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Finnish Metal Expo 2007 (+IMM)

2007-03-04
Stadt / City Helsinki 
Land / Country Finnland 
Web www.fme.fi
 
Veranstaltungsort:
Location
Kaapelitehdas 
Datum / Date16 – 17 Feb 2007 (IMM 15 Feb 2007) 
Bildergalerie / Picturegalerie FME_2007 
Photos: Sandy Mahrer, Kathleen Gransalke, Klaudia Weber 

Meiner Meinung nach kann die Finnische Metal Expo gar nicht mehr größer werden, was aber nur an den begrenzten Kapazitäten der Lokalität liegt. Ein umfangreiches Programm, viele Teilnehmer und noch mehr Publikum verwandelten ein im Prinzip Business-orientiertes Event in ein winterliches Metalfestival. Und neben dem musikalischen Angebot gab es mehr Gründe für den Durchschnittsfan, um vorbeizuschneien: Wer die Augen offen hielt, konnte allerorts finnische Szenegrössen entdecken, wie etwa Finntroll-Klampfer Routa als Helfer bei einem Merchandise-Stand, und Awa von Lordi gab bei einem Instrumentenhändler Autogramme. Viele finnische Metal-Bands waren mit eigenem Stand vertreten, diesmal auch Swallow The Sun. Aber ich kapiere nach wie vor nicht wirklich den Zweck von (Girlie) Unterwäsche mit Bandlogos ... wie soll man da effektiv die Lieblingsband promoten??? Ahem... (KW)



Donnerstag 15 Feb 2007


International Metal Meeting (IMM)

Dieses Jahr wurde als Veranstaltungsort des alljährlichen Meetings der Musikindustrie der etwas härteren Gangart die legendären Finnvox Studios in Helsinki gewählt. Da 95% der Delegierten im gleichen Hotel in der Innenstadt untergebracht waren, ging es dann auch von dort um 18:00 und 19:00 Uhr mit Shuttlebussen los. Wobei im hoteleigenen Pub schon früher das Wiedersehenfeiern begonnen hatte. Zunächst wurden wir herzlich begrüßt und mit jeder Menge finnischem Bier und Schnittchen empfangen. Bei der anschließenden Tour durch die heiligen Hallen schleuste unser humoriger Führer uns einmal durch die heiligen Hallen, die auf über 50 Jahre Geschichte zurückblicken können.

Nach der Führung stand als erster Programmpunkt stand ein Vortrag von Mike Gitter, einem A&R von Roadrunner Records USA auf der Liste. Hierbei ging es in erster Linie um die Frage, wie nicht amerikanische Bands in Amerika an Bekanntheit gewinnen können und was Touren in den USA so bedeutet. Als Beispiel führte er Bands wie Cradle Of Filth und sein neuer Liebling Dragonforce an (wobei Dragonforce im gleichen Satz wie Sepultura und Slayer zu hören tut weh...). Sicher hat er recht, wenn er sagt, dass eine Band entweder Bam von Jackass als Busenfreund haben oder sich ansonsten einen Platz auf Festivals à la Ozzfest sichern lassen sollte, auf den amerikanischen Markt zugeschnittene Videos braucht und touren muss, was das Zeug hält, allerdings gilt der Erfolg nur für Bands einer gewissen Größenordnung (außer sie sind Freunde von Bam).

Während einige der anwesenden Manager und Promoter feuchte Augen bei Ansagen wie „zunächst muss man in Hallen in der Größenordung von 900 bis 1200 Leuten spielen“ bekamen und gedanklich schon Flüge für ihre Bands buchten, stellte Mark Owens, von Brave Words & Bloody Knuckles, in der anschließenden Fragerunde alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und gab einige Stories, die für unbekanntere Bands in den USA eher wahrscheinlich sind, und garnierte es mit gut gemeinten Warnungen anhand von Beispielen.

Nach einer kleinen Pause stand Russland im Fokus, und Natalie Dybaylo von Rosenfield Records gab den Anwesenden einen Einblick in das dortige Geschehen. Gegen 22:30 Uhr fuhr ein vollbesetzter Bus mit angeschickerten Metalbizz Leuten, spontane Karaokedarbietungen per Busmikro inklusive, zur Afterparty im Tavastia in dem an diesem Abend Tarot und Leverage spielten. Recht spät am Abend gab es noch einen Pinkeleklat, bei dem ein deutscher A&R die Theke in der VIP-Lounge mit dem WC verwechselte. Ja, ja, die Deutschen immer... (SA)



Freitag 16 Feb 2007

Finnish Metal Expo (FME) Tag 1

Um 17:00 Uhr wurden die Türen geöffnet, und wie zu erwarten war die FME auch dieses Jahr mit ihrem Fassungsvermögen von 2.500 Leuten, auch wenn dieses Jahr hinsichtlich Line-Up eher tiefgestapelt wurde, am Freitag fast und Samstag schließlich vollends ausverkauft. Mit etwas mehr als 50 Ausstellern waren dieses Jahr sogar mehr dabei als in den Vorjahren. Plattenlabel, Hersteller von Instrumenten, Klamotten und Accessoires drängten sich in drei Reihen pro Halle zusammen.



Battlelore
Pünktlich um 18:00h legten Battlelore los. Seit ich diese Band zum ersten Mal gesehen hatte, als sie mit Atrocity auf Tour waren (ihr erinnert Euch vielleicht an die daraus geborene Geschichte „Im Dollhouse mit Atrocity und Battlelore“ wo wir die Bands in ein Hamburger Striplokal eingeladen hatten), haben sich die jungen Finnen enorm verbessert und ich war wirklich begeistert. Mit einem wirklich guten Sound rockten sie mit ihrem mittlerweile wirklich eigenen Stil, der eine wilde Mischung aus den verschiedensten Richtungen zu sein scheint, aber in sich harmonisch klingt, die Kabelfabrik. Einziger Wermutstrophen waren die Parts, in denen Sänger Tomi Mykkänen versuchte, in ein, zwei Songs auch mit Clean Vocals zu überzeugen. Die gingen total daneben, er hätte diese Parts lieber ganz seiner stimmgewaltigen Kollegin Kaisa Jouhki überlassen sollen. Die an Tolkien angelehnten Kostüme der Band sind immer noch nett anzusehen, aber längst nicht mehr Mittelpunkt der Show. Weiter so! Leider war nach 30 Minuten schon wieder Schluss, denn um mehr Bands präsentieren zu können, waren alle Auftritte auf diese halbe Stunde begrenzt. (SA)



Misery Inc.
Nachdem die junge Band aus Myrskylä nach ihrem Debüt knapp die Hälfte der Band ausgetauscht wurde, hatte ich wenig von der Band gehört und hatte noch den alten Misery Inc. Sound im Kopf, der ein gezähmter durchschnittlicher finnischer Gothic Metal war. Es hat sich einiges getan, die Band hat ihren Gothic-Einschlag fast völlig abgestreift und bietet nun etwas härtere Kost. In jedem Fall sind sie eigenständiger geworden – nicht schlecht. (SA)


Moonsorrow
Mit Moonsorrow stand eine Band auf der Bühne, auf die ich mich schon gefreut habe, denn live sind die Jungs immer noch einen Tacken besser als auf dem Album – fast immer. Leider war der Sound so matschig, dass es mehr als anstrengend war zuzuhören und man vom Gesang wirklich nichts mitbekam. Zu lautes Schlagzeug, ein Sumpf aus allen anderen Instrumenten und Dröhnen... nach vier Songs und leichten Kopfschmerzen gab ich schließlich auf. Wirklich schade! (SA)



Finnish Metal Awards
Preise gibt es heutzutage ja für fast jeden Müll (siehe Bestes Polka-Album beim Grammy) und so liegt es dann wohl auch nicht fern, Auszeichnungen im Metalbereich zu verteilen. So geschehen zum zweiten Mal bei der FME! (Preise gestiftet von finnischen Metalmedien gab es allerdings schon vorher, Anm. d. Red.) Wer hier allerdings Glanz und Glamour wie bei anderen Awardshows erwartet, wird schwer enttäuscht. Kein roter Teppich, keine Videoscreens, keine Top-Models – finnische Einfachheit eben. Es werden die Nominierten kurz vorgestellt und dann darf sich auch schon der Gewinner seine Siegerurkunde abholen und sich kurz bedanken. That’s it! Nominiert waren so ziemlich alle, die im finnischen Metalbereich was zu sagen haben; darunter so illustre Namen wie Amorphis, die mit Nominierungen in 5 der 6 Kategorien die aussichtsreichsten Kandidaten waren; Children of Bodom, HIM, Marco Hietala und Kai Hahto. Abgestimmt wurde per Internet und hier sind die Gewinner:

Band des Jahres wurden unter großem Jubel Children of Bodom, die sich unter anderem gegen HIM und Amorphis durchsetzten. Auch im finnischen Nachwuchsbereich tut sich einiges, und so wurden Profane Omen zum Besten Newcomer erwählt. Es folgte die Kategorie Bestes Albumcover, in der Mokoma für ihr Cover zum Album “Kuoleman laulukunnaat” gewannen und darüber sinnierten, wo sie wohl ihre Urkunde aufhängen würden. In der nächsten Kategorie wurde der Beste Musikant gekürt, und hier durfte Kai Hahto den Preis mit nach Hause nehmen. Kai trat auch schon bei Verkündung der Nominierten in weiser Voraussicht auf die Bühne musste, dann aber doch noch ein paar Sekündchen warten, bis er offiziell zum Sieger erklärt wurde. Sänger des Jahres wurde, wie nicht anders zu erwarten war, Marco Hietala, der sich dann auch etwas ausführlicher bedankte. Der Hauptpreis des Abends, für die Platte des Jahres, ging dieses Jahr an Mokoma, die ja auch schon den Preis fürs beste Cover abgeräumt hatten. Mokoma avancierten damit zur Band des Abends und ließen andere Mitstreiter wie Amorphis mit absolut leeren Händen nach Hause gehen. (KG)



Suburban Tribe
Immer wieder genial diese Band anzuschauen, denn Sänger Ville Tuomi hat dermaßen Energie auf der Bühne, dass man einfach nur gebannt zuschauen muss – und natürlich mittanzen. Da fliegen die Rastas, es wird gesprungen, wild getanzt – Leidenschaft pur. Man kann nur hoffen, dass die Roadies gut bezahlt werden, denn sie haben auf den Konzerten ne Menge zu tun – Mikroständer wieder hinstellen, Ville aus dem Bühnengraben wieder nach oben ziehen und und und. Es ist sowieso ein Wunder, dass der gute Mann sich nicht ernsthaft verletzt, denn einfach mal so nach hinten umfallen, ist seine Spezialität. Musikalisch waren mal wieder fast alle Klassiker dabei u. a. “While The World Awaits” das ja hier in Finnland der Titelsong zum hiesigen “Big Brother” ist. Des weiteren wurde auch ein neues Lied zum besten gegeben, hier bei handelte es sich um das Peter Gabriel Cover “Shock The Monkey”, welches auf der im März erscheinenden Best-of Platte zu finden sein wird. Prädikat: Immer wieder lohnenswert! (KG)



Dragonforce
Normalerweise bin ich ja kein Fan von Power Metal, aber diese Jungs wollte ich mir trotzdem mal ansehen, denn von dem, was ich bisher über sie gehört hatte, versprach das Konzert Spass und Unterhaltung pur! Und das wurde dann auch eine Stunde lang geboten! Auf der Bühne war noch ein extra Podest aufgebaut, auf dem jeder der Musikanten sein Können zur Schau stellen und dabei seine Mähne im Wind des Ventilators heroisch wehen lassen konnte. Ein herrlicher Anblick! Die sechs Bandmitglieder strotzten nur so vor Energie und Spielfreude und hatten einfach nur ne tolle Zeit, wie auch alle Anwesenden, die textsicher jeden Refrain mitsangen. Während der superschnellen Gitarrenduelle zwischen Herman Li und Sam Totman, die sich auch schon mal gern vom Podest schubsten, ruhte sich Sänger ZP Theart dann einfach auf den Boxen aus, bis er sich dann wieder in seine “Jesus Christ Pose” werfen und den nächsten Chorus schmettern konnte. Als Fazit bleibt nur zu sagen: Die ganze Show war so dermaßen “over the top”, dass es schon wieder genial war. (KG)

Der erste Abend der FME wurde im Anschluss in Helsinkis neuestem In-Laden Inferno noch gebührlich gefeiert. Würde es diese ärgerlichen Sperrstunden nicht geben, hätten viele sicher bis in die frühen Morgenstunden gezecht…



FME RAHMENPROGRAMM

Das umfangreiche FME Programm führte diesmal zu zahlreichen Überschneidungen und machte es einer einzelnen Person unmöglich, alle Angebote anzuchecken. Charakteristisch fürs Rahmenprogramm an beiden Tagen waren kurzfristige Änderungen und einige Enttäuschungen ...



Clinics
Angehende Musiker wurden an beiden Tagen sogenannte Gitarren- oder Drumclinics angeboten, d.h. öffentliche Unterrichtsstunden, wo Musiker diverse Tips und Tricks an Interessierte weitergaben. Hier lief nicht alles wie geplant: Anstelle des mit Kreator anderweitig verpflichteten Sami Yli-Sirniö sprang Kristian Wahlström ein, der einzige Finne, der seinen Konservatoriumsabschluß in Metal-Gitarre gemacht hat. Den mit Abstand größten Andrang hatten allerdings die Drummer Kai Hahto (Wintersun) und Jaska Raatikainen (Children Of Bodom) am Samstag. Wusste gar nicht, dass es in Finnland soooo viele Nachwuchsdrummer gibt ...


Valssamo-Saal

Godsplague
Bei Godsplague am Freitag herrschte bereits Riesenandrang, was wohl nicht nur Gast-Schlagzeuger Kai Hahto von Wintersun lag, später zum besten Musiker gekürt. Und dabei sollte das nur ein Vorgeschmack auf die später nahezu unmenschlichen Bedingungen in diesem Raum sein ... Leider nur was für eingefleischte Pantera Fans, denn wie angekündigt standen ausschließlich Covers dieser Band (u. a. „Broken“, „This Love“ ) am Programm.



Children Of Bodom
Eine Enttäuschung erwartete die vielen – und großteils sehr jungen – COB Fans, die sich wenig später wegen der Alexi Laiho and Roope Latvala Session in den viel zu kleinen Raum quetschten: Roope tauchte erst gar nicht auf, und Alexi war aufgrund einer Verletzung lädiert, daher gab es nur eine improvisierte Talkshow mit dem finnischen Idols-Juror Jone Nikula.

Timo Kotipelto
Am nächsten Tag waren wohl viele enttäuscht, die eigens wegen Timo Kotipelto antanzten. Zweifellos Spitzenmusiker, die unter dem Titel „M. Kaakkuriniemi Super Show“ Beispiele ihres Könnens boten, mit ellenlangen Soli und Impro-Sessions von Jazz bis Hardrock. Wer das tapfer durchstand, konnte schließlich auch Timo ganz kurz auf der Bühne erleben...



Swallow the Sun
Auch hier zu voll und zu heiß, obwohl die Security angeblich viele Fans gar nicht mehr reinliess – trotzdem, für mich war der Tag mit diesem Gig gerettet. Was soll ich sagen, ich war und bin ein Fan, seit ich Swallow The Sun das erste Mal live sah, und diese Magie haben sie sogar noch intensiviert. Melancholischer Doom/Death Metal vom Feinsten, der sogar in diesem Rahmen spitzenmäßig rüberkam. Die Jungs schwitzten ebenso wie ihre Fans, nur Sänger Mikko schien zu frieren... Geile Show! Nur viel zu kurz, die halbe Stunde reichte für genau vier Songs: Den Titeltrack und „Don´t Fall Asleep“ von ihrem neuen Output „Hope“ sowie zwei Hits ihres erstklassigen Debüts („Out Of This Gloomy Light“, „Swallow “). (KW)



Samstag 17 Feb 2007

Finnish Metal Expo (FME) Tag 2



Turmion Kätilöt
Müde und ziemlich verkatert hatte sich um 15:00 Uhr ein erstaunlich großes Publikum vor der Hauptbühne eingefunden, um sich die vielleicht schrägsten Finnen anzusehen. Turmion Kätilöt („Die Hebammen des Verderbens“) sind nicht nur in Finnland für ihre teils echt ekligen, blutigen und S&M-lastigen Shows berühmt, daher war es taktisch klug gewählt, so einen spannenden Act als erste Band spielen zu lassen. Textlich und gesangstechnisch werden sie oftmals mit Rammstein verglichen. Etwas Besonderes sind die ausgeflippten Düsterlinge schon. Die beiden Frontmänner MC Raaka Pee (immer diese tollen Namen…) und Spellgoth hielten sich aber diesmal, vielleicht wegen der frühen Stunde, dezent zurück und außer einem Funkenregen auf Spellgoth passierte nichts Ungewöhnliches. Diese Band hat die Chance mit ihrem Sound, der wie eine Mischung aus NIN, Rammstein und Death Metal klingt, außerhalb Finnlands trotz finnischer Lyriks ein Abräumer zu werden. In Finnland haben sie den Sprung in die Top 10 schon geschafft. Gegönnt sei es ihnen. (SA)



Cyan Velvet Project
Das nenne ich echt Crossover hinsichtlich Geschlechter... ein Mann im schnieken Miniröckchen, ein burschikoses Mädel als Kontrast ... aber sobald Samuel und Maria zu singen beginnen, ist Schluß mit lustig. Nix mit Nightwish oder Within Temptation, bei diesem Gesangsduo sind eher Vergleiche mit Slipknot, Rammstein oder Pain angebracht. Heftiger Industrial Metal, beide Stimmen liefern die Bandbreite von brutalem Gebrüll bis klarem Gesang, wobei letzterer von Maria manchmal nicht ganz überzeugend rüberkam. Auch die Bühnenshow wirkte noch etwas gezwungen und steif. Alles in allem jedoch eine positive Überraschung. (KW)


April
Das gilt wohl auch für diesen Act, der sich seit dem letzten Tuska verbessert und gerade das Debütalbum bei Spinefarm rausgebracht hat. Brachialsound nach schwedischem Vorbild, sprich Soilwork oder In Flames, mit einem ausgezeichneten Sänger. Hakim Hietikko hat die volle Bandbreite von hart bis zart drauf, und im Vergleich zur Band davor gab es fast zuviel an Bühnenshow. Musikalisch nicht nur hochenergetisch Vollgas, sondern auch klasse Melodien, bloß ähneln die Songs meiner Meinung nach einander zu sehr. Und auch hier Soundprobleme, die klare Stimme ging manchmal unter. Aber eine absolut vielversprechende Band. (KW)



Insomnium
Im Nachmittagsprogramm hat diese Band mit Abstand die größte Menge angezogen, zirka doppelt so viele Fans als vorher April. Und auch stimmungsmäßig schaffte das Quartett, ergänzt durch Swallow The Sun-Keyboarder Aleksi Munter als Gastmusiker, den Titel Spitzenreiter. Aber leider, gleich nach dem atmosphärischen Intro dröhnte das Keyboard viel zu laut, während die Gitarren kaum zu hören waren. Der Soundbrei wurde besser bei zweitem Song etwas besser, sodass „Drawn To Black“ oder „Devoid Of Caring“ vom aktuellen dritten Album „Above The Weeping World“ sehr überzeugend rüberkamen. Die Finnen bewegen sich im Grenzbereich zwischen Black Metal und Melodic Death Metal und war für mich persönlich eine echte Entdeckung (dabei gibt´s die Band schon fast 10 Jahre, schluck). (KW)


Tacere
Ehrlich gesagt hatte ich mehr über die Band gehört als von ihr und war dementsprechend neugierig. Nach einem Intro wie zu einem Horrorfilm überraschte mich doch der eher geradlinige Metal bis Powermetal, der hier geboten wurde. Das Gesangsduo Karri und Helena bewiesen zwar für sich genommen ausgezeichnete Fähigkeiten, harmonierten aber manchmal nicht wirklich. Irgendwie gefiel mir das Material ihres Debüts „Deep Tears Of Tragedy“ am besten, wenn es auf melancholischen Bombast ausgerichtet war. Nicht schlecht, es riss mich aber nicht wirklich vom Hocker. (KW)



Before The Dawn
Wer die alten In Flames genial findet, sollte sich den Namen der Band besser merken. Tuomas Saukkonens Stimme hat eine Stärke und Vielfalt, die einen mitreißen kann. Ursprünglich als Soloprojekt von Tuomas gestartet, hat sich Before The Dawn nunmehr zur Band gemausert und ist mit ihrer neuen Single, die zeitgleich auf der FME erschien, ein echter Geheimtipp. (SA)



Amon Amarth
Die Wikinger ließen die Halle vor der Bühne fast bersten. Mit gutem Sound und wieder in alter Form hämmerten die Schweden einen Evergreen nach dem anderen. Wie die Band es geschafft hat, trotz der weihnachtlichen Tour sich doch noch mehr Winterspeck anzueignen, ist mir allerdings ein Rätsel.
Als Sänger Johan Hegg sich, wohl von Olavi Mikkonen, dem einzigen Finnen der Band unterrichtet, mit ein paar Worten Finnisch an das Publikum wandte, hatte er auch schon gewonnen und wurde begeistert abgefeiert. Diese halbe Stunde fühlte sich besonders kurz an. (SA)



Brother Firetribe
Salopp gesprochen, entspricht dieser Act der Definiton einer Boyband, sprich minderjährige Mädels brechen in hysterisches Gekreische aus und prügeln sich um die besten Plätze bei der Signing Session. Die zweite finnische Band, die eventuell auch optisch in diese Kategorie passt, ist übrigens Children Of Bodom... Jedoch können beide hinsichtlich Sound jeden Backstreet Boy wegfönen. Brother Firetribe mit Nightwish-Gitarrist Emmpu Vuorinen im Line-Up frönen dem 80er Revival und bieten auch live hohen Spaßfaktor. (KW)


Rytmihäiriö
Von Insidern als finnisches Hardcore-Urgestein angepriesen, hatte diese Band wohl den schlechtesten Startplatz von allen erwischt, nämlich den letzten um 1 Uhr morgens. Dementsprechend kläglich war der Publikumszuspruch, gerade noch eine Handvoll Unermüdlicher mobilisierte noch die letzten Reserven und formierte ein Moshpit. War auch schwierig, dieser geballten Urgewalt an gnadenlosem Geknüppel zu widerstehen. Was für eine Band! Ungeachtet der traurigen Kulisse gaben sie 120 Prozent, schlicht mitreißend! (KW)

Wer danach noch stehen konnte, und das waren nicht mehr allzu viele, konnte sich noch bis drei Uhr morgens beim Metal Karaoke versuchen. Aber spätestens dann war Schicht für die Finnische Metal Expo 2007... aber wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!





Klaudia Weber (KW), Kathleen Gransalke (KG), Samira Alinto (SA)


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8.5/10



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