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Masterplan: Musik ist mehr als eine kleine Schublade…

Die Nachricht über den Rausschmiss von Jørn Lande (Sänger) und Schlagwerker Uli Kusch schlug im letzten Jahr ein wie eine Bombe. Medien und Fans waren gleichermaßen geschockt, Gerüchte über die Auflösung der Band kursierten, erste Stimmen „Masterplan habe keine Zukunft mehr“ ertönten… Nun holt das neu formierte Quintett, verstärkt durch Sänger Mike DiMeo („Riot“) und Drummer Mike Terrana („Rage“), zum musikalischen Gegenschlag aus.

Mit „MK II“ beweist die Truppe um Mastermind und Gitarrist Roland Grapow ein wahres Meisterwerk und bestärkt das Sprichwort „Totgeglaubte leben länger“. Grund genug für den STALKER sich mit Roland zu einem gemütlichen Essen am Hamburger Hafen zu treffen…



Wirkt sich die neue Besetzung auch auf Eure Musik aus, gibt es neue Impulse?
Wir bleiben auf der vertrauten Schiene, wir haben jetzt zwar ein neues Line-Up aber wir bleiben unserem Stil treu. Wir haben die letzten Monate viel Stress gehabt. Wenn etwas funktioniert - und das erste und das zweite Album haben funktioniert, sollte man am Konzept nicht viel ändern. Diese Band ist einfach ein Konzept der Musik und wird nicht durch Einzelleistung gesteuert. Klar, nach außen wurde gesagt ,Jorn ist sehr wichtig und ohne ihn wird das unglaublich schwer. Aber ich habe das mehr vom Musik-Konzept gesehen: Masterplan hat einen Stil!!! Wenn man Jorn (Ex-Sänger) mit Masterplan sieht, war das was Großes. Jorn alleine ist für mich nicht das Gleiche, ohne ihn abzuwerten. Er ist superglücklich in der Situation, in der er jetzt ist. Ich sehe einfach, dass er mit uns viel mehr erreicht hat. Es wird auch ohne ihn weitergehen. Das Konzept muss aufrecht erhalten bleiben, und dafür sorge ich. Das ganze Bild braucht einen Rahmen. Musik ist mehr als eine kleine Schublade, wo man denkt, das passt. Masterplan gehört in mehrere Schubladen und das geht auch mit einem neuen Line-Up.

Hattest du denn im Vorfelde ein Konzept im Kopf, eine thematische Vorstellung, wie das neue Album werden sollte?

Ich entscheide aus dem Bauch heraus. Ich lasse mich dabei von meinen eigenen Gefühlen inspirieren. Warum soll man ein „winning team“ ändern? Als ich die Songs geschrieben habe, war ich noch absolut wertfrei und habe nicht daran gedacht, dass wir etwas später derart Stress in der Band bekommen würden…

Hast Du denn die Gefühlsebene, die du zu jenem Zeitpunkt durchlebt hast, auch thematisch verarbeitet? Mir fällt da jetzt „Lost and Gone“ ein…

Das passiert ganz automatisch. Textmäßig sogar eher als in der Musik. Ich versuche mich als Songwriter selbst zu inspieren, alles was weniger ist als alles, ist nicht genug! Ich will jetzt nicht sagen, dass ich der Beste bin aber ich will Großes kreieren. Ich habe aber auch Idole, Bands wie „Qeen“, die „Beatles“, die Großes geschafft haben, und diese Richtung möchte ich auch einschlagen. Einfach das Gefühl vermitteln, dass man an dieser Band nicht vorbei kann. Wenn ich diese Band höre, weiß ich, es klingt nach Masterplan. Es ist ganz egal ob ich diesen Stil mag oder nicht, aber es muss einfach nach Masterplan klingen, das ist wichtig!!!


Ich werde es Euch beweisen…


Bist du denn selbst mit dem Resultat zufrieden?

Ja, absolut! Von außen gab es diesen enormen Druck, von den Medien, von den Fans – zwei der wichtigsten Bandmitglieder sind ausgetreten. „Was sollen wir von Euch noch erwarten?“, hier es. Da muss man sich selbst erst mal wieder aufbauen, bis man an den Punkt kommt und denkt: „Ja, ich werde es Euch beweisen und das ist ein ganz langsamer Prozess. Man kämpft ja auch um seine Existenz. Und mit Mike DiMeo und Mike Terrana habe ich die beste Auswahl getroffen.

Wie war denn der Auswahl-Prozess?

Oh, das hat unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe unheimlich viel Freude daran, auch gerade unbekanntere Musiker zu pushen. Ich glaube denn wirklich an die Leute, manchmal mehr als sie selbst. Mit Mike war ich sofort auf einer Wellenlinie. Qualität kann man festlegen und ich möchte kein Album mehr abliefern, worauf ich nicht selbst stolz bin. Das letzte Jahr war eines der härtesten in meinem Leben. Es war eine fiese Zeit, zwei Mitglieder verloren, mein Vater ist gestorben, trotzdem ist es ein super positives Album geworden. Wir haben Melodien kreiert, die nichts mit Frust zu tun haben. Und das hat was mit Kunst zu tun, man kreiert was und lässt sich selbst überraschen. Man muss nur immer an sich selbst glauben!!!





Ist es nicht schwierig seiner eigenen Erwartungshaltung gerecht zu werden?
Gibt es da nicht Momente, in denen Du Dich selbst dich fragst, ob Du diesen Level noch toppen kannst?


Ja, das ist das schlimm. Die Frage stelle ich mir auch oft selbst...Wenn ich auf Tour bin, die Songs jeden Tag auf Konzerten und Festivals spiele, denke ich auch nicht so oft über die Musik nach. In diesem Prozess kann ich nicht wieder ans Songschreiben denken. Ich brauche dann wirklich erst mal Zeit für mich, um komplett abzuschalten und mich auch von den alten Songs zu lösen, höre dann komplett andere Stilrichtungen, Klassik oder auch Pop oder einfach nur mal Radio. Eine Zeit lang vom Metal weg, um dann wieder das Feuer zu entfachen,. Jetzt will ich wieder Gas geben, ans neue Album denken. Dann bin ich auch bereit mich wieder hochzupushen. Der erste Song ist aber immer eine Herausforderung (lacht).

Gibt es da ein Ritual?

Ja, den ersten Song zu schaffen (grinst). Erst mal wieder den Punkt zu finden, wo Du Dich selbst von Deiner Musik angetörnt fühlst, ist nicht leicht. Der Start ist wirklich schwierig! Ich versuche immer noch was zu ändern und habe da auch keine Skrupel mehr, einige Parts immer und immer wieder einspielen zu lassen (lacht).

Resultieren daraus Differenzen in der Band?

Nein, meistens nicht – wenn es sich im Resultat, dann auch besser anhört, sind ja alle zufrieden. Da gibt es auch einfach das Vertrauen in der Band. Früher war ich ein unsicherer Mensch, heute bin sehr viel selbstsicherer. Wenn z.B. auch die Familie meiner Freundin, die nun mit Metal rein gar nichts am Hut haben, einen Einstieg zur Musik finden, ist das für mich eine tolle Erfahrung...

Was ist für Dich der stärkste Song auf dem Album?

Oh je, das ist ein schwere Frage… Für mich ist das komplette Album rund, weil wirklich alles dabei ist. Vom Heavy Metal Brecher, zum Pop Song, schöne Balladen.. Es ist einfach stimmungsabhängig aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es „Call The Gipsy“. Es geht gut ab, wunderbarer Live Titel…





Hast Du lustige Anekdoten von der Produktion auf Lager?

Ne, viel lustiges gab es wirklich nicht – ich war eigentlich nur dauer-gefrustet (lacht laut) und habe täglich mit einem Herzinfarkt gerechnet und dann ist mir in Finnland im Studio auch noch was ganz tolles passiert: Ich war der einzige Trottel in der gesamten Laufbahn des Studios, der dort komplett ausgeraubt wurde. Meine Brieftasche, die Band Kamera - wo wir das komplette Film- Material der Produktion drauf hatten. Und das sollte als Bonus Material auf die CD „making of the new album“. Ich war mit den Nerven am Ende aber wie es denn so ist; irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich über Leichen hätte gehen können. Die Zukunft von der Band war in dem Moment alles, was noch wichtig war…


Autor: Jasmin Froghy, Photos: Masterplan, Transl. Alexandra Martinez
Eingetragen am: 2007-03-17

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