bisschen irre, aber ein schönes Zeichen. Als das sehen wir das auch.


Einfach eine nette Geste von den Fans quasi
Ja es ist wunderschön, dass unsere Fans da so drauf sind und die Platte kaufen. Aber dann ist es auch wieder ok, also sich ganz ganz normal fühlen, also wenn wir hier jetzt rein schneiden (deutet auf den Arm) dann blutet es genau so wie bei ner Band, die noch nie in den Charts war. (lacht) Also kein grosser Unterschied, und ich fahr immer noch ein Scheiss Auto. (beide lachen)

Aber immerhin das schöne Gefühl hast du
Ja, genau das! (lacht)

Ihr habt gerade die EP Gravedancer fertig gestellt, auf der nur Coversongs zu finden sind. Welche Songs sind darauf zu finden und warum habt ihr die ausgewählt?
Ich glaub das war ne richtig fiese Diskussion, „Was soll auf die Cover-Platte drauf?“ Lieder mit denen sich jeder irgendwie identifizieren kann, Lieder die jeder in den letzten Jahren mit sich rum geschleift hat, oder die jeden an irgendwas schönes erinnern, und das dauert ne Weile bis man da zu einem Punkt kommt. Und dann gibt´s auch Lieder, die man gern drauf gemacht hätten, das geht aber nicht – so spielen wir nicht, - wir werden vermutlich nie ein Stück von Iron Maiden covern. Wir haben jetzt zum Beispiel ein Lied von W.A.S.P aufgenommen.

Ja das habe ich bereits gelesen, welches habt ihr denn da drauf?
Wild Child. Dann haben wir von ner Band die uns wirklich alle extrem gefällt „The God Machine“ , die haben sich vor, glaub schon 12 Jahren aufgelöst, weil der Gitarrist gestorben ist. Von denen haben wir ein Lied gecovert, weil es uns einfach an die Zeit erinnert, in der wir Songs zu „Dying World“ aufgenommen haben. Da waren wir alle sehr grosse „The God Machine“ Hörer. Dann haben wir „Green Machine“ von „Kyuss“ aufgenommen, das haben wir früher mal Live gespielt, als wir noch in den Jugendzentren unterwegs waren. Und dann von „The Sound“, die sind leider recht unbekannt und ich glaub zwei oder drei Leute der Band sind tot. Ja, einer vor den Zug geworfen, einer an den Folgen von HIV gestorben, also eine sehr tragische Band, aber mit wunderschönen, auch krassen Liedern. Dann haben wir „Warrior Soul“ und „Hero“, auch ein schönes Lied, das wir oft im Bus gehört haben. Und von „Bay Laurel“, auch ne alte Lieblings-Band von uns aus Schweden, ne Gothic-Rock Band, aber irgendwie kennt die ausser uns nur noch so fünf Leute, echt völlig irre, weil die Band ist super. Also mein Favorit von der Platte ist „Bonnie „Prince“ Billy“, „I see a darkness“ das ist ein wundervolles Lied, das hat Johnny Cash auch schon nachgespielt und wir haben´s jetzt auch gemacht, aber ein bisschen deftiger als Johnny Cash und auch deftiger als das Originial. Und das Original ist ein sehr ruhiges, getragenes Lied, in dem du im Prinzip nur ne Gitarre und sehr hohen Gesang hörst. Und wir haben das alles ein bisschen tiefer einfach in unserem Stil gemacht. Und ich glaube wir sind mit den Originalen auch jeweils sehr behutsam umgegangen. Es ist immer gefährlich bei Cover-Versionen, denn man kann so ein Lied immer Ruck-Zuck kaputt machen. Allerdings gibt´s auch so gute Lieder, die kann man nicht kaputt machen.(lacht) Also ich glaub „Big in Japan“ von Alphaville haben sogar Guano Apes nicht kaputt gekriegt. Also ist das wahrscheinlich ein gutes Lied. (lacht) Wenn es sogar Guano Apes überlebt.


Und die CD gibt´s jetzt bei euch auf Tour zu kaufen?
Ja, die gibt´s bei uns immer am Merchandise Stand und ja wir dachten, es wär mal Nett ne CD die´s nur auf Tour gibt, die gibt´s in keinem Plattenladen, die gibt´s in keinem Online-Shop, wer die haben möchte oder sich dafür Interessiert, soll entweder vorbei kommen oder zu ´nem Kumpel der hingeht sagen „Bring mir auch eine mit!“ Find ich auch ein schönes Andenken und es passt auch in diese Schwarze Box, die wir gemacht haben, da haben wir extra Platz gelassen, damit noch eine CD reinpasst - und das ist die.

Ihr musstet eure Teilnahme am Rock Harz Festival absagen, weil Michelle strikte Bettruhe verschrieben wurde? Geht es ihm wieder gut? Was genau war da los?
Ne, sagen wir es mal so, das Leben oder der Körper sagt einem manchmal „Jetzt reicht´s!“ (lacht) Dann kriegt man einen Warnschuss von seinem Körper und den muss man ernst nehmen. Und den hat er bekommen, ja jeder von uns hat wahrscheinlich irgendwann schon mal so einen Warnschuss gekriegt, nur nicht zu so nem doofen Moment. Wenn mich so ein Warnschuss kurz vor Weihnachten erwischt und es sind keine Konzerte, dann ist das alles ok, dann kann ich mich hinlegen und runterkommen und danach auch bisschen mein Konsumverhalten überdenken und so war´s eben ein doofer Moment, aber es ist alles viel besser als vorher, ich glaub wir entwickeln uns langsam fast zu ner gesunden Band.(lacht) Ja also wenn alles gut läuft, sind wir ab der nächsten Platte ne richtig gesunde Band , die noch am Leben ist. (lacht)

Ja, das wär schon toll
Ja, macht Spass. Ja also trotz allem, wir leben gern, jeder von uns, glaube ich. Und ich möchte es so lange wie möglich raus zögern, dass man mich irgendwo verbuddelt. (lacht) So geht´s jedem von uns.

Ich habe euren superschönen neuen Video „Tie me a Rope.. while your calling my name“ gesehen. Warum habt ihr gerade diesen Song ausgewählt für das Video?
Wir waren uns echt nicht sicher, das ist glaub ich jedes Mal so, wenn es darum geht Single, Video. Wir würden jedes Lied nehmen. Weil wir bei jedem Lied der Meinung sind, dass es stark genug ist, deswegen kommt´s auf ne Platte. Deswegen kann man eigentlich auch zu jedem ein Video machen. Silverdust haben gemeint, sie fänden das Lied eigentlich ziemlich cool, und wir meinten „Ja, klar wir finden es auch cool, deswegen ist es auf der Platte.“ Und dann haben wir das am Eibsee gedreht und oben auf der Zugspitze. Drei Tage lang, und wir sind tatsächlich in dieses Scheiss kalte Wasser gesprungen!

Ja eben, ich wollt grad fragen, wie kalt wars denn?(lacht)
Ah, ekelhaft. Wirklich. Ich hab das angekuckt und dachte ja dann springen wir halt eben kurz rein, das wird schon. Und dann mach ich so den Finger rein und sag „Fuck ist das kalt“ und wenn du dann da rein springst musst du auch noch ne Weile im Wasser bleiben, damit der Kameramann schön unter Wasser drehen kann. Ne, ich war glaub insgesamt anderthalb Stunden im Wasser. Arschkalt, und bei den ersten Sprüngen rein hatte ich einfach nur, ja also im Prinzip das gleiche an wie jetzt, und bin dann aber nach ein paar Minuten wieder aus dem Wasser raus, hab einen Neopren Anzug angezogen und bin dann wieder ins Wasser. Aber das ist trotzdem, ich hab nach dem Videodreh, glaub so zwei Stunden gebraucht, um meine Finger wieder zu spüren. (lacht) Das war echt krass. Aber es hat sich gelohnt. Ich guck mir den Clip echt gern an, obwohl ich immer wenn ich Bilder von mir oder von uns seh, guck ich meistens so „Oh,ne!“, es ist komisch, wenn man sich so sieht, aber das Video find ich super. Also es gefällt mir auch besser als „Goodnight Insomnia“, weil es einfach ist, es ist tiefer, und einfach wunderschöne Bilder.


Ja das ist so, Kompliment für das, es ist wirklich toll.
Geb ich gerne an den Regisseur weiter, weil er hat sich wirklich die ganze Arbeit gemacht und er ist echt ein super Typ. Huckleberry King heisst er.

So heisst er? (lacht)
Ja seine Firma heisst so. Und er heisst Gregor Wiebe und der ist echt verrückt irgendwie, der behandelt dich auch wie Fleisch beim Videodreh, du bist für den Masse, irgendwie so“ Zack, hier jetzt da und jetzt rüber so und so bleibst du!“ Und du so (klein laut) „Ok“. (lacht) Sehr autoritär der Mann aber super! Lohnt sich! (lacht)

Ihr seit nun schon einige Jahre im Biz, was würdet ihr sagen, damals verglichen mit heute, hat sich in dieser Zeit was positiv und was negativ verändert?
Positiv verändert hat sich, glaub ich, dass man nicht mehr so sehr von Massen-Medien oder Trends abhängig ist, also es ist nicht so wichtig ob ein Magazin wie Visions einen mag oder nicht. Oder ob Viva oder MTV einem mag oder nicht. Weil es andere Möglichkeiten gibt, sich zu verbreiten, sich selbst ner breiten Masse vorzustellen. Das find ich schön. Gleichzeitig bringt es natürlich das Problem mit sich, das jeder, manchmal auch viel zu früh, Werbung für sich und seine Band macht. Und du viele Unausgegorene Musik bekommst die vielleicht noch nicht hätte veröffentlicht werden sollen. Oder die noch nicht reif dafür gewesen wär um bei Myspace, bei Facebook, oder YouTube, überall irgendwie gesendet zu werden. Ich glaub das Gute ist wirklich, es gibt eigene Kanäle in denen du auf dich aufmerksam machen kannst. Das schlechte ist das du auch haufenweise mit Scheisse zugeballert wirst. Also ich glaub das ist das schlimmste. Aber ändern kann man es nicht wenn man das eine will, muss man das andere in Kauf nehmen. Und die allgemeinen Trends das Leute weniger Platten kaufen, ja ist halt so, also die Musikindustrie hat Jahrzehntelang Scheisse gebaut. (lacht) Und kriegen die Quittung dafür. Und das sag ich auch als einer der in einer Band sitzt, ich versteh bis heute noch nicht wie Bands irgendwie Kopierschutz auf ihre Platten machen können. Was soll denn das? Wenn jemand ne Platte von mir kauft, kann ich doch denn dafür nicht bestrafen und sagen wahrscheinlich bist du kriminell und du hast jetzt ein Kopierschutz da drauf. Da hat sich die Musikindustrie ein bisschen selbst ein Bein gestellt. Und mit den ganzen andern Dingen, muss man leben, kann man leben und eigentlich ist es im Prinzip echt wie vor 30 Jahren wahrscheinlich, dass man sich Musik anhört und entscheiden muss, find ich die gut oder nicht, ist der Hype gerechtfertigt oder nicht. Und dann nimmt man das was einem gefällt. Nur die Masse ist halt grösser und unüberschaubar und wahrscheinlich entgehen mir jeden Tag ganze 20 Bands, die ich theoretisch gut finden könnte, aber ich habe nicht die Zeit alle anzuhören. (lacht) Und das ist glaube ich auch der einzige richtige Nachteil, also die Masse!

Was wolltet ihr schon immer mal bei einem Interview gefragt werden?
Oh…(langes schweigen) Buh (fängt an zu lachen) Oh, das ist ja voll fies!
(überlegt weiter) Magst du ein Kaffee?

(lacht) Magst du ein Kaffee würdest du dich fragen?
Nein, eigentlich, em..(wieder Pause) Ich glaub die Sache würd ich dann nicht beantworten wollen. (lacht)

Das brauchst du jetzt hier auch nicht zu tun (lacht)
Ja,ja! (lacht) Wie war´s denn an diesem Donnerstag in Stuttgart, als die Polizei das Volk geschlagen hat und mit Wasserwerfern bombardiert hat?

Ok, das würdest du dich fragen?
Ja, ich war dabei. Ich stand mittendrin deswegen.

Ok dann, Vielen Dank für das Interview und ich wünsche euch eine erfolgreiche Tour.
Ich danke!

http://www.endofgreen.de


Autor: Sandy Mahrer, transl. K. Weber, photos: End of Green
Eingetragen am: 2010-12-07

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