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Moonspell: Rosa Erinnerungen vom Rand der Erde

Moonspell, der portugiesische Metal-Exportschlager, hat die Szene unlängst mit ihrem Album „Memorial“ daran erinnert, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählen. Und sie haben mit ihrer laufenden Tour und einer Menge Festivalgigs (checkt die STALKER Tourdaten!) noch alle Hände voll zu tun, trotzdem fand Sänger Fernando Zeit, mit STALKER über Musik, Reife und 90er Nostalgie zu plaudern.

Wie ist die Metalszene in Portugal?
Sie existiert seit den 80ern, auch wenn es leider nicht vielen Bands gelingt, aus Portugal auszubrechen, ausser Moonspell und ein paar anderen. Aber ich glaube, die Szene hat Veränderungen durchgemacht und war nie so schlimm, dass ich mich persönlich beschämt fühlen musste, denn es gab immer viele sehr gute Bands in allen Metal-Stilrichtungen, von Death über Power zu traditionellerem Metal bis zu Grindcore, egal was. Derzeit gibt es eine Erneuerung mit sehr guten Newcomern, einer davon ist “Process of Guilt”, die sowas wie modernen Doom Metal mit Einflüssen von My Dying Bride oder Isis spielen. Eine weitere Band, die ich mag, ist “Maneater”, die einen Mastodon-ähnlichen Stil haben, und viele Bands sind so wie “Dawnrider”, eine Kreuzung aus Cathedral und St. Vitus. Yeah, ich hoffe die Leute finden durch Moonspell oder durch das Internet mehr über Metal aus Portugal heraus, denn es gibt so viele Bands, die immer nur aus denselben Ländern stammen, wie England, USA, Schweden. So verpassen Leute viele Bands aus anderen Ländern, wo sie gar nicht erwarten, dass es da überhaupt eine Metalszene gibt. Abgesehen davon gibt es gute Metal Musiker und ein sehr gutes Metalpublikum auch in Portugal.



Das erste Mal sah ich Moonspell live als Opener für KISS, das ist schon eine Weile her. Moonspell hat seitdem einige Veränderungen durchgemacht. Warum, und was bringt die Zukunft für Moonspell?
Naja, wir machen Musik direkt vom Herzen. Und wie es mit Herzen so ist, sie konzentrieren sich nicht, widmen sich nicht denselben Dingen jeden Tag, oder jedes Mal, wenn wir Musik machen. Und schon in unseren Anfängen waren wir sehr von Bands beeinflusst, die innerhalb ihres Genres ruhelos umherzogen, wie etwa Bathory oder Celtic Frost. Darum haben wir Veränderungen immer positiv gesehen, und Fortschritt ist ein Teil der Musik.

Und während andere Bands sich damit zufriedengeben, immer wieder nur kleine Variationen ihres Stils zu produzieren, ist es für Moonspell anders. Aber ich glaube, dass für Bands beider Spielarten Platz in der Szene ist. Es gibt Fans, die Manowar oder Hammerfall mögen, weil sie jedesmal ähnliche Alben liefern. Und es gibt Fans, die eher Bands wie Moonspell, Tiamat oder Samael mögen, weil diese Grenzen überschreiten. Also gibt es dafür keinen bestimmten Grund, ich glaube es hat mit unseren Gefühlen beim Komponieren zu tun. Und die kommen wieder von den Brüchen in unserer Musik. Es gibt sowas wie einen roten Faden, so wie Moonspell eben klingen muss, aber abseits davon alles ist absolut möglich.

Unser letztes Album war sehr auf unser Metal-Erbe konzentriert, sehr kraftvoll, direkt und auch leidenschaftlich, wenn wir es live spielen. Wir arbeiten schon an neuem Material, etwas düsterer und schmerzvoller als “Memorial”. Aber immerhin, wir nehmen nichts vor Oktober oder November auf, es wird sicher der Linie von “The Antidote” und “Memorial” folgen, eine Linie, die wir gerne spielen, aber es wird sicher einige Neuerungen geben, ganz sicher.



Erzähl was über die Texte, worum geht es hauptsächlich bei “Memorial”?
Da gibt es einiges in diesem Album, aber ich glaube, die beiden zentralen Themen sind Erinnerung und Isolation, und sie sind miteinander verwoben. Denn musikalisch wollten wir den Geist der 90er – nicht der 80er – wiederbeleben im Metal-Genre, jenen Geist von Bands wie Paradise Lost, Samael, Tiamat, die was riskierten, experimentierten, und das ist meiner Meinung nach heute etwas verloren gegangen. Die Band sind nun etwas mehr gleichgeschaltet, etwas zu vorhersehbar, also haben wir bei diesem Album unsere Begeisterung, unsere Erinnerungen hineingelegt, ohne nostalgisch zu werden oder zu predigen, ach die guten alten Zeiten von damals, als Tiamats “Wildhoney” rauskam...

Dann gibt es das Thema der Vergangenheit, von Erinnerungen, Aufbewahren und Nutzen von Erinnerungen, aber ohne ihnen verhaftet zu bleiben und in der Vergangenheit stecken zu bleiben; eher als etwas, das sich konstruktiv nutzen lässt. Du erschaffst dich selbst als Mensch und als Musiker, das ist die Botschaft dieses Albums.

Viele Songs handlen von Isolation, das hat viel mit meiner Heimat Portugal zu tun, ein etwas verlorenes Land im Süden Europas, vom Atlantik umschlossen, und Spanien im Osten; also war Portugal im Mittelalter für die Einwohner selbst “Fina Terre”, das Ende, der Rand der Erde. Wir nannten den ersten Song am Album so, und ich vermute, dass alle Portugiesen, mich eingeschlossen, noch immer diese Isolation fühlen, die dich verfolgt wie ein Schatten.

Also, ich finde, dass Musik für mich das Privileg und ein Kanal darstellt, all diese Gefühle auszudrücken, und was mich berührt, wird sicher in einem Moonspell-Song verarbeitet, wie gewöhnlich...

Wie arbeitet Moonspell an der Musik, wie sieht euer kreativer Prozess aus?
Wir haben im Unterschied zu anderen Bands keine bestimme Methode. Bei uns passiert es von einem Tag zum anderen, wir konzentrieren uns nicht ein halbes oder ganzes Jahr nur aufs Komponieren. Das funktioniert bei Moonspell nicht, um von der Musik leben zu können, müssen wir ständig auftreten oder touren oder neue Alben machen. Und das ist OK für uns, wir haben uns daran gewöhnt und machen das schon seit 10 Jahren. Im Prinzip ist Komponieren eines der interessantesten Dinge im Bandleben, und das hat damit zu tun, dass es von Tag zu Tag passiert. Es entwickelt sich, es wächst zugleich mit dir als Person. Und das ist eigentlich das wichtigste.

Was Methoden betrifft, haben wir ein kleines Studio in Portugal, ich geh dorthin, um Texte zu schreiben und mit den Jungs abzuhängen. Eigentlich kommen die Ideen von allen, obwohl Pedro und Ricardo, unser Keyboarder und Gitarrist, auch Instrumente haben, um Riffs oder Melodien oder sowas zu erschaffen. Wir arbeiten an den Songs gemeinsam, wir alle haben Ideen, und es ist wichtig, dass alle irgendwie in derselben Stimmung sind. Wir haben vor etwa drei Monaten mit neuen Songs angefangen, die wir im Winter aufnehmen werden, und ich glaube erst jetzt haben wir das gefunden, das ich die Farbe des Albums nenne, und von diesem Punkt an, und auch während der Tour, wird das Material zu einem Album reifen.



Wie lange habt ihr Zeit, um Songs zu schreiben?
Ich glaube, die Zeit können wir selbst bestimmen, und bei Moonspell liegt Zeit ganz in unseren Händen. Also, wie bereits gesagt, machen wir uns aus eigenem Antrieb an die Sache, denn eigentlich hört die Arbeit ja nie auf. Inspiration und Komponieren ist für mich nicht wie Arbeit, du kannst dich nicht hinsetzen und von 9 bis 5 Songs schreiben. Wenn du um 4 Uhr morgens eine gute Idee hast,musst du aufstehen und sie per Computer oder schriftlich festhalten. Also haben wir im Prinzip Zeit, und es dauerte drei Jahre, um “Memorial” zu komponieren und aufzunehmen.

Aber nun werden wir weniger brauchen. Und auch in diesen drei Jahren lagen wir nicht faul am Strand, sondern waren auf Tour, in den USA zweimal, längere Touren, und nun sind wir in Europa das zweite Mal unterwegs, machten die Festivalsaison gleich zweimal. Eigentlich hatten wir die Songs, aber wir brauchten noch die Zeit, etwa zwei Monate, um sie fertigzustellen, und dann im Studio noch einen weiteren Monat.

Was machst du auf Tour, wenn du warten mußt?
Auf Tour sein heißt warten, und wenn du das nicht kannst, dann hast du den falschen Beruf. Es gibt vieles zu tun, hängt von der tour ab... manchmal war ich ruheloser und ungeduldiger, denn als Opener spielst du 40 bis 45 Minuten, auf deiner eigenen Tour 60 oder 90 Minuten, also ist nur wenig Zeit pro Tag echter Arbeit gewidmet. Ich hab so viele Tourneen gemacht, es gibt vieles zu tun, am liebsten schlafe ich, um auszuruhen. In Portugal hab ich jede Menge Arbeit, denn ich kümmere mich auch um das Geschäftliche bei Moonspell; ich bin also ständig am Telefon oder Computer, arbeite im Büro oder im Studio. Also fühlt sich eine Tour manchmal wie ein Urlaub an, wie eine Pause, denn ich muss nur auftreten.

Und sonst hör ich viel Musik, das mach ich hauptsächlich, und ich lese. Und ich habe dieses Hobby, Bücher ins Portugiesische zu übersetzen und zu schreiben, darum ist eine Tour für mich nicht langweilig, denn es gibt viel zu tun. Und Reisen ist auch nett, wenn ich Zeit habe, she ich mir die Städte an. Leider gibt es viele Verpflichtungen, wie Interviews, Präsentationen in Läden oder Soundcheck, also kriegen wir nicht so viel von Städten zu sehen. Aber es gibt vieles, was du machen kannst, wenn du es willst, es geht nicht nur um Sex, Drogen, sich betrinken und Parties und Kater am nächsten Tag, nicht für mich. Für mich ist Touren Leidenschaft und Arbeit, also hasse ich es, wenn Bands zuviel trinken und dann am nächsten Tag Fans enttäuschen, wenn sie einen lausigen Gig spielen. Und Moonspell wird nicht jünger, sowas konnte ich vielleicht zu Zeiten von Wolfheart machen... aber nun sind wir auch reifer, und Touren fordern mehr Tribut...

Hast du zum Abschluß eine lustige Tourstory auf Lager?
Naja, wir haben viele, denn Touren sind sehr produktiv für glorreiche Momente auf der Bühne, wenn die Leute deine Songs mögen, aber es kann auch sehr demütigend und peinlich werden...

Einmal in Mexiko, im Herzen Mexikos in einer Stadt namens Potosi, waren wir unterwegs, um ein Konzert zu promoten. Der Promoter bat uns um etwas, das wir nie machen, nämlich Playback im TV, einen Song. Unser Keyboarder Pedro meinte, “klar, keiner erkennt uns in Mexiko, Metalfans kommen ohnehin zur Show, und wenn der Promoter glaubt das hilft, na gut, warum nicht” und fragt: “OK wir spielen im TV Studio, aber bitte nicht mit diesem rosa Hintergrund.” Aber als wir ankamen, war seltsamerweise alles rosa, wir spielten in einer Talkshow zum Thema Sexualerziehung und Kondombenutzung, und nach uns kamen Bodybuilder. Es war also peinlich, und nur lustig im Nachhinein, aber damals schämten wir uns in Grund und Boden...

Danke für das Interview!




Autor: Ralf Abraham, transl. Klaudia Weber, photos: Moonspell
Eingetragen am: 2007-04-05

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