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Summer Breeze Open Air 2009, part 1

2009-09-10
Stadt / City Dinkelsbühl 
Land / Country GER 
Web www.summer-breeze.de
 
Veranstaltungsort:
Location
Flugplatz Aeroclub Dinkelsbühl 
Datum / Date12.-16.08.2009 
Bildergalerie / Picturegalerie siehe Text / see text 
Photos: Cornelia Wickel 

Es ist wieder einmal Mitte August und damit Zeit für das berühmt berüchtigte Summer Breeze. Wie auch in den vorangegangenen Jahren hat sich der Veranstalter richtig ins Zeug gelegt, um eine bunte Mischung an Bands zusammenzutragen. Wenn man bei einem Festival von Vielfalt sprechen kann, dann hier. Denn eine solche Bandbreite an Metal findet man selten. Über 90 Bands, das Ganze dann noch zu einem äußerst günstigen Preis, was will man mehr?

Nach diverser Kritik im Vorjahr bezüglich eines fetten Staus am Einlass, hat man sich dieser angenommen und das Abfertigungsprozedere gründlich umgekrempelt. 2009 warteten 40 Schleusen auf die eintreffenden Festivalbesucher, die Verteilung der Headbanger auf die Campingflächen erfolgte ebenfalls nach neuem System und demnach zu schließen, was man bisher gelesen und gehört hat, hat dies wunderbar funktioniert. Die Bühnen waren größer und weiter auseinandergezogen, in der Mitte prangte eine große Videoleinwand, all das machte bereits auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

Nur das Partyzelt hätte auch mal gleich eine Runde vergrößert werden können, denn das platzte bei einigen Bands wirklich aus allen Nähten - was natürlich wiederum auch für die Bands sprach, bzw. zeigt, dass die Anziehungskraft so mancher Kombo unterschätzt worden war. Aber jetzt mal schön der Reihe nach, Tag für Tag, Band für Band.

MITTWOCH 12.08.2009


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Leider fuhr ich ein wenig zu spät los und schaffte es nicht, mir wirklich alle Bands des Newcomer Contests anzusehen. Pünktlich zu Cypecore die bereits nach einem ersten Hördurchlauf im Vorfeld via MySpace punkten konnten, schlug ich dann allerdings im Graben der Painstage auf und ich kann nur sagen, dass die Jungs ordentlich Wallung gemacht haben. Meine Fresse, was ein Brett und in der Menge ging mit Circlepits und Moshpits teilweise mehr ab, als bei mancher alteingesessenen Band. Nach diesem Gig war ich fast schon der Überzeugung den Gewinner gesehen zu haben. (ich sollte mich irren...). Wer auf Melodeath steht, sollte die Jungs auf alle Fälle mal antesten. Auch wenn sie den Wettbewerb nicht gewonnen haben, sollte es mit solch starkem Material nicht zu schwer werden, ein Label zu finden!


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Kleine Umbaupause und schon war es an der Zeit für die vierte und damit letzte Band im Kreise der Newcomer Second Relation. Da zeigte sich gleich schon ein anderes Bild, im Vergleich zur Truppe davor. Keine wilde Metaltruppe und huch, die schaun´ aber noch jung aus! Beim ersten Ton war dann aber sogleich mein Interesse geweckt, denn dort schien jemand ein eifriger Opeth Hörer zu sein - Einflüsse der Schweden ließen sich nicht verhehlen, sowohl instrumental, als auch stimmlich, auch wenn der Sänger durchweg mit cleanen Vocals unterwegs war. Hier ging man also sehr ruhig zu Werke, doch irgendwie gelang es den Jungspunden schnell, die noch vom vorangegangenen Gig aufgeputschte Menge mit ihren ruhigen Tönen vor die Bühne und schließlich in ihren Bann zu ziehen. Ein hoher Grad an Präzision und interessantes Liedmaterial sorgten dafür, dass sie dann kurz darauf zu den Abräumern des Tages, bzw. zum Gewinner des Contest erklärt wurden. Saubere Leistung und Hut ab!

Die beiden folgenden Bands One Way Mirror und Razor Of Occam fielen dem Treffen alter und neuer Bekannter zum Opfer. Zu Vomitory war dann gegen 22 Uhr wieder der Weg gen Partyzelt angesagt, welches bereits am Warm-Up Tag seinem Namen wirklich alle Ehre macht.

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Die Herren "kotzten" sich denn auch gleich so richtig aus, binnen Sekunden von 0 auf 100, auf, sowie vor der Bühne. Keine Gnade für nichts und niemanden, die Stimmung war top. Für mich definitiv eines der Highlights.

Tja, und dann sollte es sich fürchterlich rächen, dass ich mir nicht den kompletten Auftritt im Zelt angesehen habe, denn ansonsten hätte man vielleicht mitbekommen können, dass anschließend entgegen der ursprünglichen Planung nicht Cataract, die ich in diesem Jahr schon zweimal gesehen habe, sondern God Dethroned auf der Bühne stehen sollten... daher nun ein Gastkommentar zum Gig:

Eigentlich als letzte Band des Abends vorgesehen, hatten God Dethroned kurzfristig den Slot mit Cataract getauscht, so dass etliche Fans den Auftritt leider verpassten. Nichtsdestotrotz war das Zelt gut besucht und die holländische Truppe um Fronter Henri Sattler machte sich daran, der nach Metal lechzenden Meute ordentlich einzuheizen. Da die Hälfte des alten Line-Ups mittlerweile zu Epica abgewandert ist, war ich besonders gespannt, wie sich die runderneuerte Band schlagen würde. Ich war angenehm überrascht, wie geschlossen und tight sich der Vierer präsentierte. Die Vocals waren absolut spitze (da habe ich schon ganz anderes von Herrn Sattler erlebt) und die neue Frau an der Lead-Gitarre (Susan) ist wirklich ein würdiger Nachfolger für Saitenzauberer Isaac Delahaye. Setmäßig war auch alles okay. Neben einigen Songs von der kürzlich erschienenen "Passiondale" waren eben die üblichen Granaten wie Nihilism, Warcult und Villa Vampiria am Start. Für mich das erste Highlight des noch jungen Summer Breeze. (Julia Wehning)


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Tja, nach dem Versäumnis sollten aber zumindest Powerwolf kurz darauf angesehen werden und es war ziemlich amüsant, auch wenn die Musik so gar nicht mein Fall war. Die Wölfe legten aber eine tolle Show hin und sorgten mit Liedzeilen á la "Resurrection by erection" für einige Lacher. Na, da war das ganze kirchlich wirkende Brimborium nur Fassade, wenn man sich die Texte mal näher anschaut?! ;-)


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Ob mangelnder Information über das Tausch-Spielchen war es eine Überraschung, als plötzlich die Schweizer von Cataract aufs Derbste über die Bretter wirbelten. Die Enttäuschung über den verpassten Gig der Niederländer God Dethroned wurde so binnen kürzester Zeit im wahrsten Sinne des Wortes weggeprügelt. In gewohnt explosiver Manier war es offenbar ein leichtes für sie, die immer noch zahlreich Anwesenden binnen kürzester Zeit nochmal zu Höchstleistungen zu animieren - die Security jedenfalls durfte eifrig Crowdsurfer aus der Menge pflücken. Ein ziemlich heftiger Abschluss des ersten Tages!


DONNERSTAG 13.08.2009
Der erste Abend endete gegen 3 oder 4 und nach gefühlten 2 Std Schlaf, forderte die erste Band des ersten offiziellen Festivaltages ein frühes Erscheinen vor den Bühnen. 13 Uhr mag jetzt nicht so früh sein, aber ... Festivaluhren ticken doch ein wenig anders, wie jeder weiß.

Also, Sachen gepackt, Kamera geschnappt und ab Marsch zur Painstage, wo ich mir dann Second Relation noch ein zweites Mal gegeben habe. Bereits am Vortag hatten sie beim Newcomer Contest eine gute Figur gemacht, auch wenn ich bis zuletzt an den Sieg von Cypecore geglaubt hatte. Aber, wir wollen die nicht schlecht machen, der progressive Metal der Gewinnerband war wirklich schick.. Aus denen kann wirklich noch was werden und es gelang ihnen doch eine kleiner aber feine Menge zur frühen Stunde vor die Painstage zu locken

Nach einem starken Einstieg ging es dann erstmal ein wenig bergab. Auf der Mainstage erwarteten Katra aus Finnland die Frühaufsteher mit female-fronted Gothic Metal. Rein musikalisch gab es so nichts auszusetzen, die Gothic Metal Fans kamen sicherlich auf ihre Kosten, allerdings kam die Stimme von Sängerin Katra Solopuro doch sehr dünn rüber und bei den Tönen wurde auch das ein oder andere Mal etwas daneben gegriffen. Trotz allem gaben sie und der Rest der Band sich Mühe, das Publikum so langsam auf den harten Tag einzustimmen, so ganz zünden wollte das aber nicht, sorry!


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Danach ging´s dann direkt wieder rüber zur Painstage, auf der es beinah nahtlos weiterging. Hier sah die Welt doch schon gleich ganz anders aus. Zum einen hatte sich ein wirklich ansehnlicher Pulk Fans zu noch recht früher Stunde vor der Bühne eingefunden, zum anderen waren hier auch weibliche Vocals am Start, die aber um Längen kräftiger daherkamen. Ich hatte eine Weile so meine Probleme mit Deadlock, speziell der weiblichen Vocals wegen, doch haben sich diese konsequent verbessert und das Zusammenspiel von Sänger Johannes und Sängerin Sabine ist mittlerweile sehr harmonisch. Ihnen gelang es mit "Code Of Honor" und "Dark Cell" oder "As Words To Bullets" die Menge so langsam auf Betriebstemperatur zu bringen.


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Danach war fieses polnisches Geknüppel an der Reihe, richtig: Vader! Nach einem Intro stiegen sie mit "Dark Age" ins Set ein, gefolgt von Sothis. Mittlerweile ist die halbe Belegschaft ausgewechselt, der Brutalität tut das allerdings keinen Abbruch. Aber egal wie sehr sie sich auch ins Zeug legen, so ganz will der Funke nicht überspringen. Zeigt hier etwa schon der Schotter vor der Mainstage seine erste Wirkung? Die fiesen Broken laden nicht wirklich zum Moshen, geschweige denn Crowdsurfen ein. Vader wären aber nicht Vader, hätten sie das Publikum nicht doch irgendwann in der Hand. Als die ersten Töne von "Epitaph" erklingen geht es so langsam rund, man tut seine Freude in Form einer Wall of Death kund. Na, das ist ja nochmal gut gegangen, sonst wäre ich wahrlich enttäuscht gewesen. Aber so kann auch dieser Gig mit Daumen nach oben bewertet werden!


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Und wieder ein paar Meter weiter nach rechts, Grand Magus aus Schweden bitten zum Stonerdoomen. Es groovt, es doomt, die Schweden steigen stark ein und belehren mich eines Besseren, hatte ich zu Beginn noch meine Zweifel gehabt, ob die Mucke denn auf einer großen Bühne funktionieren würde (das letzte Mal hatte ich sie im kleinen Club beim Inferno Festival in Norwegen gesehen). Nach einem starken Einstieg ließen die Schweden oder vielmehr die Publikumsreaktionen doch im Verlauf des Gigs ein wenig nach. Hier konnte ich mich dann wiederum nicht des Gedankens erwehren, dass sie vielleicht auf der Zeltbühne ein wenig besser aufgehoben gewesen wären. Trotz allem aber ein ordentlicher Auftritt, bei dem die Schweden sicherlich beim Großteil des Publikums Pluspunkte einfahren konnten.

Da ich anschließend zum Fotografieren von Unheilig verdonnert worden bin, konnte ich leider außer den ersten drei Songs nichts vom mitreißenden Jack Slater Gig auf der Zeltbühne sehen, daher gebe ich wieder an eine Kollegin ab. Zu Unheilig einen Kommentar abzugeben liegt mir allerdings fern, da diese Band so gar nicht auf meinem Bandradar zu finden ist, man möge es mir nachsehen. Bandfotos hier!


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Nicht 10 nach 3, sondern 10 nach vier, spielten Jack Slater beinahe zeitgleich mit den Jungs von Grand Magus im Partyzelt, aber trotz dieser Fehleinschätzung bei den Ansagen des Sängers, war der Auftritt ziemlich ordentlich. Direkt vor der Bühne war gut Bewegung und Party angesagt, obwohl leider nur die Hälfte des Zeltes zu dieser Stunde gefüllt war. Nach hinten hin wurde die Stimmung leider etwas schwächer und in den ganz hinteren Rängen hatte man bis auf ein paar wenige Kopfnicker leider ein wenig das Gefühl auf einer Cocktailparty zu sein.Schade! Denn der Sänger war sehr gut bei Stimme und hat wie immer gewohnt locker seine humorvollen Ansagen und danach einen Sound geliefert, der wenig zu wünschen übrig ließ. Die Bühnenshow war leider etwas eintönig und beschränkte sich auf ein grün-rotes Licht und einige sich bewegende weiße Strahler. Bis auf diesen Makel an der Performance ließ die Leistung von Jack Slater aber wohl das Herz eines jeden Metalfans höher schlagen, egal ob er nun in den vorderen oder hinteren Reihen gestanden haben mag. (Jule)

Kurz darauf begann das Knüppelprogramm auf der Zeltbühne mit voller Wucht. Bis zum bitteren Ende, sollte das Zelt ganz in der Hand der Brutalo Bands sein, herrlich!

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Nun, was soll ich da noch sagen, auf Sylosis habe ich mich bereits im Vorfeld ordentlich gefreut, da sie bei mir im Line-Up der letztjährigen Never Say Die Tour bereits ordentlich punkten konnten und nicht zuletzt auch mit ihrem aktuellen Album "Conclusion Of An Age", dass eine wirklich Runde Sache ist. Glücklicherweise schienen sie auch hier in bester Verfassung und lieferten mit ihrer explosiven Mischung aus Thrash und modernen Elementen nebst Core einen mitreißenden Gig ab. Manch einem mag dieser doch sehr moderne Tag auf der Painstage ein wenig gegen den Strich gegangen sein (und ein wenig mehr Mischmasch hätte vielleicht geschadet), doch wussten alle Truppen modernen Schlags auf ihre Weise zu überzeugen. Bei Sylosis dauerte es jedenfalls nicht lange, bis eine fette Wall of Death im Partytent von Statten ging. Danach war für mich erst einmal Verschnaufen angesagt, Equilibrium fielen dieser Pause zum Opfer

Diese Verschnaufpause sollte sich denn auch kurz darauf als sehr gute Idee erweisen, denn:
Ich hatte ja mal so gar keine Lust auf Met mit Equilibrium oder Blödeleien mit JBO und zog daher die Einladung zu ordentlich Geknüppel mit Psycroptic aus Tasmanien auf der Zeltbühne vor.

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Eine wahrhaft gute Entscheidung, denn die Truppe präsentierte sich wieder mal in bester Verfassung. Richtig schöner Death Metal, direkt in die Kauleiste und trotzdem komplex. Das Zelt war schon zu Beginn des Gigs recht ordentlich besucht, doch gelang es den Jungs mit ihrer Brutalo-Knüppelorgie noch so einige Headbanger ins Zelt zu locken. Lustig war auch der Ball mit Australien Aufdruck, der während des gesamten Gigs zwischen Bühne und Menge hin und her flog. Leider war nach 6 Songs, u.a. "Isle Of Disenchantment" oder dem Rausschmeißer "Initiate" schon Schluss, aber ich glaub´ die Aussies konnten nach diesem Gig getrost mit fettem Grinsen im Gesicht nach Hause fliegen.

Meine Kollegin wiederum hat sich JBO zu Gemüte geführt, hier also ihre Eindrücke:
Als eingefleischter Fan und Verteidiger des wahren Blödsinns hatte ich natürlich extrem hohe Erwartungen an die J.B.O und habe mich schon lange vor ihrem Auftritt vor der Main Stage eingefunden. Umso tiefer war die Enttäuschung, dass sie hinsichtlich der Bühnenshow und den Ansagen mittlerweile ein scheinbar einstudiertes System haben und leider nur wenige Nuancen von den Auftritten abwichen, die ich bisher von ihnen zurecht bewundern durfte. Ich möchte nicht sagen: "Hast du ein JBO-Konzert gesehen, kennst du sie alle!", leider kam mir während ihres Auftrittes aber das eine oder andere Mal ein düsterer Gedanke in diese Richtung. Trotzdem muss ich sagen, dass die Lieder nach wie vor genial sind und auf ihre Songs "Verteidiger des wahren Blödsinns" und "ein Fest", habe ich nicht vergeblich gewartet, obwohl sie erst sehr spät gespielt wurden. Wie immer ein toller Gig. Leider nur... wie immer... (Jule)


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Der Donnerstag war definitiv mein Knüppel Tag - ich glaube mein Grinsen war aus dem Gesicht nicht mehr wegzubekommen, enterte doch eine Knüppeltruppe nach der anderen die Bühne. Immer ordentlich drauf und ordentlich Spaß an der der Sache. Das sollte sich denn auch bei den Kanadiern Beneath The Massacre nicht ändern. Technischer Brutal Death vom Feinsten. Wer im Geschwindigkeitsrausch eine Pause brauchte, war auf der Zeltbühne wirklich arm dran, denn die waren bei Krachern wie "Reign Of Terror" oder "No Future" nicht zu finden. Über aller Knüppelei drohnte das mächtige Gegrowle von Fronter Elliot, herrlich sag ich da nur!

Beinah zeitgleich gab es auch auf der Painstage ordentlich Power, denn hier baten Walls Of Jericho zu Tänzchen mit einer der brutalsten Shouterinnen, Candace. Die Frau brüllt wirklich so manchen Mann an die Wand und weiß genau, wie sie die Menge von Anfang an in der Hand hat. Auch der Rest der Band stand der Frontfrau in punkto Bewegungsfreude in nichts nach, so dass die Meute ziemlich schnell auf Betriebstemperatur war. Kein Wunder, dass sich da recht schnell Circlepits bildeten, bei der Mucke fällt Stillstehen einfach schwer. Man ballerte vermischtes der letzten drei Alben in die Menge wie "Feeding Frenzy" oder "A Little Piece Of Me".

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Powerfrau, Power-Band, Power-Auftritt!

Kreator und Hackneyed fielen einem Ausflug in die Jägermeister Skybar zum Opfer. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, der denke einfach an eine Bar mit Sitzen rundherum, wie man sie aus einer Achterbahn kennt. Nachdem alle (hoffentlich) nicht unter Höhenangst leidenden Passagiere gesichert sind, hebt die Bar dank eines Krans auf etwa 40m ab. Oben angekommen bietet sich einem ein wirklich genialer Ausblick über das gesamte Festivalgelände nebst Campingplatz. Dank drehbarer Sitz und der sich langsam um sich selbst drehenden Bar merkt man erstmal wie groß das Festival ist und kann die Menge vor der Mainstage bestaunen, die gerade Kreator bejubelt, die so eben die Bühne geentert haben. Da könnte man glatt den Jägermeister-Shot vergessen, der einem gerade vom Bar-Menschen gereicht wurde.

Ich gebe daher für die fehlenden Berichte wieder an Kollegen ab:
Kommen wir nun zu einer sehr kontrovers diskutierten Band des Partyzeltes: Die Death Metaller von Hackneyed. Den Jungs wurde ja in der Vergangenheit immer mal wieder vorgeworfen, sie wären nur erfolgreich, aufgrund diverser Finanz- und Vitamin B-Spritzen. Wer sich allen Unkenrufen zum trotz, dann aber doch mal zu Hackneyed begeben hat, konnte ganz schnell feststellen, dass hier eine junge aber auch fähige Band auf der Bühne steht, die nicht durch "einen auf Dicke Hose machen" auffällt, sondern durch Qualität überzeugt. Sänger Phil wusste ganz genau wie man das Publikum anheizt, so dass sich auch schon nach kurzer Zeit ein recht beachtlicher Moshpit gebildet hatte. Kurz und Knapp: Das Party Tent wurde von den Musikern und dem zum größten Teil jungen Zuschauern in Schutt und Asche gelegt. (Olli)

Ein wenig verspätet traten Kreator auf die abendliche Bühne, zeigten aber direkt wo der Hammer hängt. Mille und seine Jungs legten eine unglaubliche Spielfreude an den Tag, die sofort auf das Publikum übersprang. Untermalt wurde das ganze von einem schönen Bühnenbild . Lediglich Milles etwas seltsame Ansagen trübten das ansonsten runde Gesamtbild etwas. Aber als bei "Pleasure to Kill" das Publikum restlos abging war auch das vergessen und beim Intro von "Violent Revolution" gab es auch einen Gänsehautmoment. Von mir gibt´s den Daumen und die Pommesgabel nach oben. (Javed)


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Von der Skybar unten angekommen, lechzte mein heute auf "Knüppeln" programmiertes Hirn nach Nachschub, so dass schleunigst der Gang zur Partystage angesagt war, denn dort warteten The Red Chord aus Massachusetts. Wie schon zuvor, war hier "Nackenwirbel zum Krachen bringen" die eindeutige Mission der Band, kein Problem mit wilder Raserei im Fahrwasser von Death, Grind und Hardcore. Geblaste, Breaks, Growl, Krach. Nach kurzer Anlaufzeit hatten auch die Amis die Partymeute im Griff. Es scheint, als hätte jede Band auf der Partystage heute ein leichtes Spiel, was bei der Qualität des Nackenbrecher-Materials eigentlich auch wenig verwunderlich war.

Den kompletten Gig konnte ich mir trotz aller Brutalitäten nicht geben, warteten eine halbe Std später doch schon die Backyard Babies auf der Painstage. It´s time for Rock´n´Roooooll! Hier wurde gepost was das Zeug hielt. Wie der zweite Song schon so schön sagte, hier war "Everybody Ready!", aber so richtig. Besonders der Gitarrist gab sich alle Mühe einige Klischees zu bedienen (in positivem Sinne) und hüpfte Angus Young like mit seinem Instrument über die Bühne, Kippe im Mundwinkel und obercool. Passte bestens zur Musik!

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Was allerdings schon ein wenig verwunderlich war, war die geringe Zahl an Zuschauern, bzw. die gering Zahl für diese fortgeschrittene Uhrzeit. Kein Interesse? Schon zuviel gefeiert? Egal wie, wer da war, hatte seinen Spaß, die Band ebenfalls, was will man also mehr?

Nach den famosen Kröters hatte ich dann das zweifelhafte Vergnügen, eine mir vollkommen unbekannte Band mit dem ominösen Namen Anaal Nathrakh erleben zu dürfen. Nach unerträglich langen fünf Minuten hat mich der miese Sound und das vollkommen plumpe Geballer derart gelangweilt, dass ich fast im Stehen weggeratzt wäre. Werde ich mir in Zukunft wohl verkneifen... (Jule)

Och, also ich für meinen Teil habe nach 2, 3 Songs doch gefallen am dargebotenen Material gefunden. Eine gewisse Anlaufzeit brauchte es offenbar einfach. Ich denke mal, die Briten haben ihre Sache beim ersten Gig in Deutschland nicht schlecht gemacht. Auf alle Fälle war das, was die Inselbewohner da abgefeuert haben ziemlich wahnsinnig. Black Metal, ein wenig Death Gegrowle, der Fronter hat seine Stimme jedenfalls ordentlich strapaziert. Und wie man an unseren doch recht unterschiedlichen Reaktionen kann man ziemlich gut sehen, dass diese Band doch sehr polarisierte, war definitiv nicht für jeden was. (Ateacina)

Cantus Buranus boten kurz darauf zum mittelalterlichen Tänzchen vor der Mainstage. Nicht meine Baustelle, aber das, was dort zu vernehmen und sehen war, kann getrost mit den Worten "bombastisch" und "episch" versehen werden. Eine gut 30-köpfiges Orchester, Pauken, riesige Trommeln, opulente Kostüme, Feuerspielereien, und Sänger, die mit großer Stimme, mit diesem Großaufgebot an Drumherum ohne Weiteres mithalten konnten. Das war kein einfacher Mittelalter-Tralala-Auftritt mehr, das war Bombast pur. Ich muss zugeben, auch wenn dies nicht so ganz Meins ist, beeindruckend war es allemale. Die riesige Menschentraube vor der Bühne unterstrich dies eindrucksvoll. Headlinerposition absolut zu Recht!

Ab etwa der Hälfte des Sets war dann aber nochmal der Gang zur Zeltbühne angesagt:
Unglaublich tighte Riffs mit sattem Punch gaben die amerikanschen Death/Grinder Misery Index zum Besten.

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Echt bemerkenswert, wie tierisch die Jungs grooven, sobald sie kurz auf die Bremse treten. Die große Anzahl der fliegende Matten und das heftige Getümmel im Pit gaben ihnen auf jeden Fall recht, alles richtig gemacht zu haben. Das Publikum dankte es den Jungs aus Baltimore und feierte sie gebührend ab! Death/Grind at its best!

Dann, der letzte Gang zurück zur Painstage, zumindest für den heutigen Tag und Zeit für eine weitere schwedische Band. Katatonia waren der Headliner der kleineren Bühne und schlugen ganz andere, wenn auch nicht minder überzeugende Töne als noch zuvor Cantus Buranus an. Nach einem etwas stockenden Einstieg mit "Consternation" und dem tollen "Soil´s Song" gewannen Band wie Publikum so langsam an Fahrt. Sänger Jonas Renkse wirkte auf mich, für seine Verhältnisse, erstaunlich offen, erfreut und kommunikativ. Die letzten Auftritte, die ich von den Schweden im Kopf hatte, zeigten ihn meist mit einem einzigen Haar"vorhang" vor dem Gesicht, dieser war hier mal nicht vorhanden. Nicht nur der Sänger, auch der Rest der Band zeigten sich sichtlich motiviert, die Setlist, weiterhin bestehend aus "Ghost Of The Sun", "My Twin" oder "July" war recht ausgewogen und wollte trotz allem nicht so ganz zünden. Der Rausschmeißer "Murder" war für manch einen dann wohl die Überraschung des Auftritts. Ein Auftritt, den ich trotz verhaltener Stimmung nicht mit "durchwachsen" betiteln möchte, da dies dem Ganzen nicht gerecht werden würde.

Hate Eternal mussten denn auf meine Anwesenheit verzichten, da mich Katatonia trotz allem soweit in ihren Bann gezogen hatten, dass ich nicht willens war, mich zur Partystage zu bewegen, sorry!


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Nach einer recht langen Erläuterung der Bandgeschichte, die offensichtlich viel mit "fucking" zu tun hatte, legten die Jungs von Suffocation ein recht beachtliches Tempo vor, dass Death-Metal-Fans sicherlich gefallen haben wird, mir aber schon zu sehr aus unverständlichem Geschrei bestand. Was mich überzeugt hat waren die Soli, die sehr an Kerry King erinnerten, doch leider habe ich abgesehen von dieser Tatsache nichts wirklich Besonderes an der Band gefunden. Suffocation war böse, schnell, hart und aggressiv und die meiste Zeit in das typische rote Licht getaucht. Ich habe jedoch Fans noch lange nach dem Summerbreeze schwören hören, dass der Gig im Party Zelt der "beste des Festivals" gewesen sei. Die Stimmung vor der Bühne war dementsprechend super. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten!
(Spaß hat´s auf alle Fälle gemacht, der begann bereits schon vor dem Gig, da man allenthalben Leute sah, die mit typischer Suffocation -Handfuchtel-Bewegung fragten, ob man denn mitkommen würde. Eben jenes Gefuchtel war auch im Publikum auszumachen - mal was anderes als immer nur Fäuste und Pommesgabeln. Von weiter außen betrachtet ein wirklich lustiges Bild, welches mich das ein oder andere Mal in herzhaftes Lachen ausbrechen ließ. - Anm. Ateacina)
(Jule/Ateacina)

Ab Suffocation entfiel denn glücklicherweise das Gerenne zwischen den 3 Bühnen, so langsam ließen die Kräfte nach, aber Carnifex warteten gegen 2:20 ja auch noch! Also nochmal Kräfte mobilisiert und ab zurück zur Bühne. Die Jungs haben einen ziemlich steilen Aufstieg hingelegt und so war es beinah schon selbstverständlich, dass trotz später Stunde noch ein gut gefülltes Zelt auf die Truppe wartete, um sich eine deftige Portion Deathcore zum Ende des Tages einzuverleiben Fronter Scott Lewis und seine Mannen sorgten jedenfalls mit einer Menge Energie und fettem Sound dafür, dass die Menge auch schön in Bewegung blieb. Mit "Slit Wrist Saviour" und "Lie To My Face" war das jedenfalls kein großes Problem. Manch einem mag der konstante Breakdown-Hagel vielleicht eine Nummer zu heftig gewesen sein, ein mitsingendes Publikum bei so manchem Song bestätigte der Band allerdings, dass sie sich durch eifriges Touren durchaus bereits eine solide Fanbasis erspielt haben.

Eigentlich wären dann ja um kurz nach 3 auch noch The Faceless an der Reihe gewesen. Zu diesen war ich aber nicht mehr zu bewegen. Over and Out, Tag 1, bzw. 2 überlebt, noch ein wenig relaxen im vip-Bereich und den Abend, bzw. die Nacht. 4 Std Schlaf und auf zu neuen Taten am Freitag!



Cornelia Wickel + Julia Wehning, Olli, Javed


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8/10



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